{"id":25749,"date":"2020-10-09T06:00:12","date_gmt":"2020-10-09T04:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2020\/10\/09\/sternengeschichten-folge-411-der-asteroid-arrokoth\/"},"modified":"2025-05-14T16:51:56","modified_gmt":"2025-05-14T14:51:56","slug":"sternengeschichten-folge-411-der-asteroid-arrokoth","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2020\/10\/09\/sternengeschichten-folge-411-der-asteroid-arrokoth\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 411: Der Asteroid Arrokoth"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.org\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/media\/podcast_7374_sternengeschichten_episode_291688_sternengeschichten_folge_411_der_asteroid_arrokoth.mp3?v=1601455412\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/djc1kBUQMfI \">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/411-sternengeschichten-folge-411-der-asteroid-arrokoth\/embed?context=external&#038;token=OZLk6uoSs7vuPJn71xSscg\"><\/script><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<b>Sternengeschichten Folge 411: Der Asteroid Arrokoth<\/b><\/p>\n<p>Arrokoth ist ein Asteroid. Einer von Milliarden mehr oder weniger gro\u00dfer Felsbrocken die die Sonne umkreisen. Aber Arrokoth ist besonders. Nicht aus sich selbst heraus. Aber unter all den Milliarden Asteroiden geh\u00f6rt er zu nur einer Handvoll, die wir Menschen aus der N\u00e4he gesehen haben. Nicht mit eigenen Augen, aber immerhin durch die k\u00fcnstlichen Augen von Raumsonden. Der ganze gro\u00dfe Rest der Asteroiden sind, sofern wir sie \u00fcberhaupt entdeckt haben, nur Lichtpunkte auf astronomischen Aufnahmen. Aber ein paar dieser Lichtpunkte haben wir mit unseren wissenschaftlichen Instrumenten als die faszinierenden Welten gesehen die sie tats\u00e4chlich sind. Und Arrokoth geh\u00f6rt da auf jeden Fall dazu; immerhin ist das Ding im Durchschnitt 44 mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde; weiter weg als alle Planeten die wir kennen; weiter weg als der Zwergplanet Pluto. <\/p>\n<p>Das wir heute so viel \u00fcber Arrokoth wissen, ist Zufall. Seine Geschichte beginnt am 19. Januar 2006. Beziehungsweise beginnt sie nat\u00fcrlich noch viel fr\u00fcher aber dazu sp\u00e4ter mehr. Im Januar 2006 flog die Raumsonde &#8222;New Horizons&#8220; ins All. Ihr Ziel war Pluto &#8211; der damals noch als neunter Planet des Sonnensystems gef\u00fchrt wurde und als letzter der gro\u00dfen Himmelsk\u00f6rper noch nie Besuch von einer Raumsonde bekommen hatte. Das wurde am 14. Juli 2015 ge\u00e4ndert. In wenig mehr als 12.000 Kilometer flog die Sonde an Pluto vorbei und lieferte fantastische Bilder des Himmelsk\u00f6rpers. &#8222;Anhalten&#8220; konnte New Horizons nicht, daf\u00fcr war die Sonde zu schnell unterwegs und es w\u00e4re zu viel Treibstoff n\u00f6tig gewesen, um zu bremsen. Von Anfang an war also klar, dass die Reise f\u00fcr New Horizons nach dem Vorbeiflug an Pluto weitergehen w\u00fcrde. Immerhin gibt es da drau\u00dfen ja noch viel mehr zu sehen.<\/p>\n<p>Pluto ist nur einer von vielen Asteroiden im sogenannten Kuiper-Asteroideng\u00fcrtel. Der befindet sich hinter der Umlaufbahn von Neptun, ist deutlich gr\u00f6\u00dfer als der bekanntere Asteroideng\u00fcrtel zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter und ich habe in Folge 174 mehr dazu erz\u00e4hlt. Der Plan war, sich neben Pluto auch noch andere Objekte im Kuiperg\u00fcrtel aus der N\u00e4he anzusehen. Als New Horizons im Jahr 2006 startete kannte man zwar noch keinen Asteroid der mit den vorhandenen Mitteln der Sonde erreichbar war. Aber das war kein Problem, dachte man. Bis die Sonde dort drau\u00dfen ist, vergeht noch viel Zeit. Mehr als genug, um ein passendes Ziel zu entdecken. <\/p>\n<figure id=\"attachment_16587\" aria-describedby=\"caption-attachment-16587\" style=\"width: 960px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/hs-2014-47-b-web_print.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/hs-2014-47-b-web_print.jpg\" alt=\"\" width=\"960\" height=\"1042\" class=\"size-full wp-image-16587\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-16587\" class=\"wp-caption-text\">Gerade noch rechtzeitig entdeckt: Das n\u00e4chste Ziel von New Horizons. Aber immer noch schwer zu sehen (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:KBO_2014_MU69_HST.jpg\">Bild:  NASA, ESA, SwRI, JHU\/APL, and the New Horizons KBO Search Team<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Dann wurde die Zeit aber doch ein wenig knapp. Knapp ein Jahr vor dem Vorbeiflug an Pluto war immer noch kein neues Ziel f\u00fcr New Horizons gefunden. Mittlerweile hatte man auch das gro\u00dfe Hubble-Weltraumteleskop eingespannt um ein passendes Objekt zu finden. Und das war am 26. Juni 2014 endlich erfolgreich. Drei ferne Asteroiden konnte es ausmachen, die eventuell f\u00fcr New Horizons erreichbar w\u00e4ren. Am besten aber das Objekt, das vorerst unter der Katalognummer &#8222;PT1&#8220; bekannt war. Als man die ersten Beobachtungsdaten vorliegen hatte und die entsprechenden Umlaufbahnen berechnete, sah es sogar so aus, als w\u00fcrde New Horizons auf ihrem aktuellen Kurs mit dem Asteroid kollidieren! Was ein wenig absurd ist: Da sucht man jahrelang nach einem Ziel und findet nix und als man dann endlich erfolgreich ist, muss man diesem Ziel auch noch aktiv ausweichen! Man stelle sich vor, PT1 w\u00e4re nicht entdeckt worden. Da h\u00e4tte man sch\u00f6n bl\u00f6d geschaut, wenn New Horizons pl\u00f6tzlich weg ist, weil es mitten im leeren All mit einem Felsbrocken kollidiert ist.<\/p>\n<p>Ganz so dramatisch war es dann doch nicht; genauere Bahndaten haben gezeigt, dass keine Kollision stattfinden wird &#8211; aber das man mit New Horizons sehr gut sehr knapp am Asteroid vorbei fliegen kann. Also wurde der Felsbrocken als neues Ziel ausgew\u00e4hlt. Man sch\u00e4tzte das Ding auf etwas 40 Kilometer Durchmesser. Aber au\u00dfer einem extrem schwachen Lichtpunkt war von ihm noch nichts zu sehen. Der Asteroid war so weit weg und so klein, dass kaum ein Teleskop au\u00dfer dem Hubble-Teleskop \u00fcberhaupt eine Chance hatte, ihn zu beobachten. Aber man konnte immerhin berechnen, dass der Asteroid &#8211; von der Erde aus gesehen &#8211; am 3. Juni 2017 und auch noch am 10. und 17. Juli 2017 jeweils direkt an einem Stern vor\u00fcber ziehen w\u00fcrde. Anders gesagt: Beobachtet man das Licht dieser Sterne, dann sollte man zu den entsprechenden Zeitpunkten sehen, wie genau dieses Licht f\u00fcr einen sehr kurzen Zeitraum verlischt. Am 3. Juni und am 10. Juli 2017 konnte man aber nichts sehen. Was ein Zeichen daf\u00fcr war, dass der Asteroid eventuell doch kleiner war, als man bisher angenommen hatte. Das best\u00e4tigte sich am 17. Juli 2017. Da <i>konnte<\/i> man das Licht des Sterns verl\u00f6schen sehen, f\u00fcr ganze 0,2 Sekunden. Was bedeutete, dass der Asteroid kleiner als 30 Kilometer sein musste. Oder aber sehr langgestreckt. <\/p>\n<p>F\u00fcr genauere Daten musste man warten. Noch im Dezember 2018, als New Horizons 10 Millionen Kilometer vom Asteroid entfernt war, sah man nicht mehr von ihm als einen Punkt. Am Silvesterabend 2018, ein knapper Tag vor dem unmittelbaren Vorbeiflug konnte man immerhin schon einen l\u00e4nglichen Fleck erkennen. Um 6:33 MEZ des 1. Januars 2019 flog New Horizons dann in nur 3538 Kilometer Abstand am Asteroid vorbei. Mit einer enormen Geschwindigkeit von 51.500 km\/h, also mehr als 14 Kilometer pro Sekunde. Was aber ausreichte, um detaillierte Bilder zu machen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_32954\" aria-describedby=\"caption-attachment-32954\" style=\"width: 985px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/UltimaThule_CA06_color_vertical_rotated.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/UltimaThule_CA06_color_vertical_rotated.png\" alt=\"\" width=\"985\" height=\"1407\" class=\"size-full wp-image-32954\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-32954\" class=\"wp-caption-text\">Arrokoth! (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:UltimaThule_CA06_color_vertical_(rotated).png\">Bild: NASA\/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory\/Southwest Research Institute\/Roman Tkachenko.<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bilder von einem Asteroid, der damals immer noch keinen offiziellen Namen hatte. &#8222;PT1&#8220; wurde er schon l\u00e4nger nicht mehr genannt; mittlerweile wurde der Spitzname &#8222;Ultima Thule&#8220; verwendet. Mit &#8222;Thule&#8220; wurde im antiken Griechenland und Rom der n\u00f6rdlichste bekannte Ort bezeichnet; sp\u00e4ter entwickelte sich der Ausdruck &#8222;Ultima Thule&#8220; zu einem Begriff f\u00fcr einen geheimnisvollen Ort, hinter allen Grenzen der bekannten Welt. Kein schlechter Name f\u00fcr den am entferntesten Himmelsk\u00f6rper den wir Menschen bis dahin aus der N\u00e4he beobachten. Wenn da nicht die noch sp\u00e4ter stattgefundenen Umdeutung des Begriffs durch Rassisten und Nationalsozialisten gewesen w\u00e4re, f\u00fcr die Ultima Thule das mythische Heimatland der &#8222;arischen Rasse&#8220; war. Weil der Name also, gelinde gesagt, umstritten war, entschied man sich bei der offiziellen Benennung des Objekts am 8. November 2019 durch die Internationale Astronomische Union f\u00fcr den Namen &#8222;Arrokoth&#8220;. Der stammt aus der ausgestorbenen Sprache der Powhatan; von nordamerikanischen Ureinwohnern die unter anderem im heutigen Maryland lebten, wo das wissenschaftliche Institut steht, an dem der Asteroid in den Daten von Hubble entdeckt worden ist. Der Name bedeutet so viel wie &#8222;Himmel&#8220; &#8211; oder &#8222;Wolke&#8220;, da ist man sich nicht ganz sicher. So oder so ist es sch\u00f6ner Name und eine deutliche Verbesserung zu &#8222;Ultima Thule&#8220;. <\/p>\n<p>Was hat man nun also entdeckt? Wie sieht Arrokoth aus? Ungew\u00f6hnlich! Wie eine gro\u00dfe, unf\u00f6rmige Kartoffel an der eine kleine, eingedepschte Kugel klebt. Der gr\u00f6\u00dfere Teil ist circa 20 mal 20 Kilometer gro\u00df, mit einer Tiefe von 10 Kilometern. Der kleinere Teil hat eine Ausdehnung von 15 mal 14 mal 10 Kilometer. Und die beiden kleben tats\u00e4chlich aneinander. Es handelt sich um einen sogenannten &#8222;contact binary&#8220;. Was spannend ist. Denn Arrokoth geh\u00f6rt zu den sogenannten &#8222;kalten klassischen Kuiperbeltobjekten&#8220;. Was nichts mit der Temperatur zu tun hat &#8211; obwohl es so fern der Sonne nat\u00fcrlich auch enorm kalt ist. W\u00e4rmer als -215 Grad Celsius wird es auf Arrokoth kaum. Das &#8222;kalt&#8220; bezieht sich auf die Umlaufbahn, die quasi dynamisch &#8222;kalt&#8220; ist. Soll hei\u00dfen, dass sie im wesentlichen immer noch so aussieht wie damals, als Arrokoth entstanden ist. Der Asteroid ist also immer noch so wie er es bei der Geburt des Sonnensystems war. Was f\u00fcr die Wissenschaft sehr spannend ist, denn hier hat man die M\u00f6glichkeit das urspr\u00fcngliche Material aus dem die Planeten entstanden sind, so &#8222;frisch&#8220; wie kaum irgendwo anders zu beobachten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_32955\" aria-describedby=\"caption-attachment-32955\" style=\"width: 1200px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/NASA-UltimaThule-Formation-Diagram-20190318.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/NASA-UltimaThule-Formation-Diagram-20190318.jpg\" alt=\"\" width=\"1200\" height=\"483\" class=\"size-full wp-image-32955\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-32955\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:NASA-UltimaThule-Formation-Diagram-20190318.jpg\">Bild: NASA\/JHUAPL\/SwRI\/James Tuttle Keane<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Arrokoth entstand vor 4,5 Milliarden Jahren, als die Sonne gerade erst entstanden war. Sie war von einer Wolke aus Gas und Staub umgeben. Und Eis. Denn nicht nur war der zuk\u00fcnftige Arrokoth weit weg von der jungen Sonne; es war noch dazu extra kalt, weil die junge Sonne eben noch von einer Staubwolke umgeben war, die viel von ihrem Licht blockiert hat. Je weiter etwas von der Sonne weg ist, desto langsamer bewegt es sich auch. Fern der Sonne, ballten sich also langsam Staub- und Eisbrocken zusammen. Zwei gr\u00f6\u00dfere Brocken entstanden und umkreisten einander. Der Staub durch den sie sich bewegen mussten, bremste sie ab. Sie kamen sich immer n\u00e4her, alles sehr langsam. Bis sie irgendwann ebenso langsam aufeinander trafen und quasi aneinander kleben blieben. Was sie heute immer noch tun.<\/p>\n<figure id=\"attachment_32956\" aria-describedby=\"caption-attachment-32956\" style=\"width: 1280px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/NASA-UltimaThule-Geology-NewHorizons-20190318.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/NASA-UltimaThule-Geology-NewHorizons-20190318.jpg\" alt=\"\" width=\"1280\" height=\"720\" class=\"size-full wp-image-32956\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-32956\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:NASA-UltimaThule-Geology-NewHorizons-20190318.jpg\">Bild: NASA\/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory\/Southwest Research Institute\/ESA<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn man sich die Bilder der gr\u00f6\u00dferen H\u00e4lfte von Arrokoth anschaut, kann man fast noch die einzelnen Brocken erkennen, aus dem der zusammengesetzt ist. So fern der Sonne haben sich die Objekte eben tats\u00e4chlich so langsam bewegt, dass sie nur zu einem eher lockeren Verbund zusammenfanden anstatt explosiv zu verschmelzen wie bei den heftigeren Kollisionen im inneren Sonnensystem. Und weil so fern der Sonne auch wenig los ist, hat sich daran nichts ge\u00e4ndert. Arrokoth sieht heute immer noch mehr oder weniger so aus wie damals. Man sieht zum Beispiel so gut wie keine Krater. Was eben einerseits daran liegt, dass die Objekte dort drau\u00dfen so weit im All verteilt sind, dass die Chancen auf eine Kollision sehr gering sind. Und andererseits daran, dass die Kollisionsgeschwindigkeiten im Falle eines Zusammensto\u00dfes sehr gering sind. Der gravitative Griff der Sonne ist schwach im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem. Da laufen die Dinge ruhiger ab&#8230;<\/p>\n<p>So schnell wie New Horizons an Arrokoth vorbeigeflogen ist, war das Ereignis auch wieder vorbei. Ein paar Stunden sp\u00e4ter war der faszinierende Asteroid wieder nur ein unf\u00f6rmiger Lichtpunkt. Bis alle Daten die in dieser kurzen Zeit gesammelt wurden aber zur\u00fcck zur Erde geschickt werden konnte, vergingen noch fast 2 Jahre; erst im September 2020 trafen die letzten Informationen ein. Damit kann die Wissenschaft noch jahrelang arbeiten. Und probieren die faszinierende kalte Welt des \u00e4u\u00dferen Sonnensystems zu verstehen. Arrokoth ist nicht der einzige Brocken der dort rumfliegt. Wir haben mittlerweile auch schon andere Objekte entdeckt die ebenfalls &#8222;contact binaries&#8220; wie Arrokoth sein k\u00f6nnten. Und sogar noch gr\u00f6\u00dfer als Arrokoth sind. Zumindest kann man das aus Sternbedeckungen dieser Asteroiden ableiten, wie es dort wirklich aussieht wissen wir nicht und werden es auch nicht wissen, bis wieder eine Raumsonde in die \u00e4u\u00dferen Regionen des Sonnensystems geschickt werden sollte.<\/p>\n<p>Was hoffentlich bald ist. Denn dort drau\u00dfen k\u00f6nnen wir lernen, wie alles angefangen hat. \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/de0b4d30b64743fb96fdcc273c22c2eb\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. Mehr Informationen: [Podcast-Feed][iTunes][Bitlove][Facebook] [Twitter] \u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len. &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; Sternengeschichten Folge 411: Der Asteroid Arrokoth Arrokoth ist ein Asteroid. 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