{"id":25976,"date":"2021-01-13T09:10:12","date_gmt":"2021-01-13T08:10:12","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/01\/13\/dinge-passieren-schnell-wenn-nicht-aufgepasst-wird-welche-konsequenzen-ziehen-die-hochschulen-aus-der-affaere-um-christine-aschbacher\/"},"modified":"2025-05-14T16:53:53","modified_gmt":"2025-05-14T14:53:53","slug":"dinge-passieren-schnell-wenn-nicht-aufgepasst-wird-welche-konsequenzen-ziehen-die-hochschulen-aus-der-affaere-um-christine-aschbacher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/01\/13\/dinge-passieren-schnell-wenn-nicht-aufgepasst-wird-welche-konsequenzen-ziehen-die-hochschulen-aus-der-affaere-um-christine-aschbacher\/","title":{"rendered":"&#8222;Dinge passieren schnell, wenn nicht aufgepasst wird&#8220;: Welche Konsequenzen ziehen die Hochschulen aus der Aff\u00e4re um Christine Aschbacher?"},"content":{"rendered":"<p>Letzte Woche habe ich <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2021\/01\/09\/annahmen-sind-wie-seepocken-die-wissenschaftliche-arbeit-von-ministerin-aschbacher-zeigen-ein-grosses-qualitaetssicherungsproblem-an-den-hochschulen\/\">\u00fcber die wissenschaftlichen Arbeiten von Christine Aschbacher berichtet<\/a>. Sie war damals noch Bundesministerin f\u00fcr Arbeit, Familie und Jugend in \u00d6sterreich. Das ist sie nicht mehr; sie ist am Samstag Abend zur\u00fcck getreten. Der Medienwissenschaftler Stefan Weber hat sowohl in ihrer Diplomarbeit, als auch in ihrer Dissertation schwerwiegende M\u00e4ngel gefunden (siehe <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/diplomarbeit-christine-aschbacher\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/schwerwiegende-plagiate-im-schlusskapitel-der-aschbacher-diplomarbeit\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/serienplagiatorin-christine-aschbacher\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/aschbacher-muesste-magister-und-phd-grad-verlieren\/\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/dissertation-aschbacher\/\">hier<\/a>). Neben dem Vorwurf von Ideen- und Textplagiaten, sind es aber vor allem die sprachlichen (und inhaltlichen) M\u00e4ngel die auffallen. Oder in diesem Fall eben nicht aufgefallen sind. Weder Aschbacher selbst, als sie diese Arbeiten verfasst hat, noch den Leuten die diese Arbeiten begutachtet und beurteilt haben. Und das ist absolut unverst\u00e4ndlich. Stefan Weber hat in seinem Blog <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/die-aschbacher-aphorismen\/\">eine Liste entsprechender Stellen<\/a> zusammengetragen. Und auch ich habe <a href=\"https:\/\/www.meineabgeordneten.at\/storage\/quellen\/18298\/kzXfin09al3OtTkoMfn8wSggMeGcYL7zgBdSPmuk.pdf\">die Dissertation durchgebl\u00e4ttert<\/a>. Man findet sehr schnell jede Menge sehr zweifelhafte S\u00e4tze, ohne gro\u00dfe Probleme und ohne dass man das Ding komplett lesen muss. Hier folgt mein &#8222;Best of&#8220; (und wer keine Lust hat diese geballte Ladung an Kauderwesch zu lesen, kann gerne auch gleich nach unten scrollen, wo es mit den Konsequenzen f\u00fcr die Hochschulen weitergeht):<\/p>\n<blockquote><p>\nSystemisches Management handhabt also soziale \u201aGanzheiten\u2019, davon ausgehend, dass diese eine eigene Tradition und individuelle Gesamtstruktur und -kultur haben. (Seite 12)<\/p>\n<p>Eine der grunds\u00e4tzlichen Meta-Voraussetzungen f\u00fcr Flow ist Kontinuum-basierende F\u00fchrung, weil diese die notwendigen Voraussetzungen f\u00fcr Flow herstellt. (Seite 17)<\/p>\n<p>Im Flow-Zustand werden innerhalb unseres Bewusstseins Denken, F\u00fchlen, Wollen und Tun synchronisiert. Es ist, als f\u00e4nde das Wesen des Menschen die genaue innere Eigenfrequenz, in der sich die zur Verf\u00fcgung stehende Energie aufschaukelt und erstaunliche H\u00f6hen erreichen kann. (Seite 17)<\/p>\n<p>Wenn die f\u00fcr eine Aufgabe richtigen Menschen in der richtigen Stimmung zusammenwirken, dann ist im positiven Sinne alles m\u00f6glich. (Seite 19)<\/p>\n<p>Es hat sich gezeigt, dass es \u00e4u\u00dferst hilfreich ist, wenn jede Abteilung immer wieder einmal R\u00fcckmeldungen erh\u00e4lt, wo sie wie geholfen haben oder helfen k\u00f6nnten. (Seite 22)<\/p>\n<p>Es gibt Grundtypen der Innovation, welche Produkte und Dienstleistungen beinhalten. (Seite 28)<\/p>\n<p>Als ansatzweiser innovativer F\u00fchrungsstil, welcher in der Literatur bereits besteht, kann der Still von erfolgreichen Unternehmern wie Richard Branson oder Steve Jobs sein. (Seite 33)<\/p>\n<p>Wenn eine F\u00fchrungskraft innerhalb des Unternehmens die Karriereleiter emporgeklettert ist, reicht es nicht aus, so weiterzumachen wie zuvor. Es werden Erwartungen, wie Verantwortung \u00fcbernehmen und f\u00fcr Innovationen zu sorgen, gehegt. (Seite 33)<\/p>\n<p>&#8222;Vielleicht, daher ist es seltsam, dass, wenn es irgendeine eine Phrase, die garantiert wird, um mich auf den Weg, es ist, wenn jemand zu mir sagt: &#8218;Okay, fein. Du bist der Chef!'&#8220;, Sagt Branson. &#8222;Was mich \u00e4rgert ist, dass in 90 Prozent der F\u00e4lle, wie, was diese Person wirklich sagen will, ist: &#8218;Okay, dann, glaube ich nicht mit Ihnen einverstanden, aber ich werde rollen und tun es weil sie sagen mir zu. Aber wenn es nicht klappt werde ich der Erste sein, der daran erinnern, dass es nicht meine Idee.'&#8220; (Seite 50)<\/p>\n<p>\u201cMit dem Slogan \u201aThing different\u2018 f\u00fchrte Steve Jobs \u2013 nach seiner R\u00fcckkehr zu Apple \u2013 das Unternehmen aus der Krise (&#8230;)\u201d (Seite 50)<\/p>\n<p>Wenn die Analysten in ihre Zimmer kamen, die sie erwartet haben, um den Computer zu ber\u00fchren. Wurde ein Mac eingeschalten, wurden Nutzer von diesem Computer mit einem schlichten \u201ahallo\u2018 begr\u00fc\u00dft, diese Einfachheit begeisterte. Steve war immer sicher, dass deren Geist mit Innovationsideen weht (Seite 51\/52)<\/p>\n<p>Im Opportunity-Modus werden F\u00fchrungskr\u00e4fte leidenschaftlich auf die M\u00f6glichkeit aufmerksam, unerf\u00fcllte Bed\u00fcrfnisse, die Vorstellungskraft auf den Nervenkitzel, das Sehen in die Realit\u00e4t umzusetzen (Seite 54)<\/p>\n<p>In der heutigen sich rasant ver\u00e4ndernden Welt ben\u00f6tigen F\u00fchrungskr\u00e4fte ihre eigene Version einer Taschenlampe. Dinge passieren schnell, wenn nicht aufgepasst wird. (seite 55)<\/p>\n<p>Diese F\u00e4higkeit, mit Tools wie Mind-Mapping und einfachem Brainstorming absichtlich Ideen zu \u201aideeieren\u2018 und einzuladen, ist eine wesentliche F\u00e4higkeit der beginnenden Arbeitswelt. (Seite 56)<\/p>\n<p>In der Knill-Gruppe, konkret dem Unternehmen Rosendahl wurde aufgrund mangelnder Innovation der Wechsel auf den neuen Gesch\u00e4ftspartner vor f\u00fcnf Jahren durchgef\u00fchrt. (Seite 65)<\/p>\n<p>Das passiert sozusagen \u201aby chance\u2018, sowie geht es mittels \u201atop-down-apporach\u2018, sodass die F\u00fchrungskr\u00e4fte selbst innovativ sind und diesen \u201aMind\u2018 auch an ihre Mitarbeiter weitergeben \u2013 ohne F\u00fchrung ist keine Innovation m\u00f6glich. (Seite 66)<\/p>\n<p>Der Status quo zur Problematik stellt heraus, dass F\u00fchrungsstile als Basis f\u00fcr die Innovation gegeben sind. (Seite 69)<\/p>\n<p>Zieldefinition f\u00fcr Innovationen sollen \u201aGl\u00fccksmomente\u2018 sein, darauf k\u00f6nnen die Mitarbeiter dann hinarbeiten und das beste Produkt ist m\u00f6glich. Der finanzwirtschaftliche Reduktionismus ist Verarmung der menschlichen Kultur. (Seite 80\/81)<\/p>\n<p>Hierarchie hat zwar einen extrem schlechten Ruf, sie ist aber ein Produkt der Natur. Es ist so, je mehr Mut, die F\u00fchrungskraft hat, die Gruppe zu f\u00fchren, desto besser l\u00e4uft es. (Seite 81)<\/p>\n<p>Eine F\u00fchrungskraft muss aufgrund ihrer Qualit\u00e4ten ausgew\u00e4hlt werden, nicht aufgrund ihrer fachlichen Kenntnisse. (seite 86)<\/p>\n<p>Auch Kompetenzen von den Best-Practices, wie jede F\u00fchrungskraft muss jemand sein, der positiv denkt, wird f\u00fcr dieses Modell \u00fcbernommen. (Seite 87)<\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit zu entwickeln, aufkommende Trends zu verfolgen, ist eine F\u00e4higkeit. (Seite 89)<\/p>\n<p>Der Vorstandsvorsitzende der LEGO-Group stellt neben den rationalen und inhaltlichen Prozess den zentralen Punkt bei der Beziehungsebene dar. (Seite 104)<\/p>\n<p>Eine F\u00fchrungskraft in der pers\u00f6nliche Verantwortung und eine Integrit\u00e4t \u2013 die nicht dominieren m\u00f6chte, sondern die sich geltend macht, wenn es notwendig ist \u2013 die auf die eigenen Grenzen und Werte basiert, was den Menschen vertrauenerweckend und authentisch in seiner Erscheinung wirken l\u00e4sst. (Seite 104)<\/p>\n<p>Im Zweiten Interview wurde der Herr Prokurist zum Modell des innovativen F\u00fchrungsstils in Industrieunternehmen befragt. Der Innovationsprozess startet laut ihm vor allem bei den neuen Bed\u00fcrfnissen von Kunden, weil das Produkt kein stand-alone-Produkt ist, sondern immer in Kombination bei den B2B-Kunden verwendet wird. (Seite 108)<\/p>\n<p>Die Experimentierfreude ist im Unternehmen auch auf technischer Seite hoch geschrieben. \u201aTry and Error\u2018 ist hier Standard. Manchmal werden bis zu 100 Ans\u00e4tze ausprobiert, 99 davon sind fehlerhaft, die meisten gehen schief. (Seite 111)<\/p>\n<p>Durch das Interview in Reflexion vom eigenen Tun zu gehen, war f\u00fcr die F\u00fchrungskr\u00e4fte eine M\u00f6glichkeit, den aktuellen Stand zu besprechen und auch die Potentiale, die nach oben hingegeben sind, aufzuzeigen. (Seite 112)<\/p>\n<p>Nein-Sager und Blockierer: gerade im Top Management muss irrsinnig lange durchgehalten werde und viele Schleifen ziehen, nicht bei jedem R\u00fcckschlag aufgeben. (Seite 115)<\/p>\n<p>Bei einem Projektabbruch &#8211; Kundenwunsch ist nicht umsetzbar bei unter circa 5 %, Kundenwunsch zu 100% und 80% werden umgesetzt, dann ist Abbruch bei circa 10 %. (Seite 115)<\/p>\n<p>Weiters wurde auch erw\u00e4hnt, dass der Bereich \u201aKreativit\u00e4t und Vorstellungskraft\u2018 keine Kompetenz der F\u00fchrungskraft sein muss, da dies von den Mitarbeitern \u201abottum-up\u2018 kommen kann. (Seite 120)<\/p>\n<p>Weiters wurde der Ansatz gew\u00e4hlt, dass f\u00fcr alle Mitarbeiter, wie die Ergebnisse in der Forschungsfrage festgehalten wurden, das Flow-Erlebnis m\u00f6glich ist. (Seite 121)<\/p>\n<p>Was macht eine innovative F\u00fchrungskraft aus und wie schl\u00e4gt sich das positiv im Unternehmen nieder, ist literarisch kaum auffindbar. (Seite 122)<\/p>\n<p>Das Entdecken von neuen Produkten besonders in Industrieunternehmen bedeutet vorwiegend, die eigene Komfortzone zu verlassen und sich etwas \u201aNeuem\u2018 widmen. (Seite 123)<\/p><\/blockquote>\n<p>Wie gesagt: Das ist bei weitem keine vollst\u00e4ndige Auflistung. Ich habe die Dissertation nicht einmal ann\u00e4hernd so ausf\u00fchrlich gelesen, wie man sie lesen m\u00fcsste, wenn man sie ernsthaft beurteilen wollen w\u00fcrde. Trotzdem ist sie &#8211; in exakt dieser Form &#8211; an der Universit\u00e4t Bratislava eingereicht worden. Sie ist in exakt dieser Form begutachtet worden. Und sie ist in exakt dieser Form als w\u00fcrdig beurteilt worden, Aschbacher einen Doktortitel zu verleihen. <\/p>\n<figure id=\"attachment_33406\" aria-describedby=\"caption-attachment-33406\" style=\"width: 2048px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/aschbacher.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/aschbacher.jpg\" alt=\"\" width=\"2048\" height=\"1809\" class=\"size-full wp-image-33406\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33406\" class=\"wp-caption-text\">Damals noch Ministerin&#8230; (<a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/159530260@N03\/49560518082\/\">Bild: Bundesministerium f\u00fcr Finanzen<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\/\">CC-BY 2.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auch Aschbachers Diplomarbeit an der Fachhochschule Wiener Neustadt wurde mit &#8222;Sehr gut&#8220; beurteilt. Die habe ich zwar nicht im Volltext gelesen; sie ist meines Wissens nach nicht online verf\u00fcgbar <a href=\"https:\/\/wn.on.worldcat.org\/oclc\/1020595824\">und in der Bibliothek gerade nicht erh\u00e4ltlich<\/a>. Aber an den Ausschnitten, die in den diversen Medienberichten dazu kursieren, kann man schon erkennen, dass es hier sprachlich und inhaltlich nicht viel besser l\u00e4uft als in der Dissertation:<\/p>\n<blockquote><p>\nDie Aufgaben des Key Account Managers sind sehr vielf\u00e4ltig und nicht einfach durch zu f\u00fchren. In der Theorie sind die Anforderungen beschrieben, jedoch \u2019nur\u2018 als theoretischen Input. (Seite 6)<\/p>\n<p>Um den aktuellen Stand der T\u00e4tigkeiten und somit Anforderungen der Key Account Manager zu erheben, wird ein empirische Teil, mittels Experteninterviews erhoben. (Seite 6)<\/p>\n<p>Dies wird durch Unterstreichen der Meinungen, Kategorisieren und Bedeutungen festlegen, durchgef\u00fchrt. (Seite 9)<\/p>\n<p>Im Conclusio werden und empirische Ergebnisse zusammengefasst und die Hypothesen daraus best\u00e4tigt oder verworfen. (Seite 9)\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Mit den Plagiatsvorw\u00fcrfen will ich mich gar nicht weiter besch\u00e4ftigen. Das m\u00fcssen Menschen pr\u00fcfen die davon mehr verstehen als ich. Mich interessieren die Konsequenzen die sich daraus f\u00fcr die Hochschulen ergeben. Es ist wirklich absolut unverst\u00e4ndlich wie solche Texte in einem akademischen Umfeld existieren k\u00f6nnen. Bei jeder Schularbeit w\u00fcrde einem so etwas um die Ohren gehauen werden. Wie k\u00f6nnen solche Arbeiten zur Verleihung akademischer Titel f\u00fchren?<\/p>\n<p>Da muss ja zuerst einmal die Autorin selbst diese Texte schreiben. Sie muss sie lesen und sich denken: &#8222;Ja, das ist gut so. Das gebe ich genau so ab&#8220;. Danach m\u00fcssen BetreuerInnen und GutachterInnen sich die Sache ansehen und sagen: &#8222;Ja, das ist gut so. Da vergeben wir eine gute Note und verleihen daf\u00fcr einen akademischen Titel&#8220;. Und wenn es sich um ernsthafte wissenschaftliche Forschung handeln w\u00fcrde, dann m\u00fcssten Fachkolleginnen und -kollegen die publizierten Ergebnisse betrachten und sich denken &#8222;Super Forschung! Da gibt es nix zu kritisieren!&#8220;. <\/p>\n<p>Aschbachers Diplomarbeit wurde von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Karl_Pinczolits\">Karl Pinczolits<\/a> bewertet. Der Unternehmensberater ist Professor an der FH Wiener Neustadt und hat sich bis jetzt noch nicht zu der Angelegenheit ge\u00e4u\u00dfert. Ich kenne mich mit seinem Forschungs(?)feld nicht aus; kann also auch nicht sagen, ob er da relevante Beitr\u00e4ge geliefert hat. Ich habe allerdings <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=p83rH-OPklk\">dieses Video<\/a> und <a href=\"https:\/\/medium.com\/@dirkkreuter\/3-erfolgsprinzipien-von-prof-dr-karl-pinczolits-d2143cdfeb3\">diesen Beitrag \u00fcber seine Arbeit<\/a> gefunden und das sieht f\u00fcr mich alles andere als wissenschaftlich aus. Aber gut &#8211; es wird mit Sicherheit Gr\u00fcnde geben warum er die Professur an der FH Wiener Neustadt bekommen hat. Gleiches gilt f\u00fcr Jozef Sablik, den Betreuer von Aschbachers Dissertation an der Universit\u00e4t Bratislava und die beiden Gutachterinnen Dagmar Bab\u010danov\u00e1 und Felicita Chromjakov\u00e1 (dass Aschbacher dar\u00fcber hinaus mit einem Masterstudium in &#8222;Wirtschaftberatende Berufe&#8220; ein Doktoratsstudium in &#8222;Maschinenbau&#8220; absolvieren konnte, macht die Sache nur noch dubioser &#8211; <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/aschbacher-dissertation-begutachterinnen\/\">sie hier<\/a>). <\/p>\n<p>Aber ich kann mich nur wiederholen: Man muss keine Ahnung vom Thema der Diplom\/Doktorarbeit haben, um zu erkennen, dass es hier gravierende M\u00e4ngel gibt. Selbst wenn man potenzielle Plagiate ignoriert: So eine Arbeit KANN man nicht mit &#8222;Sehr gut&#8220; beurteilen. Egal wie wenig Zeit man f\u00fcr einen Begutachtungsprozess verwendet; selbst wenn man nur die Kurzzusammenfassung der Arbeit liest und ein wenig durch die Seiten bl\u00e4ttert, muss man sehen, dass da etwas nicht stimmt. Es bleibt f\u00fcr mich also nur die Schlussfolgerung, dass man Aschbachers Arbeiten entweder <i>gar nicht<\/i> angeschaut hat oder aber <i>trotz der M\u00e4ngel<\/i> und wissentlich durchgewunken hat. Und beides ist ein gro\u00dfes Problem f\u00fcr die Hochschulen!<\/p>\n<figure id=\"attachment_33404\" aria-describedby=\"caption-attachment-33404\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/FHWN_cube.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/FHWN_cube.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"1600\" class=\"size-full wp-image-33404\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33404\" class=\"wp-caption-text\">Muss sich jetzt Kritik gefallen lassen&#8230; (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:FHWN_cube.jpg\">Bild: Kjksxs<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\">CC-BY-SA 3.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Erstens zeigt es, dass sowohl die FH Wiener Neustadt als auch die Universit\u00e4t Bratislava ein Problem mit ihren Qualit\u00e4tsstandards haben. Diesen Vorwurf m\u00fcssen sie sich definitiv gefallen lassen; diese Vorw\u00fcrfe m\u00fcssen nun gepr\u00fcft werden und sie m\u00fcssen vor allem Konsequenzen haben. Die FH kann sich nicht einfach darauf ausreden, dass es 2006 (als Aschbacher dort ihre Arbeit abgegeben hat) noch keine automatische Plagiatspr\u00fcfung gab, so wie das <a href=\"https:\/\/oe1.orf.at\/player\/20210111\/624639\/1610363775000\">der Generalssekret\u00e4r der \u00d6sterreichischen Fachhochschulkonferenz, Kurt Koleznik, in einem Radiointerview getan hat<\/a>. Sie muss kl\u00e4ren, wieso ihr Professor Karl Pinczolits diese Arbeit mit &#8222;Sehr Gut&#8220; beurteilt. Und Pinczolits muss entweder nachvollziehbar erkl\u00e4ren, was an dieser Arbeit &#8222;Sehr gut&#8220; ist. Oder aber begr\u00fcnden wieso er es nicht f\u00fcr n\u00f6tig befunden hat, Aschbachers Arbeit mit der n\u00f6tigen wissenschaftlichen Sorgfalt zu pr\u00fcfen. Dar\u00fcber hinaus muss gepr\u00fcft werden, welche Arbeiten Pinczolits noch betreut und beurteilt hat. Je nach Ergebniss all dieser Pr\u00fcfungen m\u00fcssen entsprechende Konsequenzen gezogen werden (und f\u00fcr die Uni Bratislava gilt das genau so).<\/p>\n<p>Zweitens ist der Fall von Christine Aschbacher nat\u00fcrlich recht prominent. Aber es w\u00e4re \u00fcberraschend, wenn es sich um einen Einzelfall handeln w\u00fcrde. W\u00e4re Aschbacher nicht Ministerin geworden, dann w\u00e4ren ihre Arbeiten vermutlich nie gelesen und gepr\u00fcft worden. Wie viele andere Arbeiten \u00e4hnlicher &#8222;Qualit\u00e4t&#8220; liegen in den Bibliotheken noch herum? Wie viele Menschen haben akademische Abschl\u00fcsse mit Arbeiten erhalten, die nicht einmal ann\u00e4hernd in die N\u00e4he von echter Wissenschaft ger\u00fcckt werden k\u00f6nnen? Und wenn es nicht die wissenschaftliche Forschung war, die zum Erhalt solcher akademischer Titel gef\u00fchrt hat: Was haben Menschen wie Aschbacher dann getan, um die entsprechenden Abschl\u00fcsse zu erhalten? Diese Fragen m\u00fcssen beantwortet werden. <\/p>\n<p>Und drittens geht die Sache ja noch weiter. Aschbacher hat ja auch noch &#8222;wissenschaftliche&#8220; Fachartikel ver\u00f6ffentlicht. Unter anderem auch w\u00e4hrend ihrer Arbeit als Ministerin, und auch da <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/plagiiertes-paper-im-ersten-lockdown-abgeschickt\/\">gibt es Probleme und offene Fragen<\/a>, die beantwortet werden m\u00fcssen. <\/p>\n<p>Sie m\u00fcssen vor allem deswegen beantwortet werden, um all die <i>echte<\/i> Arbeit in Ausbildung und Forschung an den Hochschulen nicht komplett absurd werden zu lassen. Alle die sich in jahrelanger Arbeit m\u00fchsam ein Themengebiet erschlossen und ernsthafte Forschung betrieben haben; alle die sich in ebenso m\u00fchsamer Arbeit darum k\u00fcmmern, dass die von ihnen betreuten Studierenden sich an die wissenschaftlichen Qualit\u00e4tsstandars halten und alle die solche Arbeiten gewissenhaft beurteilen und alle deren Arbeiten gewissenhaft beurteilt werden: All diese Menschen m\u00fcssen sich durch den Fall Aschbacher massiv verarscht vorkommen! Wenn es reicht, das zu tun was auch immer Frau Aschbacher getan hat, um einen Abschluss zu erhalten: Wieso soll sich dann noch irgendwer ernsthaft anstrengen? Was ist ein akademischer Titel wert, wenn man ihn auch durch konfusen Kauderwelsch ohne wissenschaftlichen Wert in schlecht geschriebener Sprache erhalten kann?<\/p>\n<figure id=\"attachment_33403\" aria-describedby=\"caption-attachment-33403\" style=\"width: 1280px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1280px-Graduate_2018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1280px-Graduate_2018.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"853\" class=\"size-full wp-image-33403\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33403\" class=\"wp-caption-text\">Kann man den Doktortitel wegschmei\u00dfen? (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Graduate_2018.jpg\">Bild: D.s.kalinin<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/4.0\/deed.en\">CC-BY-SA 4.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Christine Aschbacher ist zur\u00fcckgetreten. Das war richtig. Unverst\u00e4ndlich dagegen war ihre Begr\u00fcndung, die keinerlei Unrechtsbewusstsein erkennen l\u00e4sst: <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000123168900\/arbeitsministerin-aschbacher-tritt-nach-plagiatsvorwuerfen-zurueck\">&#8222;Die Anfeindungen, die politische Aufgeregtheit und die Untergriffe entladen sich leider nicht nur auf mich, sondern auch auf meine Kinder, und das mit unertr\u00e4glicher Wucht. Das kann ich zum Schutz meiner Familie nicht weiter zulassen. Aus diesem Grund lege ich mein Amt zur\u00fcck.&#8220;<\/a> Sie ist also zur\u00fcck getreten, weil die b\u00f6sen Menschen sie so b\u00f6se angreifen. Sie scheint sich als Opfer der Angelegenheit zu sehen und das schlimme ist: Ich glaube ihr das sogar. Ich glaube nicht, dass Aschbacher vors\u00e4tzlich plagiiert hat; ich glaube nicht dass sie absichtlich eine schlechte Arbeit verfasst hat. Ich glaube, dass sie tats\u00e4chlich davon \u00fcberzeugt war (und ist), dass das was sie da produziert hat, gut und richtig ist. Und die Kritik daran nicht versteht. Das ist nat\u00fcrlich nur meine ganz pers\u00f6nliche Meinung &#8211; aber in \u00d6sterreich hat sich in der Volkspartei (aber nicht nur dort), zu der Aschbacher ebenso geh\u00f6rt wie der Bundeskanzler, eine Gruppe von Menschen etabliert, zu denen mir nur Worte wie &#8222;elit\u00e4r&#8220;, &#8222;egozentrisch&#8220; oder &#8222;selbstherrlich&#8220; einfallen. Vor allem aber gibt es absolut keine Fehlerkultur; egal was passiert &#8211; man selbst kann nicht schuld daran sein, denn man selbst ist ja entsprechend super. Sonst w\u00e4re man ja auch nicht da, wo man ist, n\u00e4mlich an der Spitze. Und da Aschbacher nichts falsch machen kann, hat sie auch nichts falsch gemacht und <i>kann<\/i> nur Opfer sein.<\/p>\n<p>Aber gut &#8211; Politik ist hier nicht das Thema und ich w\u00fcrde mich sowieso nur weiter dar\u00fcber aufregen. Also frage ich lieber die Leserschaft: Habt ihr akademische Arbeiten verfasst? Wenn ja: Wie lief da Betreuungs- und Beurteilungsprozess? Hattet ihr das Gef\u00fchl, ihr w\u00e4rt mit jedem Quatsch durchgekommen oder wurde da wirklich gr\u00fcndlich drauf geschaut? \u00dcber eure Erfahrungen w\u00fcrde ich mich in den Kommentaren sehr freuen (und werde dort gleich selbst von meinen eigenen berichten). <\/p>\n<p><i>P.S. Au\u00dferdem verweise ich gerne noch mal auf meinen fast 10 Jahre alten Artikel: <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2011\/07\/04\/doktortitel-abschaffen\/\">Doktortitel abschaffen?&#8220;.<\/a><\/i> \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/fffec9030bca42b0a257a9a0a552a5a1\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzte Woche habe ich \u00fcber die wissenschaftlichen Arbeiten von Christine Aschbacher berichtet. Sie war damals noch Bundesministerin f\u00fcr Arbeit, Familie und Jugend in \u00d6sterreich. Das ist sie nicht mehr; sie ist am Samstag Abend zur\u00fcck getreten. Der Medienwissenschaftler Stefan Weber hat sowohl in ihrer Diplomarbeit, als auch in ihrer Dissertation schwerwiegende M\u00e4ngel gefunden (siehe hier, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":25977,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[221,11,3],"tags":[1215,583,2552,3260,3571,4026,4919,5043,5107,7823,8007,11567,8,13801,15039],"class_list":["post-25976","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kultur","category-naturwissenschaften","category-politik","tag-akademischer-titel","tag-betrug","tag-bildungspolitik","tag-christine-aschbacher","tag-dagmar-babcanova","tag-doktortitel","tag-fachhochschulen","tag-felicita-chromjakova","tag-fh-wiener-neustadt","tag-jozef-sablik","tag-karl-pinczolits","tag-plagiat","tag-politik","tag-stefan-weber","tag-universitaet-bratislava"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25976","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=25976"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25976\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":25980,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/25976\/revisions\/25980"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/25977"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=25976"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=25976"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=25976"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}