{"id":25963,"date":"2021-01-09T12:35:36","date_gmt":"2021-01-09T11:35:36","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/01\/09\/annahmen-sind-wie-seepocken-die-wissenschaftliche-arbeit-von-ministerin-aschbacher-zeigen-ein-grosses-qualitaetssicherungsproblem-an-den-hochschulen\/"},"modified":"2025-05-14T16:53:46","modified_gmt":"2025-05-14T14:53:46","slug":"annahmen-sind-wie-seepocken-die-wissenschaftliche-arbeit-von-ministerin-aschbacher-zeigen-ein-grosses-qualitaetssicherungsproblem-an-den-hochschulen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/01\/09\/annahmen-sind-wie-seepocken-die-wissenschaftliche-arbeit-von-ministerin-aschbacher-zeigen-ein-grosses-qualitaetssicherungsproblem-an-den-hochschulen\/","title":{"rendered":"&#8222;Annahmen sind wie Seepocken&#8220;: Die wissenschaftliche Arbeit von Ministerin Aschbacher zeigen ein gro\u00dfes Qualit\u00e4tssicherungsproblem an den Hochschulen"},"content":{"rendered":"<p>Man muss nicht studiert haben um in der Politik zu arbeiten. Ok, es schadet auch nicht, wenn man sich auf dem Gebiet f\u00fcr das man zust\u00e4ndig ist, auch wirklich auskennt. Aber das kann man auch ohne Hochschulstudium schaffen und f\u00fcr die konkreten Details gibt es dann (hoffentlich) ExpertInnen, auf die man dann (sehr hoffentlich!) auch h\u00f6rt. <i>Christine Aschbacher<\/i> ist \u00f6sterreichische Bundesministerin f\u00fcr Arbeit, Familie und Jugend. Und hat 2006 ein Studium an der Fachhochschule Wiener Neustadt abgeschlossen; im August 2020 dann ein Doktoratsstudium an der Universit\u00e4t Bratislava. Was ja prinzipiell vollkommen in Ordnung ist (auch wenn es ein wenig seltsam wirkt wenn eine Arbeitsministerin w\u00e4hrend der Coronakrise noch die Zeit findet um eine Doktorarbeit abzugeben und zu verteidigen). Nun hat aber der Medienwissenschaftler <i>Stefan Weber<\/i> schwerwiegende M\u00e4ngel sowohl in Aschbachers Magisterarbeit als auch in ihrer Dissertation gefunden (siehe <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/diplomarbeit-christine-aschbacher\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/schwerwiegende-plagiate-im-schlusskapitel-der-aschbacher-diplomarbeit\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/serienplagiatorin-christine-aschbacher\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/aschbacher-muesste-magister-und-phd-grad-verlieren\/\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/dissertation-aschbacher\/\">hier<\/a>). Er wirft ihr Ideen- und Textplagiate vor und fehlende\/falsche Zitate. Was &#8211; ganz unabh\u00e4ngig davon ob jemand in der Politik t\u00e4tig ist oder nicht &#8211; zu einer Aberkennung der entsprechenden akademischen Titel f\u00fchren sollte. Die potentiellen Plagiate sind das eine. Was mich an der Sache aber so <i>wirklich<\/i> st\u00f6rt, sind die Teile der wissenschaftlichen Arbeit die Aschbacher offensichtlich selbst verfasst hat.<\/p>\n<p>Der Volltext der Dissertation kann <a href=\"https:\/\/www.meineabgeordneten.at\/storage\/quellen\/18298\/kzXfin09al3OtTkoMfn8wSggMeGcYL7zgBdSPmuk.pdf\">hier abgerufen werden<\/a>. Auf Seite 55 findet sich der mittlerweile ber\u00fchmte und ber\u00fcchtigte Satz: <i>&#8222;Annahmen sind wie Seepocken an der Seite eines Bootes; sie verlangsamen uns.&#8220;<\/i> Was in dieser Form nach einem sehr obskuren Vergleich klingt und nicht von Aschbacher selbst stammt. Sondern aus einem <a href=\"https:\/\/www.forbes.com\/sites\/robertbtucker\/2017\/02\/09\/six-innovation-leadership-skills-everybody-needs-to-master\/?sh=76fe617a5d46\">Artikel in &#8222;Forbes&#8220;<\/a> von Robert Tucker, wo das ganze auf englisch so klingt: <i>&#8222;Assumptions are like barnacles on the side of a boat; they slow us down.&#8220;<\/i>. Hier hat Aschbacher wohl einfach einen kompletten Absatz aus <i>Forbes<\/i> durch Google Translate gejagt und das Ergebnis nur minimal modifiziert. Zum Beispiel da wo Tucker in seinem Text: <i>&#8222;In my work with hundreds of teams, ranging from C-suite executives to graduate students to mid-level managers and front line employees (&#8230;)&#8220;<\/i> schreibt wird bei Aschbacher daraus: <i>&#8222;In dieser Dissertation wurde mit Hunderten von Teams \u2013 angefangen von F\u00fchrungskr\u00e4ften der C-Suite \u00fcber Hochschulabsolventen bis hin zu F\u00fchrungskr\u00e4ften der mittleren Ebene und Mitarbeitern an vorderster Front \u2013 zusammengearbeitet (&#8230;)&#8220;<\/i>. Der Forbes-Artikel wird zwar \u00fcbrigens zitiert, aber nicht auf eine Weise die ersichtlich macht, was Zitat und was eigene Gedanken Aschbachers sind (und mit den Hunderten Teams hat definitiv Tucker &#8222;zusammengearbeitet&#8220; und nicht Aschbacher&#8230;).<\/p>\n<p>Das ist ein Beispiel f\u00fcr ein verungl\u00fccktes Zitat das durch die automatische \u00dcbersetzung sprachlich ein wenig holprig geworden ist. Aber wie gesagt: Die Plagiate sind es nicht, die mich am meisten st\u00f6ren. Sondern eher Stellen wie diese: <\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Ziel der Dissertationsarbeit ist die Analyse der F\u00fchrungsstile in innovativen Industrieunternehmen. Aufgrund der teilweise bew\u00e4hrten F\u00fchrungsstile entsprechen die bisherigen Ergebnisse teilweise f\u00fcr F\u00fchrungsstile oder Innovation in Industrieunternehmen. (Seite 5)&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse soll ein allgemein g\u00fcltiges L\u00f6sungsmodell bestehende erstellt werden, dass f\u00fcr innovative F\u00fchrungskr\u00e4fte in Industrieunternehmen anwendbar ist. (Seite 5)&#8220;<\/p>\n<p>&#8222;Sowohl die theoretischen Inputs als auch die praktische Erhebung kann dieser Frage zustimmen. Denn wenn die Mitarbeiter sich im Flow f\u00fchlen, sind unglaubliche Ergebnisse m\u00f6glich. (Seite 118)&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Was ist das? So sieht ein Text vielleicht aus wenn man in der allerersten Rohversion alle m\u00f6glichen Ideen und Gedanken zusammentr\u00e4gt und schnell irgendwie aufschreibt. Aber doch nicht die Version die man dann am Ende als Dissertation abgibt! Man kann ja durchaus den einen oder anderen Tipp-, Rechtschreib- oder Grammatikfehler \u00fcbersehen. Das passiert zwangsl\u00e4ufig wenn man etwas schreibt; das passiert allen, mir inklusive. Selbst wenn ein Text ausf\u00fchrlich korrigiert und lektoriert wird bleiben meistens kleine Fehler \u00fcbrig. Aber das was man da in Aschbachers Dissertation lesen kann sind keine &#8222;kleinen Fehler&#8220;. Das ist eine Art von verungl\u00fccktem Deutsch das einem regelrecht ins Gesicht springt und anschreit: &#8222;Korrigier mich!&#8220; <\/p>\n<figure id=\"attachment_33381\" aria-describedby=\"caption-attachment-33381\" style=\"width: 576px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Example_of_copyedited_manuscript.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Example_of_copyedited_manuscript.jpg\" alt=\"\" width=\"576\" height=\"1024\" class=\"size-full wp-image-33381\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33381\" class=\"wp-caption-text\">Korrekturlesen ist m\u00fchsam. Aber wichtig! (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Example_of_copyedited_manuscript.jpg\">Bild: Phoebe<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\">CC-BY-SA 3.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn so etwas irgendwo versteckt in einem langen Text aus Versehen \u00fcbrig bleibt, k\u00f6nnte man das ja noch verstehen. Aber die drei Stellen, die ich angef\u00fchrt habe, sind bei weitem nicht die einzigen. Und die Zitate von Seite 5 sind <i>das erste<\/i>, was man in ihrer Dissertation zu lesen bekommt; sie sind Teil der deutschen Kurzfassung die in voller L\u00e4nge so lautet:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Ziel der Dissertationsarbeit ist die Analyse der F\u00fchrungsstile in innovativen Industrieunternehmen. Aufgrund der teilweise bew\u00e4hrten F\u00fchrungsstile entsprechen die bisherigen Ergebnisse teilweise f\u00fcr F\u00fchrungsstile oder Innovation in Industrieunternehmen. Im Rahmen der Dissertationsarbeit werden die Korrelation zwischen F\u00fchrungsstil und Innovation in Industrieunternehmen hergestellt und anhand von Beispielen \u00fcberpr\u00fcft und kritisch gew\u00fcrdigt. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse soll ein allgemein g\u00fcltiges L\u00f6sungsmodell bestehende erstellt werden, dass f\u00fcr innovative F\u00fchrungskr\u00e4fte in Industrieunternehmen anwendbar ist. Dieses wird von qualitativer empirischer Erhebung stichprobenartig unterst\u00fctzt sowie von einem Probeunternehmen verifiziert.&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Gerade dieser Abstract ist normalerweise der Teil, den alle lesen, die einen Blick auf die Dissertation werfen. Wie k\u00f6nnen darin so viele Fehler stecken? Wie kann so etwas in einer Dissertation landen?<\/p>\n<blockquote><p><i>Branson sieht das klassische Bild der \u201aChef\u2018 wie ein Anachronismus. Herrisch ist keine w\u00fcnschenswerte Eigenschaft f\u00fcr eine F\u00fchrungskraft, sagt er. Ein Chef erledigt Auftr\u00e4ge, w\u00e4hrend eine F\u00fchrungskraft organisiert. &#8222;Vielleicht, daher ist es seltsam, dass, wenn es irgendeine eine Phrase, die garantiert wird, um mich auf den Weg, es ist, wenn jemand zu mir sagt: &#8218;Okay, fein. Du bist der Chef!'&#8220;, Sagt Branson. &#8222;Was mich \u00e4rgert ist, dass in 90 Prozent der F\u00e4lle, wie, was diese Person wirklich sagen will, ist: &#8218;Okay, dann, glaube ich nicht mit Ihnen einverstanden, aber ich werde rollen und tun es weil sie sagen mir zu. Aber wenn es nicht klappt werde ich der Erste sein, der daran erinnern, dass es nicht meine Idee.'&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Ok &#8211; auch das sieht wieder nach automatisierter \u00dcbersetzung aus. Aber so etwas kann man doch um Himmels Willen nicht stehen lassen! Wer auch nur kurz mit einem halben Auge auf dieses Zitat blickt, muss sehen, dass das nicht einmal ann\u00e4hernd korrektes Deutsch ist. <\/p>\n<p>Wenn man sehr, sehr gutwillig ist und dazu noch enorm naiv, k\u00f6nnte man diese sprachlich katastrophale Dissertation mit der Belastung der Ministerin durch die Corona-Krise und eventuell mangelnden Deutschkenntnissen der Betreuer an der Uni Bratislava erkl\u00e4ren. Entschuldigen l\u00e4sst sich die Sache dadurch aber trotzdem nicht. Und auch in der 2006 an einer \u00f6sterreichischen Hochschule verfassten Magisterarbeit, finden sich entsprechende Stellen, wie Stefan Weber <a href=\"https:\/\/plagiatsgutachten.com\/blog\/diplomarbeit-christine-aschbacher\/\">in seinem Blog aufzeigt<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p><i>Die Aufgaben des Key Account Managers sind sehr vielf\u00e4ltig und nicht einfach durch zu f\u00fchren. In der Theorie sind die Anforderungen beschrieben, jedoch \u2019nur\u2018 als theoretischen Input. (Seite 6)<\/p>\n<p>Um den aktuellen Stand der T\u00e4tigkeiten und somit Anforderungen der Key Account Manager zu erheben, wird ein empirische Teil, mittels Experteninterviews erhoben. (Seite 6)<\/p>\n<p>Dies wird durch Unterstreichen der Meinungen, Kategorisieren und Bedeutungen festlegen, durchgef\u00fchrt. (Seite 9)<\/p>\n<p>Im Conclusio werden und empirische Ergebnisse zusammengefasst und die Hypothesen daraus best\u00e4tigt oder verworfen. (Seite 9)<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Es w\u00e4re jetzt leicht sich \u00fcber etwaige mangelnde Deutschkenntnisse der Ministerin lustig zu machen. Was aber am Kern der Kritik vorbei gehen w\u00fcrde. Vermutlich muss man auch nicht einmal einwandfreies Deutsch beherrschen um politische Arbeit zu machen; auch hier sollte es Leute geben die f\u00fcr eine entsprechende Korrektur sorgen. Was ich als eigentlichen Skandal an der ganzen Sache ansehe ist das, was man in \u00d6sterreich die &#8222;Wurschtigkeit&#8220; nennt.<\/p>\n<p>Es war Frau Aschbacher anscheinend v\u00f6llig egal, was sie da als akademische Arbeiten abgibt. Da wurde irgendwas irgendwo in den Computer gebastelt und niemand hat auch nur einen zweiten Blick darauf geworfen. Weder die Verfasserin, noch die Betreuerinnen und Betreuer. So sieht es zumindest aus und mir w\u00fcrde keine andere M\u00f6glichkeit einfallen, wie das abgelaufen sein k\u00f6nnte. Beziehungsweise h\u00e4tte ich schon ein paar Ideen, die aber alle juristisch relevant sind und die ich deswegen nicht \u00f6ffentlich \u00e4u\u00dfere. Bleiben wir also bei der Variante &#8222;Niemand hat Diplomarbeit\/Dissertation vern\u00fcnftig gelesen&#8220;. Trotzdem hat Aschbacher ihr Magisterstudium mit der Bestnote &#8222;Sehr gut&#8220; abgeschlossen. Trotzdem hat sie mit ihrer Doktorarbeit den Titel &#8222;PhD&#8220; erworben. Das ist einerseits ein wuchtiger Schlag ins Gesicht all derjenigen die sich in jahrelanger Arbeit wirklich sehr, sehr viel M\u00fche bei der Abfassung ihrer akademischen Arbeiten gegeben haben. Und zeigt andererseits, mit was f\u00fcr Sachen man ganz offensichtlich an Hochschulen durchkommen kann. <\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Es gibt noch eine weitere \u201ewissenschaftliche\u201c Arbeit von Frau Aschbacher &#8211; gemeinsam mit ihrem Doktorvater (entdeckt von <a href=\"https:\/\/twitter.com\/KaltenbrunnerA?ref_src=twsrc%5Etfw\">@KaltenbrunnerA<\/a>). <br \/>Der Text enth\u00e4lt keinen einzigen wissenschaftlich korrekten Quellenverweis: <a href=\"https:\/\/t.co\/MJujwH2yw9\">https:\/\/t.co\/MJujwH2yw9<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Armin Wolf (@ArminWolf) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/ArminWolf\/status\/1347587599708336134?ref_src=twsrc%5Etfw\">January 8, 2021<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p> <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script> <\/p>\n<p>Wenn ich es ein wenig vulg\u00e4r ausdr\u00fccken w\u00fcrde, dann w\u00fcrde ich sagen, dass Frau Aschbacher hier einen gewaltigen Haufen auf die K\u00f6pfe aller Studierenden gesetzt hat, die wirklich hart f\u00fcr ihre akademischen Werke gearbeitet haben. Wer schon mal eine Diplomarbeit, Dissertation oder auch nur eine Modularbeit o.\u00e4. verfasst hat, wei\u00df was ich meine. Eine Literaturliste zu erstellen, <i>ist Arbeit<\/i>. Zitate zu suchen und entsprechend korrekt einzuarbeiten ebenfalls. Ein Dokument von oft einigen hundert Seiten zu korrigieren, ist <i>nervige<\/i> Arbeit. Und da ist die eigentliche Forschung, die all dem zugrunde liegt (oder zugrunde liegen sollte sofern man nicht einfach plagiiert hat), noch gar nicht mit eingerechnet. Eine Ministerin, die ein so komplett unzul\u00e4ngliches Werk abgibt und daf\u00fcr eine Bestnote bekommt, ist ein Schlag ins Gesicht f\u00fcr alle, die auch nur ein Minimum an Arbeit in ihre akademische Karriere investiert haben.<\/p>\n<p>Wenn Aschbachers Werke zeigen, wie wenig ernst sie ihre Ausbildung nimmt, dann zeigt die Begutachtung der Werke, wie wenig ernst die Ausbildung an den Hochschulen genommen wird. Es w\u00e4re wieder die gutwilligste Interpretation wenn man es einfach auf die \u00dcberlastung der GutachterInnen und simple Schlamperei schiebt. Und das allein ist schon problematisch genug. Denn es gibt ja sehr viele MitarbeiterInnen an den Hochschulen, die <i>trotz<\/i> \u00dcberlastung die (aufwendige) Arbeit der Korrektur und Beurteilung sorf\u00e4ltig und gewissenhaft durchf\u00fchren. Auch sie m\u00fcssen es als Affront sehen, wenn anderswo etwas so absurdes wie Aschbachers Texte einfach durchgewunken werden. Und &#8211; wie oben &#8211; will ich die Alternativen zur &#8222;gutwilligen&#8220; Betrachtung lieber gar nicht diskutieren&#8230;<\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Die Aschbacher-Debatte ist keine &quot;Neiddebatte&quot;. Es geht darum, ob sich jahrelange harte, teils qualvolle und anstrengende Studier-Arbeit an den Unis einfach durch einen miesen Trick ersparen kann und damit an besser bezahlte Jobs kommt. Sie sollte die Konsequenzen ziehen<\/p>\n<p>&mdash; Florian Klenk (@florianklenk) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/florianklenk\/status\/1347606650698543105?ref_src=twsrc%5Etfw\">January 8, 2021<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p> <script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script> <\/p>\n<p>Der Fall der akademischen Arbeiten von Christine Aschbacher ist ein Skandal. Er zeigt, mit wie wenig Arbeit man an den Hochschulen durchkommen kann. Oder zumindest, mit wie wenig Arbeit bestimmte Personen durchkommen k\u00f6nnen. Er zeigt, mit welcher Einstellung man in \u00d6sterreich ein Ministeramt bekleiden kann. Er zeigt die Geringsch\u00e4tzung, die den Hochschulen aus der Spitzenpolitik entgegengebracht wird. V\u00f6llig unabh\u00e4ngig, ob und wie sehr Christine Aschbacher plagiiert hat (Stefan Webers Analyse l\u00e4sst da allerdings wenig Spielraum): Die Angelegenheit muss mit einem R\u00fccktritt enden. Sollte er nicht erfolgen wird der Skandal nur noch gr\u00f6\u00dfer.  \t<\/p>\n<p><b>Nachtrag (09.01.2020, 19:30): <a href=\"https:\/\/www.derstandard.at\/story\/2000123168900\/arbeitsministerin-aschbacher-tritt-nach-plagiatsvorwuerfen-zurueck\">Ministerin Aschbacher tritt zur\u00fcck<\/a><\/b><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/f4516fe169f94c97825424464aec4127\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Man muss nicht studiert haben um in der Politik zu arbeiten. Ok, es schadet auch nicht, wenn man sich auf dem Gebiet f\u00fcr das man zust\u00e4ndig ist, auch wirklich auskennt. 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