{"id":25929,"date":"2021-01-22T07:00:44","date_gmt":"2021-01-22T06:00:44","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/01\/22\/sternengeschichten-folge-426-canopus-steuermann-fuer-raumsonden\/"},"modified":"2025-05-14T16:53:29","modified_gmt":"2025-05-14T14:53:29","slug":"sternengeschichten-folge-426-canopus-steuermann-fuer-raumsonden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2021\/01\/22\/sternengeschichten-folge-426-canopus-steuermann-fuer-raumsonden\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 426: Canopus &#8211; Steuermann f\u00fcr Raumsonden"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.org\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/media\/podcast_7374_sternengeschichten_episode_348965_sternengeschichten_folge_426_canopus_steuermann_fur_raumsonden.mp3?v=1608630578\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/FhX1HgCcd-o\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/426-sternengeschichten-folge-426-canopus-steuermann-fur-raumsonden\/embed?context=external&#038;token=4mtEdLxFBsTU0ePFSIWcfg\"><\/script><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<b>Sternengeschichten Folge 426: Canopus &#8211; Steuermann f\u00fcr Raumsonden<\/b><\/p>\n<p>Heute gibt es in den Sternengeschichten zur Abwechslung mal wieder eine echte Sternengeschichte. Also eine Geschichte \u00fcber einen Stern. Wir sehen uns gemeinsam &#8222;Canopus&#8220; an. Oder besser gesagt: Wir reden dar\u00fcber. Denn sehen kann man Canopus von Europa aus so gut wie gar nicht. Nur wenn man wirklich ganz weit nach S\u00fcden reist, nach Gibraltar, nach Malta oder nach Kreta zum Beispiel kann man ihn sehen. Oder man befindet sich au\u00dferhalb von Europa, in Afrika, in Mittelamerika, sonstirgendwo im S\u00fcden oder \u00fcberhaupt gleich auf der S\u00fcdhalbkugel der Erde &#8211; was ja jede Menge Menschen tun (die aber vermutlich nicht zur regelm\u00e4\u00dfigen H\u00f6rerschaft dieses Podcasts geh\u00f6ren).<\/p>\n<p>Wenn man sich an einem Ort befindet an dem man Canopus sehen kann, dann ist es meistens auch nicht schwer ihn zu sehen. Nach Sirius ist Canopus n\u00e4mlich der zweithellste Stern am Nachthimmel, da muss man sich nicht sonderlich anstrengen. Deswegen ist er den Menschen auch schon ziemlich fr\u00fch aufgefallen und sie haben ihn immer wieder beobachten. Das hat zum Beispiel der Astronom Ab\u016b l-Wal\u012bd Muhammad ibn Ahmad Ibn Ruschd getan, auch und ein wenig k\u00fcrzer bekannt unter seinem lateinischen Namen &#8222;Averroes&#8220;. Geboren wurde er in Al-Andalus, im spanischen Cordoba. Von da aus konnte er Canopus nicht sehen, als er aber im Jahr 1153 nach Marrakesh reiste, war Canopus super zu beobachten. Das best\u00e4rkte ihn in seiner Ansicht (die zuvor nat\u00fcrlich auch schon l\u00e4ngst andere Leute ge\u00e4u\u00dfert haben), dass die Erde eine Kugel sein muss. Weil wie sonst soll man es erkl\u00e4ren, dass da pl\u00f6tzlich ein Stern am Himmel auftaucht wenn man Richtung S\u00fcden reist der im Norden nicht zu sehen ist. Und der wieder unter dem Horizont verschwindet, wenn man zur\u00fcck nach Norden f\u00e4hrt?<\/p>\n<figure id=\"attachment_33319\" aria-describedby=\"caption-attachment-33319\" style=\"width: 352px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/AverroesColor.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/AverroesColor.jpg\" alt=\"\" width=\"352\" height=\"276\" class=\"size-full wp-image-33319\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33319\" class=\"wp-caption-text\">Da sitzt der Averroes und schaut (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:AverroesColor.jpg\">Bild: gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u00dcber den Ursprung des Namens gibt es unterschiedliche Versionen. Der griechische Name &#8222;Canopus&#8220; wurde schon in der Antike f\u00fcr den Stern verwendet. In der Mythologie hat er immer mit Schiffen zu tun. Bei den \u00c4gyptern war &#8222;Kanopus&#8220; der Admiral einer Flotte der die G\u00f6tter Isis und Osiris nach Indien brachte. In Griechenland erz\u00e4hlte der Dichter Homer die Geschichte des trojanischen Kriegs in dem der K\u00f6nig von Sparta &#8211; Menelaos &#8211; deswegen in besagten Krieg nach Troja zog weil die Trojaner seine Frau entf\u00fchrt haben. Auf der Heimfahrt wurde sein Schiff vom Steuermann &#8222;Kanobos&#8220; gesteuert. Das Sternbild, in dem die griechischen Gelehrten den Stern Canopus gesehen hatten, wurde nach einem ebenfalls ber\u00fchmten Schiff aus der Mythologie benannt. &#8222;Argo Navis&#8220; oder &#8222;Schiff Argo&#8220;; das Boot mit dem der Held Jason und seinen &#8222;Argonauten&#8220; sich auf den Weg zu ihren Abenteuern machten. Und wenn man schon ein Schiff an den Himmel setzt, dann braucht es auch einen Steuermann, haben die Leute sich damals wahrscheinlich gedacht und den hellsten Stern dort &#8222;Canopus&#8220; genannt. <\/p>\n<p>Was es daneben auch noch gibt ist eine \u00e4gyptische Stadt die &#8222;Kanopus&#8220; hei\u00dft. Beziehungsweise gibt es sie nicht mehr, aber fr\u00fcher hat es sie mal gegeben. Im westlichen Nildelta, an der K\u00fcste des Mittelmeers, ein St\u00fcck \u00f6stlich wo sich heute die Stadt Alexandria befindet. Angeblich soll Menelaos dort seinen Steuermann begraben haben als der dort etwas \u00fcberraschend bei einem Landausflug von einer Schlange gebissen wurde und starb. Es kann auch sein, dass der Name damit gar nix zu tun hat, sondern vom \u00e4gyptischen Begriff &#8222;Kahi Nub&#8220; kommt, was so viel wie &#8222;goldene Erde&#8220; bedeutet und sich darauf beziehen k\u00f6nnte, dass man den Stern Canopus von der Stadt Kanopus direkt am Horizont stehen sehen konnte, wo sein Licht gelb-golden erscheint weil es den ganzen Staub der dicken Atmosph\u00e4re durchqueren muss. Oder aber die Stadt hei\u00dft nicht &#8222;goldene Erde&#8220; sondern &#8222;goldener Boden&#8220; weil es ganz einfach eine sehr reiche Hafenstadt war.<\/p>\n<p>Kurz gesagt: Es gibt jede Menge Mythen und warum der Stern so hei\u00dft wie er hei\u00dft, ist unklar. Klar ist dagegen, dass er seit Juli 2016 ganz offiziell den Eigennamen &#8222;Canopus&#8220; tr\u00e4gt, das hat die Internationale Astronomische Union so entschieden. Sein offizieller Katalogname war und ist immer noch &#8222;Alpha Carinae&#8220;. Also der hellste Stern (alpha) im Sternbild Carina und &#8222;Carina&#8220; hei\u00dft auf deutsch &#8222;Kiel des Schiffes&#8220;. Als der franz\u00f6sische Astronom Nicolas-Louis de Lacaille im 18. Jahrhundert die Sternbilder am Himmel neu organsierte, war im das enorm gro\u00dfe Sternbild &#8222;Argo Navis&#8220; aus der Antike ein wenig zu un\u00fcbersichtlich. Also hat er es in drei kleinere Sternbilder aufgeteilt: Puppis, Carina und Vela oder auf deutsch &#8222;Achterdeck&#8220;, &#8222;Kiel&#8220; und &#8222;Segel&#8220; des Schiffes. Der Steuermann ist im Kiel gelandet und leuchtet seither als hellster Stern dieses Sternbilds vom Himmel.<\/p>\n<figure id=\"attachment_33317\" aria-describedby=\"caption-attachment-33317\" style=\"width: 2400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Argo_Navis_-_Mercator.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Argo_Navis_-_Mercator.jpeg\" alt=\"\" width=\"2400\" height=\"2338\" class=\"size-full wp-image-33317\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33317\" class=\"wp-caption-text\">Sternbild &#8222;Argo Navis&#8220; in einer Karte von 1551 (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Argo_Navis_-_Mercator.jpeg\">Bild: gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das war jetzt ziemlich viel Geschichte und Mythologie und recht wenig Astronomie. Dabei gibt es gerade da sehr viel von Canopus zu erz\u00e4hlen. Mittlerweile auf jeden Fall, denn lange Zeit war da ziemlich viel unklar. Das hat schon bei seinem Abstand zur Erde angefangen. Die angegeben Werte schwankten zwischen knapp 100 und 1200 Lichtjahren. Das ist ein ziemlich gro\u00dfes Intervall und es ist \u00fcberraschend, dass man das noch bis 2007 nicht genauer wusste. Das Problem ist das Problem das wir haben wenn es darum geht die Entfernung zu einem Stern zu bestimmen. Die Dinger schauen ja immer nur aus wie helle Punkte am Himmel, egal ob sie nah sind oder weit weg. Man kann jetzt entweder probieren die Parallaxe zu messen. Also die scheinbare Verschiebung in der Position des Sterns wenn man ihn aus unterschiedlichen Richtungen betrachtet. Zum Beispiel einmal im Juni und einmal im Januar, da die Erde sich ja in der Zwischenzeit ein gro\u00dfes St\u00fcck entlang ihrer Bahn um die Sonne bewegt hat. Dieser Effekt ist aber winzing und es hat bis 1838 gedauert bis man das \u00fcberhaupt mal bei einem Stern messen konnte, wie ich schon in Folge 19 erz\u00e4hlt habe. Und selbst ab da war es schwer, mit dieser Methode die Entfernung erstens genau und zweitens f\u00fcr eine relevante Menge an Sternen zu bestimmen. Also hat man sich mit anderen Methoden beholfen. Wenn man w\u00fcsste, wie hell ein Stern WIRKLICH leuchtet, dann m\u00fcsste man nur diese &#8222;absolute Helligkeit&#8220; mit der am Himmel sichtbaren &#8222;scheinbaren Helligkeit&#8220; vergleichen. Und kann daraus schnell und einfach den Abstand berechnen. Das Problem: Die absolute Helligkeit kennt man nicht, wenn man sie genau wissen will geht das nur, wenn man den Abstand schon kennt. Man kann sie aber zumindest sch\u00e4tzen, aus dem Spektraltyp des Sterns. Also &#8211; vereinfacht gesagt &#8211; aus seiner Farbe und seiner scheinbaren Helligkeit. Daraus l\u00e4sst sich die Temperatur absch\u00e4tzen, die Masse des Sterns und damit kann man wiederum ungef\u00e4hr ableiten wie die absolute Helligkeit ist. Aber nur, wenn man wirklich genau wei\u00df, wie diese ganzen Gr\u00f6\u00dfen zusammenh\u00e4ngen und wie die Spektraltypen genau funktionieren. Was kompliziert ist, wie ich in Folge 132 schon genau erkl\u00e4rt habe. Vor allem muss man viele unterschiedliche Beispiel f\u00fcr den in Frage stehenden Spektraltyp kennen und studieren k\u00f6nnen. Und leider geh\u00f6rt Canopus zu einer Spektralklasse f\u00fcr die man kaum Sterne kannte und die daher schlecht untersucht und verstanden war. <\/p>\n<p>Canopus geh\u00f6rt zum Spektraltyp F0II (das war zumindest einer der Werte die fr\u00fcher bekannt waren), das sind Sterne die ein bisschen hei\u00dfer und massereicher sind als unsere Sonne. Was aber nicht das Problem ist. Das steckt in der &#8222;Leuchtkraftklasse&#8220;. Dabei geht es um den Entwicklungszustand, also um die Frage ob der Stern noch ein normaler Stern ist, ob er sich schon zu einem Riesenstern aufgebl\u00e4ht hat weil er sich dem Ende seines Lebens n\u00e4hert, und so weiter. Unsere Sonne geh\u00f6rt zum Typ &#8222;V&#8220;, ist also offiziell ein &#8222;Zwergstern&#8220;, also noch in ihrem normalen Zustand. Erst in ein paar Milliarden Jahren wird sie sich zu einem Roten Riesen aufbl\u00e4hen und dann auch eine andere Leuchtkraftklasse haben (wahrscheinlich III). Canopus aber geh\u00f6rt zur Leuchtkraftklasse II, was sogenannte &#8222;Helle Riesen&#8220; bezeichnet. Das sind Sterne, die gerade an der Grenze zwischen Riesensternen und den noch gr\u00f6\u00dferen\/helleren\/hei\u00dferen \u00dcberriesen stehen. So oder so &#8211; es war schwer nur aus der Beobachtung des Canopus von der Erde aus rauszufinden, welche Art von Stern man da vor sich hat.<\/p>\n<p>Je nachdem was man da jetzt f\u00fcr Sch\u00e4tzwerte eingesetzt hat, kam mal eine gr\u00f6\u00dfere Entfernung raus und mal eine kleinere. Erst als gegen Ende des 20. Jahrhunderts der Satellit Hipparcos &#8211; \u00fcber den ich in Folge 87 ausf\u00fchrlich gesprochen habe &#8211; bei hunderttausenden Sternen genaue Parallaxen messen konnte, war klar: Canopus ist knapp 300 Lichtjahre von der Erde entfernt. Dar\u00fcber hinaus hat er eine Masse die dem 15fachen der Sonnenmasse entspricht. Der Radius von Canopus betr\u00e4gt das 71fache des Sonnenradius und der Stern leuchtet mehr als 10.000 Mal heller als unsere Sonne. Mit einer Oberfl\u00e4chentemperatur von 7500 Kelvin ist er ein wenig hei\u00dfer als unsere Sonne. Und welcher Spektral- und Leuchtkraftklasse er angeh\u00f6rt ist immer noch nicht ganz klar. Er liegt irgendwo an der Grenze zwischen den Spektralklassen A und F und an der Grenze zwischen den hellen Riesen und den \u00dcberriesensternen.  <\/p>\n<figure id=\"attachment_33316\" aria-describedby=\"caption-attachment-33316\" style=\"width: 1920px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Canopus.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Canopus.jpg\" alt=\"\" width=\"1920\" height=\"1259\" class=\"size-full wp-image-33316\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-33316\" class=\"wp-caption-text\">Canopus von der ISS aus gesehen (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Canopus.jpg\">Bild: NASA, gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was wir von Canopus auch schon beobachtet haben sind R\u00f6ntgenstrahlen; die werden vermutlich in der extrem hei\u00dfen \u00e4u\u00dfersten Atmosph\u00e4renschicht des Sterns erzeugt. Was wir dort bis jetzt nicht gefunden haben sind Planeten; man hat zwar mal vor langer Zeit gedacht dass man entsprechende Anzeichen dort gefunden hat. Die sich aber als Fehlinterpretation herausgestellt haben. Das was man f\u00fcr die Auswirkungen der Gravitation eines Planeten auf die Bewegung des Sterns gehalten hatte, war in Wahrheit die Bewegung der Atmosph\u00e4re des Sterns selbst. <\/p>\n<p>Aber ganz unabh\u00e4ngig von all dem was man \u00fcber Canopus wei\u00df oder nicht wei\u00df &#8211; eines bleibt fix. Der Stern ist von der Erde aus extrem hell und gut zu beobachten. Nicht nur weil er so hell ist, sondern weil in seiner Umgebung auch so wenig andere helle Sterne sind. Das macht ihn besonders gut geeignet um ihn als Markierung zur Navigation zu benutzen. Was jede Menge V\u00f6lker im Laufe der Zeit in Afrika, Australien, Polynesien, Mittel- und S\u00fcdamerika, China, Indien und so weiter getan haben. Sie alle haben eigene Mythen und Geschichten \u00fcber den hellen Stern erz\u00e4hlt, ihm ihre eigenen Namen gegeben und ihre eigene Forschung dar\u00fcber angestellt.<\/p>\n<p>Aber nicht nur fr\u00fcher, auch heute noch dient Canopus der Orientierung am Himmel. Der mythologische Steuermann weist zum Beispiel Raumsonden den Weg durchs All die den hellen und leicht zu findenden Stern zur Positionsbestimmung benutzen. Unsere Fantasie regt Canopus aber auch weiterhin an. Der Stern hat es in das Werk der britischen Schriftstellerin und Nobelpreistr\u00e4gerin Doris Lessing geschafft; sogar bis in den Titel ihrer f\u00fcnfb\u00e4ndigen Science-Fiction-Serie &#8222;Canopus im Argos&#8220;. Und in der grandiosen Romanreihe &#8222;Dune&#8220; von Frank Herbert umkreist der titelgebende Planet ebenfalls den Stern Canopus.<\/p>\n<p>Wer also von euch mal die Chance haben sollte, den Stern zu beobachten sollte das auf jeden Fall machen! \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/e8289d0ec1384faeafa0b324a4413269\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. 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