{"id":27814,"date":"2023-10-27T07:00:25","date_gmt":"2023-10-27T05:00:25","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2023\/10\/27\/sternengeschichten-folge-570-auf-der-suche-nach-ausserirdischen-baeumen\/"},"modified":"2025-05-14T17:33:47","modified_gmt":"2025-05-14T15:33:47","slug":"sternengeschichten-folge-570-auf-der-suche-nach-ausserirdischen-baeumen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2023\/10\/27\/sternengeschichten-folge-570-auf-der-suche-nach-ausserirdischen-baeumen\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 570: Auf der Suche nach au\u00dferirdischen B\u00e4umen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150-1.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/1248953-m-c0231862a147df0aa557f96734e4631c.mp3\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/Nzo9u2-CgNM\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/feed\/mp3\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/b><\/p>\n<p>Wer den Podcast finanziell unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann das hier tun: Mit <a href=\"https:\/\/www.paypal.me\/florianfreistetter\">PayPal<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.patreon.com\/sternengeschichten\">Patreon<\/a> oder <a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/sternengeschichten\">Steady<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/570-sternengeschichten-folge-570-auf-der-suche-nach-ausserirdischen-baumen\/embed?context=external&#038;token=GpT62e2hlkQ3_mmv41cy0w\"><\/script><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Sternengeschichten Folge 570: Auf der Suche nach au\u00dferirdischen B\u00e4umen<\/strong><\/p>\n<p>Heute geht es um au\u00dferirdische B\u00e4ume. Und ja, wir werden \u00fcber Wissenschaft reden und nicht \u00fcber Science Fiction. Es geht tats\u00e4chlich um B\u00e4ume, die auf anderen Planeten wachsen. Nicht das wir so etwas schon entdeckt h\u00e4tten. Aber theoretisch w\u00e4ren wir vielleicht in der Lage, genau das zu tun.<\/p>\n<p>Das klingt auf den ersten Blick absurd. Es ist ja schon schwer genug, \u00fcberhaupt Planeten zu finden, die andere Sterne umkreisen. Wie um Himmels Willen sollen wir da jetzt herausfinden, ob auf diesen Planeten B\u00e4ume wachsen oder nicht?<\/p>\n<p>Ja, es ist schwierig, die Planeten anderer Sterne zu entdecken. Das ist das erste Mal 1995 gelungen und in den ersten 30 Jahren danach haben wir ein paar tausend weitere gefunden. Die allermeisten davon haben wir nur indirekt nachgewiesen, aber nicht direkt gesehen. Soll hei\u00dfen: Wir haben die Auswirkungen der Planeten auf ihre Sterne beobachtet, weil die Planeten mit ihrer Gravitationskraft den Stern zum Wackeln bringen oder einen Teil seines Lichts verdecken. Nur in einer Handvoll F\u00e4llen haben wir den Planet tats\u00e4chlich gesehen. Und &#8222;gesehen&#8220; hei\u00dft hier, dass wir das Licht, das der Planet von seinem Stern reflektiert, im Teleskop auffangen konnten. Wir haben einen kleinen Lichtpunkt gesehen; keine aufgel\u00f6ste Planetenscheibe und schon gar kein Bild, das detailliert genug w\u00e4re, um so etwas wie B\u00e4ume zu sehen.<\/p>\n<p>Das wird auch in Zukunft nicht m\u00f6glich sein, solange wir nicht den interstellaren Raum durchqueren und dorthin fliegen. Aber in Zukunft werden mit besseren Teleskopen immer mehr Planeten direkt beobachtet werden k\u00f6nnen; wir werden also immer \u00f6fter in der Lage sein, Licht zu messen, dass die Planeten anderer Sterne zu uns reflektieren. <\/p>\n<p>In Folge 464 der Sternengeschichten habe ich \u00fcber die &#8222;Biosignaturen&#8220; gesprochen. Damit sind Signale gemeint, die darauf hinweisen, dass auf einem Planeten Leben existiert. Und mit &#8222;Leben&#8220; ist vor allem einfaches Leben gemeint. Mikroorganismen; Algen, und andere Einzeller. Die Art von Leben, die auch Milliarden Jahre lang die dominante Form des Lebens auf der Erde war, bevor sich das mehrzellige Leben entwickelt hat. Aber auch das einfache Leben hat einen Stoffwechsel. Und produziert dabei zum Beispiel Gase wie Methan oder Sauerstoff, die sich in der Atmosph\u00e4re anreichern k\u00f6nnen. Das Licht, das von einem Planeten reflektiert wird, bewegt sich durch diese Atmosph\u00e4re hindurch und wird dabei ein wenig ver\u00e4ndert. Ein Teil des Lichts wird blockiert, je nachdem welche Gase sich in der Atmosph\u00e4re befinden. Mit entsprechenden Messinstrumenten k\u00f6nnen wir das messen; genau so stellen wir ja auch schon seit l\u00e4ngere Zeit fest, woraus Sterne bestehen oder erforschen die Planeten des Sonnensystems. Licht, das von den Planeten anderer Sterne zu uns kommt, k\u00f6nnte genau solche Biosignaturen enthalten und wir k\u00f6nnten sie finden. <\/p>\n<figure id=\"attachment_36695\" aria-describedby=\"caption-attachment-36695\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/baum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/baum-1024x767-1.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"479\" class=\"size-large wp-image-36695\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-36695\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Carl_Julius_von_Leypold_-_B%C3%A4ume_im_Mondschein.jpg\">Bild: gemeinfrei<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>So eine Biosignatur w\u00fcrde uns aber nicht unbedingt sagen, mit welcher Art von Leben wir es zu tun haben. Nehmen wir zum Beispiel die &#8222;red edge&#8220;, die &#8222;rote Kante&#8220;. Pflanzen auf der Erde betreiben Fotosynthese; sie nutzen Sonnenlicht als Energiequelle. Sie nutzen aber nur einen Teil davon; den gr\u00fcnen Anteil des Lichts und auch den Infrarotanteil reflektieren sie. Wenn wir das von der Erde reflektierte Sonnenlicht vom All aus betrachten &#8211; was wir mit Raumsonden schon getan haben &#8211; dann sehen wir, dass ein Teil davon quasi fehlt, n\u00e4mlich der Teil, der von den Pflanzen absorbiert wird. Der Rest wird reflektiert und wenn wir die jeweilige Menge auftragen, sehen wir eine starken Sprung zwischen roten und infraroten Anteil des Lichts. Das nennt sich die &#8222;rote Kante&#8220; und ist Zeichen daf\u00fcr, dass auf der Erde Leben existiert, das Fotosynthese betreibt.<\/p>\n<p>W\u00fcrden wir anderswo bei einem anderen Planeten auch so eine rote Kante beobachten, w\u00e4re das ein ziemlich guter Hinweis, dass diese Art von Leben auch dort existiert. Wir k\u00f6nnten daraus aber nicht ablesen, ob es sich um einzelliges oder mehrzelliges Leben handelt. Mikroorganismen wie die einzelligen Algen in den Ozeanen der Erde betreiben genau so Fotosynthese wie riesige Mammutb\u00e4ume. Und es w\u00e4re eigentlich recht cool zu wissen, ob Leben das anderswo existiert ist, einzellig ist oder nicht. Auf der Erde hat es, wie gesagt, enorm lange gedauert, bis sich komplexe, mehrzellige Lebewesen entwickelt haben. Milliarden Jahre lang gab es nur Mikroorganismen und erst vor vergleichsweise kurzer Zeit haben sich die komplexeren Lebewesen entwickelt, die gro\u00dfen Pflanzen, die B\u00e4ume, die Tiere, und so weiter. Warum hat das so lange gedauert? War das nur ein Zufall? Wie wahrscheinlich ist es, dass sich komplexes Leben entwickelt? Auf all diese Fragen haben wir keine Antwort und es w\u00e4re enorm hilfreich, wenn wir Informationen \u00fcber das Leben auf anderen Planeten kriegen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Deswegen haben sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler tats\u00e4chlich Gedanken \u00fcber den Nachweis von mehrzelligen Lebewesen auf anderen Planeten gemacht und daf\u00fcr die B\u00e4ume ausgesucht. Einerseits, weil die Struktur in der B\u00e4ume wachsen etwas sehr grundlegendes zu sein scheint; etwas, was pflanzliches Leben quasi von selbst tut, wenn es komplexer wird. Und andererseits, weil damit die Methode funktioniert, die sie sich ausgedacht haben.<\/p>\n<p>Stellen wir uns einen Wald vor. Je nachdem, wie wir den betrachten, wird er uns unterschiedlich hell erscheinen. Es kann sein, dass wir die Sonne genau im R\u00fccken haben. Die Schatten, die die B\u00e4ume dann werfen, zeigen von uns weg. Haben wir die Sonne jedoch genau gegen\u00fcber, dann fallen die Schatten in unsere Beobachtungsrichtung. Oder anders gesagt: Die Menge an Sonnenlicht, die ein Wald in unsere Richtung reflektiert, h\u00e4ngt davon ab, wie die Sonne gerade am Himmel steht. Das kann man auf Satellitenbilder der Erde gut beobachtet; je nach relativer Stellung von Erde, Sonne und Satellit sind die W\u00e4lder mal heller und mal dunkler. <\/p>\n<p>Bei den Planeten anderer Sterne sehen wir aber nicht nur keine B\u00e4ume, wir sehen auch keine W\u00e4lder. Nicht mal Kontinente und Ozeane. Wir sehen gar nichts, aus einem Lichtpunkt. Aber das w\u00fcrde schon reichen. Nehmen wir an, wir haben ein Weltraumteleskop, das fast genau in Richtung der Ebene blickt, in der der Planet seinen Stern umkreist. Dann k\u00f6nnen wir die Menge an Licht messen, die der Planet reflektiert, wenn der Stern von uns aus gesehen vor dem Teleskop ist und mit der Lichtmenge vergleichen, die reflektiert wird, wenn der Planeten an einem anderen Punkt seiner Umlaufbahn ist. So wie bei meinem Beispiel der Waldbeobachtung vorhin wird sich auch die Lichtmenge ver\u00e4ndern, weil die B\u00e4ume mal mehr und mal weniger Licht in unsere Richtung reflektieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_36697\" aria-describedby=\"caption-attachment-36697\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/wald-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/wald-1024x768-1.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" class=\"size-large wp-image-36697\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-36697\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:HandewitterWald.jpg\">Bild: Moonwalker74, gemeinfrei<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Nat\u00fcrlich \u00e4ndert sich die Lichtmenge die ein Planet in unsere Richtung reflektiert auch ganz einfach dadurch, dass er sich um seinen Stern bewegt. Aber wenn auf dem Planeten W\u00e4lder stehen, g\u00e4be des eine zus\u00e4tzliche Ver\u00e4nderung in der Lichtmenge, die, wie die Berechnungen zeigen, durchaus gro\u00df genug sein k\u00f6nnte, um sie zu messen.<\/p>\n<p>Wenn das Leben auf dem anderen Planeten nur aus Einzellern besteht, die gleichm\u00e4\u00dfig \u00fcber die Meere und Kontinente verteilt sind, w\u00fcrden wir diese zus\u00e4tzliche Ver\u00e4nderung nicht beobachten; besteht das Leben aber aus B\u00e4umen und W\u00e4ldern, w\u00fcrden wir es merken.<\/p>\n<p>Nun ja, zumindest theoretisch. Es gibt nat\u00fcrlich schon noch ein paar Probleme. Zum Beispiel die Wolken. Ein lebensfreundlicher Planet, mit Kontinenten und Meeren und W\u00e4ldern auf dem es keine Wolken gibt, ist schwer vorstellbar. Und Wolken haben einen sehr viel gr\u00f6\u00dferen Einfluss auf die Menge an reflektierten Licht als B\u00e4ume. Aber, und das ist die gute Nachricht, Wolken und B\u00e4umen reflektieren Licht unterschiedlich und vor allem erh\u00f6ht sich die Menge an reflektierten Licht unterschiedlich schnell, je nachdem ob Wolken oder B\u00e4ume beteiligt sind. Mit ausreichend langen Beobachtungsreihen und jeder Menge Datenanalyse kann man also rausfinden, ob man es mit Wolken zu tun hat oder ob zwischendurch mal Phasen waren, in denen keine Wolken am au\u00dferirdischen Himmel standen und das Licht des Sterns von B\u00e4umen reflektiert wurde.<\/p>\n<p>Es gibt noch weitere Komplikationen; Gebirge, etc und andere Strukturen, die Einfluss auf das reflektierte Licht haben. Aber rein prinzipiell kann man festhalten: Es werden nicht die F\u00e4higkeiten der Astronomie sein, die uns daran hindern, au\u00dferirdische B\u00e4ume zu entdecken. Wenn sie da drau\u00dfen irgendwo in gro\u00dfer Menge wachsen, haben wir eine Chance, sie irgendwann auch zu finden. Das eigentliche Problem ist das &#8222;wenn&#8220; aus meinem vorigen Satz. Auf der Erde wachsen jede Menge B\u00e4ume. Aber wir haben keine Ahnung, ob es erstens \u00fcberhaupt irgendwo au\u00dferirdisches Leben gibt und ob es zweitens, sollte es existieren, so etwas \u00e4hnliches wie B\u00e4ume bildet die ann\u00e4hernd so funktionieren wie wir es von der Erde kennen. Aber was sollen wir sonst tun? Leben, das &#8222;irgendwie&#8220; anders ist, k\u00f6nnen wir nicht erforschen, weil wir ja nicht wissen, was dieses &#8222;irgendwie&#8220; sein soll. Wir m\u00fcssen zwangsl\u00e4ufig mit dem arbeiten, was wir verstehen. Trotzdem ist es gut zu wissen, dass wir zumindest vorbereitet sind. Wenn es tats\u00e4chlich au\u00dferirdische B\u00e4ume gibt, werden wir sie nicht \u00fcbersehen. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/dd7361e30fa24638b123aeea839fdb9c\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. Mehr Informationen: [Podcast-Feed][iTunes][Bitlove][Facebook] [Twitter] Wer den Podcast finanziell unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann das hier tun: Mit PayPal, Patreon oder Steady. \u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len. 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