{"id":27446,"date":"2022-12-02T08:00:40","date_gmt":"2022-12-02T07:00:40","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2022\/12\/02\/sternengeschichten-folge-523-fledermausmenschen-auf-dem-mond-der-grosse-moon-hoax\/"},"modified":"2025-05-14T17:24:32","modified_gmt":"2025-05-14T15:24:32","slug":"sternengeschichten-folge-523-fledermausmenschen-auf-dem-mond-der-grosse-moon-hoax","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2022\/12\/02\/sternengeschichten-folge-523-fledermausmenschen-auf-dem-mond-der-grosse-moon-hoax\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 523: Fledermausmenschen auf dem Mond: Der gro\u00dfe Moon-Hoax"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150-1.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/949152-m-86a417529b1de3ad1a52d40adfcdf7c9.mp3\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/w9ML-9yHMQw\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/feed\/mp3\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/b><\/p>\n<p>Wer den Podcast finanziell unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann das hier tun: Mit <a href=\"https:\/\/www.paypal.me\/florianfreistetter\">PayPal<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.patreon.com\/sternengeschichten\">Patreon<\/a> oder <a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/sternengeschichten\">Steady<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/523-sternengeschichten-folge-523-fledermausmenschen-auf-dem-mond-der-grosse-moon-hoax\/embed?context=external&#038;token=iZYYMYvlD_JY041Dcrk4Gg\"><\/script><\/p>\n<p><strong>Sternengeschichten Folge 523: Fledermausmenschen auf dem Mond: Der gro\u00dfe Moon-Hoax<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Neueste Berichte vom Cap der guten Hoffnung \u00fcber Sir John Herschel\u2019s h\u00f6chst merkw\u00fcrdige astronomische Entdeckungen, den Mond und seine Bewohner betreffend.&#8220; Das war die \u00dcberschrift <a href=\"https:\/\/de.wikisource.org\/wiki\/Neueste_Berichte_vom_Cap_der_guten_Hoffnung\">einer Artikelserie<\/a> die ab dem 26. August 1835 in der amerikanischen Zeitung &#8222;New York Sun&#8220; erschienen ist. Und der Titel war nicht \u00fcbertrieben: Die Entdeckungen von John Herschel waren allerdings h\u00f6chst merkw\u00fcrdig. <\/p>\n<p>John Herschel war einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit; Sohn des noch viel bedeutenderen Astronom Wilhelm Herschel, der den Planeten Uranus entdeckt hat. John Herschel war einer der Pioniere der fr\u00fchen Fotografie, auf ihn geht sogar das Wort &#8222;Photographie&#8220; zur\u00fcck und zu seinen vielen astronomischen Arbeiten geh\u00f6rte auch ein Katalog von Himmelsk\u00f6rpern, den er w\u00e4hrend seines 5j\u00e4hrigen Aufenthalts am Kap der guten Hoffnung in S\u00fcdafrika angefertigt hatte. Dort war er zwischen 1833 und 1838 und mitten in diesem Zeitraum erschien der Artikel in der New York Sun.<\/p>\n<p>Die Informationen auf denen dieser Text basiert stammen von Andrew Grant, der in der Einleitung so beschrieben wird: &#8222;Unsere zeitige und beinahe ausschlie\u00dfliche Kenntni\u00df all dieser Umst\u00e4nde verdanken wir der intimen Freundschaft des Herrn Andrew Grant, Pflegesohnes des \u00e4ltern und seit mehreren Jahren unzertrennlichen Geh\u00fclfen des j\u00fcngern Herschel. Als Secret\u00e4r des letztern auf dem Vorgebirge der guten Hoffnung und unerm\u00fcdlicher Aufseher des gro\u00dfen Teleskopes war er im Stande, uns wenigstens eben so wichtige und werthvolle Mittheilungen zu machen, als diejenigen sind, welche Dr. Herschel selbst der K\u00f6niglichen Astronomischen Societ\u00e4t \u00fcbersandt hat. Auch versichert uns unser Berichterstatter, da\u00df die volumin\u00f6sen Documente, welche jetzt einem Ausschusse jener Gesellschaft vorliegen, wenig mehr enthalten, als Einzelnheiten und mathematische Erl\u00e4uterungen derjenigen Thatsachen, welche er in seiner eignen weitl\u00e4uftigen Correspondenz uns mitgetheilt hat.&#8220;<\/p>\n<p>Oder, ein bisschen weniger umst\u00e4ndlich ausgedr\u00fcckt: Grant ist ein enger Mitarbeiter von Herschel und darf deswegen dessen Forschungsergebnisse schon vorab in der Zeitung ver\u00f6ffentlichen; Ergebnisse, die in ein paar Wochen dann auch offiziell wissenschaftlich publiziert werden. Es folgt eine lange Abhandlung \u00fcber das Teleskop, mit dem Herschel gearbeitet hat. Schon Herschels Vater war ja als bester Teleskopbauer seiner Zeit bekannt; Wilhelm Herschel baute 1789 das gr\u00f6\u00dfte Teleskop der Welt, mit einem 1,2 Meter gro\u00dfen Spiegel und dank seiner hervorragenden optischen Instrumente war er auch in der Lage, als erster Mensch \u00fcberhaupt einen neuen Planeten, den Uranus, zu entdecken. Und Sohn John war, so der Bericht in der New York Sun, ebenfalls ein hervorragender Teleskopbauer. Grant erz\u00e4hlt begeistert vom \u00fcber sieben Meter gro\u00dfen Spiegel, der ein Gewicht von mehr als 7 Tonnen hat und Objekte um das 42.000fache vergr\u00f6\u00dfern kann. Damit kann man Objekte auf dem Mond erkennen, die nur 45 Zentimeter gro\u00df sind. <\/p>\n<figure id=\"attachment_36225\" aria-describedby=\"caption-attachment-36225\" style=\"width: 590px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Herschel_first_picture_on_glass_1839_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Herschel_first_picture_on_glass_1839_3.jpg\" alt=\"\" width=\"590\" height=\"576\" class=\"size-full wp-image-36225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-36225\" class=\"wp-caption-text\">Herschels Foto des Teleskops seines Vaters aus dem Jahr 1839(<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Herschel_first_picture_on_glass_1839_3.jpg\">Bild: gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und mit genau diesem Wunderwerk der Technik machten sich Grant und Herschel nun an die Beobachtung des Mondes, am 10. Januar, gegen halb 10 am Abends, wie im Zeitungsartikel vermerkt ist. Zuerst sehen sie nur ein Gebirge, aber dann wird es interessant. Denn ein paar Steinen, die wie umgest\u00fcrzte S\u00e4ulen aussehen, sind &#8222;mit einer dunkelrothen, dem Papaver Rhoeas, oder der Klatschrose unserer sublunarischen Kornfelder, vollkommen \u00e4hnlichen Blumengattung \u00fcber und \u00fcber bedeckt: dem ersten organischen Naturproducte einer andern Welt, welches dem menschlichen Auge enth\u00fcllt worden ist.&#8220; <\/p>\n<p>Klatschmohnfelder auf dem Mond? Langsam kann man wohl ein wenig skeptisch werden, was den Wahrheitsgehalt des Berichts angeht&#8230; Aber schauen wir trotzdem mal weiter auf die spektakul\u00e4ren Entdeckungen. Als n\u00e4chstes sehen die beiden Forscher einen &#8222;Mondwald&#8220;, &#8222;ein Geh\u00f6lz von so sch\u00f6nen, so unverkennbaren Tannen, wie ich sie nur je im Schoo\u00dfe meiner heimathlichen Gebirge emporsprossen sah&#8220;. In dieser ersten Nacht finden sie noch diverse andere Pflanzen, so richtig spannend wird es aber in den kommenden Beobachtungsn\u00e4chten. Grant berichtet: &#8222;Im Schatten der B\u00e4ume an der S\u00fcdostseite sahen wir zahlreiche Heerden brauner Vierf\u00fc\u00dfler, die dem Aeussern nach vollkommen den Bisonochsen glichen, aber etwas kleiner waren, als irgend eine Gattung (&#8230;) unserer Naturgeschichte. Ihr Schwanz war dem unsers [Yak] ganz \u00e4hnlich; aber hinsichtlich ihrer halbmondf\u00f6rmig gekr\u00fcmmten H\u00f6rner, des Buckels auf dem R\u00fccken, der gr\u00f6\u00dfe der Wampe, und der L\u00e4nge ihres zottigen Haares, glichen sie vollkommen der Gattung, womit ich sie zuerst verglich; doch war die Bildung ihres Vorkopfes sehr unterscheidend (eine Bildung, die wir sp\u00e4terhin bei allen Thieren, welche wir noch entdeckten, vorfanden): diese bestand n\u00e4mlich in einem gro\u00dfen fleischigen Wulst oberhalb der Augen, der sich quer \u00fcber die Stirn bis zu den Ohren erstreckte.&#8220; Und die Mondbisons waren erst der Anfang. Als n\u00e4chstes kommt quasi ein Einhorn: &#8222;Es war bl\u00e4ulich bleifarben, von der Gr\u00f6\u00dfe einer Ziege, mit Kopf und Bart wie diese, und einem einzigen, ein wenig nach vorn gekr\u00fcmmten Horne.&#8220;<\/p>\n<p>Die Entdeckung des Tierlebens auf dem Mond geht weiter, neun verschiedene S\u00e4ugetiere und f\u00fcnf Vogelarten finden die beiden. Und dann, endlich die Sensation: fliegende Mondmenschen! &#8222;Sie waren ungef\u00e4hr 4 Fu\u00df hoch, waren, mit Ausnahme des Gesichts, mit kurzen, glatten, kupferfarbigen Haaren bedeckt, und hatten Fl\u00fcgel, welche aus einer d\u00fcnnen elastischen Haut ohne Haaren bestanden, die hinten zusammengerollt von der Schulterspitze bis zu den Waden lag. Das Gesicht, welches von gelblicher Fleischfarbe war, zeigte eine kleine Veredlung gegen das des gro\u00dfen Orangutangs, da es offener und kl\u00fcger aussah und eine weit gr\u00f6\u00dfere Ausdehnung des Vorkopfes zeigte. Inde\u00df war der Mund sehr hervorstehend, obgleich dies etwas durch einen dicken Bart auf dem untern Kinnbacken und durch Lippen von weit menschlicherer Form als diejenigen irgend einer Species des Affengeschlechts verdeckt wurde. (&#8230;) Wir benannten die Classe dieser Gesch\u00f6pfe mit dem wissenschaftlichen Namen \u201eVespertilio-homo\u201c oder \u201eFledermausmensch,\u201c und es sind ohne Zweifel unschuldige gl\u00fcckliche Creaturen, obgleich einige ihrer Vergn\u00fcgungen sich nur schlecht mit unsern irdischen Ansichten vom Decorum vertragen w\u00fcrden.&#8220;<\/p>\n<figure id=\"attachment_36223\" aria-describedby=\"caption-attachment-36223\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.at\/wp-content\/uploads\/2022\/11\/moonhoax1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/moonhoax1-800x571-1.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"571\" class=\"size-medium wp-image-36223\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-36223\" class=\"wp-caption-text\">Fledermausmenschen auf dem Mond (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Great_Moon_Hoax_-_Day_4.jpg\">Bild: gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Grant und Herschel beobachten die Fledermausmenschen bei ihrem Treiben, ihren Unterhaltungen und ihrem Herumgefliege \u00fcber den Mond. Und finden dann sogar noch einen mysteri\u00f6sen Tempel! &#8222;Es war ein gleichf\u00f6rmig dreieckiger Tempel, aus polirtem Saphir oder sonst einem \u00e4hnlichen, gl\u00e4nzenden, blauen Steine erbaut, der Myriaden goldener Lichtfunken zeigte, welche in den Sonnenstrahlen schimmerten und funkelten.&#8220; Das Dach bestand aus Metall, in Form von Flammen und durch &#8222;einige wenige Oeffnungen in diesen metallenen Flammen bemerkten wir eine gro\u00dfe Kugel von einer dunkleren Gattung Metall, fast von einer tr\u00fcben Kupferfarbe, welche sie einschlossen und scheinbar um sie herumragten, wie um sie hieroglyphisch zu verzehren. &#8220; Alles sehr geheimnisvoll und ebenso mysteri\u00f6s endet auch der Text: &#8222;Was meinten die erfindungsreichen Erbauer unter dem Globus von Flammen umgeben? Gedachten sie dabei irgend eines fr\u00fcheren Mi\u00dfgeschicks ihrer Welt, oder sagten sie damit irgend eine zuk\u00fcnftige f\u00fcr die unsrige voraus?&#8220;<\/p>\n<p>Ja, was wissen die Fledermausmenschen auf dem Mond, was wir nicht wissen! Was h\u00e4lt Herschel geheim? Denn Grant merkt im Bericht auch an, dass bestimmte Entdeckungen aus nicht n\u00e4her genannten Gr\u00fcnden noch nicht \u00f6ffentlich gemacht werden d\u00fcrfen. Und dann ist da noch eine viel wichtigere Frage: Was soll der ganze Quatsch?!<\/p>\n<p>Denn nat\u00fcrlich wissen wir heute, dass das alles Quatsch ist. John Herschel hat kein Superteleskop gehabt mit dem man Mondmenschen von der Erde beobachten kann. Das war mit der damaligen Technik unm\u00f6glich und selbst heute kriegen wir das nicht hin. Wenn wir solche Details auf der Mondoberfl\u00e4che sehen wollen, m\u00fcssen wir hinfliegen, von der Erde aus geht das nicht. Und wir waren ja auch schon am Mond und k\u00f6nnen mit Sicherheit sagen, dass sich dort keine Bisons, Einh\u00f6rner oder Fledermausmenschen herumtreiben. Aus damaliger Sicht war die Sache aber l\u00e4ngst nicht so klar. Was irgendein Astronom in S\u00fcdafrika trieb oder nicht, lie\u00df sich Mitte des 19. Jahrhunderts nicht so schnell \u00fcberpr\u00fcfen wie heute. Und die Vorstellung, dass auf dem Mond und den anderen Himmelsk\u00f6rpern des Sonnensystems Leben und vielleicht sogar intelligente Lebwesen existieren, war ebenfalls nicht so absurd wie uns das heute vorkommt. Man hatte damals kaum M\u00f6glichkeiten, konkret zu messen oder zu beobachten, wie hei\u00df oder kalt es zum Beispiel auf dem Mond oder dem Mars ist. Oder ob es dort eine Atmosph\u00e4re gibt. Aus diversen ideologischen und religi\u00f6sen Gr\u00fcnden erschien es den Menschen auch absolut plausibel, dass auf JEDEM Himmelsk\u00f6rper Leben existiert; warum sonst sollte es so viele Planeten geben, wenn dort niemand lebt? Wilhelm Herschel selbst, der Vater von John, war der Meinung, dass sogar auf der Sonne Lebewesen wohnen, wie ich in Folge 333 der Sternengeschichten erz\u00e4hlt habe. Im 18. und 19. Jahrhundert gab es diverse Astronomen die entsprechende Vermutungen zum Leben auf anderen Himmelsk\u00f6rpern ge\u00e4u\u00dfert hatten. Teilweise sehr konkret, so wie der Pfarrer und Hobby-Astronom Thomas Dick, der die Bev\u00f6lkerungsdichte Englands auf andere Himmelsk\u00f6rper \u00fcbertrug und so ausgerechnet hatte, dass 1) auf dem Mond circa 4,2 Milliarden Mondmenschen leben und das ganze Sonnensystem mehr als 22 Billionen Einwohner hat.<\/p>\n<p>Die Menschen, die 1835 in der New York Sun \u00fcber die Beobachtungen eines durchaus bekannten Astronomen lasen, haben das also vermutlich nicht alle f\u00fcr komplett absurd gehalten. Andere Wissenschaftler, wie der Astronom und Mathematiker Carl Friedrich Gau\u00df waren da schon deutlich skeptischer. Aber lange konnte sich die Geschichte trotzdem nicht halten. Fledermausmenschen auf dem Mond waren vermutlich doch ein bisschen zu viel; andere Journalisten recherchierten die Story nach und stellten fest, dass Herschel keine Ahnung von den Entdeckungen hatte, die er angeblich gemacht haben soll und auch keinen Mitarbeiter namens Andrew Grant hatte. <\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich verfasst hat die Artikelserie der Reporter Richard Adams Locke, ein Mitarbeiter der New York Post, mit dem profanen Ziel, die Auflage der Zeitung zu steigern. Was ihm auch definitiv gelungen ist. Und was er sp\u00e4ter auch bereitwillig zugegeben hat. Tja. Dass Zeitungen Sachen schreiben, die nicht so ganz richtig sind, um mehr Exemplare verkaufen zu k\u00f6nnen, soll ja auch heute noch ab und zu mal vorkommen. Fake News im Ausma\u00df der Geschichte \u00fcber die Fledermausmenschen vom Mond sind aber heutzutage nicht mehr denkbar. Hoffentlich&#8230;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/3fb16ee796ae4b959dd68e64410c2675\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. Mehr Informationen: [Podcast-Feed][iTunes][Bitlove][Facebook] [Twitter] Wer den Podcast finanziell unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann das hier tun: Mit PayPal, Patreon oder Steady. \u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len. 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