{"id":27261,"date":"2008-06-28T21:40:43","date_gmt":"2008-06-28T19:40:43","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2008\/06\/28\/tunguska-riesenkrater-und-die-asteroidenabwehr\/"},"modified":"2025-05-14T17:24:02","modified_gmt":"2025-05-14T15:24:02","slug":"tunguska-riesenkrater-und-die-asteroidenabwehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2008\/06\/28\/tunguska-riesenkrater-und-die-asteroidenabwehr\/","title":{"rendered":"Tunguska, Riesenkrater und die Asteroidenabwehr"},"content":{"rendered":"<p>Dieser Tage sind Asteroiden und Kollisionen in allen Medien pr\u00e4sent. \u00dcbermorgen vor hundert Jahren (am 30. Juni 1908)&nbsp; fand im sibirschen Tunguska eine gewaltige Explosion statt die vermutlich auf einen Asteroiden zur\u00fcckzuf\u00fchren. Neue Modellrechnungen f\u00fchren die Entstehung gr\u00f6\u00dften Flachebene auf dem Mars auf einen gigantischen Einschlag in der Fr\u00fchzeit des Sonnensystems zur\u00fcck und deutsche Forscher des DLR planen eine Satelliten ins All zu schicken, der uns vor Asteroideneinschl\u00e4gen warnen soll.<\/p>\n<p><big><strong>Tunguska<\/strong><\/big><\/p>\n<p>Um das Ereignis, dass vor 100 Jahren in der sibirischen Taiga stattfand, ranken sich jede Menge Legenden. Dutzende Theorien existieren um zu erkl\u00e4ren was damals geschah (und die meisten davon kann man nicht wirklich ernst nehmen). <br \/>\nAber was genau ist denn nun damals passiert? Eine sehr detaillierte Schilderung der Ereignisse findet man schon im <a href=\"https:\/\/www.kosmologs.de\/kosmo\/blog\/go-for-launch\/allgemein\/2008-06-21\/tunguska1\">Blog von Michael Khan<\/a> &#8211; ich werde mich daher hier eher ein bisschen k\u00fcrzer fassen.<\/p>\n<p>Fest steht jedenfalls das sich am Morgen des 30. Juni 1908 in der sibirischen Taiga eine gewaltige Explosion ereignte. Einwohner des Handelspostens Vanavara h\u00f6rten ein lauter werdendes Donnern und sahen ein helles Objekt, dass eine Leuchtspur \u00fcber den Himmel zog. Kurz darauf explodierte es noch in der Luft und eine enorme Druckwelle raste \u00fcber die Taiga. Millionen B\u00e4ume wurde dadurch gef\u00e4llt oder gingen durch die sich ausbreitenden Glutwolke in Flammen auf. In Vanavara selbst, dass 50 km vom Explosionsort entfernt lag, gingen Glasscheiben zu Bruch und einige Holzh\u00e4user st\u00fcrzten ein. <\/p>\n<p>Ein Augenzeuge, <i>S.B. Semenov<\/i>, <a href=\"https:\/\/www.daviddarling.info\/encyclopedia\/T\/Tunguska.html\">beschreibt das Ereignis<\/a> folgendermassen:<\/p>\n<blockquote>\n<p><i>&#8222;Ich sa\u00df morgens auf der Veranda meines Hauses in der Handelsstation Vanavara als der Himmel im Norden pl\u00f6tzlich entzwei brach. Der ganze n\u00f6rdliche Himmel hoch \u00fcber den W\u00e4ldern schien in Flammen zu stehen. In diesem Moment f\u00fchlte ich eine gro\u00dfe Hitze so als ob mein Hemd zu brennen angefangen hatte. Ich wollte mein Hemd ausziehen und es von mir werfen aber in diesem Moment gab es einen gro\u00dfen Knall am Himmel und ein enormes Donnern war zu h\u00f6ren. Ich wurde etwa 7 Meter weit von meiner Veranda weg zu Boden geworfen und war f\u00fcr einen Moment bewu\u00dftlos. Nach dem gro\u00dfen Knall folgte ein Ger\u00e4usch das so klang als w\u00fcrden Steine vom Himmel fallen oder Kanonen abgefeuert. Die Erde bebte und als ich auf dem Boden lag sch\u00fctze ich meinen Kopf aus Angst das ich von Steinen getroffen werde.&#8220;<\/i><\/p>\n<\/blockquote>\n<p><font size=\"2\"><font face=\"Arial, Helvetica, sans-serif\">Rentierhirten, die sich etwa 30 Kilometer vom Explosionsort entfernt befanden, <a href=\"https:\/\/earthsci.org\/fossils\/space\/tunguska\/tunguska.html\">beschreiben das Ereignis<\/a> so:<\/p>\n<p><\/font><\/font><\/p>\n<blockquote><p><font size=\"2\"><font face=\"Arial, Helvetica, sans-serif\"><i>&#8222;Fr\u00fch am Morgen als noch alle im Zelt schliefen wurde es pl\u00f6tzlich mitsamt den Menschen in die Luft geblasen. Einige wurden bewu\u00dftlos. Als sie wieder zu sich kamen, h\u00f6rten sie gro\u00dfen L\u00e4rm und sahen den Wald um sich herum zerst\u00f6rt und brennend. Der Boden bebte und ein enorm langes Grollen war zu h\u00f6ren. Die gesamte Umgebung war voller Rauch und Nebel von brennenden und fallenden B\u00e4umen. Der L\u00e4rm h\u00f6rte irgendwann auf und auch der Wind ebte ab. Viele Rentiere waren geflohen oder gestorben.&#8220;<\/i><\/font><\/font><\/p><\/blockquote>\n<p><font size=\"2\"><font face=\"Arial, Helvetica, sans-serif\"><br \/>Es hat sich damals also auf jeden Fall ein gewaltiges Ereignis abgespielt. Selbst hunderte Kilometer entfernt waren L\u00e4rm und Licht noch zu sehen und sogar im fernen Jena wurde das Ereignis noch mit Seismographen registriert. Da der Explosionsort sich aber in der kaum zug\u00e4nglichen sibirischen Taiga befand, dauerte es bis 1927 bevor eine Expedition das Ereignis untersuchte. <\/font><\/font>Leonid Alexejewitsch Kulik, ein russischer Mineraloge k\u00e4mpfte sich durch die W\u00e4lder um herauszufinden, was 19 Jahre zuvor passierte. Er vermutete, dass damals ein Asteroid oder Komet in Sibirien eingeschlagen hatte &#8211; fand aber nur unz\u00e4hlige umgest\u00fcrzte B\u00e4ume und keinen Krater. 11 Jahre sp\u00e4ter untersuchte Kulik das Gebiet von der Luft aus um anhand der umgest\u00fcrzten B\u00e4ume vielleicht herausfinden zu k\u00f6nnen, was damals passiert war. Das folgende Bild zeigt so ein Luftbild:<\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"1946\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-98461f03f5ae4e84c3808d52b71d3f35-tunguska1.jpg\" alt=\"i-98461f03f5ae4e84c3808d52b71d3f35-tunguska1.jpg\" \/><\/form>\n<div align=\"center\"><font style=\"font-size: 0.8em;\"><i>Die Aufnahme stammt von der <a href=\"https:\/\/www-th.bo.infn.it\/tunguska\/\">Tunguska-Seite der Universit\u00e4t Bologna<\/a>. <\/i><\/font><\/div>\n<p>Die umgefallenen B\u00e4ume sind ein deutliches Zeichen f\u00fcr die gro\u00dfe Explosion, die hier stattgefunden haben muss. Aber warum hat man keinen Krater und keine \u00dcberreste des Asteroiden gefunden? An Theorien, was damals passiert ist, mangelt es nicht. Die meisten davon sind allerdings &#8211; naja &#8211; seltsam&#8230; Es wurde \u00fcber abgest\u00fcrzte UFOs spekuliert; \u00fcber freigesetzte Antimaterie; ein fehlgeschlagenes Experiment von Nikola Tesla oder (LHC-Gegner aufgepasst!) die Kollision der Erde mit einem kleinen schwarzen Loch. Die seri\u00f6seren Theorien besch\u00e4ftigen sich aber fast alle mit vulkanischer Aktivit\u00e4t oder Asteroideneinschl\u00e4gen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www-th.bo.infn.it\/tunguska\/\">Forscher aus Bologna<\/a>, die seit 1991 mehrere Expeditionen in das Gebiet durchgef\u00fchrt haben, haben aus der Fallrichtung der B\u00e4ume folgende Grafik erstellt: <\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"1947\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-f93a24aafe39d70f61f99824ff55df99-tunguska2.jpg\" alt=\"i-f93a24aafe39d70f61f99824ff55df99-tunguska2.jpg\" \/><\/form>\n<div align=\"center\"><font style=\"font-size: 0.8em;\"><i>Die Aufnahme stammt von der <a href=\"https:\/\/www-th.bo.infn.it\/tunguska\/\">Tunguska-Seite der Universit\u00e4t Bologna<\/a>. <\/i><\/font><\/div>\n<p>Man erkennt hier deutlich den Einflussbereich der Explosion. Wenn es sich tats\u00e4chlich um einen Asteroiden gehandelt haben muss, dann ist dieser schon in der Luft explodiert und die dadurch entstandene Druckwelle hat die B\u00e4ume gef\u00e4llt. Anhand dieser Daten schlossen die Forscher, dass es sich um mindestens 2 K\u00f6rper gehandelt haben muss, von denen der gr\u00f6\u00dfere in etwa 6 bis 8 km H\u00f6he explodiert ist; der andere ein bisschen weiter oben.<\/p>\n<p>So ein Ereignis nennt man &#8222;Airburst&#8220; und es kommt eigentlich relativ h\u00e4ufig vor. Nur meistens bekommen wir davon nichts mit, weil sich diese Explosionen weit oben in der Atmosph\u00e4re abspielen. Wenn ein kleinerer Himmelsk\u00f6rper in die Erdatmosph\u00e4re eindringt und dann auf dichtere Luftschichten trifft, wird er schlagartig abgebremst und bricht auseinander. Seine Bewegungsenergie wandelt sich in thermische Energie um: er explodiert! Man sch\u00e4tzt, dass ein Asteroid, der ein Ereignis wie in Tunguska ausl\u00f6sen kann, etwa 80 bis 100 m gro\u00df sein muss. Und da der Asteroid schon in der Luft zerst\u00f6rt wurde, finden sich nat\u00fcrlich auch keine gro\u00dfen Krater am Erdboben.<\/p>\n<p>Die Forscher aus Bologna glauben aber, nun vielleicht doch einen Krater gefunden zu haben. Der Cheko-See hat einige seltsame Eigenschaften die sich vielleicht dadurch erkl\u00e4ren lassen, dass er kein echter See sondern ein Einschlagskrater ist. Aus exakten Vermessungen des Sees und der Umgebung wurde ein 3D-Modell erstellt. Das sieht man auf dem n\u00e4chsten Bild auf dem auch der Wasserspiegel k\u00fcnstlich gesenkt wurde um die Form des Sees besser sichtbar zu machen:<\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"1948\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-87857975dc2a9e19232cb4e82ed83ad1-ceko.jpg\" alt=\"i-87857975dc2a9e19232cb4e82ed83ad1-ceko.jpg\" \/><\/form>\n<div align=\"center\"><font style=\"font-size: 0.8em;\"><i>Dieses Bild stammt von der <a href=\"https:\/\/www-th.bo.infn.it\/tunguska\/\">Tunguska-Seite der Universit\u00e4t Bologna<\/a>. <\/i><\/font>\n<\/div>\n<p>Auch der Untergrund des Sees und die darunterliegenden Schichten wurden untersucht. Dabei fand man direkt unter dem Zentrum des Sees eine verdichtete Schicht. Das ist ein m\u00f6glicher Hinweis darauf, dass es sich tats\u00e4chlich um einen Einschlagskrater handelt &#8211; oder vielleicht auch darauf, dass ein Bruchst\u00fcck des Asteroiden noch dort liegt! In zuk\u00fcnftigen Expeditionen ist geplant, dort Bohrungen anzustellen und so vielleicht das R\u00e4tsel um Tunguska ein f\u00fcr allemal zu l\u00f6sen!<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><br \/><b>Katastrophe am Mars<\/b><\/font><\/p>\n<p>Betrachtet man die Oberfl\u00e4che des Mars, dann f\u00e4llt sofort eines auf: der Mars ist deutlich zweigeteilt:<\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"1950\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-f8938b8a3bc1e27b58fefbdcf296a297-marsebene.jpg\" alt=\"i-f8938b8a3bc1e27b58fefbdcf296a297-marsebene.jpg\" \/><\/form>\n<div align=\"center\"><font style=\"font-size: 0.8em;\"><a href=\"https:\/\/photojournal.jpl.nasa.gov\/catalog\/PIA02031\"><b>Image Credit:<\/b> NASA\/JPL\/GSFC<\/a><\/font><br \/>\n<\/div>\n<p>Die n\u00f6rdlichen H\u00e4lfte des Mars wird von einer ausgedehnten Tiefebene dominiert (auf der Karte in blau dargestellt), die s\u00fcdliche Hemisphere zeigt Krater und Berge (rot). \u00dcber die Entstehung dieser Zweiteilung machen sich die Wissenschaftler schon seit Jahrzehnten Gedanken. Manche vermuteten, dass es sich bei der Tiefebene (mit dem Namen <i>Vastitas Borealis<\/i>) um einen ehemaligen Ozean handelt; andere f\u00fchren die Unterschiede der Hemisph\u00e4ren auf einen gigantischen Asteroideneinschlag zur\u00fcck.<br \/>&nbsp;<br \/>Diese zweite These scheint sich nun best\u00e4tigt zu haben. Dieser Einschlag muss allerdings schon vor sehr langer Zeit stattgefunden haben und die Oberfl\u00e4che des Mars hat sich (z.B. durch Vulkanausbr\u00fcche) ver\u00e4ndert; entsprechend schwierig ist es, heute noch Spuren davon zu finden. Mit genauen Messdaten verschiedener Marssonden ist es nun allerdings einem <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/nature\/journal\/v453\/n7199\/full\/nature07011.html\">Team von Wissenschaftlern<\/a> gelungen, in einem Modell die j\u00fcngeren Oberfl\u00e4chenschichten quasi &#8222;abzusch\u00e4len&#8220;. Und das sah dann so aus:<\/p>\n<p><\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"1951\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-5dd328d840fae009343b2852c7b336c7-marsimpact.jpg\" alt=\"i-5dd328d840fae009343b2852c7b336c7-marsimpact.jpg\" \/><\/form>\n<div align=\"center\"><font style=\"font-size: 0.8em;\"><i>Image Credit: <span class=\"credit\"><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/nature\/journal\/v453\/n7199\/full\/nature07011.html\">J. Andrews-Hanna, MIT<\/a><\/span><\/i><\/font><br \/><span class=\"credit\"><\/span><\/div>\n<p><span class=\"credit\"><br \/>Oben rechts im Bild sieht man die heutige Topografie des Mars; oben links die errechnete aus der Vergangenheit. Und da erkennt man deutlich einen riesigen Einschlagskrater. Zum Vergleich sind unten links und rechts noch zwei weitere gro\u00dfe Krater (einer auf dem Mars und einer auf dem Mond) abgebildet. Alle drei weisen die typische elliptische Form auf, die auf einen Einschlag hindeutet. Dieser Krater auf dem Mars (das <i>Borealis Basin<\/i>) ist nun der gr\u00f6\u00dfte bekannte Einschlagskrater im Sonnensystem und l\u00f6st damit das S\u00fcdpol-Aitken-Becken auf dem Mond als Nummer Eins ab. <\/p>\n<p><\/span><\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"1952\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-63683d218c367be98f4996462887b443-marseinschlag.jpg\" alt=\"i-63683d218c367be98f4996462887b443-marseinschlag.jpg\" \/><\/form>\n<p><span class=\"credit\">Das Borealis Basin ist etwa 10000 km lang und 8500 km breit! Um so einen Krater zu erzeugen braucht es schon einen ordentlichen Asteroiden. Modellrechungen zeigen, dass vermutlich vor etwa&nbsp; 3.9 Milliarden Jahren ein knapp 2000 km gro\u00dfer &#8222;Asteroid&#8220; (<i>Protoplanet<\/i> w\u00e4re bei dieser Gr\u00f6\u00dfe das bessere Wort) mit dem Mars kollidierte. Bei diesem Einschlag flogen Teile der Marskruste ins All (siehe Grafik rechts; <\/span><font style=\"font-size: 1em;\"><i>Image Credit: <span class=\"credit\"><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/nature\/journal\/v453\/n7199\/full\/nature07011.html\">J. Andrews-Hanna, MIT<\/a>)<\/span><\/i><\/font><span class=\"credit\"> ; die Schockwellen setzen sich durch das gesamte Marsinnere fort. <br \/>Dieses Ereignis muss wahrscheinlich so \u00e4hnlich gewesen sein, wie die <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/05\/der-mond-entstehung-durch-chaos.php\">Kollision zwischen der Erde und dem Protoplaneten Theia<\/a> aus dessen Folgen unser Mond entstanden ist! <br \/> <\/span><\/p>\n<div>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Asteroidenabwehr<\/b><\/font><\/p>\n<p>Ein Einschlag wie auf dem Mars w\u00fcrde nat\u00fcrlich das sofortige Ende alles Lebens auf der Erde bedeuten. Gl\u00fccklicherweise gibt es keine so gro\u00dfen Objekte mehr im Sonnensystem die der Erde gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen. In der Fr\u00fchzeit des Sonnensystems ging es noch etwas dicht gedr\u00e4ngter zu aber heute besteht kein Risko mehr f\u00fcr eine Kollision zwischen zwei gro\u00dfen Himmelsk\u00f6rpern. <br \/>Kleinere Asteroiden k\u00f6nnen der Erde aber durchaus noch gef\u00e4hrlich werden. W\u00e4re das Tunguska-Ereignis z.B. nur ein paar Stunden sp\u00e4ter passiert, dann h\u00e4tte die Explosion nicht \u00fcber der menschenleeren sibirschen Taiga stattgefunden sondern z.B. \u00fcber den dichtbesiedelten Benelux-Staaten. Das w\u00e4re eine Katastrophe ersten Ranges gewesen, mit tausenden Toten und zerst\u00f6rten St\u00e4dten und Regionen! Ereignisse wie Tunguska kommen nicht allzu oft vor: aus der Gr\u00f6\u00dfenverteilung der Asteroiden sch\u00e4tzt man, dass so ein Einschlag bzw. so eine Explosion etwa alle paar hundert bis tausend Jahre stattfindet.  Angesichts der verheerenden Folgen ist dieser Zeitraum allerdings kurz genug, um sich Gedanken dar\u00fcber zu machen. Die gro\u00dfen Asteroiden, die globale Vernichtung verursachen k\u00f6nnen sind mehr oder weniger bekannt und ihre Bahnen werden beobachtet. Bei kleineren Objekten bis zu etwa 100 m (so wie der Tunguska-Asteroid) ist das aber ganz anders. Erstens gibt es davon deutlich mehr als von den gro\u00dfen Objekten. Und zweitens sind sie viel schwerer zu entdecken: es ist durchaus m\u00f6glich das uns in der Zukunft so ein Asteroid ohne Vorwarnung trifft &#8211; einfach, weil er bisher noch nicht entdeckt wurde.<br \/>Deswegen gibt es weltweit mittlerweile schon einige Beobachtungsprogramme, die systematisch den Himmel nach Asteroiden absuchen; auch viele Amateurastronomen begeben sich jede Nacht auf die Jagd nach kleinen Himmelsk\u00f6rpern.<\/p>\n<p>Das Deutsche Zentrum f\u00fcr Luft- und Raumfahrt (DLR) in K\u00f6ln will nun sogar einen Satelliten in die Umlaufbahn schicken um gezielt auf die Suche nach potentiell gef\u00e4hrlichen Asteroiden zu gehen:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Erdnahe Asteroiden stellen ein Kollisionsrisiko f\u00fcr unseren Planeten<br \/>\ndar. Somit geh\u00f6rt es zu den Aufgaben des DLR, eine m\u00f6gliche Gefahr f\u00fcr<br \/>\ndas Leben auf der Erde abzuwenden. Das DLR sieht<br \/>\nsich mit einer solchen Mission als Teil internationaler Anstrengungen<br \/>\nzur Gefahrenabwehr. Damit sollen gleichzeitig unser Wissen \u00fcber<br \/>\nAsteroiden, \u00fcber ihre Anzahl und Gr\u00f6\u00dfenverteilung verbessert sowie die<br \/>\nProzesse im inneren Sonnensysteme besser verstanden werden.&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.dlr.de\/DesktopDefault.aspx\/tabid-1\/86_read-12607\/\">sagte Prof. Johann-Dietrich W\u00f6rner<\/a>,<br \/>\nVorsitzender des Vorstands des DLR.<\/p>\n<p>Laut&nbsp; verschiedenen Rechnungen zur Gr\u00f6\u00dfenverteilung der Asteroiden soll es immerhin mehr als 1000 Asteroiden mit einem Durchmesser gr\u00f6\u00dfer als 100m geben, die sich innerhalb der Erdbahn um die Sonne bewegen. Und auf die Suche nach diesen potentiell gef\u00e4hrlichen Objekten soll sich nun der kleine Satellit &#8222;AsteroidFinder&#8220; machen mit dessen Entwicklung im Herbst begonnen werden soll. <\/p>\n<p>Wenn so ein gef\u00e4hrlicher Asteroid fr\u00fch genug erkannt wird, dann l\u00e4sst sich eine Kollision vielleicht auch verhindern:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Wenn man zehn Jahre vorher Bescheid wei\u00df, kann man eine<br \/>\nSonde losschicken, die Material am Gesteinsbrocken wegschleudert und<br \/>\ndadurch eine geringe Impuls\u00e4nderung bewirkt. Mit jeder Erd-Umrundung<br \/>\nwird der Asteroid dann etwas weiter von der Erde weggelenkt&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.berlinonline.de\/berliner-zeitung\/wissenschaft\/detail_dpa_18171920.php\">sagt Ekkehard W\u00fcrth<\/a> vom DLR-Institut f\u00fcr Planetenforschung.<\/p>\n<p>Wenn wir Gl\u00fcck haben, dann bleibt uns also ein zweites Tunguska in der Zukunft erspart&#8230; <\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<hr>\n<p><b>\u00c4hnliche Artikel:<\/b> <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/04\/kein-weltuntergang-in-28-jahren.php\">(Kein) Weltuntergang in 28 Jahren<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/04\/zustandigkeiten-wer-macht-was-wenn-der-asteroid-kommt.php\">Zust\u00e4ndigkeiten: Wer rettet die Welt?<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/04\/kollidierende-planeten-velikovskys-seltsame-theorie.php\">Kollidierende Planeten: Velikovskys seltsame Theorie<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/05\/der-mond-entstehung-durch-chaos.php\">Der Mond: Entstehung durch Chaos<\/a><\/p>\n<style type=\"text\/css\" media=\"screen\">\n.yiggbutton {\nfloat:left;\npadding:3px 5px 5px 5px;\n}\n<\/style>\n<div class=\"yiggbutton\">\n  <script>\n    yigg_url = 'https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/06\/tunguska-riesenkrater-und-die-asteroidenabwehr.php';\n  <\/script><br \/>\n  <script src=\"https:\/\/webtools.yigg.de\/emb_ycount.js\"><\/script>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Tage sind Asteroiden und Kollisionen in allen Medien pr\u00e4sent. \u00dcbermorgen vor hundert Jahren (am 30. 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