{"id":27085,"date":"2022-09-23T06:00:59","date_gmt":"2022-09-23T04:00:59","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2022\/09\/23\/sternengeschichten-folge-513-stoerende-satelliten-und-die-helligkeit-des-nachthimmels\/"},"modified":"2025-05-14T17:23:10","modified_gmt":"2025-05-14T15:23:10","slug":"sternengeschichten-folge-513-stoerende-satelliten-und-die-helligkeit-des-nachthimmels","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2022\/09\/23\/sternengeschichten-folge-513-stoerende-satelliten-und-die-helligkeit-des-nachthimmels\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 513: St\u00f6rende Satelliten und die Helligkeit des Nachthimmels"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.org\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/main.podigee-cdn.net\/media\/podcast_7374_sternengeschichten_episode_850830_sternengeschichten_folge_513_storende_satelliten_und_die_helligkeit_des_nachthimm.mp3?v=1661262051\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/5eLaGXlry0w\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/feed\/mp3\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/i><\/b><\/p>\n<p>Wer den Podcast finanziell unterst\u00fctzen m\u00f6chte, kann das hier tun: Mit <a href=\"https:\/\/www.paypal.me\/florianfreistetter\">PayPal<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.patreon.com\/sternengeschichten\">Patreon<\/a> oder <a href=\"https:\/\/steadyhq.com\/sternengeschichten\">Steady<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/513-sternengeschichten-folge-513-storende-satelliten-und-die-helligkeit-des-nachthimmels\/embed?context=external&#038;token=Adtl1p0SXr6tnoQH-ZCbWQ\"><\/script><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<br \/>\n<strong>Sternengeschichten Folge 513: St\u00f6rende Satelliten und die Helligkeit des Nachthimmels<\/strong><\/p>\n<p>Jedes Jahr, immer an dem Freitag der dem Neumond im September am n\u00e4chsten liegt, findet die &#8222;Earth Night&#8220; statt. Gut, die Nacht gibt es t\u00e4glich. Bzw. n\u00e4chtlich. Die Earth Night, also die &#8222;Nacht der Erde&#8220; ist aber eine besondere Aktion &#8211; das Motto lautet &#8222;Licht aus! F\u00fcr eine ganze Nacht&#8220; und ist relativ selbsterkl\u00e4rend. Ab 22 Uhr sollen so viele k\u00fcnstliche Lichter wie m\u00f6glich abgeschaltet werden um die nat\u00fcrlichen Lichter am Himmel besser sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich habe in Folge 32 der Sternengeschichten ja schon mal \u00fcber das Ph\u00e4nomen der sogenannten &#8222;Lichtverschmutzung&#8220; gesprochen. Obwohl dieser Begriff eigentlich missverst\u00e4ndlich ist; dabei geht es nicht um schmutziges Licht, sondern um Licht, dass quasi die Dunkelheit verschmutzt. Oder genauer gesagt: Um Licht, dass die nat\u00fcrliche Dunkelheit der Nacht k\u00fcnstlich aufhellt. Die &#8222;nat\u00fcrliche Dunkelheit der Nacht&#8220;: Das ist etwas, was die meisten von uns gar nicht mehr kennen. In Mitteleuropa und den anderen stark besiedelten Regionen der Welt wird es nicht mehr dunkel. Die Sonne geht zwar jede Nacht unter, die Nacht bleibt aber immer heller als sie es eigentlich w\u00e4re. All die Lichter die wir anknipsen, machen den Himmel hell; so hell, dass man bei weitem nicht alle Sterne sehen kann, die f\u00fcr unsere Augen eigentlich sichtbar w\u00e4ren. Um einen echten Nachthimmel in all seiner Pracht sehen zu k\u00f6nnen, muss man in die W\u00fcste, auf hohe Berge abseits von St\u00e4dten, auf den Ozean oder sonst irgendwo hin, wo niemand lebt und wo man deswegen auch nur sehr schwer hin kommt. Nur dann kann man das sehen, was Jahrhundertausende lang und bis noch vor wenige hundert Jahre alle Menschen immer sehen konnten, wenn sie nachts zum Himmel geblickt haben.<\/p>\n<p>Ich habe fr\u00fcher schon erkl\u00e4rt, dass der Verlust der Dunkelheit nicht nur ein enormer kultureller Verlust ist, sondern auch ein \u00f6kologischer und finanzieller. Wir schalten die Lichter ja nicht ein, weil sie den Himmel beleuchten sollen. Das tun sie nur, weil sie ineffektiv sind; schlecht geplant und schlecht organisiert. All dieses Licht ist verschwendet und damit auch die Energie, die f\u00fcr den Betrieb gebraucht wird und das Geld, dass dieser Betrieb kostet. Man k\u00f6nnte viel Geld und Energie sparen, wenn man ein wenig besser auf die Beleuchtung achtet und es wirklich nur dann hell macht, wenn es n\u00f6tig ist. Das w\u00e4re auch f\u00fcr die Umwelt besser; viele Tiere und Pflanzen und auch wir Menschen kriegen Stress und gesundheitliche Probleme, wenn es nie wirklich dunkel wird. \u00dcber all das habe ich schon fr\u00fcher gesprochen; auch dar\u00fcber, dass es durch weniger k\u00fcnstliche Beleuchtung auch keinen Anstieg in der Kriminalit\u00e4t gibt und die Stra\u00dfen nicht weniger sicher werden. <\/p>\n<figure id=\"attachment_30154\" aria-describedby=\"caption-attachment-30154\" style=\"width: 1280px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/img_09784-cc.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/img_09784-cc.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"853\" class=\"size-full wp-image-30154\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30154\" class=\"wp-caption-text\">Satellit \u00fcber den Teleskopen der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/images\/img_09784-cc\/\">Bild: R. Wesson\/ESO<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Anblick des Himmels und die wissenschaftliche Erforschung des Alls wird aber auch durch ein anderes Ph\u00e4nomen gest\u00f6rt, dass nicht ganz so offensichtlich ist wie die hellen Lichter der menschlichen St\u00e4dte. 1957 flog der erste k\u00fcnstliche Satellit ins All und die Menschheit war zu recht sehr aufgeregt \u00fcber den Lichtpunkt, der sich da \u00fcber den Himmel bewegt und der von Menschen dorthin gebracht wurde. Der kleine Sputnik war keine 100 Tage im All, aber ihm sind im Laufe der Zeit sehr viele weitere Satelliten gefolgt. Durchaus auch zum Nutzen der Menschheit und der Wissenschaft. Die Astronomie w\u00e4re l\u00e4ngst nicht so weit, wenn wir nicht auch unsere Messinstrumente im Weltall h\u00e4tten. Unser Alltag w\u00fcrde v\u00f6llig anders aussehen, wenn wir keine Satelliten zur Navigation, Kommunikation oder zur Wettervorhersage h\u00e4tten. Der Weg in den Weltraum war ein wichtiger technologischer Schritt f\u00fcr uns. Aber das gilt auch f\u00fcr die industrielle Revolution, die Erfindung der Dampfmaschine oder der des Autos &#8211; und trotzdem sind wir deswegen nun in einer Situation angelangt, in der wir uns mit der Katastrophe der Klimakrise auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Die Lage bei den Satelliten ist noch nicht so dramatisch und hat auch nicht das katastrophale Potenzial der Klimakrise. Aber es w\u00fcrde trotzdem nichts schaden, wenn wir uns hier zur Abwechslung mal vorher \u00fcberlegen, was f\u00fcr negative Folgen das alles haben k\u00f6nnte und es dann gar nicht erst dazu kommen lassen. In Folge 228 der Sternengeschichten habe ich schon vom Kessler-Syndrom erz\u00e4hlt, also einem potenziellen Zustand in dem zu viele Satelliten in der Erdumlaufbahn so viel Weltraumschrott erzeugt haben, dass ein Flug ins All und durch diese M\u00fcllzone hindurch sehr schwierig oder fast unm\u00f6glich wird. So weit ist es noch lange nicht, aber zu viele Satelliten haben Auswirkungen auf die Art und Weise wie wir den Nachthimmel beobachten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir beschr\u00e4nken uns mittlerweile nicht mehr, einzelne Satelliten ins All zu schicken, sondern konstruieren ganze &#8222;Satellitenkonstellationen&#8220;. Dabei geht es darum, m\u00f6glichst viel der Erdoberfl\u00e4che gleichzeitig mit Satelliten abdecken zu k\u00f6nnen. Das ist zum Beispiel bei der Navigation wichtig, da reicht nicht ein Satellit; man braucht ein paar Dutzend. \u00c4hnliches gilt f\u00fcr Kommunikationsnetzwerke wie das Iridium-Netz, das aus 66 Satelliten besteht um auf der ganze Erde Telefonempfang zu liefern (zumindest wenn man ein entsprechendes und teures Ger\u00e4t daf\u00fcr hat). Die Iridium-Satelliten sind auch ein gutes Beispiel f\u00fcr das Ph\u00e4nomen um das geht. Die meisten werden vermutlich schon mal einen Satelliten gesehen haben. Wenn man lang genug zum Nachthimmel schaut, wird man ziemlich bald den einen oder anderen Lichtpunkt sehen, der sich vergleichsweise schnell durch das Sternenfeld bewegt. Manchmal leuchtet so ein Punkt aber auch pl\u00f6tzlich enorm hell auf; heller als die Sterne. Dann stehen die Chancen gut, dass man einen &#8222;Iridium-Flare&#8220; beobachtet hat; dann steht der Satellit gerade so, dass Sonnenlicht von seinen gro\u00dfen Antennen genau zur Erde reflektiert werden kann. Das sieht beeindruckend aus und man kann sich im Internet auch die Zeiten heraussuchen, zu denen man so etwas beobachten kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_31973\" aria-describedby=\"caption-attachment-31973\" style=\"width: 1280px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/starlink01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/starlink01.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"1158\" class=\"size-full wp-image-31973\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-31973\" class=\"wp-caption-text\">19 Starlink-Satelliten st\u00f6ren eine Aufnahme des Himmels die 5,5 Minuten lang belichtet wurde (<a href=\"https:\/\/www.iau.org\/public\/themes\/satellite-constellations\/\">NSF\u2019s National Optical-Infrared Astronomy Research Laboratory\/CTIO\/AURA\/DELVE<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber wenn man es nicht mit 66 Satelliten zu tun hat, sondern mit 66.000, dann w\u00e4re die Lage vermutlich anders. Genau das ist aber das Problem: 2018 schickte die Firma Space X die ersten Testsatelliten ihres &#8222;Starlink&#8220;-Netzwerkes ins All und da geht es nicht mehr um ein paar Dutzend k\u00fcnstlicher Himmelsk\u00f6rper, die am Ende die Erde umkreisen sollen, sondern um ein paar tausend bis zehntausend. Andere Firmen, wie Amazon, planen \u00e4hnliche Satellitennetzwerke um weltweit Internet anbieten zu k\u00f6nnen. Es ist also nicht unm\u00f6glich, dass in Zukunft hunderttausende k\u00fcnstliche Himmelsk\u00f6rper die Erde umkreisen.<\/p>\n<p>Das ist durchaus nicht ohne Probleme. Zuerst einmal f\u00fcr die Forschung: In der Astronomie nutzt man Teleskope, um Aufnahmen des Himmels zu machen. Dabei wird oft minuten- oder stundenlang belichtet um noch m\u00f6glichst leuchtschwache Objekte abbilden zu k\u00f6nnen. Wenn da nun aber ein ganzes Netz an Satelliten die Erde umspannt, werden die selbstverst\u00e4ndlich immer wieder durch das Bild fliegen und dort Spuren hinterlassen. Diese Spuren kann man zwar leicht erkennen und sp\u00e4ter aus den Daten entfernen. Aber das ist erstens zus\u00e4tzliche Arbeit. Und zweitens fehlen am Ende trotzdem Daten. Da, wo die Kamera eine Satellitenspur abgebildet hat, kann sie nichts anderes mehr abbilden. Die Auswirkungen der gro\u00dfen Satellitennetzwerke werden nicht \u00fcberall auf der Erde gleich stark sein und sie werden am Abend und am Morgen st\u00e4rker sein als mitten in der Nacht. Aber es wird sie geben und die Forschung wird mehr Zeit und Arbeit aufwenden m\u00fcssen und trotzdem noch Daten und Beobachtungsm\u00f6glichkeiten verlieren. <\/p>\n<p>Dass die \u00e4u\u00dferst sensiblen Instrumente der Wissenschaft von den Satelliten beeinflusst werden, ist klar. Aber was ist mit den Augen der Menschen? Was kriegen wir davon mit? Das ist ein bisschen schwieriger zu beantworten. Nicht alle Satelliten leuchten so hell wie ein Iridium-Flare. Manche sind kaum zu sehen; manche sind f\u00fcr unsere Augen gar nicht zu sehen. Unser Aufl\u00f6sungsverm\u00f6gen ist zu schlecht daf\u00fcr; was aber nicht hei\u00dft, dass das Licht das die Satelliten von der Sonne in Richtung Erde reflektieren, nicht vorhanden ist! Es kann ja nicht einfach verschwinden. Jedes Objekt in der Umlaufbahn der Erde &#8211; k\u00fcnstliche ebenso wie nat\u00fcrliche, zum Beispiel Staubteilchen oder \u00e4hnliches &#8211; reflektiert Sonnenlicht. Und dieses Licht wird in der Atmosph\u00e4re der Erde gestreut und macht sie ein wenig heller. Satelliten die unsere Augen nicht aufl\u00f6sen k\u00f6nnen, sehen wir zwar nicht direkt. Aber wir nehmen ihr Licht als diffuse Aufhellung der Nacht wahr. Wenn das nur ein paar Satelliten sind, merken wir das nat\u00fcrlich nicht. Aber mittlerweile haben wir eben mehr als nur ein paar Satelliten am Himmel. Und daneben noch viel mehr Weltraumschrott, der sich im Laufe der Zeit angesammelt hat und weiter ansammeln wird. Im Juni 2021 haben Forscherinnen und Forscher eine entsprechende Analyse des Streulichts durchgef\u00fchrt, das von den aktuellen vorhandenen k\u00fcnstlichen Objekt ausgeht. Das Ergebnis: 20 Mikrokandela pro Quaratmeter. Darunter kann man sich wenig vorstellen, aber das entspricht einer 10prozentigen Erh\u00f6hung der Nachthimmelhelligkeit, ausgehend von dem Niveau das vorhanden w\u00e4re, wenn es keine k\u00fcnstlichen Lichter auf der Erde g\u00e4be. <\/p>\n<p>Diese 10 Prozent sind jetzt nicht wahnsinnig viel, aber sie liegen gerade an der Grenze des Limits, dass die Astronomie eigentlich f\u00fcr optimale Beobachtungsbedingungen festgelegt hat. Und im Gegensatz zu der Lichtverschmutzung die von den Lichtern der St\u00e4dte stammt, kann man diesem Licht auch nicht entkommen, wenn man sich auf hohe Berge in fernen W\u00fcsten zur\u00fcck zieht. <\/p>\n<figure id=\"attachment_6256\" aria-describedby=\"caption-attachment-6256\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/31890-800px-Starry_Night_Over_the_Rhone.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/31890-800px-Starry_Night_Over_the_Rhone.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"533\" class=\"size-full wp-image-6256\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6256\" class=\"wp-caption-text\">Nacht kann auch mit Lichtern sch\u00f6n sein. Aber nicht zu vielen&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es ist absolut wichtig, sich darum zu k\u00fcmmern, dass wir die Nacht nicht mehr unn\u00f6tig heller machen. Aus wissenschaftlichen Gr\u00fcnden, aus kulturellen, aus biologischen, aus medizinischen und aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden. Wir m\u00fcssen aber auch darauf achten, dass wir mit all den Satelliten im All nicht irgendwann einen Schaden anrichten, der schwer korrigiert werden kann. Der Weltraum geh\u00f6rt niemandem. Oder anders gesagt: Der Weltraum geh\u00f6rt uns allen. Auf der Erde sind wir &#8211; zum Gl\u00fcck &#8211; irgendwann drauf gekommen, dass wir nicht einfach machen k\u00f6nnen, was wir wollen. Wir k\u00f6nnen nicht \u00fcberall H\u00e4user, St\u00e4dte, Fabriken hinbauen; nicht \u00fcberall nach Bodensch\u00e4tzen graben; nicht \u00fcberall Stra\u00dfen durchziehen. Wir haben Naturschutzgebiete eingerichtet, weil wir erkannt haben, dass es auch f\u00fcr uns Menschen wichtig ist, dass es Teile der Erde gibt, aus denen wir uns raushalten. Genau das gilt auch f\u00fcrs All. Der Weltraum ist eine Ressource; f\u00fcr unsere Wirtschaft, f\u00fcr unsere Technik und f\u00fcr die wissenschaftliche Erkenntnis. Aber auch eine kulturelle Ressource f\u00fcr unsere Fantasie, Inspiration, unsere Gedanken und unsere Tr\u00e4ume. Wir brauchen den Blick zum dunklen Nachthimmel; dieser Blick hat uns Jahrtausende lang als Menschen gepr\u00e4gt und zu dem gemacht, was wir heute sind. Wie m\u00fcssen uns uns die Dunkelheit erhalten, wenn wir uns selbst nicht verlieren wollen.<br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/110991b5d21a4eabb30b6bff8fa0d256\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. 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