{"id":27225,"date":"2008-06-09T14:36:42","date_gmt":"2008-06-09T12:36:42","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2008\/06\/09\/phoenix-hat-probleme-erster-versuch-der-staubanalyse-fehlgeschlagen\/"},"modified":"2025-05-14T17:23:58","modified_gmt":"2025-05-14T15:23:58","slug":"phoenix-hat-probleme-erster-versuch-der-staubanalyse-fehlgeschlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2008\/06\/09\/phoenix-hat-probleme-erster-versuch-der-staubanalyse-fehlgeschlagen\/","title":{"rendered":"Phoenix hat Probleme: erster Versuch der Staubanalyse fehlgeschlagen"},"content":{"rendered":"<p>Am Wochenende sollte die Marssonde Phoenix die erste Untersuchung des Marsbodens durchf\u00fchren. Dazu wurde ein bisschen der aufgeschaufelten Marserde in einen Analyseofen geschaufelt. Doch so wie es aussieht, ist es nicht gelungen, den Staub in das Ger\u00e4t zu bef\u00f6rdern.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nPhoenix ist ja nicht nur auf dem Mars um <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/06\/ein-fussabdruck-am-mars-neues-von-phoenix.php\">sch\u00f6ne<\/a> <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/05\/zu-salzig-fur-leben-wird-phoenix-scheitern.php\">Bilder<\/a> <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/05\/neue-bilder-von-phoenix.php\">der<\/a> <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/05\/phoenix-bei-landung-fotografiert.php\">Umgebung<\/a> zu machen. Hauptziel der Mission ist eine chemische Untersuchung des Marsbodens und die Suche nach eventuell vorhandenem Wasser. Darum hat die Sonde nicht nur Kameras an Bord, sondern auch einen Roboterarm mit einer Schaufel und den <a href=\"https:\/\/phoenix.lpl.arizona.edu\/science_tega.php\"><i>Thermal and Evolved Gas Analyzer (TEGA)<\/i><\/a>. Dieses Ger\u00e4t besteht aus 8 Mini\u00f6fen (etwa so gro\u00df wie eine Kugelschreibermine) in der Material auf etwa 1000\u00b0 C erhitzt werden kann. Dabei verdampfen die einzelnen Komponenten des Staubs und dieser Dampf kann dann mit einem Massenspektrometer untersucht werden. So ist es m\u00f6glich, ganz genau zu bestimmen, aus was f\u00fcr einem Material der Marsboden besteht und wieviel Wasser in ihm enthalten ist. <\/p>\n<p>Dazu muss allerdings erstmal ein bisschen Marsstaub in die TEGA-\u00d6fen gebracht werden. Die Schaufel des Roboterarms <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/06\/der-marsboden-unter-dem-mikroskop.php\">funktionierte bis jetzt ja hervoragend<\/a> und tut das immer. Man hat jetzt allerdings Probleme, das Material auch in den Ofen hineinzubekommen.<\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"1642\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-00705f1a0a7d05178385e191dfc840f8-soil.jpg\" alt=\"i-00705f1a0a7d05178385e191dfc840f8-soil.jpg\" \/><\/form>\n<div align=\"center\"><i><font style=\"font-size: 0.8em;\"><a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/mission_pages\/phoenix\/images\/press\/RS012EFF897276092_11C90MBM1.html\">Image Credt: NASA\/JPL-Caltech\/University of  Arizona\/Max Planck Institute<\/a><\/font><\/i><\/div>\n<p>Das Bild zeigt den Versuch, einen der \u00d6fen mit Erde zu f\u00fcllen. Rechts erkennt man zwei offene Klappen. Darunter liegt ein Filter, der nur die kleinsten Teilchen (kleiner als einen Millimeter) zum Ofen durchlassen soll, damit er nicht durch gr\u00f6\u00dfere Brocken verstopft wird. Die Sensoren zeigen allerdings an, dass kein Material bis zum Ofen durchgedrungen ist! <\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;I think it&#8217;s the cloddiness of the soil and not having enough fine<br \/>\ngranular material.&#8220;<\/i> <\/p><\/blockquote>\n<p>meint Ray Arvidson vom Phoenix Team. Offensichtlich ist der Boden also zu verklumpt und es finden sich dort zu wenig kleine Teilchen. <\/p>\n<p>Man versucht also im Moment, sich M\u00f6glichkeiten auszudenken, den Staub doch noch in den Ofen zu bekommen. Man k\u00f6nnte zum Beispiel mit dem Roboterarm noch ein paar Mal auf den Boden &#8222;hauen&#8220; um das Material so zu zerkleinern und dann nur eine kleine Menge in die \u00d6fffnung streuen. Die TEGA-Einheit hat au\u00dferdem einen &#8222;Shaker&#8220; eingebaut, der alles nochmal ordentlich durchr\u00fctteln kann. Wird der lang genug eingesetzt, bekommt man das Material vielleicht auch klein genug, um es analysieren zu k\u00f6nnen. Genau das wurde gestern probiert und heute im Laufe des Tages sollten die Ergebnisse dieser Prozedur vorliegen. <\/p>\n<p>In der Zwischenzeit sitzt Phoenix nat\u00fcrlich nicht unt\u00e4tig herum. Man benutzt im Moment die Kamera am Roboterarm um die Umgebung von Phoenix genau zu fotografieren &#8211; auch die Stellen, die die fix eingebaute SSI-Kamera nicht sehen kann. Es werden auch neue Proben f\u00fcr die Mikroskop Einheit MECA gesammelt. <\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"1643\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-6abb8ed2da7cf83239b91499f61321fb-241328main_3402.jpg\" alt=\"i-6abb8ed2da7cf83239b91499f61321fb-241328main_3402.jpg\" \/><\/form>\n<div align=\"center\"><span class=\"img_comments_right\"><i><font style=\"font-size: 0.8em;\"><a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/mission_pages\/phoenix\/news\/phoenix-20080608.html\">Image credit: NASA\/JPL-Caltech\/Univ. of Ariz.<\/a><\/font><\/i><br \/>\n<\/span><br \/><span class=\"img_comments_right\"><\/span><\/div>\n<p><span class=\"img_comments_right\"><br \/>Auf diesem Bild sieht man oben auch noch die Schaufel am Ende des Roboterarms.<\/p>\n<p>Ich bin mal zuversichtlich, dass die Probleme mit der Untersuchung z\u00fcgig behoben werden k\u00f6nnen und Ende der Woche die ersten Ergebnisse der Analyse des Marsbodens vorliegen. Aber hier sieht man mal wieder deutlich, was f\u00fcr eine gewaltige Leistung erbracht werden muss! Der Mars ist im Moment knapp 277 Millionen Kilometer von der Erde entfernt &#8211; jedes Signal braucht \u00fcber 15 Minuten bis es bei der Phoenixsonde ankommt und es dauert nochmal 15 Minuten, bis eine Best\u00e4tigung auf der Erde empfangen werden kann. <\/p>\n<p>Am Strand oder in der Sandkiste mag es ja selbst f\u00fcr ein Kind einfach sein, ein bisschen Erde hin- und herzuschaufeln. Aber wenn Schaufel und Eimer sich auf einem anderen Planeten befinden, ist die Angelegenheit doch ein bisschen komplizierter! Das Phoenix trotzdem so wunderbar funktioniert ist eine tolle Leistung!<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am Wochenende sollte die Marssonde Phoenix die erste Untersuchung des Marsbodens durchf\u00fchren. Dazu wurde ein bisschen der aufgeschaufelten Marserde in einen Analyseofen geschaufelt. 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