{"id":27119,"date":"2022-10-07T06:00:54","date_gmt":"2022-10-07T04:00:54","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2022\/10\/07\/sternengeschichten-folge-515-der-grosse-filter\/"},"modified":"2025-05-14T17:23:24","modified_gmt":"2025-05-14T15:23:24","slug":"sternengeschichten-folge-515-der-grosse-filter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2022\/10\/07\/sternengeschichten-folge-515-der-grosse-filter\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 515: Der gro\u00dfe Filter"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.org\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/main.podigee-cdn.net\/media\/podcast_7374_sternengeschichten_episode_886483_sternengeschichten_folge_515_der_grosse_filter.mp3?v=1664788652\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/3DCjbMAZMTc\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/feed\/mp3\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/i><\/b><\/p>\n<p>Wer den Podcast finanziell unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann das hier tun: Mit <a href=\"https:\/\/www.paypal.me\/florianfreistetter\">PayPal<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.patreon.com\/sternengeschichten\">Patreon<\/a> oder <a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/sternengeschichten\">Steady<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/515-sternengeschichten-folge-515-der-grosse-filter\/embed?context=external&#038;token=83-NBpB3TJ2aJo4u-wb6bg\"><\/script><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\n<strong>Sternengeschichten Folge 515: Der gro\u00dfe Filter<\/strong><\/p>\n<p>Steht die Menschheit vor einer gro\u00dfen Krise; einer gewaltigen Bedrohung; einer enormen Gefahr die uns am Ende sogar ausl\u00f6schen k\u00f6nnte? Wartet in der Zukunft eine gro\u00dfe Pr\u00fcfung auf uns, die wir bestehen m\u00fcssen, um weiter existieren zu k\u00f6nnen? In gewissen Sinne: Ja. Angesichts der Klimakrise und den anderen Problemen die wir unserem eigenen Handeln verdanken, kann man nicht unbedingt davon ausgehen, dass wir in 100, 1000 oder 10.000 Jahren auch noch fr\u00f6hlich auf der Erde leben. Selbstverst\u00e4ndlich m\u00fcssen wir uns immer wieder anstrengen, dass wir als menschliche Zivilisation weiter bestehen k\u00f6nnen. Aber das ist nur ein Aspekt von dem, um das es in dieser Folge gehen soll. Sie handelt vom &#8222;Gro\u00dfen Filter&#8220;, den ich in Folge 410 schon einmal kurz erw\u00e4hnt habe. Es lohnt sich aber, noch mal einen genaueren Blick darauf zu werden.<\/p>\n<p>Die Geschichte beginnt mit dem sogenannten &#8222;Fermi-Paradoxon&#8220;. Also der Beobachtung, die der italienische Physiker Enrico Fermi im Jahr 1950 angestellt hat. Kurz gesagt hat sich Fermi damals \u00fcberlegt, wo denn die ganzen Anderen sind. Und mit &#8222;die Anderen&#8220; sind au\u00dferirdische Lebewesen gemeint. Wenn das Universum seit fast 14 Milliarden Jahren existiert; wenn es \u00fcberall Sterne mit Planeten gibt und wenn zumindest auf einigen dieser Planeten Leben existiert, dann sollte eigentlich mehr als genug Zeit gewesen sein, dass wir davon etwas mitkriegen. Selbst mit Raumschiffen die sich an die Gesetze der Physik halten und keinen \u00dcberlichtgeschwindigkeitsantrieb haben, h\u00e4tte die Zeit locker gereicht, um zum Beispiel die gesamte Milchstra\u00dfe zu kolonialisieren. Zumindest irgendwelche au\u00dferirdischen Raumsonden; irgendwelche Roboterraumschiffe oder etwas in der Art h\u00e4tten doch schon l\u00e4ngst mal im Sonnensystem zu Besuch kommen sollen.<\/p>\n<p>Es gibt aber absolut keinen seri\u00f6sen Beleg daf\u00fcr, dass so etwas passiert ist. Wir haben keinen Besuch bekommen; wir haben bis jetzt auch nirgendwo im Universum auch nur eine Spur von au\u00dferirdischem Leben entdeckt. Warum ist das so? Es gibt nat\u00fcrlich jede Menge M\u00f6glichkeiten, das zu erkl\u00e4ren und einige davon habe ich in Folge 410 ausf\u00fchrlicher vorgestellt. Eine dieser Erkl\u00e4rungen stammt aus dem Jahr 1996 und ist heute unter der Bezeichnung &#8222;Der gro\u00dfe Filter&#8220; bekannt. Damals hat der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler Robin Hansen einen Aufsatz mit dem Titel <a href=\"https:\/\/mason.gmu.edu\/~rhanson\/greatfilter.html\">&#8222;Der gro\u00dfe Filter &#8211; Haben wir ihn schon fast hinter uns?&#8220;<\/a> geschrieben. Hansen ist ein bisschen eine kontroverse Figur; viele seine Aussagen zu Wirtschaft und Gesellschaft sind umstritten, aber das wollen wir jetzt der Einfachheit mal ignorieren und konzentrieren uns auf das, was er damals geschrieben hat. <\/p>\n<figure id=\"attachment_6901\" aria-describedby=\"caption-attachment-6901\" style=\"width: 988px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Center_Milky_Way.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Center_Milky_Way.jpg\" alt=\"\" width=\"988\" height=\"962\" class=\"size-full wp-image-6901\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6901\" class=\"wp-caption-text\">Warum ist da niemand? (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/images\/potw1047a\/\">Bild: ESO\/R. Schoedel<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch er stellt fest, dass wir bis jetzt keine Anzeichen intelligenter au\u00dferirdischer Lebewesen gefunden haben. Und dass das intelligente Leben hier auf der Erde im Laufe der Geschichte alle \u00f6kologischen Nischen gef\u00fcllt hat, die es gibt. Wir haben den ganzen Planeten besiedelt; wir haben alle Kontinente erforscht; sind \u00fcberall dorthin gegangen, wohin wir mit den jeweils vorhandenen technischen Mitteln gehen konnten. Und auch eine Besiedelung des Weltalls ist technisch zumindest prinzipiell m\u00f6glich. Hansen schreibt, es sei damit zu rechnen, dass wir in der Zukunft dank neuer Technologie die gesamte Milchstra\u00dfe besiedeln werden. Und fragt sich dann, so wie Fermi, warum das sonst noch niemand gemacht hat. Er schreibt: &#8222;Unser Planet, unser Sonnensystem sehen allerdings nicht so aus, als w\u00e4ren sie von einer fortgeschrittenen Lebensform aus dem All kolonialisiert worden und auch anderswo sehen wir nichts davon. Im Gegenteil: Wir sind sehr erfolgreich darin, das Verhalten unseres Planeten, des Sonnensystems, der nahen Sterne, der Milchstra\u00dfe und sogar von anderen Galaxien durch einfache &#8222;tote&#8220; physikalische Prozesse zu erkl\u00e4ren anstatt durch das komplexe, zielgerichtete Verhalten fortgeschrittenen Lebens. Angesichts der Tatsache, dass unsere Milchstra\u00dfe den Nachbargalaxien so \u00e4hnlich ist, ist es auch zweifelhaft davon auszugehen, dass unsere gesamte Milchstra\u00dfe eine Art &#8222;Naturschutzgebiet&#8220; unter lauter besiedelten Galaxien ist.&#8220; <\/p>\n<p>Irgendwas l\u00e4uft da schief. Nochmal Hansen: &#8222;Die Menschheit scheint eine strahlende Zukunft vor sich zu haben, das hei\u00dft eine reale Chance das Universum mit Leben zu erf\u00fcllen. Aber die Tatsache, dass das All in unserer Umgebung tot zu sein scheint, legt nahe, dass jedes St\u00fcck toter Materie nur eine winzige Chance hat, so eine Zukunft zu erleben. Es muss also einen gro\u00dfen Filter geben, der zwischen dem Tod und dem sich ausdehnenden dauerhaften Leben steht und die Menschheit muss sich der unheilvollen Frage stellen: Wie weit stecken wir schon in diesem Filter drin?&#8220;.<\/p>\n<p>Hansen meint damit folgendes: Am Anfang steht zwangsl\u00e4ufig tote Materie. Atome, Molek\u00fcle, eine Gaswolke, ein Stern. Und am Schluss kommt die &#8222;Explosion der Kolonisation&#8220;, also eine lebendige Zivilisation die in der Lage ist, eine komplette Galaxie zu kolonialisieren. Dazwischen passieren jede Menge Dinge und irgendwo dort muss der &#8222;gro\u00dfe Filter&#8220; stecken, also das, was es offensichtlich so unwahrscheinlich macht, dass eine Zivilisation diesen letzten Punkt erreicht. Denn wenn es nicht so w\u00e4re, dann w\u00fcrden wir die Anzeichen der galaktischen Kolonialisation ja irgendwo sehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Hansen selbst listet in seinem Text neun Schritte auf. Es f\u00e4ngt an mit dem richtigen Sternensystemen. Dort m\u00fcssen sich auf einem Planeten Molek\u00fcle bilden, die sich selbst reproduzieren k\u00f6nnen, also zum Beispiel das, was bei uns die RNA und DNA machen. Danach entwickelt sich daraus simples, einzelliges Leben und daraus dann komplexes einzelliges Leben. Dieses Leben lernt, sich sexuell fortzupflanzen und es entsteht mehrzelliges Leben. Danach kommen irgendwann fr\u00fche Formen des intelligenten Lebens und schlie\u00dflich eine fortgeschrittene Zivilisation die das Potenzial der Besiedelung des Weltraums hat. Da stehen wir zur Zeit und jetzt m\u00fcssten wir noch die &#8222;Explosion der Kolonisation&#8220; schaffen. Sofern nicht irgendwo der Filter auf uns wartet&#8230;<\/p>\n<figure id=\"attachment_32836\" aria-describedby=\"caption-attachment-32836\" style=\"width: 1014px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/mikrobentitel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/mikrobentitel.jpg\" alt=\"\" width=\"1014\" height=\"361\" class=\"size-full wp-image-32836\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-32836\" class=\"wp-caption-text\">Mikroben! Ein Schritt in die richtige Richtung<\/figcaption><\/figure>\n<p>Nat\u00fcrlich ist Hansens Liste nicht vollst\u00e4ndig; es gibt noch jede Menge mehr Schritte auf dem Weg vom toten Molek\u00fcl hin zur galaktischen F\u00f6rderation. Aber nat\u00fcrlich kann man sich die Frage stellen, die Hansen sich gestellt hat: Wartet der Filter noch auf uns oder haben wir ihn schon hinter uns gelassen? Was w\u00e4re zum Beispiel, wenn wir auf dem Mars irgendwelche Mikroorganismen entdeckt; oder in den unterirdischen Ozeanen der Eismonde von Jupiter und Saturn? Dann h\u00e4tten wir ein zweites Beispiel f\u00fcr die Entwicklung von mehrzelligen Leben; k\u00f6nnten also davon ausgehen, dass alle Schritte bis zu diesem Punkt nicht so enorm schwer sind; denn sonst w\u00e4ren sie ja nicht gleich zweimal in einem einzigen Sonnensystem durchlaufen worden. Dass hei\u00dft aber dann auch, dass der gro\u00dfe Filter irgendwo hinter diesem Punkt liegen muss und eventuell noch vor uns. Vielleicht war der unwahrscheinliche, schwierige Schritt aber eben auch die Entstehung von komplexen Einzellern? Das haben wir schon erledigt und dann k\u00f6nnen wir gefahrlos in die Zukunft aufbrechen. <\/p>\n<p>Es ist verst\u00e4ndlicherweise spannend, dar\u00fcber nachzudenken, ob in unserer Zukunft irgendeine unbekannte Gefahr wartet; etwas, was alle intelligenten Zivilisation durchlaufen m\u00fcssen, wenn sie nachhaltig existieren wollen; etwas, was aber offensichtlich so gut wie niemand schafft, denn wo sind die dann alle? Man muss sich aber dar\u00fcber im Klaren sein, dass dieses Gedankenexperiment zwar reizvoll ist, aber nur dann Sinn macht, wenn man zuvor sehr viele Annahmen trifft. <\/p>\n<p>Hansen spekuliert viel in seinem Text. Zum Beispiel dar\u00fcber, ob fortgeschrittenes Leben vielleicht haupts\u00e4chlich auf dunkler Materie basiert. Was angesichts dessen, was wir \u00fcber dunkle Materie wissen und vor allem dem, was wir nicht dar\u00fcber wissen, deutlich mehr Science Fiction ist als Wissenschaft. Dunkle Materie, so wie wir sie bis heute verstehen, ist keine Materie im &#8222;normalen&#8220; Sinn. Sondern besteht aus Teilchen, die zum Beispiel gerade nicht miteinander oder mit normaler Materie wechselwirken. Dunkle Materie bildet keine Molek\u00fcle; keine gr\u00f6\u00dferen Strukturen; keine Planeten, keine Lebewesen. Aber da wir eben auch immer noch nicht genau wissen, aus was dunkle Materie besteht, kann es auch ganz anders sein und niemand kann seri\u00f6serweise irgendwas \u00fcber Dunkle-Materie-Leben sagen. Hansen spekuliert \u00fcber Kriege, soziale Herausforderungen, sich selbst vernichtenden Zivilisationen, und so weiter. Aber \u00fcber eines spekuliert er nicht&#8230;<\/p>\n<p>Hansen schreibt am Ende seines Texts: &#8222;Keine Alien-Zivilisation hat bis jetzt unser Sonnensystem kolonialisiert oder unsere Nachbarsysteme. Unter den Milliarden Billiarden Sterne die es in der Vergangenheit des Universums gab, wurde nirgendwo ein Stand der Technik erreicht, den wir in K\u00fcrze erreichen k\u00f6nnen. Daraus folgt, dass irgendwo ein &#8222;Gro\u00dfer Filter&#8220; zwischen gew\u00f6hnlicher, toter Materie und dem fortgeschrittenen, sich ausbreitenden Leben steht.&#8220;<\/p>\n<p>Und genau das ist der Punkt, der so kritisch an der ganzen Angelegenheit ist. Ist es denn wirklich sicher, dass das daraus folgt? Ja, wir sehen tats\u00e4chlich keine sich \u00fcber das gesamte Universum ausbreitende Mega-Zivilisation. Aber warum sollten wir die denn sehen? Hansen macht &#8211; meiner Meinung nach &#8211; den Fehler, den viele Menschen machen, wenn sie \u00fcber au\u00dferirdisches, intelligentes Leben nachdenken: Sie stellen sich diese Aliens so vor, wie wir das aus der Science Fiction gewohnt sind. Halt im Prinzip so wie wir Menschen, nur vielleicht ein wenig anders. Aber auch nicht zu viel anders. Auf jeden Fall als Wesen, die leben, sterben, forschen, nachdenken, W\u00fcnsche haben, Sachen erfinden, Raumschiffe bauen, andere Planeten erkunden, und so weiter. Aber warum sollte das so sein? Warum sollten Aliens andere Himmelsk\u00f6rper besiedeln? Warum sollten sie irgendwelche technischen Zivilisation errichten; Alien-St\u00e4dte mit Alien-Raumschiffen bauen, und so weiter? Ja, WIR haben so etwas gemacht. Aber das ist auch schon alles. Wir haben absolut \u00fcberhaupt keine Ahnung, ob unsere Form der Intelligenz die einzig m\u00f6gliche ist. Nicht mal, ob unsere Form von Leben die einzig m\u00f6gliche ist. M\u00fcssen Aliens irgendwelche Individuen sein? Was ist mit irgendwelchen Schwarmwesen? Selbst auf der Erde kennen wir Kollektive aus Mikroorganismen, aus Insekten, usw, die erstaunliche Dinge tun, ohne im eigentlichen Sinne &#8222;intelligent&#8220; zu sein. Der wichtigste Punkt aber ist: Was ist mit den Aliens, die so sind, wie wir es uns absolut nicht vorstellen k\u00f6nnen? Es ist schwer, dar\u00fcber nachzudenken. Es ist unm\u00f6glich. Aber nur weil wir nicht anders k\u00f6nnen, als uns Aliens so vorzustellen wie Menschen, nur ein bisschen anders, folgt daraus ja nicht, dass sie nicht irgendwie komplett anders sein k\u00f6nnen. Ja, f\u00fcr uns ist es absolut logisch davon auszugehen, dass sich eine fortgeschrittene Zivilisation irgendwann in den Weltraum ausbreitet. Aber es gibt keinen Grund, warum dieses Verhalten verallgemeinert werden k\u00f6nnen soll. F\u00fcr irgendwelche Aliens k\u00f6nnte es ebenso vollkommen logisch sein, eben gerade NICHT ins All aufzubrechen. Vielleicht w\u00e4ren sie gar nicht in der Lage, solche Vorstellungen zu entwickeln, genau so wenig wie wir dar\u00fcber nachdenken k\u00f6nnen &#8211; ja, und jetzt fehlt nat\u00fcrlich ein Beispiel, weil wir dar\u00fcber eben nicht nachdenken k\u00f6nnen! <\/p>\n<figure id=\"attachment_35477\" aria-describedby=\"caption-attachment-35477\" style=\"width: 1679px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SpockAliensSTS.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SpockAliensSTS.jpg\" alt=\"\" width=\"1679\" height=\"1195\" class=\"size-full wp-image-35477\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-35477\" class=\"wp-caption-text\">Wo ist das Alien? (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:STS-54_(29411265562).jpg\">Bild: NASA<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Kurz gesagt: Es ist ein bisschen wie in der Religion. Wir haben uns die Aliens nach unserem eigenen Abbild geformt; so wie wir uns unsere G\u00f6tter nur als eine Art von &#8222;Supermenschen&#8220; vorstellen k\u00f6nnen und deswegen auch genau so vorgestellt haben. Der &#8222;Gro\u00dfe Filter&#8220; ist ein faszinierender Gedanke &#8211; aber eben auch nicht mehr als die Antwort auf eine Frage, die nur deswegen existiert, weil wir uns dazu entschieden haben, uns eine Welt vorzustellen, in der diese Frage eine Bedeutung hat. Wir k\u00f6nnen und sollen selbstverst\u00e4ndlich dar\u00fcber nachdenken, welche Gefahren wir in Zukunft zu bew\u00e4ltigen haben. Aber dabei k\u00f6nnen wir uns durchaus an dem orientieren, was wir schon ganz konkret wissen: \u00dcber die Klimakrise, \u00fcber die Kriege auf der Erde, \u00fcber all die anderen Krisen die wir verursacht haben und noch verursachen werden. Aber Schl\u00fcsse aus der Nicht-Beobachtung von etwas zu ziehen, von dem es keinen zwingenden Grund gibt anzunehmen, dass es stattfinden muss: Das ist dann doch eher Science Fiction und keine Wissenschaft. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/f97c30712b2e4e00b75e657bbe7a04b9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. 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