{"id":27124,"date":"2022-10-14T06:00:41","date_gmt":"2022-10-14T04:00:41","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2022\/10\/14\/sternengeschichten-folge-516-das-sternbild-zentaur\/"},"modified":"2025-05-14T17:23:27","modified_gmt":"2025-05-14T15:23:27","slug":"sternengeschichten-folge-516-das-sternbild-zentaur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2022\/10\/14\/sternengeschichten-folge-516-das-sternbild-zentaur\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 516: Das Sternbild Zentaur"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.org\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/audio.podigee-cdn.net\/891463-m-8c6b959a30fa8975d6b4591e6ec48a64.mp3\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/UZZdaIDFc4Y\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/feed\/mp3\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/i><\/b><\/p>\n<p>Wer den Podcast finanziell unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann das hier tun: Mit <a href=\"https:\/\/www.paypal.me\/florianfreistetter\">PayPal<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.patreon.com\/sternengeschichten\">Patreon<\/a> oder <a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/sternengeschichten\">Steady<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/516-sternengeschichten-folge-516-das-sternbild-zentaur\/embed?context=external&#038;token=bYjg8YhCOn-VWYF9XAUdtA\"><\/script><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\n<strong>Sternengeschichten Folge 516: Das Sternbild Zentaur<\/strong><\/p>\n<p>In der heutigen Folge der Sternengeschichten schauen wir auf das Sternbild des Zentauren. In echt k\u00f6nnen wir das allerdings von Mitteleuropa aus nur sehr bedingt tun. Hier sehen wir am Himmel nur einen kleinen Teil der Sterne dieses Sternbilds auch nur f\u00fcr kurze Zeit im Fr\u00fchjahr, tief am Horizont. Will man es vollst\u00e4ndig sehen, dann muss man \u00fcber den 25 Breitengrad hinaus nach S\u00fcden reisen. Ins s\u00fcdliche Algerien oder \u00c4gypten; nach Varanasi in Indien, nach Taiwan, Kuba oder Mexiko-City. Trotzdem lohnt es sich, mit diesem Sternbild zu besch\u00e4ftigen. Denn was dort alles zu finden ist, w\u00fcrde vermutlich f\u00fcr ein ganzes Dutzend Folgen reichen. <\/p>\n<p>Aber fangen wir mal in der Vergangenheit an. Der Zentaur &#8211; oder Centaurus auf Latein &#8211; geh\u00f6rt zu den klassischen Sternbildern der Antike. Also den Sternbildern, die schon in der griechischen Antike beschrieben worden sind. Und da k\u00f6nnte man jetzt stutzig werden. Ich habe doch gerade eben erkl\u00e4rt, dass man das Sternbild nur vom S\u00fcden aus sehen kann; Griechenland liegt deutlich n\u00f6rdlicher als der 25. Breitengrad. Wieso konnten die damals vom Sternbild Zentaur wissen? Nun, abgesehen davon, dass die Menschen damals nat\u00fcrlich auch schon in der Lage waren, nach S\u00fcden zu reisen und das durchaus auch getan haben, war das nicht mal n\u00f6tig. Der Anblick des Himmels \u00e4ndert sich im Laufe der Zeit, weil die Erdachse nicht immer in die gleiche Richtung zeigt. Momentan zeigt das n\u00f6rdliche Ende der Rotationsachse der Erde mehr oder weniger direkt auf den Polarstern. Aber die Erdachse kreiselt (das liegt unter anderem an der Anziehungskraft des Mondes); w\u00e4re sie ein Bleistift und der Himmel ein Blatt Papier, dann w\u00fcrde sie dort einen kleinen Kreis zeichnen und gut 26.000 Jahre daf\u00fcr brauchen. Vor gut 2000 Jahren hat sie nicht zum Polarstern gezeigt, sondern auf ein St\u00fcck Himmel, das weiter s\u00fcdlich lag; dort wo heute die Grenze zwischen den Sternbildern kleiner B\u00e4r und Drache ist. Dadurch hat sich auch ganz allgemein der Blickwinkel verschoben und man konnte die Sterne des Zentauren vom ganzen Mittelmeerraum aus gut sehen. <\/p>\n<p>Und wenn man sich ansieht, was das f\u00fcr Sterne sind, ist es kein Wunder, dass sie den Menschen aufgefallen sind. Der hellste Stern des Sternbilds ist gleichzeitig auch der dritthellste Stern am ganzen Nachthimmel. Direkt daneben findet man den elfhellsten Stern des Nachthimmels und es finden sich dort noch jede Menge weitere \u00fcberdurchschnittlich helle Sterne. Aber bevor wir zur Astronomie kommen, schauen wir noch einmal kurz auf die Mythologie.<br \/>\nEin Zentaur ist ein Mischwesen aus Pferd und Mensch; ein menschlicher Oberk\u00f6rper mit Armen w\u00e4chst aus einem Pferderumpf mit vier Beinen. Diese Wesen waren in der Mythologie der Griechen eher wild; gef\u00e4hrlich und gewalt\u00e4tig. Mit Ausnahme von Cheiron, der war schlau, nett und der Erzieher von quasi allem, was in den griechischen Mythen Rang und Namen hat. Cheiron hat Achilles ausgebildet, Odysseus, Jason; hat Asklepios zum Arzt ausgebildet &#8211; nur mit Herkules hatte er Pech. Aus Versehen wird er von einem vergifteten Pfeil getroffen, den Herkules abgeschossen hat. Cheiron war zwar unsterblich, aber das Gift hat ihm solche Schmerzen verursacht, dass er sein ewiges Leben aufgegeben hat. Und wie es so oft passiert in der griechischen Mythologie, wird Cheiron danach von Zeus als Sternbild an den Himmel versetzt. Und jetzt leuchtet er dort vor sich hin und wir schauen, was es da aus astronomischer Sicht zu sehen gibt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Johann_Bayer_-_Centaurus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Johann_Bayer_-_Centaurus.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1451\" class=\"aligncenter size-full wp-image-35492\" \/><\/a><\/p>\n<p>Zuallerst nat\u00fcrlich einmal Alpha Centauri. Wie der Name schon andeutet, ist das der hellste Stern des Zentauren und der vorhin erw\u00e4hnte dritthellste Stern des Himmels. Tats\u00e4chlich handelt es sich nicht nur um einen Stern sondern um ein Dreifachsternsystem. Da sind zuerst einmal Alpha Centauri A und Alpha Centauri B. Beide haben ungef\u00e4hr so viel Masse wie die Sonne; A ein bisschen mehr und B ein bisschen weniger. B ist aber deutlich kleiner und leuchtet auch viel schw\u00e4cher als die Sonne. Sie sind beide mit 6,5 Milliarden Jahren ein bisschen \u00e4lter als unser Stern und der mittlere Abstand zwischen A und B variiert zwischen 11 und 36 Astronomischen Einheiten; also ungef\u00e4hr so viel wie der Abstand zwischen Sonne und Saturn und der Sonne und Pluto. Alpha Centauri A und B umrunden sich alle 80 Jahre und dass es sich um zwei Sterne handelt, kann man nur mit einem Teleskop erkennen. Und dann ist da noch Proxima Centauri. Diesem Stern habe ich eine komplette Folge gewidmet (n\u00e4mlich Folge 114). Bei ihm handelt es sich um einen roten Zwergstern, der ohne Teleskop \u00fcberhaupt nicht sichtbar ist &#8211; und sich in deutlichem Abstand zu Alpha Centauri A und B befindet. Er ist 13.000 Astronomische Einheiten entfernt oder 0,2 Lichtjahre. Das ist enorm weit weg und lange Zeit war unklar, ob Proxima Centauri \u00fcberhaupt wirklich zu Alpha Centauri geh\u00f6rt oder nur zuf\u00e4llig gerade in der Gegend ist. Erst seit 2016 wei\u00df man sicher, dass sich Proxima Centauri tats\u00e4chlich um Alpha Centauri A und B herum bewegt; dass die drei Sterne also alle durch ihre Gravitationskraft aneinander gebunden sind. Was wir schon deutlich l\u00e4nger wissen: Proxima Centauri ist der unserer Sonne n\u00e4chstgelegene Stern. Bis dorthin sind es nur 4,25 Lichtjahre. Es ist also auch kein Wunder, dass Alpha Centauri A und B an unserem Nachthimmel so hell sind. Es sind zwar keine riesengro\u00dfe Sterne &#8211; aber weil sie ja auch nicht viel weiter weg sind als Proxima, sehen wir sie eben enorm hell. <\/p>\n<p>Ob es bei Alpha Centauri A und B Planeten gibt, wissen wir noch nicht. Es w\u00e4re zwar cool, wenn wir bei zwei sonnen\u00e4hnlichen Sternen die uns noch dazu so nahe sind, auch Planeten finden k\u00f6nnten. Weil die beiden sich so nahe sind, ist es zwar nicht unm\u00f6glich, aber doch ein bisschen schwierig, dass sich dort \u00fcberhaupt Planeten bilden k\u00f6nnen. Sicher keine gro\u00dfe Gasplaneten wie Jupiter oder Saturn; kleinere Planeten wie Mars oder Erde sollten aber dort entstehen k\u00f6nnen. Aber die sind halt schwer zu finden. Wo es definitiv Planeten gibt, ist Proxima Centauri. Dort sind mindestens zwei, vielleicht auch mehr Planeten. Einer davon hat ungef\u00e4hr die Masse der Erde; ob es dort aber auch Bedingungen wie auf der Erde gibt, wissen wir nicht. Proxima Centauri ist ja auch kein sonnen\u00e4hnlicher Stern sondern ein roter Zwerg der viel k\u00fchler und dunkler ist. <\/p>\n<figure id=\"attachment_35493\" aria-describedby=\"caption-attachment-35493\" style=\"width: 1017px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Alpha_Centauri_AB_over_limb_of_Saturn_PIA10406.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Alpha_Centauri_AB_over_limb_of_Saturn_PIA10406.jpg\" alt=\"\" width=\"1017\" height=\"477\" class=\"size-full wp-image-35493\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-35493\" class=\"wp-caption-text\">Alpha Centauri A und B, gesehen durch die Ringe des Saturn von der Raumsonde Cassini (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Alpha_Centauri_AB_over_limb_of_Saturn_PIA10406.jpg\">Bild:  \tNASA\/JPL\/Space Science Institute<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber lassen wir die &#8222;Promi-Sterne&#8220; des Sternbilds mal beiseite und schauen auf Beta Centauri. Der, wie schon gesagt, immerhin noch der elfthellste Stern des Nachthimmels ist und ebenfalls ein Dreifachsternsystem. Zwei davon sind sich extrem nahe; der Abstand zwischen ihnen entspricht ungef\u00e4hr dem Abstand zwischen Sonne und Mars; vielleicht auch ein bisschen mehr, das l\u00e4sst sich schwer messen. Die beiden Sterne sind noch dazu extrem gro\u00df und hei\u00df; sie leuchten ein paar tausend Mal heller als die Sonne. Um die beiden herum kreist ein dritter Stern, auch hei\u00dfer und heller als die Sonne, aber nicht ganz so gro\u00df wie das Paar in der Mitte. W\u00e4re dieses Sternensystem uns so nahe wie das von Alpha Centauri, dann w\u00e4re Beta Centauri ein enorm helles Objekt am Nachthimmel &#8211; es ist aber 530 Lichtjahre von uns entfernt und erscheint damit dunkler. 130 Lichtjahre entfernt ist Gamma Centauri, diesmal nur ein Doopelsternsystem und ich h\u00f6re jetzt auf, die Sterne dort aufzulisten, denn es gibt dort noch viel mehr zu sehen.<\/p>\n<p>Zum Beispiel Omega Centauri. Das ist kein Stern, sondern ein Kugelsternhaufen. Also eine kugelf\u00f6rmige Ansammlung von Sternen, f\u00fcr die in diesem Fall die Bezeichnung &#8222;Haufen&#8220; fast schon untertrieben ist. Omega Centauri besteht aus gut 10 Millionen Sternen und es gibt in der ganzen Milchstra\u00dfe keinen Kugelsternhaufen der mehr Masse hat als Omega Centauri. Er ist gut 17.000 Lichtjahre entfernt und im seinem Zentrum befindet sich eventuell sogar ein schwarzes Loch, dass die 40.000fache Masse der Sonne hat. Das klingt alles so, als w\u00e4re Omega Centauri kein Sternhaufen, sondern fast schon eine eigene Galaxie. Und tats\u00e4chlich vermutet man, dass es sich dabei um den Kernbereich einer ehemaligen Galaxie handelt, die irgendwann in der Vergangenheit mit der Milchstra\u00dfe kollidiert ist und auseinander gerissen wurde. <\/p>\n<p>Ohne jede Zweifel eine eigene Galaxie ist Centaurus A. Den Kugelsternhaufen Omega Centauri kann man unter guten Bedingungen gerade noch mit freiem Auge sehen; bei Centaurus A braucht man schon andere optische Hilfsmittel. Das Ding ist immerhin mehr als 10 Millionen Lichtjahre weit weg. Es handelt sich um eine Galaxie, die sich hinter der Milchstra\u00dfe nicht verstecken muss. Ganz im Gegenteil: Dort gibt es mehr Sterne als bei uns und im Zentrum von Centaurus A sitzt ein gewaltiges schwarzes Loch mit der 55 millionenfachen Masse der Sonne. Noch dazu ein aktives schwarzes Loch, also eines, das von einer gro\u00dfen Scheibe aus Gas und Staub umgeben ist. St\u00e4ndig f\u00e4llt Material in das Loch und die Gravitationskr\u00e4fte heizen das Material dort stark auf. Dabei entstehen gro\u00dfe Mengen an R\u00f6ntgen- und Radiostrahlung; tats\u00e4chlich ist die Galaxie das dritthellste Objekt am Himmel, wenn man nach der Helligkeit im Licht bei Radiowellenl\u00e4ngen geht. Schaut man sich die Galaxie im Radio- und R\u00f6ntgenlicht an, dann sieht man auch sofort, dass hier besondere Dinge passieren; aus ihrem Zentrum flie\u00dfen gewaltige Gasstr\u00f6me, mehrere Lichtjahre lang. Das ist genau das Material aus der Umgebung des schwarzen Lochs, das dort enorm beschleunigt und ausgesto\u00dfen wird. In Centaurus A betr\u00e4gt die Sternentstehungsrate teilweise das zehnfache des Werts in der Milchstra\u00dfe und man vermutet, dass die Galaxie vor ein paar Dutzend Millionen Jahren mit einer anderen Galaxie kollidiert sein muss. Dadurch ist dort alles ein wenig durchgewirbelt worden und hat die ganze Aktivit\u00e4t dort ausgel\u00f6st, die heute noch andauert. <\/p>\n<figure id=\"attachment_35494\" aria-describedby=\"caption-attachment-35494\" style=\"width: 2000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PDS_70.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/PDS_70.jpg\" alt=\"\" width=\"2000\" height=\"1692\" class=\"size-full wp-image-35494\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-35494\" class=\"wp-caption-text\">PDS 70 mit Scheibe und Planet (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/images\/eso1821a\/\">Bild: ESO\/A. M\u00fcller et al.<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/4.0\/deed.en\">CC-BY 4.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn wir auf die noch gr\u00f6\u00dferen Objekte schauen, dann werden wir im Sternbild Zentaur auch f\u00fcndig: Dort befindet sich der Centaurus Cluster, eine Gruppe von hunderten von Galaxien, circa 170 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Und wenn wir wieder einen Blick zur\u00fcck auf die im Vergleich fast schon normalen Ma\u00dfst\u00e4be von Planeten werfen, dann k\u00f6nnen wir im Zentauren auch den 370 Lichtjahre entfernten jungen Stern PDS 70 beobachten. Mit nur gut 5 Millionen Jahren ist er quasi noch ein stellares Kleinkind; was dort aber richtig spannend ist, sind die Planeten die dort gerade entstehen. Tats\u00e4chlich ist es 2006 gelungen, die Scheibe aus Gas und Staub um den Stern herum zu beobachten, die man bei solchen jungen Sternen so gut wie immer findet und die genau die Scheibe ist, aus der Planeten entstehen k\u00f6nnen. Und ein paar Jahre sp\u00e4ter konnte man dann in dieser Scheibe gro\u00dfe Klumpen finden. Oder, astronomisch korrekt ausgedr\u00fcckt: Planeten, die wirklich gerade erst entstanden sind beziehungsweise noch in Entstehung begriffen sind. Zwei St\u00fcck mindestens, Gasriesen wie Jupiter, hat man dort schon gesehen.<\/p>\n<p>Die Geburt von Planeten, der letzte Rest von ehemaligen Galaxien, gewaltige schwarze L\u00f6cher, der uns n\u00e4chstgelegene Stern am Himmel: Das Sternbild Zentaur ist quasi ein Best-of der gesamten astronomischen Forschung! Wenn es sonst nichts anders am Himmel g\u00e4be, als das, w\u00e4re das vermutlich immer noch genug um die Astronomie jahrzehntelang zu besch\u00e4ftigen. Vermutlich viel l\u00e4nger. Aber zum Gl\u00fcck gibt es ja noch viel mehr da drau\u00dfen. Das Sternbild Zentaur ist zwar enorm faszinierend. Aber das hei\u00dft nicht, dass der Rest des Universums nicht auch noch was zu bieten hat.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/07784c7041264cbd82c1a00d3141202c\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. Mehr Informationen: [Podcast-Feed][iTunes][Bitlove][Facebook] [Twitter] Wer den Podcast finanziell unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann das hier tun: Mit PayPal, Patreon oder Steady. \u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len. 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