In 2 Monaten ist es endlich geschafft! Dann haben wir den 22. Dezember 2012 und der ganze Rummel um den nicht stattfindenden Weltuntergang 2012 ist vorbei. Bis dahin wird das Thema die Medien aber noch einmal so richtig aufmischen. Es geht schon langsam wieder los; die Medienanfragen häufen sich und immer mehr Journalisten machen sich daran, den einen oder anderen Weltuntergangsartikel zu schreiben oder zu planen. Leider schwirrt bei diesem Thema so wahnsinnig viel Unsinn durch die Gegend, dass es oft schwer ist, brauchbare von bescheuerter Information zu trennen. Als kleinen Service für die Journalisten – und weil ich es nicht aushalte, noch einen weiteren Artikel zu lesen der mit „Am 21. Dezember endet der Maya-Kalender“ anfängt – möchte ich hier noch einmal die wichtigsten Fakten wiederholen und vor allem die häufigsten Fehler und falschen Vorstellungen richtig stellen, die im Zusammenhang mit dem 2012-Kram in der Berichterstattung immer wieder auftauchen.

  • Der Maya-Kalender endet nicht! Das ist vermutlich der häufigste Unsinn, der zum Thema 2012 zu lesen ist. Eigentlich jeder Artikel der darüber geschrieben wurde, beginnt mit „Am 21. Dezember 2012 endet der Kalender der Maya.“ (oder Variationen davon). Egal ob BILD oder Spiegel, ob Lokalzeitung oder Fernsehsender: Der Maya-Kalender, der am 21.12.2012 endet, ist mittlerweile so weit verbreitet, dass wirklich jeder meint, die Information wiederholen zu müssen; selbst wenn die Artikel dann ansonsten kritisch und vernünftig über das Thema berichten. Die Aussage ist aber trotzdem falsch. Der Kalender endet nicht. Kein Kalender endet. Das können Kalender gar nicht, weil sie nicht dafür ausgelegt sind, zu enden. Der Maya-Kalender läuft auch am 22. Dezember 2012 weiter. Ich habe das alles in einem eigenen Artikel ausführlich erklärt: „Der Maya-Kalender endet nicht“
  • Es gibt keine Maya-Prophezeiung! Genau so wie der Maya-Kalender nicht endet, haben die Maya selbst auch nichts „prophezeit“. Trotzdem findet man Aussagen der Form „Für dieses Datum haben die Maya das Ende Welt prophezeit“ in vielen Artikeln über den Weltuntergang (zum Beispiel hier in der taz). Haben sie allerdings nicht. Die Maya haben keinen Weltuntergang für 2012 vorhergesagt. Auch kein anderes Volk, nicht die alten Hindus, nicht die Hopi-Indiander, nicht die Ägypter und nicht mal Nostradamus haben etwas über 2012 prophezeit. Der ganze 2012-Kram geht nicht auf irgendwelche alten Texte der Maya zurück, sondern auf moderne Esoteriker, die sich den Unsinn in den 1970er und 1980er Jahren ausgedacht haben. Und auf Roland Emmerich, der diesen Unsinn durch seinen Film aus der Esoterik-Szene in das Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gerückt hat.
  • Es gibt keine besondere Konstellation am Himmel! Weniger oft als den Unsinn über Maya-Kalender und Prophezeiungen findet man in den seriösen Medien falsche Aussagen über astronomische Phänomene und Begebenheiten (obwohl ich im persönlichen Gespräch mit einigen Journalisten schon öfter mal viel Überzeugungsarbeit leisten musste um sicher zu stellen, dass solche astronomisch falschen Aussagen nicht im Artikel landen). Die nicht ganz seriösen Zeitungen schreiben aber natürlich gerne über die „besondere Konstellation“ die da am 21. Dezember 2012 zu sehen sein soll (und die einschlägigen Internetforen und Blogs sind natürlich ebenfalls voll damit). Ob nun die Sonne im oder vor dem Zentrum der Milchstraße stehen soll oder alle Planeten in einer Reihe ist egal: Es stimmt schlicht und einfach nicht. Man kann die Bewegung der Himmelskörper wunderbar voraus berechnen und es ist klar: Am 21. Dezember 2012 gibt es keine außergewöhnliche Konstellation der Himmelskörper.
  • Wissenschaftler haben keine Katastrophen vorhergesagt! Weder die NASA, noch sonst irgendein seriöser Wissenschaftler hat irgendeine kosmische Katastrophe für das Jahr 2012 vorhergesagt (Und nein, auch Dieter Broers ist kein seriöser Wissenschaftler). Es wurde kein Planet entdeckt, der sich auf die Erde zu bewegt; es wurde kein Asteroideneinschlag vorher berechnet und man hat auch keinen katastrophalen Sonnensturm für den 21.12.2012 vorhergesagt. Wenn irgendwo behauptet wird, dass „Wissenschaftler“ oder „Forscher“ für 2012 etwas besonderes prophezeit hätten (wie zum Beispiel bei BILD oder Format), dann kann man davon ausgehen, dass es sich um keine echten Wissenschaftler handelt sondern um Journalisten, die auf Pseudowissenschaftler rein gefallen sind (oder schlecht recherchiert haben).
  • 2012 ist kein besonderes Jahr! Egal was da sonst noch für Katastrophen oder Bewusstseinssprünge oder andere besondere Ereignisse für 2012 vorhergesagt wurden: Es ist Unsinn. Es gibt nicht den geringsten naturwissenschaftlichen Hinweis dafür, dass 2012 irgendwie anders wäre als 2011, 2013 oder irgendein anderes Jahr. Die Erdbeben werden nicht häufiger, das Wetter spielt nicht verrückt und auch der ganze Rest an 2012-Szenarien ist völliger Unsinn. Die ganzen Geschichten sind schon seit Jahrzehnten im Umlauf und werden immer wieder rausgeholt, wenn man wieder Angst verbreiten und Aufmerksamkeit gewinnen möchte.
  • Wir müssen nicht abwarten! Liebe Journalisten, spart euch doch bitte Schlusssätze der Form „Warten wir am besten bis zum 22. Dezember. Dann wissen wir, wer recht gehabt hat und ob die Welt immer noch steht.“ Mit solchen Sätzen verunsichert man die Leute, die wirklich vor diesem Datum Angst haben. Und falsch ist es auch noch. Denn wir müssen nicht abwarten. Die ganzen 2012-Szenarien lassen sich überprüfen und widerlegen! Ich habe das hier ausführlich erklärt: „2012: Wir müssen nicht abwarten, wir wissen Bescheid!“

In den vergangenen Jahren ist zum Thema 2012 in den Medien schon so viel Unsinn erzählt worden; Unsinn, der dieses Phänomen überhaupt erst zu dem gemacht hat, was es ist. Denn ohne das große Medienecho, dass der Weltuntergang hervorgerufen hat, seit 2009 Emmerichs Film ins Kino gekommen ist, wäre der 2012-Kram das geblieben, was er ist: Ein Nicht-Ereignis, dass sich nur innerhalb der Esoterikszene abspielt, für den Rest der Welt aber so relevant ist wie all die anderen Weltuntergänge, die immer wieder unbemerkt an uns vorüber gehen.

Es ist schon zu spät, das Thema noch zurück zu drängen oder mit Nichtbeachtung zu strafen. Dank Roland Emmerich und all denen, die auf seiner PR-Welle mitgesurft sind, ist das „Wissen“ um den Weltuntergang fest im Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit verankert. Man kann nur probieren, dem Unsinn so viele echte Informationen entgegen zu setzen wie möglich. Und hoffen, dass die Medien in den nächsten Wochen halbwegs vernünftig darüber berichten.

P.S. Alle Artikel die ich zu diesem Thema geschrieben habe, sind unter https://2012faq.de zusammengefasst.

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