{"id":26103,"date":"2021-04-02T06:00:23","date_gmt":"2021-04-02T04:00:23","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/04\/02\/sternengeschichten-folge-436-schwarze-zwerge\/"},"modified":"2025-05-14T16:54:42","modified_gmt":"2025-05-14T14:54:42","slug":"sternengeschichten-folge-436-schwarze-zwerge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/04\/02\/sternengeschichten-folge-436-schwarze-zwerge\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 436: Schwarze Zwerge"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.org\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/media\/podcast_7374_sternengeschichten_episode_416374_sternengeschichten_folge_436_schwarze_zwerge.mp3?v=1617178040\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/whCOoJ-mYVg\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/feed\/mp3 \">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/player.podigee-cdn.net\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/436-sternengeschichten-folge-436-schwarze-zwerge\/embed?context=external&#038;token=mmV-zGS7L5f1jh8l1A95ag\"><\/script><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<b>Sternengeschichten Folge 436: Schwarze Zwerge<\/b><\/p>\n<p>Im Universum gibt es Dinge, die gibt es gar nicht. Gut, das klingt jetzt ein wenig missverst\u00e4ndlich. Die Dinge die es nicht gibt sind nat\u00fcrlich zahlreicher als die, die es gibt. Beziehungsweise nicht, weil es gibt sie ja nicht. Heute soll es aber nicht um philosophische Verwirrungen gehen. Sondern um etwas, dass es im Universum tats\u00e4chlich nicht gibt. Aber mit Sicherheit irgendwann geben WIRD. N\u00e4mlich &#8222;Schwarze Zwerge&#8220;, die deswegen trotz ihres Mangels an aktueller Existenz ein gutes Thema f\u00fcr die &#8222;Sternengeschichten&#8220; sind.<\/p>\n<p>Um zu verstehen was ein schwarzer Zwerg ist, m\u00fcssen wir mit Sternen anfangen. Ich werde das jetzt nicht mehr im Detail erz\u00e4hlen, das habe ich in vielen vergangenen Folgen der Sternengeschichten ja schon oft genug getan. Ein Stern von der Gr\u00f6\u00dfe unserer Sonne lebt nicht ewig. Zumindest nicht als Stern. Also als astronomisches Objekt, das durch Kernfusion in seinem Inneren Energie freisetzt. Dazu braucht es ja ausreichend viel Wasserstoff der fusioniert werden muss. Wenn der zu Ende geht, kann ein Stern f\u00fcr &#8211; aus astronomischer Sicht &#8211; kurze Zeit noch ein paar andere chemische Elemente fusioniern &#8211; Helium zu Beispiel oder Sauerstoff &#8211; aber dann ist Schluss. F\u00e4llt die Energieproduktion im Inneren des Sterns weg, dann f\u00e4llt auch was anderes: N\u00e4mlich der Stern unter seinem eigenen Gewicht in sich zusammen. <\/p>\n<p>Damit sind wir aber noch lange nicht bei den schwarzen Sternen angekommen. Zuerst einmal kriegen wir einen wei\u00dfen Zwerg. Die Materie des Sterns kollabiert immer weiter. Die Atome werden immer weiter zusammengedr\u00e4ngt. Jetzt m\u00fcssen wir auf die Elektronen schauen, die sich in der H\u00fclle der Atome befinden k\u00f6nnen. Elektronen sind sogenannte &#8222;Fermionen&#8220;, so nennt man Teilchen, die ein kleines bisschen asozial sind. Soll hei\u00dfen: Man kann nicht beliebig viele in einem bestimmten Raumbereich konzentrieren. Jedes Elektron braucht seinen eigenen Raum und f\u00fcr ein zweites ist da kein Platz. Im Gegensatz zum Beispiel zu den Lichtteilchen, den Photonen. Die sind sogenannte &#8222;Bosonen&#8220; und sie haben kein Problem damit, ihren Platz mit anderen Bosonen zu teilen. Lichtteilchen kann man alle auf einen Haufen packen; Elektronen nicht.<\/p>\n<p>Man kann sich das auch so vorstellen: Je weniger Raum einem Elektron zur Verf\u00fcgung steht, desto schneller muss es sich bewegen. Das liegt an der ber\u00fchmten Heisenbergschen Unsch\u00e4rferelation der Quantenmechanik. Ort und Geschwindigkeit (genauer gesagt: Ort und Impuls, aber das kommt am Ende f\u00fcr unseren Fall aufs gleiche raus) eines Teilchens stehen miteinander in Verbindung; multipliziert man beides miteinander, dann kann das Ergebnis auf keinen Fall kleiner sein als eine fundamentale Naturkonstante; das Plancksche Wirkungsquantum. Anders gesagt: Ort und Geschwindigkeit k\u00f6nnen nicht beide gleichzeitig immer kleiner und kleiner werden. Hat das Elektron also immer weniger Raum zur Verf\u00fcgung, weil der Stern unter seinem eigenen Gewicht immer weiter in sich zusammenf\u00e4llt, dann muss seine Geschwindigkeit irgendwann gr\u00f6\u00dfer werden. <\/p>\n<figure id=\"attachment_9242\" aria-describedby=\"caption-attachment-9242\" style=\"width: 369px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Sirius_A_and_B_Hubble_photo.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Sirius_A_and_B_Hubble_photo.jpg\" alt=\"\" width=\"369\" height=\"403\" class=\"size-full wp-image-9242\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-9242\" class=\"wp-caption-text\">Die Sterns Sirius A und Sirius B. Sirius B ist ein wei\u00dfer Zwerg &#8211; er ist als kleiner heller Punkt links unten zu sehen (<a href=\"https:\/\/www.spacetelescope.org\/images\/heic0516a\/\">Bild: NASA, ESA, H. Bond (STScI), and M. Barstow (University of Leicester <\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Und ein weiteres Mal anders gesagt: Die durch den Kollaps des Sterns und die Gesetze der Quantenmechanik verursachte Erh\u00f6hung der Geschwindigkeit der Elektronen hat einen nach au\u00dfen gerichteten Druck zur Folge. Die Elektronen widersetzen sich irgendwann der Gravitationskraft, die den Stern immer weiter zusammendr\u00fccken will und der Kollaps endet. Das geht nat\u00fcrlich nur, wenn die Masse des Sterns nicht zu gro\u00df ist. \u00dcberschreitet sie eine bestimmte Masse, dann geht der Kollaps immer weiter und wir kriegen extrem dichte und kleine Objekte wie Neutronensterne oder schwarze L\u00f6cher. Aber \u00fcber solch gro\u00dfe Sterne reden wir heute nicht; wir reden \u00fcber Sterne wie unsere Sonne. Bei deren Masse endet der Zusammenfall, wenn sie eine Gr\u00f6\u00dfe erreicht hat, die ungef\u00e4hr der Gr\u00f6\u00dfe der Erde entspricht. Wir haben dann also ein Objekt, dass so gro\u00df wie ein Planet ist, aber immer noch so viel Masse wie ein Stern hat. Die ist jetzt nur eben enorm stark komprimiert. W\u00fcrde man ein St\u00fcck vom wei\u00dfen Zwerg nehmen, dass so gro\u00df ist wie eine kleine Erdbeere &#8211; ja, ich wei\u00df, normalerweise ist es immer ein Zuckerw\u00fcrfel der als Vergleich benutzt wird, aber darauf hab ich keine Lust mehr &#8211; nimmt man als ein erbeergro\u00dfes St\u00fcck, dann w\u00fcrde das so viel wiegen wie ein ganzes Auto.<\/p>\n<p>Das ist ein &#8222;wei\u00dfer Zwerg&#8220; und noch immer sind wir nicht am Ende der Entwicklung angelangt. In so einem wei\u00dfen Zwerg passiert vorerst nicht mehr viel. Kernfusion findet keine mehr statt. Der Kern des wei\u00dfen Zwergs besteht aus den schweren Elementen, die fr\u00fcher bei der Kernfusion erzeugt worden sind. Weiter au\u00dfen liegen Schichten aus Helium und Wasserstoff. Ein wei\u00dfer Zwerg ist aber immer noch hei\u00df. Sein Inneres hat Temperaturen von ein paar Millionen Grad und das heizt die \u00e4u\u00dferen Schichten auf. Die k\u00f6nnen die W\u00e4rme abstrahlen und deswegen leuchtet ein wei\u00dfer Zwerg, obwohl er keine neue Energie mehr produziert. <\/p>\n<p>Aber das geht nat\u00fcrlich nicht ewig so weiter. Ein wei\u00dfer Zwerg ist &#8211; sehr vereinfacht gesagt &#8211; ja nur ein sehr hei\u00dfes Objekt, das einfach so im kalten Universum rumliegt. Und was tut so ein Ding dann im Laufe der Zeit? Es k\u00fchlt aus, was sonst. Der wei\u00dfe Zwerg wird k\u00fchler und k\u00fchler und k\u00fchler &#8211; bis er irgendwann genau die gleiche Temperatur hat wie das ihn umgebende Universum. Und DANN ist aus dem wei\u00dfen Zwerg ein schwarzer Zwerg geworden.<\/p>\n<p>Wir wissen, dass es wei\u00dfe Zwerg gibt. Wir haben schon jede Menge davon drau\u00dfen im Universum entdeckt. Wir haben auch schon sehr k\u00fchle wei\u00dfe Zwerge gefunden, deren Oberfl\u00e4chen nur noch knapp 3500 Grad Celsius hatten. Das bedeutet, dass sie schon sehr alt sein m\u00fcssen; man hat sie auf circa 11 bis 12 Milliarden Jahre gesch\u00e4tzt. Bis zum schwarzen Zwerg ist es aber trotzdem noch ein weiter Weg. Auch wenn es sich um einen &#8222;Zwerg&#8220; handelt, ist so ein Ding ja immer noch so gro\u00df wie ein Planet. Und hat die Masse eines Sterns. Da passt jede Menge W\u00e4rme rein und es DAUERT bis die verschwunden ist. Und das Universum ist kalt. Die Hintergrundtemperatur des Kosmos liegt derzeit bei knapp 3 Kelvin. Also circa -270 Grad Celsius. Man sch\u00e4tzt, das ein typischer wei\u00dfer Zwerg mindestens eine Billiarde Jahre braucht, um auf 5 Kelvin abzuk\u00fchlen. Unser Universum ist aber gerade mal 13,8 Milliarden Jahre alt. Wir m\u00fcssen noch fast hunderttausend Mal so lange warten wie das Universum bis jetzt existiert, um die Chance zu haben, irgendwo einen schwarzen Zwerg zu finden.<\/p>\n<p>Und wenn es bl\u00f6d l\u00e4uft, kann es noch viel l\u00e4nger dauern. Denn so ein schwarzer Zwerg kann sich auch wieder erw\u00e4rmen. Beziehungsweise ist das vielleicht der falsche Ausdruck. So richtig warm wird er nicht mehr, egal was passiert. Aber es gibt Prozesse, die seine Abk\u00fchlung verz\u00f6gern k\u00f6nnen. Zum Beispiel der Protonenzerfall: Es gibt physikalische Hypothesen, nach denen das Proton, also einer der Bausteine aus denen Atomkerne bestehen, nicht stabil ist. Das bedeutet, dass es irgendwann spontan zerfallen und sich in andere Teilchen umwandeln kann. Wir wissen nicht, ob das wirklich so ist &#8211; entsprechende Experimente haben noch keine konkreten Spuren davon gefunden. Aber WENN es so ist, dann muss es sehr, sehr lange dauern, bis so ein Proton zerf\u00e4llt. Wenn es nicht so w\u00e4re, dann w\u00fcrden wir ja dauernd zerfallende Protonen sehen beziehungsweise dann h\u00e4tte sich gar nicht erst stabile Atome im Universum gebildet. Man sch\u00e4tzt, dass es um die 10 hoch 34 Jahre dauert, bis bei einer vorgegebenen Menge an Protonen die H\u00e4lfte zerfallen ist. Das ist ein so absurd langer Zeitraum, das man ihn sich nicht vorstellen kann.<\/p>\n<figure id=\"attachment_3643\" aria-describedby=\"caption-attachment-3643\" style=\"width: 990px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/12494-Kalender24.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/12494-Kalender24.jpg\" alt=\"\" width=\"990\" height=\"1848\" class=\"size-full wp-image-3643\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-3643\" class=\"wp-caption-text\">Vielleicht ist da irgendwo ein schwarzer Zwerg! Kann man aber nicht sehen. Und wenn, dann auch erst in Zukunft (Bild: NASA, ESA, K. Sahu \u2013 STScI and the SWEEPS science team).<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ein Stern und auch ein wei\u00dfer Zwerg enth\u00e4lt aber nun mal sehr, sehr viele Protonen. Und rein statistisch gesehen sollten dort immer wieder mal ein paar zerfallen. Das hat normalerweise keinen gro\u00dfen Einfluss. Aber im Laufe der Zeit &#8211; und beim Abk\u00fchlen hat so ein wei\u00dfer Zwerg sehr viel Zeit &#8211; kann man das nicht mehr ignorieren. Denn die zerfallenden Protonen setzen Energie frei. Nicht viel, aber es reicht, um die Temperatur eines wei\u00dfen Zwergs f\u00fcr ungef\u00e4hr 10 hoch 37 Jahre \u00fcber der Hintergrundtemperatur des Universums zu halten (die ja im Laufe der Zeit ebenfalls sinkt). Es gibt auch noch andere Mechanismen &#8211; zum Beispiel die Wechselwirkung des wei\u00dfen Zwergs mit bestimmten hypothetischen Formen dunkler Materie &#8211; die das Abk\u00fchlen verz\u00f6gern k\u00f6nnen. Wir wissen nicht, ob Protonen zerfallen oder ob es andere Wege gibt, die einen wei\u00dfen Zwerg warm halten. Sicher ist nur: Es dauert verdammt lange, bis ein wei\u00dfer Zwerg zu einem schwarzen Zwerg geworden ist.<\/p>\n<p>Das w\u00e4re jetzt eigentlich wirklich das Ende. Ein schwarzer Zwerg liegt einfach nur noch rum und macht nichts. Das einzige was er tut, ist dank seiner Masse Gravitation auf die Umgebung auszu\u00fcben. Das w\u00e4re auch der einzige Weg, um so ein Ding zu finden. Aber man kann davon ausgehen, dass in so einer fernen Zukunft keine irdischen Astronom:innen mehr da sind, um sich auf die Suche zu machen. Aber falls doch noch IRGENDWER in diesem zuk\u00fcnftigen Kosmos mit bewusstem Blick zum Himmel schaut, g\u00e4be es vielleicht die Chance, ein wirklich au\u00dfergew\u00f6hnliches Ereignis zu beobachten: Die Supernova eines schwarzen Zwergs!<\/p>\n<p>Wir wissen, dass auch wei\u00dfe Zwerge wieder zu leuchten anfangen k\u00f6nnen. Zum Beispiel, wenn sie irgendwo von au\u00dfen neue Materie bekommen, etwa von einem sehr nahe gelegenen Nachbarstern. Dann wird der Zwerg immer schwerer, bis seine Masse irgendwann eine Grenzmasse \u00fcberschreitet, so dass doch wieder Kernfusion einsetzen kann. Das ist dann ein sehr extremes Ereignis und der ganze Stern explodiert bei einer Supernova. Einem schwarzen Zwerg steht aber noch ein weiterer Weg zur Verf\u00fcgung. Selbst wenn weit und breit kein anderer Stern in der N\u00e4he ist, der Masse spenden k\u00f6nnte, k\u00f6nnen in seinem Inneren sogenannte pyconuklearen Fusionsreaktionen stattfinden. Normalerweise gibt es im Sterninneren die Kernfusion ja deswegen, weil dort die Temperatur und der Druck so hoch sind. Dadurch bewegen sich die Atome ausreichend schnell und sind ausreichend nahe beieinander, um miteinander verschmelzen zu k\u00f6nnen. In einem schwarzen Zwerg ist es kalt &#8211; aber der Druck ist eben auch enorm hoch und das reicht &#8211; vereinfacht gesagt &#8211; f\u00fcr die eine oder andere Fusion auch bei niedrigen Temperaturen. Im Laufe der Zeit kann so das Material im Inneren des Sterns immer weiter fusionieren bis irgendwann alles zu Eisen geworden ist. Dann h\u00f6rt jede normale Fusion auf, denn es braucht mehr Energie als man raus bekommen w\u00fcrde, um Eisenatome miteinander zu fusionieren. Ohne auf die Details eingehen zu wollen &#8211; es hat mit Quantenmechanik zu tun und mit der durch diese Fusionsreaktionen verursachte Ver\u00e4nderung im Verh\u00e4ltnis der Anzahl an Elektronen zur Anzahl an Atomkernteilchen im Stern &#8211; f\u00fchrt das irgendwann dazu, dass der schwarze Zwerg nicht mehr stabil ist. Er f\u00e4llt in sich zusammen und es gibt eine Supernovaexplosion.<\/p>\n<p>Allerdings nur, wenn das mit dem hypothetischen Protonenzerfall nicht zu schnell geht. Ein schwarzer Zwerg braucht eine gewisse Mindestmasse, um explodieren zu k\u00f6nnen und wenn die Protonen zu schnell zerfallen sollten, dann verringert sich auch seine Masse zu schnell. Und man muss lange warten. Mit dem explodieren der ersten schwarzen Zwerge ist in circa 10 hoch 1100 Jahren zu rechnen. Ich w\u00fcsste nicht, wie ich so einen Zeitraum veranschaulichen sollte, also lasse ich es einfach. Bis alle schwarzen Zwerg die das k\u00f6nnen, explodiert sind, wird es unvorstellbare 10 hoch 32.000 Jahre dauern. Eine 1, gefolgt von 32.000 Nullen! Matt Caplan, der Astronom der das ausgerechnet hat, sagt dazu: &#8222;Das wird das letzte interessante astronomische Ph\u00e4nomen sein, das im Universum stattfindet&#8220;. Klingt ein wenig traurig. Aber andererseits ist es immer gut, wenn man etwas hat, auf das man sich freuen kann.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/2dd69969061648dbb81322a79c3b80a2\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. 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