{"id":25746,"date":"2020-10-02T06:00:11","date_gmt":"2020-10-02T04:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2020\/10\/02\/sternengeschichten-folge-410-das-fermi-paradoxon\/"},"modified":"2025-05-14T16:51:53","modified_gmt":"2025-05-14T14:51:53","slug":"sternengeschichten-folge-410-das-fermi-paradoxon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2020\/10\/02\/sternengeschichten-folge-410-das-fermi-paradoxon\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 410: Das Fermi-Paradoxon"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.org\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/media\/podcast_7374_sternengeschichten_episode_291686_sternengeschichten_folge_410_das_fermi_paradoxon.mp3?v=1601452089\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/Ialz5_zPzx0 \">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/410-sternengeschichten-folge-410-das-fermi-paradoxon\/embed?context=external&#038;token=OZLk6uoSs7vuPJn71xSscg\"><\/script><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<b>Sternengeschichten Folge 410: Das Fermi-Paradoxon<\/b><\/p>\n<p>&#8222;Where is everybody&#8220;? Wo sind die alle? Und mit &#8222;die&#8220; sind Au\u00dferirdische gemeint. Wo also sind die Au\u00dferirdischen? Diese Frage hat der Physiker und Nobelpreistr\u00e4ger Enrico Fermi 1950 gestellt. Unterwegs zum Mittagessen, gemeinsam mit ein paar anderen hochdekorierten Kollegen, als sie \u00fcber einen Cartoon in einer Zeitung diskutiert haben, in dem es um UFO-Sichtungen ging. &#8222;Wo sind sie alle?&#8220; hat Fermi sich und seine Kollegen gefragt und die Tatsache, dass wir bis jetzt noch keinerlei Spuren von Aliens entdeckt haben, ist als &#8222;Fermi-Paradoxon&#8220; in die Geschichte und auch die wissenschaftliche Forschung eingegangen.<\/p>\n<p>Das klingt erstmal ein wenig komisch. Wieso soll es paradox sein, dass wir noch keine Aliens entdeckt haben? Um zu verstehen was Fermi gemeint hat, muss man sich seinen Gedankengang ein wenig genauer ansehen. Er ging zuerst einmal davon aus, dass wir Menschen nicht die einzigen intelligenten Lebewesen in unserer Milchstra\u00dfe sind. Sondern dass es auch anderswo entsprechende Zivilisationen gibt; vor allem Zivilisation die technisch ebenfalls in der Lage sind, den Weltraum zu erreichen. Und nicht nur das: Zivilisationen die in der Lage sind, zwischen den Sternen zu reisen. Wenn man das nicht mit irgendwelchen Science-Fiction-Methoden probiert sondern mit halbwegs plausibeln technischen L\u00f6sungen, dann dauert es durchaus ein paar Jahrtausende bis man von einem Stern zum anderen reist, wie ich in Folge 402 ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt habe. <\/p>\n<p>Die Milchstra\u00dfe, also die Galaxie zu der die Sonne geh\u00f6rt, ist gro\u00df. Sie besteht aus mindestens 100 Milliarden Sternen und hat einen Durchmesser von 100.000 bis 150.000 Lichtjahren. Mal angenommen, wir k\u00f6nnten den uns n\u00e4chstgelegenen Stern &#8211; Proxima Centauri, 4 Lichtjahre weit weg &#8211; in 1000 Jahren erreichen. Also ein Lichtjahr in 250 Jahren zur\u00fccklegen. Dann br\u00e4uchten wir 25 bis 38 Millionen Jahre, um die Milchstra\u00dfe von einem Ende zum anderen zu durchqueren. Geben wir noch ein paar Millionen Jahre dazu f\u00fcr diverse Zwischenstopps und sagen wir, wir brauchen 50 Millionen Jahre f\u00fcr eine Tour durch die Galaxie. Dann klingt das zwar nach einer sehr, sehr langen Zeit. Und es ist auch eine sehr, sehr lange Zeit. Verglichen mit den circa 10 Milliarden Jahren die unsere Galaxis schon existiert ist es aber ein extrem kurzer Zeitraum. In der Zeit k\u00f6nnten wir 200 Mal hin und her fliegen. Und 1000 Jahre bis Proxima Centauri ist das, was wir mit der derzeit verf\u00fcgbaren und vorstellbaren Technik schaffen k\u00f6nnten. Eine etwas weiter fortgeschrittene au\u00dferirdische Zivilisation w\u00e4re vielleicht schneller; vielleicht br\u00e4uchte sie keine 1000 Jahre wie wir sondern nur 100 Jahre? Dann k\u00f6nnten sie ein paar tausend Mal durch die Milchstra\u00dfe reisen, zumindest theoretisch. <\/p>\n<figure id=\"attachment_32952\" aria-describedby=\"caption-attachment-32952\" style=\"width: 872px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Enrico_Fermi_1943-49-Gross.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Enrico_Fermi_1943-49-Gross.jpg\" alt=\"\" width=\"872\" height=\"1080\" class=\"size-full wp-image-32952\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-32952\" class=\"wp-caption-text\">Enrico Fermi. Stellt gerne komische Fragen (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Datei:Enrico_Fermi_1943-49.jpg\">Bild: DoE, gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wenn es also da drau\u00dfen auch nur eine Zivilisation gibt, die zu interstellarer Raumfahrt in der Lage ist und das auch tut, dann sollte eigentlich ausreichend Zeit vergangen sein, um irgendwas davon mitzukriegen. Dann sollten wir bei jeder Menge Sterne Anzeichen f\u00fcr eine au\u00dferirdische Zivilisation beobachten k\u00f6nnen. Tun wir aber nicht. Und deswegen die Frage von Enrico Fermi: Where is everybody?<\/p>\n<p>Was Fermi 1950 beim Mittagessen vor sich hin gedacht hat, wurde 1975 vom amerikanischen Astronom Michael Hart <a href=\"http:\/\/articles.adsabs.harvard.edu\/\/full\/1975QJRAS..16..128H\/0000128.000.html\">wissenschaftlich untersucht<\/a>. Hart war allerdings auch \u00fcberzeugter Rassist, insofern muss man seine Ausf\u00fchrungen \u00fcber nichtmenschliche und au\u00dferirdische Zivilisation vielleicht ein wenig kritisch betrachten. Am Ende spielt es aber auch keine Rolle, weil im Laufe der Zeit sehr viele andere probiert haben, die Frage von Enrico Fermi zu beantworten und das Paradoxon aufzul\u00f6sen. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ebenso wie Leute die Science-Fiction-B\u00fccher geschrieben haben.<\/p>\n<p>Die m\u00f6glichen Erkl\u00e4rungsversuche f\u00fcr die Abwesenheit der Aliens sind vielf\u00e4ltig. Die simpelste Antwort w\u00fcrde lauten: Wir sehen deswegen nichts von irgendwelchen Au\u00dferirdischen, weil es keine gibt. Wir sind allein im Universum; zumindest aber sind wir allein in unserer Milchstra\u00dfe. Leben mag vielleicht h\u00e4ufig sein, intelligentes Leben aber ist es nicht. Das finden viele deprimierend, kann aber nicht einfach von der Hand gewiesen werden, wie ich in Folge 305 ausf\u00fchrlicher erkl\u00e4rt habe. Wir wissen schlicht und einfach nicht, wie wahrscheinlich es ist, dass irgendwo Leben entsteht und wie wahrscheinlich es ist, dass sich aus Leben auch intelligentes Leben entwickelt. Auf der Erde existiert Leben schon seit mehr als 3 Milliarden Jahren. Intelligentes Leben aber erst seit vergleichsweise enorm kurzer Zeit. Wir haben keine Ahnung, warum das Leben intelligent geworden ist, wo es doch f\u00fcr Milliarden Jahre wunderbar ohne Intelligenz ausgekommen ist. Vielleicht ist es tats\u00e4chlich enorm unwahrscheinlich. Und dann gibt es da drau\u00dfen niemanden au\u00dfer uns. <\/p>\n<p>Oder aber es gibt <i>noch<\/i> niemanden au\u00dfer uns. Bzw. niemanden mehr. Wenn intelligente Zivilisation selten sind, dann gibt es keinen Grund davon auszugehen, dass sie alle gleichzeitig existieren. Vor allem: Es gibt keinen Grund, dass eine intelligente Zivilisation beliebig lange existieren kann. Das ist eine weitere klassische Aufl\u00f6sung f\u00fcr das Fermi-Paradoxon: Jede technisch ausreichend fortgeschrittene Zivilisation bringt sich irgendwann selbst um. Was nicht ganz unplausibel ist, immerhin sind wir selbst ja auch auf nem guten Weg dazu. Wir haben es zwar geschafft, uns noch nicht in einem globalen Atomkrieg auszurotten. Aber mit dem menschengemachten Klimawandel haben wir eine andere M\u00f6glichkeit gefunden, uns unsere Zukunft selbst schwer zu machen. Und auch wenn wir davon ausgehen, dass wir das alles irgendwie hinkriegen: Keine Spezies lebt ewig. Daf\u00fcr sorgt schon die Evolution. Den modernen Menschen gibt es &#8211; je nachdem wie man es betrachtet &#8211; seit ein paar hunderttausend Jahren. Von all den anderen Spezies die auf der Erde gelebt haben, sind so gut wie alle im Laufe der Zeit ausgestorben bzw. im Laufe der Evolution etwas anderes geworden. Wieso sollte gerade uns dieses Schicksal erspart bleiben.<\/p>\n<p>Und dann sind da noch die Naturkatastrophen. Massensterben gibt es in der Geschichte der Erde immer wieder. Supervulkane die ausbrechen; Asteroiden die einschlagen, und so weiter. Man kann sich zwar vorstellen, dass eine ausreichend weit fortgeschrittene Zivilisation das irgendwie in den Griff bekommt. Aber was ist mit au\u00dferirdischen Katastrophen, wie Gammastrahlenausbr\u00fcchen von Sternen in unserer Umgebung. Wenn ein ganzer Stern explodiert ist es schwer sich zu \u00fcberlegen, was man dagegen tun k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Noch ein wenig abgefahrener ist die Idee des &#8222;Gro\u00dfen Filters&#8220;. Kurz gesagt geht es darum, dass jede Zivilisation auf dem Weg zur erfolgreichen interstellaren Raumfahrt bzw. allgemein dem langfristigen \u00dcberleben eine Art Nadel\u00f6hr durchqueren muss. Dass also irgendwann im Laufe der Entwicklung irgendwas passiert, was es sehr schwer macht, sich so weit zu entwickeln um die Milchstra\u00dfe zu kolonialisieren. Was eine interessante Frage f\u00fcr die Menschheit aufwirft: Haben wir diese H\u00fcrde schon hinter uns? Oder wartet der Gro\u00dfe Filter noch in unserer Zukunft?`Im ersten Fall w\u00fcrden wir zu den wenigen Gl\u00fccklichen geh\u00f6ren die weit genug fortschreiten k\u00f6nnen und es w\u00e4re an uns, die Milchstra\u00dfe zu besiedeln. Im zweiten Fall m\u00fcssen wir noch ein wenig abwarten bis wir wissen, was die ganzen Aliens &#8211; sofern es sie gibt &#8211; daran hindert ins All aufzubrechen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_18266\" aria-describedby=\"caption-attachment-18266\" style=\"width: 850px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Milky_Way_Artwork.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Milky_Way_Artwork.jpg\" alt=\"\" width=\"850\" height=\"544\" class=\"size-full wp-image-18266\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18266\" class=\"wp-caption-text\">K\u00fcnstlerische Darstellung der Milchstra\u00dfe. Ist ein breiter Weg, wie wir in \u00d6sterreich sagen&#8230; (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Milky_Way_Artwork.jpg\">Bild: Mark Garlick, public domain<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es k\u00f6nnte nat\u00fcrlich auch einfach sein, dass es \u00fcberall au\u00dferirdische Zivilisationen gibt. Die aber schlicht und einfach keine Lust darauf haben, Millionen Jahre mit der Besiedelung der Milchstra\u00dfe zu verbringen. Was auch irgendwie verst\u00e4ndlich ist: Warum sollte man sich das antun? Tun wir ja auch nicht. Rein technisch w\u00e4re wir unter Umst\u00e4nden durchaus in der Lage, eine Art Generationenraumschiff zu bauen um zu anderen Sternen zu fliegen. Es w\u00e4re zwar eine gigantische technische und wissenschaftliche Aufgabe die absurd teuer w\u00e4re und wahnsinnig viele Ressourcen verbrauchen w\u00fcrde. Aber im Prinzip w\u00fcssten wir, was man daf\u00fcr tun m\u00fcsste; wir m\u00fcssten daf\u00fcr keine komplett neue Wissenschaft erfinden. Aber wir haben ja schon Schwierigkeiten, nach den 1970er Jahren wieder zum Mond zu fliegen; von anderen Planeten oder Sternen ganz zu schweigen. Selbst der reichste Milliard\u00e4r w\u00e4re nicht in der Lage, so eine Mission im Alleingang zu finanzieren und die Staaten der Erde w\u00fcrden ebenso wenig einfach mal so ein Projekt unterst\u00fctzen das Jahrhunderte dauert und Unmengen an Geld kostet. Wir stellen uns irgendwelche Aliens ja gerne als eine Art gottgleiche \u00dcbermenschen vor, moralisch perfekt und wissenschaftlich quasi allwissend. Aber nur weil wir uns das so vorstellen muss das noch lange nicht so sein. Vielleicht sind die Aliens auch einfach nur Leute die ungern ihre globale Wirtschaft in den Dienst der interstellaren Kolonialisierung stellen wollen.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt: Das ganze Fermi-Paradoxon hat ein gro\u00dfes Problem. Und das sind die Voraussetzungen. Dass man nicht einfach voraussetzen sollte, dass intelligente Zivilisationen h\u00e4ufig sind, hab ich ja schon erl\u00e4utert. Ebenso dass man nicht zwingend davon ausgehen muss, dass jemand zwischen den Sternen reisen will, nur weil man theoretisch zwischen den Sternen reisen k\u00f6nnte. Was man aber ebenfalls nicht voraussetzen kann: Das wir auch nur irgendeine halbwegs realistische Vorstellung davon haben, was etwaige Au\u00dferirdische denken. Wir Menschen denken wie Menschen weil wir Menschen <i>sind<\/i> und sich unser Gehirn mit seinem Bewusstsein im Laufe der Evolution auf der Erde so entwickelt hat, wie es das eben getan hat. Wir haben keine Ahnung, wie sich Intelligenz anderswo entwickelt und ob das auch nur ann\u00e4hernd irgendwas mit unserer Intelligenz zu tun hat. Mit unserem menschlichen Gehirn k\u00f6nnen wir uns zwangsweise nur irgendwas vorstellen, was so \u00e4hnlich funktioniert wie wir. Aber es kann auch komplett anders sein. Und Aliens k\u00f6nnen von irgendwelchen Motivationen getrieben sein, die wir uns nicht mal vorstellen k\u00f6nnen. Vielleicht <i>sind<\/i> da ja auch \u00fcberall Au\u00dferirdische &#8211; aber sie sind schlicht so anders, das wir sie nicht erkennen.<\/p>\n<p>Das ist auch das Problem bei anderen popul\u00e4ren L\u00f6sungen des Fermi-Paradoxons. Das etwa die Milchstra\u00dfe tats\u00e4chlich komplett voll mit Zivilisationen ist, wir aber nix davon mitkriegen weil wir in einer Art galaktischen Zoo leben. Die Aliens schirmen uns und sich ab, weil wir wahlweise noch nicht entwickelt genug sind um dem Rest der galaktischen F\u00f6deration beizutreten oder zu gef\u00e4hrlich. Ein Gedankengang der aber eher von klassischer Science-Fiction motiviert ist und nicht von irgendwelchen wissenschaftlichen Fakten. Ebenso wie die These, dass deswegen keine Aliens zu sehen sind, weil jede Zivilisation die zu sichtbar wird, sofort von einer anderen, aggressiveren Zivilisation ausgel\u00f6scht wird.<\/p>\n<p>Ebenso wenig mit Wissenschaft zu tun haben die L\u00f6sungen des Fermi-Paradoxons die mit Verschw\u00f6rungstheorien zu tun haben. Also: Es gibt jede Menge Hinweise auf au\u00dferirdische Zivilisationen, die aber vor der \u00d6ffentlichkeit vertuscht werden!! <\/p>\n<p>Wenn man lange und kreativ genug nachdenkt, findet man noch jede Menge andere M\u00f6glichkeiten, Fermis Frage nach dem Verbleib der Aliens zu beantworten. Das macht ihren Reiz aus, aber nicht unbedingt ihren Wert f\u00fcr die Wissenschaft. Um sie in der Hinsicht seri\u00f6s beantworten zu k\u00f6nnen, wissen wir einfach zu wenig. Es ist verlockend, sich irgendwelche Aliens so vorzustellen, wie wir das aus den Science-Fiction-Filmen gewohnt sind. Und nach einer Art galaktischer F\u00f6deration zu suchen wie in Star Trek; einem Imperium wie bei Star Wars und all den besiedelten Planeten mitsamt interstellaren Raumschiffverkehr. Mit echter astronomischer Forschung hat das aber nichts zu tun. Hier k\u00f6nnen wir nur feststellen, dass das Universum ein sehr, sehr gro\u00dfer und vor allem sehr, sehr leerer Ort ist. Selbst wenn wir derzeit nicht die einzigen intelligenten Lebewesen sein sollten, ist es auf jeden Fall ein absurder Aufwand, zwischen den Sternen zu reisen. Von einer Millionen Jahre dauernden Kolonisation einer ganzen Galaxie gar nicht zu reden. Vielleicht sind wir ja doch irgendwann mal bereit, diesen Aufwand zu treiben. Und dann k\u00f6nnen wir selbst herausfinden, wo alle sind!<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<br \/>\nIn der Folge erw\u00e4hnte andere Folgen: <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/402-sternengeschichten-folge-402-das-orion-projekt\">Folge 402<\/a>, <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/305-sternengeschichten-folge-305-die-seltene-erde-gleichung\">Folge 305<\/a> \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/vg08.met.vgwort.de\/na\/77f050f7265f485c8ba9748f1001d8a9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. 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