{"id":27177,"date":"2008-05-07T07:30:42","date_gmt":"2008-05-07T05:30:42","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2008\/05\/07\/der-mond-die-gezeiten\/"},"modified":"2025-05-14T17:23:50","modified_gmt":"2025-05-14T15:23:50","slug":"der-mond-die-gezeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2008\/05\/07\/der-mond-die-gezeiten\/","title":{"rendered":"Der Mond: Die Gezeiten"},"content":{"rendered":"<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"4820\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/www.wissenschafts-cafe.net\/2009\/02\/auslese-2008-die-besten-wissenschaftlichen-blogartikel-des-jahres\/\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-de7579c0f41b84e4eab3c53c742980b7-Auslese2008_500-thumb-150x75-1.jpg\" alt=\"i-de7579c0f41b84e4eab3c53c742980b7-Auslese2008_500-thumb-150x75.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<p>Nach dem ich im <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/05\/der-mond-entstehung-durch-chaos.php\">ersten<\/a> <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/05\/der-mond-entstehung-durch-chaos-nachtrag.php\">Teil<\/a> dieser Beitragsserie schon \u00fcber die Entstehung des Mondes berichtet habe, m\u00f6chte ich nun nat\u00fcrlich auch etwas \u00fcber den Einflu\u00df schreiben, den der Mond auf die Erde aus\u00fcbt. Und das heisst nat\u00fcrlich, dass man sich mit den Gezeiten besch\u00e4ftigen muss!<\/p>\n<p>Ludmila hat in <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/planeten\/2008\/02\/der-mond-und-die-gezeiten-1-was-sind-gezeiten.php\">ihrem Blog<\/a> schon vor einiger Zeit etwas \u00fcber die Gezeiten geschrieben. Mein Erkl\u00e4rungsansatz ist aber ein bisschen anders; ausserdem ist eine Beitragsserie \u00fcber den Mond ohne Erkl\u00e4rung der Gezeiten ziemlich unvollst\u00e4ndig. Ich habe mich daher entschlossen, einen Beitrag aus meinem <a href=\"https:\/\/www.astrodicticum-simplex.de\/wordpress\/2008\/02\/14\/basics-die-gezeiten\/\">alten Blog<\/a> hier nochmal neu zu posten. <\/p>\n<p>Die Gezeiten zu erkl\u00e4ren ist ziemlich knifflig. Kaum ein astronomisches Thema ist so verwirrend und schwer zu erkl\u00e4ren wie das Zustandekommen von Ebbe und Flut.Gleichzeitig ist es aber sehr wichtig, \u00fcber die Gezeiten Bescheid zu wissen &#8211; denn sie spielen im Leben vieler Menschen (Fischer, Seeleute, &#8230;) eine wichtige Rolle.<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Was sind Gezeiten?<\/b><\/font><\/p>\n<p>Unter &#8222;Gezeiten&#8220; versteht man die periodische Wasserstands\u00e4nderung in den gro\u00dfen Gew\u00e4ssern der Erde.  Flut (steigendes Wasser)  und Ebbe (sinkendes Wasser) wechseln sich etwa alle 12-13 Stunden ab.  Diese beiden Bilder von der Bay of Fundy zeigen das eindrucksvoll:<\/p>\n<div align=\"center\">&nbsp;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/150px-Bay_of_Fundy_Low_Tide-1.jpg\" alt=\"(c) Wikimedia Commons\" title=\"(c) Wikimedia Commons\" align=\"absmiddle\" height=\"225\" width=\"150\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/150px-Bay_of_Fundy_High_Tide-1.jpg\" alt=\"(c) Wikimedia Commons\" title=\"(c) Wikimedia Commons\" align=\"absmiddle\" height=\"225\" width=\"150\" \/>\n<\/div>\n<h3><\/h3>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Wodurch werden die Gezeiten verursacht?<\/b><\/font><\/p>\n<p>Grund f\u00fcr die Gezeiten sind die Anziehungskraft von Sonne und Mond auf die Erde. Das vermutete schon Aristoteles (obwohl er nat\u00fcrlich noch nichts von der Gravitationskraft wusste; er beschrieb die Gezeiten durch eine Anziehung zwischen den Meeren der Erde und Meeren des Mondes). 1687 zeigte der gro\u00dfe Isaac Newton als erstes, das die Gezeiten tats\u00e4chlich auf die Anziehungskraft der Sonne und des Mondes zur\u00fcckzuf\u00fchren sind (und nicht durch Zentrifugalkr\u00e4fte, wie manche f\u00e4lschlicherweise vermuteten).<\/p>\n<p>Der Mond zieht also das Wasser der Meere an und erzeugt so einen Flutberg der durch die Erddrehung um die Erde wandert! So lautet eine auch heute noch oft geh\u00f6rte Erkl\u00e4rung &#8211; die leider falsch ist. In Wirklichkeit ist die ganze Angelegenheit ein wenig komplizierter. Das diese Erkl\u00e4rung nicht stimmen kann, sieht man auch, wenn man sich Ebbe und Flut genauer ansieht: es existiert n\u00e4mlich nicht nur ein Flutberg, sondern <em>zwei<\/em>! Einer, der auf der dem Mond zugewandten Seite der Erde liegt und einen auf der <em>gegen\u00fcberliegende Seite der Erde<\/em> &#8211; also an dem Punkt, der am weitesten vom Mond entfernt liegt!<\/p>\n<p>Um genau zu erkl\u00e4ren, wie das abl\u00e4uft, muss ich zuerst ein paar grundlegende Dinge zur Gravitation und der Bewegung von Erde und Mond erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Gravitation ist eine Kraft, die jeder K\u00f6rper auf jeden anderen K\u00f6rper aus\u00fcbt &#8211; je mehr Masse ein K\u00f6rper hat, desto st\u00e4rker ist auch seine Gravitationskraft, die er auf andere Objekte aus\u00fcbt. Au\u00dferdem nimmt die Gravitationskraft ab, je weiter zwei Objekte voneinander entfernt sind. Der Zusammenhang ist hier<em> quadratisch<\/em> &#8211;  das hei\u00dft wenn sich der Abstand zwischen zwei K\u00f6rper verdoppelt, dann ist die gegenseitige Anziehungskraft viermal so schwach; verdreifacht sich der Abstand, wird die Anziehungskraft neunmal schw\u00e4cher, usw.  Und hier kommen wir zum ersten wichtigen Punkt f\u00fcr die Erkl\u00e4rung der Gezeiten: die Erde ist ein ausgedehnter K\u00f6rper mit einem Durchmesser von etwa 13000 km. Das hei\u00dft,  die Anziehungskraft die der Mond auf die ihm zugewandte (n\u00e4here) Seite der Erde aus\u00fcbt ist st\u00e4rker, als die Anziehungskraft, die er auf die abgewandte (entferntere) Seite aus\u00fcbt! Die gravitative Kraft, die der Mond auf die Erde aus\u00fcbt, ist also an verschiedenen Punkte der Erdoberfl\u00e4che verschieden stark.<\/p>\n<p>Der zweite wichtige Punkt betrifft die Bewegung von Erde Mond. Normalerweise hei\u00dft es ja &#8222;Der Mond bewegt sich um die Erde&#8220;. Das ist prinzipiell auch richtig &#8211; allerdings zieht ja auch der Mond die Erde an und beide K\u00f6rper bewegen sich um ihren gemeinsamen Massenschwerpunkt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Orbit3-1.gif\" alt=\"(c) Wikimedia Commons\" title=\"(c) Wikimedia Commons\" align=\"right\" height=\"200\" width=\"200\" \/><\/p>\n<p>Das ist der &#8222;Ruhepunkt&#8220; des ganzen Systems. Im Falle des Erde-Mond Systems liegt dieser Punkt noch <em>innerhalb<\/em> der Erde &#8211; d.h. der Mond bewegt sich in der Tat um die Erde, w\u00e4hrend die Erde selbst ein wenig <em>&#8222;hin und her wackelt&#8220;<\/em>.  Die Animation rechts zeigt, wie das aussieht.<\/p>\n<p>Jetzt muss ich noch einen kleinen Einschub \u00fcber das Ph\u00e4nomen des <em>&#8222;freien Fall&#8220;<\/em> machen.  Auch damit hat sich Newton schon besch\u00e4ftigt. Das Bild unten zeigt eine Zeichnung aus &#8222;<em><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Philosophiae_Naturalis_Principia_Mathematica\" title=\"Philosophiae Naturalis Principia Mathematica\">Philosophiae Naturalis Principia Mathematica<\/a><\/em>&#8220; (Newtons Hauptwerk). Newton \u00fcberlegte, was passiert, wenn man ein Objekt (zum Beispiel eine Kanonenkugel) mit immer h\u00f6herer Geschwindigkeit abfeuert. Nun, sie wird i<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.astrodicticum-simplex.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/newton.gif\" alt=\"freefall\" align=\"left\" \/>mmer weiter und weiter fliegen.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wirkt immer die Anziehungskraft der Erde &#8211; so wie auf der Zeichnung zu sehen ist, folgt die Kugel also der Kr\u00fcmmung der Erde. Wenn die Geschwindigkeit der Kugel schnell genug ist, dann wird die Kugel einmal um die Erde fliegen\/fallen und wieder den Ausgangspunkt erreichen. Sie f\u00e4llt zwar st\u00e4ndig in Richtung Erdboden &#8211; da sie aber so schnell ist, kr\u00fcmmt sich die Erde unter ihrer Flugbahn so schnell, das sie den Boden nie erreicht: die Kugel w\u00fcrde sich<em> im Orbit um die Erde<\/em> befinden. Nichts anderes ist bei Satelliten oder z.B. der internationalen Raumstation <em>ISS<\/em> der Fall. Und obwohl die Erde die ISS nat\u00fcrlich weiterhin anzieht und gravitativ beeinflusst, sp\u00fcren die Astronauten dort nichts davon! Sie sind &#8222;schwerelos&#8220;! (genauso wie man auf der Erde in einem fallenden Fahrstuhl schwerelos w\u00e4re)<\/p>\n<div align=\"left\">Genauso ist es im Fall der Bewegung von Erde und Mond. Beide sind im Orbit um den gemeinsamen Massenschwerpunkt. Genauergesagt, das Zentrum der Erdkugel ist im Orbit um den Massenschwerpunkt. Jemand, der sich dort aufhalten w\u00fcrde, w\u00fcrde nichts von der Anziehungskraft des Mondes sp\u00fcren (obwohl sie nat\u00fcrlich trotzdem noch vorhanden ist), genauso wie ein Astronaut im Orbit um die Erde nichts von ihrer Anziehungskraft sp\u00fcrt. An der Oberfl\u00e4che der Erde ist die Anziehungskraft des Mondes aber nat\u00fcrlich sehr wohl sp\u00fcrbar &#8211; es liegt also folgende Situation vor:<br \/>&nbsp;<\/p>\n<div align=\"center\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.astrodicticum-simplex.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/gezeiten1.jpg\" alt=\"Gezeiten\" align=\"left\" \/><\/div>\n<\/div>\n<p>An Punkt &#8222;a&#8220;, der dem Mond am n\u00e4chsten liegt, ist die Anziehungskraft am st\u00e4rksten (dargestellt durch den l\u00e4ngsten Pfeil); st\u00e4rker als im Zentrum der Erde (&#8222;c&#8220;) wo die Anziehungskraft wiederum st\u00e4rker als auf der dem Mond abgewandten Seiten bei Punkt &#8222;b&#8220; ist.  Wie ich oben schon beschrieben habe, sp\u00fcrt man im Zentrum die Anziehungskraft allerdings nicht &#8211; wir k\u00f6nnen also die Anziehungskraft des Mondes relativ zum Erdmittelpunkt betrachten.  Das bedeutet, wir m\u00fcssen dieAnziehungskraft, die in Punkt &#8222;c&#8220; wirkt von der Anziehungskraft die in den Punkten &#8222;a&#8220; und &#8222;b&#8220; wirkt abziehen. Die Kraft ist in Punkt &#8222;a&#8220; gr\u00f6\u00dfer als bei &#8222;c&#8220; &#8211; wir bekommen also eine positive (anziehende) Kraft, die in Richtung des Mondes wirkt. Die Kraft bei Punkt &#8222;b&#8220; ist allerdings <em>kleiner<\/em> als bei Punkt &#8222;c&#8220; &#8211; wenn wir die Kr\u00e4fte also subtrahieren, erh\u00e4lt man eine negative (absto\u00dfende) Kraft, die in Richtung des Mondes wirkt. Das ist das selbe, wie eine positive Kraft, die in die <em>entgegengesetzte<\/em> Richtung wirkt! Im Endeffekt erhalten wir also jeweils eine vom Erdmittelpunkt nach au\u00dfen gerichtet Kraft in den Punkten &#8222;a&#8220; und &#8222;b&#8220;.<\/p>\n<div align=\"left\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.astrodicticum-simplex.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2008\/02\/gezeiten2.jpg\" alt=\"Gezeiten 2\" align=\"left\" \/><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Tatsache, das die <em>Anziehungskraft des Mondes an verschiedenen Punkten der Erde verschiedene stark<\/em> ist (&#8222;differentielle Gravitation&#8220;) f\u00fchrt zusammen mit der <em>Rotation von Erde und Mond um ihren gemeinsamen Massenschwerpunkt<\/em> dazu, das auf der Erde nicht nur auf der Seite, die dem Mond zugewandt ist, eine Kraft die vom Erdmittelpunkt weg (in Richtung Mond) wirkt, sondern das auch auf der Seite, die dem Mond abgewandt ist, eine Kraft  vom Zentrum der Erde nach au\u00dfen wirkt! Und das ist der Grund, warum es zwei Flutberge auf den gegen\u00fcberliegenden Seiten der Erde gibt!<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><br \/><b>War das schon alles?<\/b><\/font><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich noch nicht. Denn nat\u00fcrlich \u00fcbt nicht nur der Mond einen gravitativen Einfluss auf die Erde aus. Die Anziehungskraft der Sonne ist viel st\u00e4rker als die des Mondes; das ist ja auch der Grund, warum sich die Erde (und der Mond) um die Sonne bewegen. Die Sonne ist zwar viel, viel gr\u00f6\u00dfer als der Mond &#8211; aber auch viel weiter weg? Welchen Einfluss hat das auf die Gezeitenkr\u00e4fte? Prinzipiell gilt alles das, was ich oben \u00fcber den Mond gesagt habe, auch f\u00fcr die Sonne. Auch sie verursacht Gezeiten auf der Erde. In diesem Fall ist allerdings die Entfernung der bestimmende Faktor: etwa zwei Drittel der gesamten Gezeitenkr\u00e4fte, die auf der Erde wirken, werden vom Mond verursacht, die Sonne tr\u00e4gt nur zu einem Drittel dazu bei. <em>Wie<\/em> nun die Einfl\u00fcsse von Sonne und Mond nun im Detail wirksam werden, h\u00e4ngt von ihren Positionen relativ zur Erde ab. Stehen die Himmelsk\u00f6rper gerade so, das sich die Kr\u00e4fte von Sonne und Mond addieren, dann bekommen wir Gezeiten, die st\u00e4rker sind als normal. Also eine h\u00f6here Flut und eine niedrigere Ebbe. Das passiert bei Neumond und bei Vollmond &#8211; denn in beiden F\u00e4llen stehen Sonne, Mond und Erde ja in einer Linie (bei Neumond steht der Mond zwischen Erde und Sonne so das wir nur die unbeleuchtete Seite sehen; bei Vollmond ist es umgekehrt). Das nennt man <strong>Springflut<\/strong> bzw. <strong>Springtiden<\/strong>.  Nat\u00fcrlich kommt es auch vor, das die Kr\u00e4fte von Sonne und Mond sich gegenseitig abschw\u00e4chen. Das passiert bei zu- und abnehmenden Halbmond, wenn Sonne und Mond in einem Winkel von 90\u00b0 zueinander stehen.  Der Tidenhub ist dann geringer; d.h. auch der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist kleiner. Das wird <strong>Nippflut<\/strong> bzw. <strong>Nipptide<\/strong> genannt.<\/p>\n<p>Wenn die Bahn der Erde um die Sonne ein perfekter Kreis w\u00e4re, w\u00e4ren wir mit der Beschreibung der Gezeiten schon fast am Ende. Das ist aber nicht der Fall &#8211; die Bahn der Erde ist eine Ellipse und deswegen befindet sich die Erde mal n\u00e4her an der Sonne und mal weiter weg. Deswegen \u00e4ndert sich auch der Abstand zwischen Erde und Sonne im Laufe des Jahres. Wenn nun die gr\u00f6\u00dfte Ann\u00e4herung der Erde an die Sonne gerade zu Voll- bzw. Neumond stattfindet, dann bekommen wir auf der Erde die gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Gezeiten (allerdings macht der Unterschied nur ein paar Prozent aus).<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Aber das war jetzt alles?<\/b><\/font><\/p>\n<p>Nein, eigentlich immer noch nicht \ud83d\ude09 Es gibt noch einen weiteren sehr wichtigen Effekt. Die Erde dreht sich! Und die Gezeitenkr\u00e4fte wirken nat\u00fcrlich nicht nur auf das Wasser der Ozeane sondern auch auf die &#8222;feste&#8220; Oberfl\u00e4che der Erde; das Wasser reagiert aber nat\u00fcrlich sehr viel schneller! Direkt unter dem Mond und auf der gegen\u00fcberliegenden Seite der Erde befinden sich also &#8211; wie oben beschrieben &#8211; zwei Flutberge aus Wasser. Diese Flutberge folgen im Prinzip der Bewegung des Mondes. W\u00fcrde die Erde sich nicht drehen, dann w\u00fcrden sich die Flutberge w\u00e4hrend eines Mondumlaufs  (also etwa einmal im Monat) einmal um die Erde bewegen (wenn es keine Kontinente g\u00e4be, die das Wasser aufhalten, nat\u00fcrlich \ud83d\ude09 ). Die Erde dreht sich aber &#8211; und das Wasser der Flutberge wird durch die Reibung quasi &#8222;mitgerissen&#8220;. Der Flutberg unter dem Mond befindet sich also genaugenommen ein bisschen &#8222;vor&#8220; dem Mond; der Flutberg auf der gegen\u00fcberlegenden Seite der Erde ein bisschen &#8222;hinter&#8220; dem Mond. Nun passiert folgendes: die Wasserberge haben nat\u00fcrlich auch eine Masse. Und die Masse die in dem Flutberg auf der dem Mond zugewandten Seite konzentriert ist, \u00fcbt nat\u00fcrlich auch auch eine &#8211; wenn auch nur sehr kleine &#8211; Anziehungskraft auf dem Mond aus. Da sie dem Mond vorausl\u00e4uft, <em>zieht<\/em> sie ein klein wenig am Mond und beschleunigt dadurch seine Bewegung. Wenn ein Objekt nun eine schnellere Umlaufgeschwindigkeit bekommt, dann bekommt es auch einen h\u00f6heren Orbit (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Keplersche_Gesetze#Drittes_keplersches_Gesetz\">drittes Keplersches Gesetz<\/a>). Der Mond entfernt sich also von Erde! Zwar nur sehr langsam, aber er tut es! Das kann man sogar sehr genau messen &#8211; jedes Jahr bewegt sich der Mond um etwa 4 Zentimeter von der Erde weg.<\/p>\n<p>Das war aber noch nicht alles. Gravitation wirkt immer in beide Richtungen: auch der Mond \u00fcbt einen gravitativen Einfluss auf den Flutberg aus. Dieser l\u00e4uft, wie oben beschrieben, dem Mond voraus: aus Sicht des Mondes  zieht er den Wasserberg ein klein wenig zur\u00fcck und bremst so seine Bewegung. Und durch die Reibung des Wassers an der festen Oberfl\u00e4che der Erde f\u00fchrt das im Endeffekt dazu, das die Rotation der Erde ein winziges bisschen abgebremst wird! Die Erde dreht sich also immer langsamer und langsamer &#8211; unsere Tage dauern also immer l\u00e4nger! Auch das kann man messen &#8211; pro Jahr wird der Tag um etwa 17 Mikrosekunden l\u00e4nger. Man konnte sogar aus den <a href=\"https:\/\/adsabs.harvard.edu\/abs\/1972Ap%26SS..16..212P\">Ablagerungen von pr\u00e4historischen Meeresorganismen<\/a> (die &#8222;Tagesringe&#8220; bilden, \u00e4hnliche der Jahresringe bei B\u00e4umen) bestimmen, dass das Jahr vor 400 Millionen Jahre etwa 400 Tage hatte bzw. der Tag nur knapp 22 Stunden lang war. Das geht auch in Zukunft so weiter &#8211; die Rotationsdauer der Erde wird immer l\u00e4nger und l\u00e4nger werden; der Mond wird sich immer weiter von der Erde entfernen &#8211; man nennt diesen Effekt <strong>Gezeitenreibung<\/strong>.<\/p>\n<p>Allerdings endet auch diese Entwicklung irgendwann in ferner Zukunft. Wenn wir den Mond betrachten, sehen wir auch warum. Was bei einer Beobachtung des Mondes auff\u00e4llt, ist, dass wir immer von der Erde aus immer die selbe Seite sehen. Das liegt daran, das der Mond sich in der Zeit, in der er sich einmal um die Erde bewegt auch genau einmal um sich selbst dreht. Und das ist kein Zufall: Grund daf\u00fcr ist die Gezeitenreibung. Alles, was ich oben \u00fcber Erde und Mond geschrieben haben gilt nat\u00fcrlich auch umgekehrt! Nicht nur der Mond verursacht Gezeiten auf der Erde; auch die Erde verursacht Gezeiten auf dem Mond. Und diese Gezeitenkr\u00e4fte sind viel st\u00e4rker; immerhin ist die Erde knapp 80 mal schwerer als der Mond. Die Gezeitenreibung (ausge\u00fcbt von der Erde auf den Mond)  hat auf dem Mond dazu gef\u00fchrt, das er sich immer langsamer um sich selbst dreht. Die Rotation des Mondes wurde im Laufe der Zeit immer langsamer und langsamer &#8211; solange bis eine Rotation genauso lange gedauert hat wie ein Umlauf des Mondes um die Erde. An diesem Punkt stoppt die Verlangsamung der Rotation &#8211; denn nun liegen Erde und Flutberg auf dem Mond immer auf einer Linie und es tritt keine Gezeitenreibung mehr auf. Irgendwann wird das auch mit der Erde passieren. Sie wird immer langsamer und langsamer rotieren bis ein Tag genau einen Monat lag dauert. Ein Monat wird dann auch l\u00e4nger dauern als heute, da der Mond sich ja dann weiter von der Erde entfernt hat &#8211; etwa 40 heutige Tage.  Wenn man dann vom Mond auf die Erde blickt, wird man auch immer nur eine Seite sehen.  Der Fachausdruck f\u00fcr diese Situation heisst <em>&#8222;tidally locked&#8220;<\/em> (ich wei\u00df gar nicht, ob es daf\u00fcr auch ein gebr\u00e4uchliches deutsches Wort gibt).<\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Gibt es noch was zu sagen?<\/b><\/font><\/p>\n<p>Jede Menge eigentlich \ud83d\ude09  Gezeiten gibt es nat\u00fcrlich nicht nur zwischen Erde und Mond. Alle K\u00f6rper, die sich gegenseitig gravitativ beeinflussen,  \u00fcben auch Gezeitenkr\u00e4fte aufeinander aus.  Jupiter z.B. verursacht Gezeiten auf seinem Mond <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Io_%28Mond%29\">Io<\/a>.  Die Kr\u00e4fte, die der riesige Jupiter auf den winzigen Mond aus\u00fcbt sind so stark, das Io regelrecht &#8222;durchgeknetet&#8220; wird. Deswegen findet man auf Io auch rege vulkanische T\u00e4tigkeit. Der Zwerplanet Pluto und sein Mond Charon \u00fcben Gezeitenkr\u00e4fte aufeinander aus und befinden sich schon in der Situation in die Erde und Mond in ferner Zukunft kommen &#8211; jeder Himmelsk\u00f6rper zeigt dem anderen immer die gleiche Seite. Auch enge Doppelsterne beeinflussen sich gegenseitig durch Gezeiten; Gezeiten spielen bei der Dynamik und der Entwicklung von Galaxien eine gro\u00dfe Rolle &#8211; sie sind wirklich ein Ph\u00e4nomen \u00fcberall im Universum auftritt.<\/p>\n<p>Eines beeinflussen die Gezeiten allerdings nicht: den Menschen! Immer wieder h\u00f6rt man von &#8222;Mondgl\u00e4ubigen&#8220; das der Mond einen gro\u00dfen Einfluss auf den Menschen aus\u00fcbt; das man sich &#8222;nach dem Mond&#8220; richten soll. Operationen sollten nur bei bestimmten Mondphasen ausgef\u00fchrt werden, ebenso muss der Mond beim Abnehmen, beim Haare schneiden, beim Blumen pflanzen, etc ber\u00fccksichtigt werden. Ich werde diese &#8222;Theorie&#8220; jetzt hier nicht wiederlegen (dazu gibts bald einen eigenen Beitrag) und verweise f\u00fcrs erste mal auf die Homepage <a href=\"https:\/\/dermond.at\/\">dermond.at<\/a>, auf der im Prinzip alles gesagt wird, was man zu diesem Thema sagen kann. Fragt man diese Mondgl\u00e4ubigen, wie denn der Mond diese geheimnisvollen Kr\u00e4fte auf die Menschen \u00fcbertragen kann, dann erh\u00e4lt man als Antwort oft einen Hinweis auf die Gezeiten: &#8222;Wenn der Mond sogar ganze Ozeane bewegen kann, dann kann er doch sicher auch den Menschen beeinflussen, der doch zu 70% aus Wasser besteht&#8220;. So oder \u00e4hnlich lauten meist die Argumente. Leider sind sie v\u00f6llig falsch. Bei den Gezeitenkr\u00e4ften kommt es auf die Gr\u00f6\u00dfenordungen an. Hat jemand schon mal Ebbe und Flut an einem See beobachtet? In der Badewanne? Im Bierglas? Nat\u00fcrlich nicht &#8211; diese Wassermengen sind viel zu klein um einen merkbaren Tidenhub zu entwickeln! Man kann nat\u00fcrlich ausrechnen, wie stark die Gezeitenkr\u00e4fte sind, die der Mond auf den Menschen aus\u00fcbt. Der ist wahnsinnig gering! Es ist schwer, \u00fcberhaupt einen passenden Vergleich zu finden. Wenn man eine Hautschuppe oder ein Haar verliert, verliert man auch Masse. Sehr wenig, aber immerhin. Die gravitative Kraft, die auf ein Objekt wirkt, h\u00e4ngt von der Masse ab. Die \u00c4nderungen in der Anziehungskraft, die auf einen Menschen wirken, die durch den Verlust so einer Hautschuppe auftreten, sind <em>deutlich<\/em> gr\u00f6\u00dfer als die, die durch die Gezeitenkraft des Mondes verursacht werden! Allein durch die Nahrungsaufnahme (und nat\u00fcrlich auch die Ausscheidungen) \u00e4ndern sich die auf eine Person wirkenden gravitativen Kr\u00e4fte viel, viel st\u00e4rker als durch die Gezeiten! Man also getrost sagen, das die Gezeitenkraft absolut keinen (direkten) Einfluss auf Menschen haben (Indirekt nat\u00fcrlich schon; das kann jeder Seefahrer best\u00e4tigen und jeder Schwimmer oder Strandwanderer, der schonmal von der Flut \u00fcberrascht wurde).<\/p>\n<p>Zum Schlu\u00df m\u00f6chte ich noch einen ganz speziellen, faszinierenden Effekt beschreiben, der indirekt auch durch die Gezeiten verursacht wurde. Am 11. August 1999 beobachteten hundertausende<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/commons\/thumb\/4\/4d\/Solar_eclips_1999_4.jpg\/180px-Solar_eclips_1999_4.jpg\" alt=\"(c) Wikimedia Commons\" title=\"(c) Wikimedia Commons\" align=\"right\" height=\"177\" width=\"180\" \/> Menschen auf der ganzen Welt eine <a href=\"https:\/\/www.deutsches-museum.de\/ausstellungen\/naturwissenschaft\/astronomie\/infos-und-links\/sonnenfinsternis1999\/\">totale Sonnenfinsternis<\/a>.  Das ist nur deswegen m\u00f6glich, weil, von der Erde aus gesehen, die Sonne und der Mond den gleichen scheinbaren Durchmesser haben. Der Mond ist zwar viel kleiner als die Sonne &#8211; aber auch sehr viel n\u00e4her. Zuf\u00e4llig haben beide in etwa die gleich scheinbare Gr\u00f6\u00dfe am Himmel &#8211; und deswegen kann es vorkommen, das sie sich exakt \u00fcberdecken und wir eine totale Sonnenfinsternis beobachten. W\u00e4re der Mond n\u00e4her an der Erde, w\u00e4re sein scheinbarer Durchmesser gr\u00f6\u00dfer. Dann w\u00fcrde er die Sonne immer noch \u00fcberdecken &#8211; man k\u00f6nnte aber so tolle Ph\u00e4nomene wie den <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sonnenfinsternis#Zu_beobachtende_Ph.C3.A4nomene_w.C3.A4hrend_einer_Sonnenfinsternis\">Diamantringeffekt<\/a> oder die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Korona_%28Sonne%29\">Korona<\/a> (die \u00e4u\u00dferste Schicht der Sonnenatmosph\u00e4re) nicht oder viel schwerer beobachten. W\u00e4re der Mond weiter entfernt, w\u00e4re der scheinbare Durchmesser kleiner und er k\u00f6nnte die Sonne nicht mehr verdecken &#8211; es w\u00e4ren also nur noch partielle\/ringf\u00f6rmige Finsternisse zu beobachten. Weiter oben habe ich erkl\u00e4rt, das die Gezeitenreibung dazu f\u00fchrt, das sich der Mond immer weiter von der Erde entfernt. Fr\u00fcher (viel fr\u00fcher) war es also tats\u00e4chlich so, das der scheinbare Durchmesser des Mondes gr\u00f6\u00dfer als der der Sonne war. Aus menschlicher Sicht ist das nicht ganz so tragisch \ud83d\ude09 Damals gab es immerhin noch keine Menschen. Aber in ferner Zukunft k\u00f6nnte es vielleicht noch Menschen geben &#8211; die werden aber dann keine totalen Sonnenfinsternisse mehr beobachten k\u00f6nnen, da der Mond schon zu weit von der Erde entfernt ist. Wir sind also in der gl\u00fccklichen Lage, gerade zu einer Zeit zu leben, in der die Gezeitenreibung daf\u00fcr gesorgt hat, das der Abstand zwischen Erde und Mond genau richtig ist um uns mit tollen totalen Sonnenfinsternissen zu erfreuen!<\/p>\n<p>Es g\u00e4be noch viel mehr zu den Gezeiten zu sagen &#8211; aber irgendwann muss ich diesen Beitrag auch mal beenden \ud83d\ude09 <\/p>\n<p><font style=\"font-size: 1.25em;\"><b>Weiterf\u00fchrende Informationen<\/b><\/font><\/p>\n<ul>\n<li>Der <a href=\"https:\/\/www.wissen.swr.de\/warum\/gezeiten\/themenseiten\/t1\/s1.html\">SWR<\/a> hat eine sehr sch\u00f6ne Seite zum Thema eingerichtet; mit Filmen, Animationen und sch\u00f6nen Grafiken. <\/li>\n<li>Auch empfehlen kann ich das Buch &#8222;<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/Bad-Astronomy-Misconceptions-Revealed-Astrology\/dp\/0471409766\/ref=pd_bbs_sr_1?ie=UTF8&amp;s=books-intl-de&amp;qid=1204060488&amp;sr=8-1\">Bad Astronomy<\/a>&#8220; von <a href=\"https:\/\/www.badastronomy.com\/\">Phil Plait<\/a> &#8211; dort werden die Gezeiten sehr sch\u00f6n beschrieben (und ich habe auch einige Erkl\u00e4rungen von dort \u00fcbernommen).<\/li>\n<\/ul>\n<p><b>(Nachtrag 3. Feb. 2009: Ich freue mich sehr, dass dieser Artikel in die &#8222;<a href=\"https:\/\/www.wissenschafts-cafe.net\/2009\/02\/auslese-2008-die-besten-wissenschaftlichen-blogartikel-des-jahres\/\">Wissenschaftsblog-Auslese 2008<\/a>&#8220; aufgenommen wurde.)<\/b><br \/>\n<a href=\"https:\/\/flattr.com\/thing\/148365\/Der-Mond-Die-Gezeiten\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/api.flattr.com\/button\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this\" title=\"Flattr this\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/b0b2dc5286da43a18ac16f643a6644f3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem ich im ersten Teil dieser Beitragsserie schon \u00fcber die Entstehung des Mondes berichtet habe, m\u00f6chte ich nun nat\u00fcrlich auch etwas \u00fcber den Einflu\u00df schreiben, den der Mond auf die Erde aus\u00fcbt. Und das heisst nat\u00fcrlich, dass man sich mit den Gezeiten besch\u00e4ftigen muss! Ludmila hat in ihrem Blog schon vor einiger Zeit etwas [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":443,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[18,155,157,158],"class_list":["post-27177","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-naturwissenschaften","tag-astronomie","tag-erde","tag-gezeiten","tag-mond"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=27177"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27177\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":27178,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/27177\/revisions\/27178"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/443"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=27177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=27177"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=27177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}