{"id":26154,"date":"2021-05-03T08:56:28","date_gmt":"2021-05-03T06:56:28","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/05\/03\/corona-asteroideneinschlag-und-klimawandel-warum-man-wissenschaftliche-vorhersagen-nicht-ignorieren-sollte\/"},"modified":"2025-05-14T16:55:03","modified_gmt":"2025-05-14T14:55:03","slug":"corona-asteroideneinschlag-und-klimawandel-warum-man-wissenschaftliche-vorhersagen-nicht-ignorieren-sollte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/05\/03\/corona-asteroideneinschlag-und-klimawandel-warum-man-wissenschaftliche-vorhersagen-nicht-ignorieren-sollte\/","title":{"rendered":"Corona, Asteroideneinschlag und Klimawandel: Warum man wissenschaftliche Vorhersagen nicht ignorieren sollte"},"content":{"rendered":"<p><i>&#8222;Der Erreger stammt aus S\u00fcdostasien, wo der bei Wildtieren vorkommende Erreger \u00fcber M\u00e4rkte auf den Menschen \u00fcbertragen wurde. Da die Tiere selbst nicht erkranken, war nicht erkennbar, dass eine Infektionsgefahr bestand. Durch diese zoonotische \u00dcbertragung in Gang gesetzte Infektketten konnten nur retrospektiv nachvollzogen werden;dies gelang nicht in allen F\u00e4llen. Die Inkubationszeit, also die Zeit von der \u00dcbertragung des Virus auf einen Menschen bis zu den ersten Symptomen der Erkrankung, betr\u00e4gt meist drei bis f\u00fcnf Tage, kann sichaber in einem Zeitraum von zwei bis 14 Tagen bewegen. Fast alle Infizierten erkranken auch. Die Symptome sind Fieber und trockenerHusten, die Mehrzahl der Patienten hat Atemnot, in R\u00f6ntgenaufnahmen sichtbare Ver\u00e4nderungen in der Lunge, Sch\u00fcttelfrost, \u00dcbelkeit und Muskelschmerzen. Die Infektionskrankheit breitet sich sporadisch und in Clustern aus. Eine \u00dcbertragung findet insbesondere \u00fcber Haushaltskontakte und im Krankenhausumfeld, aber auch in \u00f6ffentlichen Transportmitteln, am Arbeitsplatz und in der Freizeit statt.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Diese S\u00e4tze beschreiben nicht die aktuelle Corona-Pandemie. Man kann sie in einem Dokument lesen, das am 3. Januar 2013 ver\u00f6ffentlicht worden ist. Es handelt sich um den &#8222;Bericht zur Risikoanalyse im Bev\u00f6lkerungsschutz 2012&#8220; (<a href=\"https:\/\/dipbt.bundestag.de\/dip21\/btd\/17\/120\/1712051.pdf\">pdf<\/a>). Erstellt hat den entsprechenden Teil des Berichts das Robert-Koch-Institut, beauftragt von der deutschen Bundesregierung. Die Existenz dieser <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsche_Pandemie-Risikoanalyse\">&#8222;Deutschen Pandemie-Risikoanalyse&#8220;<\/a> ist keine gro\u00dfe Enth\u00fcllung; in den letzten Monaten wurde immer wieder darauf hingewiesen. Aber eben erst in den letzten Monaten. Davor hat sich &#8211; von der Wissenschaft abgesehen &#8211; niemand gro\u00df f\u00fcr das Risiko einer Pandemie interessiert. Obwohl das Robert-Koch-Institut ziemlich gut vorhergesagt hat, was in so einem Fall passieren w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Ich habe im letzten Jahr <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2020\/04\/29\/viren-bakterien-und-anderer-kleinkram-die-buchempfehlungen-vom-april-2020\/\">viele B\u00fccher \u00fcber Viren und Mikroorganismen<\/a> gelesen. Die meisten davon sind vor der Corona-Pandemie erschienen. Aber \u00fcberall dort, wo \u00fcber die Zukunft spekuliert worden ist, waren die Vorhersagen erschreckend richtig. Die Wissenschaft war sich im wesentlichen einig, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis wieder eine Pandemie stattfindet. Sie war sich ebenfalls ziemlich sicher, dass der Erreger ein neuartiges Coronavirus sein k\u00f6nnte und das der Ursprung vermutlich in China liegen wird. <\/p>\n<p>Der Bericht des Robert-Koch-Instituts will aber nicht nur eine reine Vorhersage des Ereignisses an sich treffen. Es ging um eine Risikoanalyse; man wollte also durch die Simulation einer Pandemie herausfinden, mit was f\u00fcr Auswirkungen zu rechnen ist. Sowohl aus medizinischer Sicht, als auch in Bezug auf Wirtschaft, \u00d6ffentlichkeit, Bildung, und so weiter. Vor allem wollte man zeigen, wo, wie und wann auf welche Weise reagiert werden kann und wo die Probleme liegen:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Die Anordnung der Ma\u00dfnahmen geschieht in den Regionen zuerst, in denen sich F\u00e4lle ereignen;die Bev\u00f6lkerung setzt die Ma\u00dfnahmen je nach subjektivem Empfinden unterschiedlich um. Infolge dieser Ma\u00dfnahmen nehmen die Neuerkrankungen ab, was zum Nachlassen der individuellen Schutzma\u00dfnahmen f\u00fchrt (aufgrund einer geringeren subjektiven Risikowahrnehmung), wodurch wiederum die Zahl der Neuerkrankungen zunimmt.<br \/>\nEs ist von einer vielstimmigen Bewertung des Ereignisses auszugehen, die nichtwiderspruchsfrei ist. Dementsprechend ist mit Verunsicherung der Bev\u00f6lkerung zu rechnen. Zus\u00e4tzlich ist ein (mehr oder minder qualifizierter) Austausch \u00fcber neue Medien (z.B. Facebook, Twitter) zu erwarten.<br \/>\nEs ist anzunehmen, dass die Krisenkommunikation nicht durchg\u00e4ngig angemessen gut gelingt. So k\u00f6nnen beispielsweise widerspr\u00fcchliche Aussagen von verschiedenen Beh\u00f6rden\/Autorit\u00e4ten die Vertrauensbildung und Umsetzung der erforderlichen Ma\u00dfnahmen erschweren. Nur wenn die Bev\u00f6lkerung von der Sinnhaftigkeit von Ma\u00dfnahmen (z.B. Quarant\u00e4ne)\u00fcberzeugt ist, werden sich diese umsetzen lassen.&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Die Realit\u00e4t zeigt uns nun, wie zutreffend die Vorhersagen der Wissenschaft waren. Sie zeigt uns aber auch, wie sehr diese Vorhersagen von der Politik ignoriert worden sind. \u00dcber ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie hat man in Deutschland (ebenso wie in \u00d6sterreich und vielen anderen L\u00e4ndern) immer noch den Eindruck, dass weitestgehend ohne gro\u00dfen Plan gehandelt wird. Obwohl man seit sp\u00e4testens 2012 wissen h\u00e4tte k\u00f6nnen, worauf man sich vorbereiten muss.<\/p>\n<p>Es ist nat\u00fcrlich schwer, sich auf ein Ereignis vorzubereiten, von dem man nicht wei\u00df, wann es eintreten wird. Auch das hat der Bericht des RKI schon beschrieben: <i>&#8222;Das Auftreten von neuen Erkrankungen ist ein nat\u00fcrliches Ereignis, das immer wieder vorkommen wird. Es ist aber in der Praxis nicht vorhersehbar, welche neuen Infektionskrankheiten auftreten, wo sie vorkommenwerden und wann dies geschehen wird.&#8220;<\/i> Aber eben WEIL man nicht wei\u00df, wann es passieren wird, muss man sich darauf vorbereiten. Vor allem dann, wenn einem die Wissenschaft genau sagt, dass es sich um ein einschneidendes Ereignis handeln wird. Es wird langsam ein wenig langweilig, immer wieder auf das Pr\u00e4ventionsparadox hinzuweisen. Aber das ist leider zentral bei dieser Thematik: Man muss sich vorbereiten, BEVOR etwas passiert. Tut man das, dann kann die Vorbereitung aber unn\u00f6tig erscheinen (es ist ja noch nichts passiert). Ohne Vorbereitung landet man aber genau da, wo wir jetzt sind: In einer Situation, in der auf die Ereignisse immer nur <i>reagiert<\/i> werden kann. Das ist in einer Pandemie schon schlimm genug; w\u00e4hrend wir noch diskutieren, was man denn jetzt tun, nicht tun, sperren oder \u00f6ffnen kann, verbreitet sich das Virus fr\u00f6hlich weiter. Es gibt aber auch Katastrophen, die ohne Vorbereitung noch viel dramatischere Folgen haben.<\/p>\n<p>Von 26. bis 30. April 2021 fand in Wien (virtuell) die <a href=\"https:\/\/iaaspace.org\/event\/7th-iaa-planetary-defense-conference-2021\/\">7. Planetary Defense Conference 2021<\/a> statt. Dort treffen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt und allen Disziplinen, um \u00fcber die Gefahr f\u00fcr die Erde durch Asteroiden und Kometen zu sprechen. Seit 2013 wird im Rahmen dieser Konferenz auch immer eine Art &#8222;Planspiel&#8220; organisiert. Den Forscherinnen und Forschern wird ein fiktives Szenario pr\u00e4sentiert, bei dem ein Asteroid\/Komet die Erde mit einem bevorstehenden Einschlag bedroht. Im Laufe mehrerer Tage wird m\u00f6glichst realistisch simuliert, wie sich so eine Situation entwickeln k\u00f6nnte. Welche Daten hat man zur Verf\u00fcgung und wie schnell kann man best\u00e4tigen, dass tats\u00e4chlich ein Einschlag stattfinden wird? Wie schnell findet man heraus, wann und wo genau das Ding einschlagen wird? Welche Ma\u00dfnahmen kann man ergreifen; wie kommuniziert man mit der \u00d6ffentlichkeit und der Politik?<\/p>\n<p>Anl\u00e4sslich der Simulation die bei der Konferenz im Jahr 2015 durchgef\u00fchrt wurde, habe ich mit meinem Kollegen Siegfried Eggl gesprochen. Er hat daran teilgenommen und genau erkl\u00e4rt, wie das so abl\u00e4uft (die Tonqualit\u00e4t habe ich damals vor 6 Jahren noch nicht so ganz optimal hinbekommen):<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/JXJ8Jb_q_Ig\" title=\"YouTube video player\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>In diesem Jahr begann die Simulation mit der &#8222;Entdeckung&#8220; des (fiktiven) Asteroids <i>2021 PDC<\/i>. Die ersten Daten zeigten eine m\u00f6gliche Kollision am 20. Oktober 2021, also in nur sechs Monaten. \u00dcber die Gr\u00f6\u00dfe des Objekts war nicht viel bekannt; zwischen 700 und 35 Metern war alles m\u00f6glich. Das potentielle Einschlagsgebiet konnte vorerst nur auf mehr als die H\u00e4lfte der Erdoberfl\u00e4che eingegrenzt werden. In den folgenden Tagen wurden der Simulation immer mehr konkrete Daten hinzugef\u00fcgt (wer m\u00f6chte, kann das alles <a href=\"https:\/\/cneos.jpl.nasa.gov\/pd\/cs\/pdc21\/\">hier nachvollziehen<\/a>). Neue Beobachtungsdaten zeigten, dass der Asteroid erstens SICHER einschlagen wird und das zweitens irgendwo in Mitteleuropa tun wird. Eine <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2010\/02\/12\/asteroidenabwehr-apophis-die-medien-und-wie-man-sich-informiert\/?all=1\">Abwehr des Asteroiden durch eine Weltraummission<\/a> war in der kurzen Zeit nicht m\u00f6glich. Aber eine schnell gestartete Raumsonde k\u00f6nnte eventuell die Gr\u00f6\u00dfe des Asteroiden exakt bestimmen und so zumindest die Unsicherheiten reduzieren, die bei der Einsch\u00e4tzung der Folgen des Einschlags existieren. <\/p>\n<p>Am ersten Tag lag die Zahl der durch den Impakt betroffenen Menschen noch bei bis zu 86 Millionen. Am dritten Tag des Planspiels war durch neue Beobachtungsdaten von Weltraumteleskopen klar, dass der Asteroid nicht die maximal angenommene Gr\u00f6\u00dfe hatte. Und dass er vermutlich irgendwo zwischen Prag, M\u00fcnchen und Wien einschlagen wird. Am letzten Tag der Konfernenz &#8211; in der simulierten Welt 6 Tage vor dem Einschlag &#8211; konnte man die Gr\u00f6\u00dfe des Objekts auf knapp 105 Meter festlegen. Und das Einschlagsgebiet auf die Grenzregion im Dreil\u00e4ndereck Deutschland\/\u00d6sterreich\/Tschechien (mit einer Genauigkeit von 23 Kilometern). Also gl\u00fccklicherweise nicht \u00fcber einer der bev\u00f6lkerungsreichen St\u00e4dte; auch wenn das betroffene Gebiet sich bis zu 260 Kilometer um den Einschlagspunkt herum erstreckt. In der simulierten Welt w\u00e4re es vermutlich noch m\u00f6glich gewesen, die unmittelbare Umgebung des Impaktgebietes zu evakuieren und sich in den weiter entfernten Regionen auf die Sch\u00e4den vorzubereiten. Kein Weltuntergang, aber immer noch eine dramatische Katastrophe.<\/p>\n<figure id=\"attachment_33691\" aria-describedby=\"caption-attachment-33691\" style=\"width: 763px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/pdceinschlag.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/pdceinschlag.jpg\" alt=\"\" width=\"763\" height=\"979\" class=\"size-full wp-image-33691\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33691\" class=\"wp-caption-text\">Vorhersagen eines fiktiven Asteroideneinschlags (<a href=\"https:\/\/cneos.jpl.nasa.gov\/pd\/cs\/pdc21\/day3.html\">NASA, CNEOS<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch bei der Planetary Defense Conference lag der Fokus nicht nur auf der Vorhersage, dass irgendwann in Zukunft ein Asteroid auf der Erde einschlagen wird. Das wissen wir schon lange. Es ging darum, die Abl\u00e4ufe zu testen und zu sehen, wo man auf Probleme st\u00f6\u00dft. In diesem Fall war das die kurz Vorwarnzeit. Man wusste erst ein paar Monate vor dem Einschlag Bescheid und die Daten waren nicht gut genug, um den Einschlagsort und die Gr\u00f6\u00dfe des Asteroids (und damit die potenziellen Folgen) abzusch\u00e4tzen. Das h\u00e4tte nicht so sein m\u00fcssen: H\u00e4tte man schon 2014 &#8211; als der fiktive Asteroid in einer g\u00fcnstigen Beobachtungsposition war &#8211; ein entsprechend gro\u00dfes Teleskop oder engagiertes Suchprogramm gehabt, dann h\u00e4tte man den Asteroid schon damals entdeckt. Und damit sieben Jahre lang Zeit, um sich darauf vorzubereiten; inklusive Weltraummission zur Abwehr des Einschlags. <\/p>\n<p>Womit wir wieder beim Pr\u00e4ventionsparadox w\u00e4ren: W\u00fcrden wir uns auf einen Asteroideneinschlag entsprechend vorbereiten, dann k\u00f6nnten wir ihn verhindern. Aber <i>solange<\/i> wir uns vorbereiten, wird es schwierig sein, die Zeit und die Kosten daf\u00fcr zu rechtfertigen. Denn es ist ja noch nichts passiert. WENN der Asteroid dann aber kommt, k\u00f6nnte es zu sp\u00e4t sein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Konferenz haben durchaus auch Parallelen zur Corona-Pandemie <a href=\"https:\/\/www.space.com\/planetary-defense-asteroid-impact-scenario-exercise-2021\">gezogen<\/a>. Shirish Ravan, vom United Nations Office for Outer Space Affairs, hat dazu etwa angemerkt: <i>&#8222;[So ein Einschlag] kommt alle 100 Jahre; eine Pandemie kommt alle 100 Jahre, aber wir sind jetzt damit konfrontiert. Jetzt w\u00e4re eine gute Zeit, [der Politik] zu sagen, dass manche Katastrophen nur einmal in 100 Jahren kommen, wir aber die Weitsicht haben m\u00fcssen, uns darauf vorzubereiten und sie abzuwenden.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>\u00dcber diesen Satz sollte man nachdenken. Der Einschlag eines vergleichsweise kleinen Asteroiden mit um die 100 Meter Durchmesser findet rein statistisch gesehen tats\u00e4chlich circa alle 100 Jahre statt. Ein Einschlag dieser Gr\u00f6\u00dfenordung ist kein Weltuntergang. Wenn er in einer unbesiedelten Gegend oder \u00fcber dem Meer stattfindet, kann er komplett ohne Todesopfer ablaufen. Er kann aber auch eine gr\u00f6\u00dfere Katastrophe ausl\u00f6sen, die eine ganze Stadt zerst\u00f6rt. &#8222;Alle 100 Jahre&#8220; hei\u00dft nicht, dass p\u00fcnktlich alle 100 Jahre ein Asteroid auf die Erde f\u00e4llt. Es kann auch ein l\u00e4ngerer Zeitraum dazwischen liegen. Oder ein k\u00fcrzerer. Genau so wie bei einer Pandemie. An Corona sind derzeit mehr als 3 Millionen Menschen gestorben. Sehr viel mehr als beim Einschlag des fiktiven Asteroids 2021 PDC im d\u00fcnn besiedelten Dreil\u00e4ndereck gestorben w\u00e4ren. Wir (das hei\u00dft &#8222;die Wissenschaft&#8220;) haben gewusst, dass Pandemien stattfinden k\u00f6nnen und das mit dem Auftreten von neuen Pandemien zu rechnen ist. Trotzdem haben wir (das hei\u00dft &#8222;die \u00d6ffentlichkeit&#8220; und &#8222;die Politik&#8220;) nicht wirklich daran geglaubt, dass es auch tats\u00e4chlich passiert. <\/p>\n<p>Wissenschaft ist ein wunderbares Instrument um die Welt zu verstehen. Wenn wir die Welt verstehen, k\u00f6nnen wir auch Vorhersagen \u00fcber das machen, was in der Welt passieren wird. Diese Prognosen k\u00f6nnen uns aber nur dann helfen, wenn wir auch entsprechend darauf reagieren. Die Wissenschaft gibt uns die M\u00f6glichkeit, uns auf bestimmte Katastrophen vorzubereiten. Es liegt in der Natur der Sache, dass solche Vorsichtsma\u00dfnahmen getroffen werden m\u00fcssen, bevor etwas passiert. Was die Vorbereitung aber nicht weniger wichtig macht. Ganz im Gegenteil! Gerade dann, wenn noch nichts passiert ist, haben wir den Luxus von Zeit und Ressourcen, um uns vern\u00fcnftig vorbereiten zu k\u00f6nnen. Wenn die Vorhersage erst einmal eingetreten ist, bleibt uns nur noch die Reaktion. Und dann ist es vielleicht zu sp\u00e4t.<\/p>\n<figure id=\"attachment_33690\" aria-describedby=\"caption-attachment-33690\" style=\"width: 1522px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/glaskugel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/glaskugel.jpg\" alt=\"\" width=\"1522\" height=\"843\" class=\"size-full wp-image-33690\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33690\" class=\"wp-caption-text\">Wissenschaft ist mehr als nur der Blick in die Glaskugel&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Epilog: Die Wissenschaft hat Asteroideneinschl\u00e4ge vorhergesagt und Pandemien. Wovor sie uns seit Jahrzehnten ebenfalls eindringlich warnt, sind die Folgen des menschengemachten Klimawandels. Die sind mittlerweile alle eingetreten und wir stecken mitten in der Klimakrise. Immer noch sagt uns die Wissenschaft, was passieren wird, wenn wir so weitermachen wie bisher. Sie sagt uns auch, was wir tun k\u00f6nnen, damit es nicht so schlimm wird, wie es werden k\u00f6nnte. Aber es scheint so, dass wir auch jetzt nicht darauf h\u00f6ren wollen. Die Klimakrise ist aber nichts, auf das wir noch reagieren k\u00f6nnen, wenn sie uns erst einmal mit voller Wucht getroffen hat. Entweder wir tun jetzt etwas. Oder wir werden erneut und auf sehr dramatische Weise feststellen m\u00fcssen, was passiert wenn man die Wissenschaft ignoriert. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/61c68f008c1247f2aa6282733addc6f8\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Der Erreger stammt aus S\u00fcdostasien, wo der bei Wildtieren vorkommende Erreger \u00fcber M\u00e4rkte auf den Menschen \u00fcbertragen wurde. Da die Tiere selbst nicht erkranken, war nicht erkennbar, dass eine Infektionsgefahr bestand. Durch diese zoonotische \u00dcbertragung in Gang gesetzte Infektketten konnten nur retrospektiv nachvollzogen werden;dies gelang nicht in allen F\u00e4llen. 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