{"id":27632,"date":"2023-04-28T08:00:08","date_gmt":"2023-04-28T06:00:08","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2023\/04\/28\/sternengeschichten-folge-544-dunkle-supernova\/"},"modified":"2025-05-14T17:27:22","modified_gmt":"2025-05-14T15:27:22","slug":"sternengeschichten-folge-544-dunkle-supernova","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2023\/04\/28\/sternengeschichten-folge-544-dunkle-supernova\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 544: Dunkle Supernova"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150-1.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/main.podigee-cdn.net\/media\/podcast_7374_sternengeschichten_episode_1076698_sternengeschichten_folge_544_dunkle_supernova.mp3?v=1681579389\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/lQwlcaeozow\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/feed\/mp3\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/b><\/p>\n<p>Wer den Podcast finanziell unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann das hier tun: Mit <a href=\"https:\/\/www.paypal.me\/florianfreistetter\">PayPal<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.patreon.com\/sternengeschichten\">Patreon<\/a> oder <a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/sternengeschichten\">Steady<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/544-sternengeschichten-folge-544-dunkle-supernova\/embed?context=external&#038;token=5-ovQR1b7cf4VMTnjp3VdA\"><\/script><\/p>\n<hr>\n<p><strong>Sternengeschichten Folge 544: Dunkle Supernova<\/strong><\/p>\n<p>Wenn ein gro\u00dfer Stern am Ende seines Lebens explodiert, dann nennt man das &#8222;Supernova&#8220;. Solche Ereignisse geh\u00f6ren zu den gewaltigsten Explosionen die das Universum zu bieten hat. So gewaltig, dass so ein sterbender Stern f\u00fcr kurze Zeit die Leuchtkraft einer ganzen Galaxie voll mit hunderten Milliarden Sternen \u00fcbertreffen kann. So hell, dass wir eine Supernova noch in Millionen Lichtjahren Entfernung sehen k\u00f6nnen. Schon der Name sagt, dass es sich um etwas extrem Helles handeln muss: &#8222;Nova&#8220; hei\u00dft &#8222;neu&#8220; und als man das erste Mal eine Supernova gesehen hat, dachte man, es handelt sich um einen neuen Stern. Verst\u00e4ndlicherweise, denn wenn eine Supernova ausreichend nahe stattfindet, dann sieht es wirklich so aus, als w\u00fcrde pl\u00f6tzlich ein neuer Stern am Himmel aufleuchten. Heute wissen wir, dass es sich nicht um die Geburt eines Sterns handelt, sondern um seinen Tod. Und vielleicht gibt es auch dunkle Supernova-Explosionen.<\/p>\n<p>Das klingt seltsam. Ich habe ja gerade erkl\u00e4rt, dass so eine Supernova extrem hell ist. Und jetzt rede ich auf einmal vom Gegenteil, einer &#8222;dunklen Supernova&#8220;. Um zu verstehen, was damit gemeint ist, m\u00fcssen wir uns zuerst mal ein wenig im Detail ansehen, was bei einer Supernova \u00fcberhaupt passiert. Warum explodiert ein Stern einfach, wenn er am Ende seines Lebens angelangt ist? Was hei\u00dft das eigentlich: &#8222;am Ende seines Lebens&#8220;? Nat\u00fcrlich sind Sterne nicht lebendig, das ist klar. Aber die Metapher von Geburt, Leben und Tod passt recht gut zu dem, was im Laufe der Zeit mit einem Stern passiert. Ich werde jetzt nicht alle Prozesse durchgehen, von der Sternentstehung, \u00fcber die Sternentwicklung und so weiter &#8211; das habe ich in anderen Folgen schon ausf\u00fchrlich getan. F\u00fcr jetzt reicht es zu wissen, dass im Inneren eines Sterns so extreme Temperaturen und Dichten herrschen, dass dort Wasserstoffatome zu Heliumatomen fusioniert werden. Bei diesen Kernreaktionen wird Energie frei und die bringt den Stern zum Leuchten. Nicht nur das, die aus dem Kern des Sterns nach au\u00dfen strahlenden Lichtteilchen \u00fcben auch einen Druck auf die Materie des Sterns aus, der der Gravitationskraft entgegenwirkt, unter der der Stern eigentlich in sich zusammen fallen will. Auch das hab ich schon oft erz\u00e4hlt. Irgendwann hat der Stern aber keine Atome mehr im Kern, die er fusionieren kann. Dann f\u00e4llt er unter seinem eigenen Gewicht in sich zusammen. Bei diesem Kollaps finden weitere Kernreaktionen statt, bei denen Neutrinos entstehen. <\/p>\n<p>Neutrinos entstehen auch so, als Nebenprodukt der normalen Kernfusion. Und weil diese Elementarteilchen so gut wie gar nicht mit andere Materie wechselwirken, k\u00f6nnen sie normalerweise auch einfach so aus dem Inneren eines Sterns ins All hinaus sausen. Unsere Sonne produziert in jeder Sekunde unz\u00e4hlige Neutrinos, die mit ann\u00e4hernd Lichtgeschwindigkeit durch das Sonnensystem fliegen und dabei zum Beispiel auch mitten durch die Erde hindurch &#8211; oder uns Menschen hindurch sausen. Wir sind f\u00fcr die Neutrinos quasi gar nicht da, wir sind weniger als Luft f\u00fcr sie. Wie gesagt, so ist es normalerweise. Wenn jetzt aber ein Stern kollabiert, weil die Fusion in seinem Innerem zum Erliegen gekommen ist, dann \u00e4ndert sich die Lage. Zuerst einmal werden bei den Kernreaktionen die w\u00e4hrend des Kollaps stattfinden, sehr viel mehr Neutrinos erzeugt. Und dann wird das Innere des Sterns durch den Kollaps auch sehr viel dichter. Das bedeutet, dass die Neutrinos nicht mehr ganz so einfach nach drau\u00dfen kommen. Sie wechselwirken zwar so gut wie gar nicht mit anderer Materie, aber ein klein wenig eben schon. Und wenn sie sich irgendwo aufhalten, wo die Materie wirklich extrem dicht ist, sp\u00fcren das auch die Neutrinos. Irgendwann wird die Dichte so gro\u00df, dass die Neutrinos mehr oder weniger gefangen sind. Und irgendwann wird auch der Kollaps langsamer, weil die Dichte zu gro\u00df wird. Die nach innen fallenden Schichten des Sterns prallen auf den dichten Kern, der schon so dicht ist, wie es nur geht und es entsteht eine Druckwelle, die am Kern wieder nach au\u00dfen reflektiert wird. Das ist jetzt der Moment, den man als Start der Supernova-Explosion bezeichnen kann. Die nach au\u00dfen rasende Druckwelle komprimiert und erhitzt die Gasschichten des Sterns und die Neutrinos, die jetzt ebenfalls nach au\u00dfen gelangen k\u00f6nnen, sorgen bei der Wechselwirkung mit dem dichten Material f\u00fcr eine zus\u00e4tzliche Erhitzung und Beschleunigung der Expansion des Sterns. Oder anders gesagt: Der Stern explodiert.<br \/>\nDas, was danach \u00fcbrig bleibt ist nur der extrem dichte Rest des Sternenkerns, je nach Masse ein Neutronenstern oder schwarzes Loch. <\/p>\n<p>Das war jetzt nat\u00fcrlich eine sehr stark vereinfachte Beschreibung der Vorg\u00e4nge. Das alles l\u00e4uft auch extrem schnell ab, der Kollaps des Kerns dauert nur Sekundenbruchteile. Aber das ist, mehr oder weniger, dass, was die Astronomie unter einer &#8222;Kernkollapsupernova&#8220; versteht. Nicht jeder Stern endet so; er muss daf\u00fcr ausreichend viel Masse haben. Nur wenn beim Kollaps von au\u00dfen ausreichend viel Masse nach innen f\u00e4llt und den Kern ausreichend stark verdichtet, reicht es f\u00fcr eine Supernovaexplosion. Mindestens die achtfache Masse der Sonne sollte ein Stern haben, wenn eine Supernova daraus werden soll. <\/p>\n<figure id=\"attachment_2775\" aria-describedby=\"caption-attachment-2775\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.at\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/4890-600px-Keplers_supernova.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/4890-600px-Keplers_supernova-300x300-1.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" class=\"size-medium wp-image-2775\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2775\" class=\"wp-caption-text\">Sowas bleibt \u00fcbrig, wenn ein Stern explodiert &#8211; normalerweise (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Keplers_supernova.jpg\">Bild: gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unsere Sonne wird am Ende ihres Lebens zu einem roten Riesen. Die massereicheren Sterne werden Rote \u00dcberriesen. In beiden F\u00e4llen bedeutet das vorerst, dass ein Stern in den letzten Phasen seines Lebens immer hei\u00dfer wird. Das liegt daran, dass am Schluss nicht mehr Wasserstoff zu Helium fusioniert wird, sondern Helium und andere Atome den Brennstoff f\u00fcr die Fusion stellen und dabei mehr Energie freigesetzt wird, die daf\u00fcr sorgt, dass sich der Stern aufbl\u00e4ht. Bei der Sonne werden die \u00e4u\u00dferen Schichten hinaus ins All gepustet, bis nur noch der innere Kern \u00fcbrig bleibt, ein wei\u00dfer Zwergstern, der dann nur noch abk\u00fchlt. Bei massereicheren Sternen ist die Ausdehnung sehr viel gr\u00f6\u00dfer. W\u00fcrde man einen roten \u00dcberriesen dorthin setzen, wo sich die Sonne befindet, dann w\u00fcrde alles bis circa inklusive der Umlaufbahn des Jupiters darin verschwinden. Diese roten \u00dcberriesen sind es dann, deren Kern kollabiert und die zu einer Supernova werden. <\/p>\n<p>Es gibt da allerdings ein Problem. Das sogenannte &#8222;Rote \u00dcberriesen Problem&#8220;. Wenn man schaut, welche Sterne zu Supernovae werden, dann sind das vor allem die, die eine Masse vom 8 bis zum 17fachen der Sonnenmasse haben. Aber was ist mit den noch gr\u00f6\u00dferen Sternen? Die sollten ja noch gr\u00f6\u00dfere rote \u00dcberriesen werden und damit noch besser zu sehen sein. Aber bei den Supernova-Explosionen die wir bisher beobachtet haben, findet man so gut wie keine Vorl\u00e4ufersterne, die mehr als das 17fache der Sonnenmasse haben. Was passiert hier? Die Vermutung: Solche Sterne beenden ihr Leben nicht bei einer Supernova, sondern einer &#8222;fehlgeschlagenen Supernova&#8220;, wahlweise auch &#8222;Un-Nova&#8220; oder &#8222;dunkle Supernova&#8220; genannt. <\/p>\n<p>Vereinfacht gesagt: Ein Stern implodiert einfach; er f\u00e4llt in sich zusammen und kollabiert direkt zu einem schwarzen Loch, ohne gro\u00dfe Explosion, die wochenlang extrem hell leuchtet und von uns beobachtet werden kann. Das kann man nat\u00fcrlich jetzt mal so vermuten &#8211; aber warum sollten manche Sterne explodieren und andere implodieren? F\u00fcr eine m\u00f6gliche Erkl\u00e4rung m\u00fcssen wir wieder auf die Kernreaktionen im Inneren des Sterns schauen. Im Normalzustand wird Wasserstoff zu Helium fusioniert, das habe ich schon erw\u00e4hnt. Wenn der Wasserstoff im Kern alle ist, dann kann ein Stern auch Heliumatome miteinander verschmelzen und dabei entstehen Kohlenstoff- und Sauerstoffatome. Bei kleinen Sternen wie unserer Sonne ist dann Schluss, gr\u00f6\u00dfere Sterne k\u00f6nnen noch mehr Druck auf ihren Kern aufbauen; noch h\u00f6here Temperaturen erzeugen und dann auch noch die Kohlenstoff- und Sauerstoffatome fusionieren lassen. Dabei entstehen dann Atome wie Magnesium, Neon oder Natrium. <\/p>\n<p>Wir konzentrieren uns auf den Kohlenstoff: Der fusioniert bei so hohen Temperaturen, dass die bei der Fusion erzeugten Photonen auch eine enorm hohe Energie haben. So hoch, dass sie diese Energie spontan in Paare von Elektronen und Positronen umwandeln k\u00f6nnen. Ein Positron ist das Antiteilchen des Elektrons und Materie und Antimaterie l\u00f6schen sich nat\u00fcrlich sofort wieder gegenseitig aus. Dabei entstehen wieder hochenergetische Photonen, aber auch Neutrinos und Antineutrinos, die &#8211; wie vorhin beschrieben &#8211; aus dem Stern hinaus sausen, und dabei auch Energie nach au\u00dfen transportieren. Diese Energie fehlt dem Stern und er h\u00e4lt typischerweise nur noch ein paar tausend Jahre durch, bevor der Kernkollaps einsetzt. <\/p>\n<p>Jetzt wird es interessant: Wie lange die Phase der Kohlenstofffusion dauert, h\u00e4ngt von der Masse des Sterns ab. Bei Sternen mit geringerer Masse findet die Fusion konvektiv statt. Das hei\u00dft, dass der Kohlenstoff im Kern sich st\u00e4ndig durchmischt. So wie kochendes Wasser im Topf brodelt: Hei\u00dfes Wasser steigt von unten auf, daf\u00fcr sinkt k\u00fchleres von oben nach unten. Durch die Konvektion kommt frischer Kohlenstoff von au\u00dfen nach innen und der Stern kann mehr Kohlenstoff fusionieren. Aber dadurch entstehen auch mehr Neutrinos, die Energie nach au\u00dfen transportieren. Wegen dieses Energieverlusts f\u00e4llt der Kern des Sterns immer weiter in sich zusammen und wird sehr kompakt. Danach setzen die Prozesse ein, die ich vorhin beschrieben habe: Es gibt eine Schockwelle, der Stern expandiert explosiv und es gibt eine Supernova.<\/p>\n<p>Wenn jetzt aber ein Stern eine gr\u00f6\u00dfere Masse hat, dann findet die Kohlenstofffusion nicht konvektiv statt. Es kommt weniger frischer Kohlenstoff von au\u00dfen in den Kern; die Fusion endet fr\u00fcher und es gibt weniger Verluste durch die Neutrinos. Der Kern ist nicht so kompakt; ist gr\u00f6\u00dfer als im anderen Fall und au\u00dfen um diesen Kern sind noch dichte Schichten aus Kohlenstoff und anderen Atomen. Wenn der Kern jetzt kollabiert, dann wird die Schockwelle &#8211; sehr vereinfacht &#8211; von diesen Schichten um den Kern herum aufgefangen. Das ganze Gas f\u00e4llt nach innen, auf den sowieso schon dichten Kern. Es gibt keine Supernovaexplosion und der \u00fcbergro\u00dfe Kern hat eine so hohe Dichte erreicht, dass er sofort zu einem schwarzen Loch kollabiert. Man kann ausrechnen, wo die Grenze der Ausgangsmasse liegt, bei der so etwas passiert: Circa 19 Sonnenmassen, was einigerma\u00dfen gut zu dem passt, was man beim &#8222;Roten \u00dcberriesen Problem&#8220; beobachtet hat. <\/p>\n<figure id=\"attachment_36473\" aria-describedby=\"caption-attachment-36473\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.at\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/redsupergiant.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/redsupergiant-800x594-1.png\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"594\" class=\"size-medium wp-image-36473\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-36473\" class=\"wp-caption-text\">Gr\u00f6\u00dfenvergleich zwischen roter \u00dcberriese und den Umlaufbahnen des Sonnensystems (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Sizecomparasion_3.png?uselang=de\">Bild: ElPeski<\/a>, gemeinfrei)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Fassen wir alles noch einmal zusammen: Sterne mit ausreichend gro\u00dfer Masse &#8211; mindestens dem achtfachen der Sonnenmasse &#8211; beenden ihr Leben mit einer Supernova-Explosion. Wenn ein Stern aber zu viel Masse hat &#8211; circa das 17 bis 19fache der Sonnenmasse &#8211; dann sorgen die Kernreaktionen in der Endphase seines Lebens daf\u00fcr, dass er nicht explodiert, sondern implodiert und direkt zu einem schwarzen Loch wird. Dabei wird keine oder h\u00f6chstens sehr wenig Strahlung frei und wir sehen keine extrem helle Supernova-Explosion sondern &#8211; ja: Nichts. Eine dunkle Supernova eben.<\/p>\n<p>Ob das wirklich so ist, wissen wir noch nicht. Supernova-Explosionen sind leicht zu beobachten. Aber dunkle Supernovae eben leider nicht. Es gab schon F\u00e4lle, wo man einen roten \u00dcberriesen verschwinden sehen hat. Auf der einen Aufnahme war er noch zu sehen; auf einer anderen, die sp\u00e4ter gemacht wurde, war er weg. Spuren von einer Supernova waren nicht zu finden &#8211; aber ein Beweis ist das leider noch nicht. Vielleicht haben wir die Supernova einfach \u00fcbersehen; es wird ja nicht jeder Bereich des Himmels st\u00e4ndig fotografiert. Wir brauchen mehr Daten; m\u00fcssen mehr rote Riesensterne finden, die einfach so vom Himmel verschwinden bevor wir uns sicher sein k\u00f6nnen, dass dunkle Supernovae wirklich existieren. <\/p>\n<p>Aber es ist auf jeden Fall eine faszinierende Vorstellung: Die gr\u00f6\u00dften und hellsten Sterne des Universums, in deren Inneren am Ende ihres Lebens unvorstellbare Energien frei werden, verschwinden einfach so. So, als w\u00fcrde einfach jemand das Licht ausmachen&#8230; <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/4793492ab7cf46eb862a3ec15329c0eb\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. 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