{"id":25367,"date":"2020-05-29T06:00:32","date_gmt":"2020-05-29T04:00:32","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2020\/05\/29\/sternengeschichten-folge-392-polsprung-und-bakterien\/"},"modified":"2025-05-14T16:49:18","modified_gmt":"2025-05-14T14:49:18","slug":"sternengeschichten-folge-392-polsprung-und-bakterien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2020\/05\/29\/sternengeschichten-folge-392-polsprung-und-bakterien\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 392: Polsprung und Bakterien"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.org\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/media\/podcast_7374_sternengeschichten_episode_208105_sternengeschichten_folge_392_polsprung_und_bakterien.mp3?v=1587575292\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/9Wu5qSMFBdk\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/392-sternengeschichten-folge-392-polsprung-und-bakterien\/embed?context=external&#038;token=tjdH-4RNXwTJSN4_TZxDcw\"><\/script><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<b>Sternengeschichten Folge 392: Polsprung und Bakterien<\/b><\/p>\n<p>Polsprung! Das klingt gef\u00e4hrlich! Und dieser Begriff wird leider auch immer wieder von Pseudowissenschaftlern und anderen Panikmachern verwendet, um anderen Menschen Angst einzujagen. Die Realit\u00e4t ist aber nicht nur nicht katastrophal sondern auch enorm faszinierend. Deswegen geht es in dieser Folge der Sternengeschichten um die Wissenschaft des Polsprunges. Es geht um die Eigenschaften von Planeten, es geht um versteinerte Magnetfelder und um winzige Bakterien die uns die Vergangenheit der Erde verraten.<\/p>\n<p>Fangen wir damit an, was da eigentlich springt beim Polsprung. Die Erde hat zwei unterschiedliche Pole. Beziehungsweise eigentlich vier. Da sind einmal der Nordpol und der S\u00fcpdol. Also der n\u00f6rdlichste und der s\u00fcdlichste Punkt unseres Planeten. Die Erde dreht sich einmal in 24 Stunden um ihre Achse. Die Punkte an denen diese gedachte Rotationsachse die Oberfl\u00e4che der Erde durchst\u00f6\u00dft sind Nord- und S\u00fcdpol. Die springen nicht. Die bleiben dort, wo sie sind. Oft wird von den schon erw\u00e4hnten Pseudowissenschaftlern angedeutet, ein &#8222;Polsprung&#8220; w\u00fcrde bedeuten, dass die Erde quasi &#8222;umkippt&#8220;. Das kann nicht passieren. Also rein theoretisch schon; Planeten k\u00f6nnen &#8222;umkippen&#8220;. Aber nicht einfach so &#8211; einen kompletten Planeten umzudrehen braucht enorm viel Energie. Der einzige Prozess bei dem so etwas stattfinden kann ist die Kollision mit einem anderen Himmelsk\u00f6rper der ann\u00e4hernd so gro\u00df wie die Erde selbst ist. Die restlichen Planeten des Sonnensystems sind aber alle ausreichend weit von uns entfernt und kommen uns auch nicht nahe. Umkippen wird die Erde also nicht und der Polsprung hat auch nichts mit dem Nord- und S\u00fcdpol unseres Planeten zu tun.<\/p>\n<figure id=\"attachment_32299\" aria-describedby=\"caption-attachment-32299\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1000px-Earths_magnetic_field_schematic.svg_.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1000px-Earths_magnetic_field_schematic.svg_.png\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"833\" class=\"size-full wp-image-32299\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-32299\" class=\"wp-caption-text\">In der Erde steckt ein Magnet. Nicht&#8230; (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Earth%27s_magnetic_field,_schematic.svg\">Bild: Zureks, gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es geht um die zweite Art von Pol die wir haben: Die magnetischen Pole. Die Erde hat ein Magnetfeld und dieses Magnetfeld hat Pole, die auch &#8222;Nordpol&#8220; und &#8222;S\u00fcdpol&#8220; genannt werden. Das hat jeder schon mal erlebt &#8211; nimmt man zwei Magnete, dann ziehen die sich entweder gegenseitig an oder, wenn man sie anders herum h\u00e4lt, sto\u00dfen sich ab. In simplen Darstellungen sieht man oft die Erde in der schematisch ein gro\u00dfer stabf\u00f6rmiger Magnet steckt. Am einen Ende des Magneten ist ein magnetischer Nordpol, am anderen ein magnetischer S\u00fcdpol und die Linien des Magnetfeldes der Erde laufen von einem Pol zu anderen. So einfach ist es aber nicht mit dem Magnetfeld. Es steckt nicht <i>wirklich<\/i> ein gro\u00dfer Magnet im Inneren der Erde, wie wir sp\u00e4ter noch erfahren werden. Aber in erster N\u00e4herung kann man sich das durchaus so vorstellen. Die Magnetfeldlinien der Erde laufen tats\u00e4chlich von Nord nach S\u00fcd, zumindest grob. Es gibt einen Punkt auf der n\u00f6rdlichen Halbkugel der Erde, aus dem die Linien senkrecht austreten, sich dann in die Horizontale biegen, entlang der Erdoberfl\u00e4che nach S\u00fcden laufen und dort wieder senkrecht in die Erdoberfl\u00e4che eintreten. Und zur Sicherheit sage ich dazu: Die Feldlinien des Magnetfeldes sind keine echten Linien. Man kann da nicht wirklich irgendwelche Linien sehen die aus der Erde kommen. Aber wenn wir die St\u00e4rke und Richtung des Magnetfeldes an verschiedenen Orten der Erdoberfl\u00e4che messen und die Werte entsprechend aufzeichnen, dann kriegen wir genau solche Linien. Und der Punkt auf der n\u00f6rdlichen Halbkugel, aus dem die Magnetfeldlinien senkrecht austreten, ist der Punkt, den man den &#8222;arktischen Magnetpol&#8220; nennt; der Punkt auf der S\u00fcdhalbkugel wo sie wieder eintreten (oder austreten, je nachdem wie rum man das ganze betrachtet) ist der &#8222;antarktische Magnetpol&#8220;. <\/p>\n<p>Man nennt diese magnetischen Pole \u00fcbrigens deswegen nicht &#8222;magnetischer Nord- oder S\u00fcdpol&#8220;, um Verwirrung zu vermeiden. Die Richtung des Pols kann man ja bekannterma\u00dfen mit einem Kompass bestimmen. Eine magnetische Nadel richtet sich im Magnetfeld der Erde so aus, dass ihre beide Enden zu den beiden Polen zeigen. Da der arktische Magnetpol ebenso wie der geografische Nordpol im Norden der Erde liegt, kann man so leicht herausfinden, wo Norden ist und wo S\u00fcden. Entsprechend den physikalischen Konventionen ist der arktische Magnetpol aber ein magnetischer S\u00fcdpol. Der magnetische S\u00fcdpol des Erdmagnetfeldes liegt also im Norden, der magnetische Nordpol im S\u00fcden in der Antarktis, dort wo der geografische S\u00fcdpol ist. Und um nicht mit Nord- und S\u00fcdpol durcheinander zu kommen, spricht man eben vom arktischen und antarktischen Magnetpol.<\/p>\n<p>Ich habe bis jetzt noch nicht gesagt, WO genau arktischer und antarktischer Magnetpol zu finden sind. Das ist auch nicht so einfach, denn im Gegensatz zu den geografischen Polen die immer an der gleichen Stelle sind, k\u00f6nnen die magnetischen Pole wandern. Der arktische Magnetpol war im 19 Jahrhundert auf der Boothia-Halbinsel in Kanada; bei einer geografischen Breite von 70 Grad Nord; also ungef\u00e4hr so weit entfernt vom geografischen Nordpol wie die n\u00f6rdlichsten Regionen von Schweden und Norwegen. Zwischen arktischen Magnetpol und geografischen Nordpol war also eine gro\u00dfe Distanz, fast 2000 Kilometer! Dort ist er aber heute nicht mehr zu finden, er ist weiter gewandert, in Richtung Norden mit einer Geschwindigkeit von circa 15 Kilometer pro Jahr. In den letzten 30 Jahren ist die Reise schneller geworden; der arktische Magnetpol legt nun mehr als 50 Kilometer pro Jahr zur\u00fcck. Und auch der antarktische Magnetpol wandert durch die Gegend.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7967\" aria-describedby=\"caption-attachment-7967\" style=\"width: 4608px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_0402-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_0402-scaled.jpg\" alt=\"\" width=\"4608\" height=\"3456\" class=\"size-full wp-image-7967\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7967\" class=\"wp-caption-text\">Der Kartograf Gerhard Mercator dachte im 16. Jahrhundert noch, dass es am Nordpol riesige Berge aus Eisen gibt, die das Magnetfeld erzeugen. Das glaubt heute niemand mehr&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das wirft Fragen auf: Warum bewegt sich der magentische Pol? Wo will er hin? Und was hat das alles mit dem Polsprung zu tun? Dazu m\u00fcssen wir nochmal in das Innere der Erde schauen. Einen riesigen Stabmagneten werden wir dort &#8211; wie schon gesagt &#8211; nicht finden. Aber einen Kern aus fl\u00fcssigem Metall, wie ich schon in Folge 143 genauer erkl\u00e4rt habe. Im Inneren unseres Planeten finden wir gewaltige Str\u00f6me aus fl\u00fcssigem Eisen die, und auf die Details will ich jetzt nicht eingehen, das w\u00fcrde zu kompliziert, f\u00fcr das Magnetfeld verantwortlich sind. Die Bewegung des elektrisch leitf\u00e4higen Metalls erzeugt das Magnetfeld. Das Eisen im Inneren der Erde str\u00f6mt aber nicht gleichm\u00e4\u00dfig. Da unten geht es ziemlich chaotisch zu und auch das Magnetfeld ist daher nicht f\u00fcr alle Zeiten fixiert. Es reagiert auf die Bewegungen im Erdinneren und deswegen wandern auch die magnetischen Pole. <\/p>\n<p>Und manchmal wird aus der Wanderung auch ein Sprung. Dann kippt zwar die Erde nicht um, aber das Magnetfeld tauscht die Pole. Aus dem magnetischen S\u00fcdpol wird ein magnetischer Nordpol und umgekehrt. &#8222;Sprung&#8220; ist aber eigentlich der falsche Begriff daf\u00fcr. Darunter stellen wir uns etwas vor, das schnell abl\u00e4uft; von heute auf morgen. Das passiert aber nicht, &#8222;schnell&#8220; ist der Prozess nur aus Sicht der Geophysik die an sehr lange Zeitr\u00e4ume gew\u00f6hnt ist. Bevor ein Polsprung stattfindet, wird das Magnetfeld der Erde erst mal immer schw\u00e4cher und schw\u00e4cher. Irgendwann ist es so schwach, dass es keine zwei ausgezeichneten magnetischen Pole mehr gibt. Das Bild des Stabmagneten im Erdinneren ist dann komplett falsch, es sieht dann eher so aus als w\u00e4ren \u00fcberall in der Erde jede Menge Magnete verteilt und es kann dann auch mehr als nur einen magnetischen Nord- und S\u00fcdpol geben. Die Feldlinien des Erdmagnetfeldes laufen dann auch nicht mehr sch\u00f6n ordentlich von Nord nach S\u00fcd, sondern wild kreuz und quer. In dieser Phase ist das Erdmagnetfeld enorm schwach bzw. fast gar nicht mehr vorhanden. Danach baut es sich aber wieder auf, diesmal mit umgekehrter Polung. Die wilden Feldlinien ordnen sich wieder und wir kriegen ein neues Magnetfeld bei dem dort ein magnetischer Nordpol ist wo fr\u00fcher ein S\u00fcdpol war und umgekehrt. <\/p>\n<figure id=\"attachment_32301\" aria-describedby=\"caption-attachment-32301\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/earthpolereversal.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/earthpolereversal.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" class=\"size-full wp-image-32301\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-32301\" class=\"wp-caption-text\">Beim Polsprung wird das Magnetfeld chaotisch (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:NASA_54559main_comparison1_strip.gif\">Bild: NASA, gemeinfrei<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Wie lange so ein Polsprung dauert ist unklar. Aber auf jeden Fall Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende. Was wir definitiv wissen ist, dass so etwas in der Vergangenheit der Erde schon oft stattgefunden hat. Im Schnitt polt sich das Erdmagnetfeld alle 250.000 Jahre um. Womit wir bei den fossilen Magnetfelder und den Bakterien angelangt w\u00e4ren. Es klingt zwar seltsam, aber wir k\u00f6nnen herausfinden, wie das Magnetfeld der Erde in der Vergangenheit ausgesehen hat. Dazu braucht man altes Gestein. Das war irgendwann aber mal jung, zum Beispiel weil es als Lava aus dem Erdinneren gekommen ist. Bestimmte Gesteine enthalten kleine magnetische Eisenteilchen. Die richten sich entlang des Erdmagnetfeldes aus, solange sie noch k\u00f6nnen. Wenn die Lava dann aber zu Gestein erstarrt, k\u00f6nnen sie ihre Position nicht mehr \u00e4ndern. Egal was das Erdmagnetfeld danach macht: Die kleinen Partikel im Gestein behalten ihre Richtung bei und wenn wir sie entsprechend analysieren und das Alter des Gesteins bestimmen k\u00f6nnen wir herausfinden, wie das Magnetfeld fr\u00fcher ausgesehen hat. Bei der Orientierung im Magnetfeld der Vergangenheit k\u00f6nnen uns aber auch Bakterien helfen. Manche von ihnen enthalten ebenfalls kleinste Kristalle die Eisen enthalten. Damit k\u00f6nnen die Bakterien Magnetfelder sp\u00fcren was sie nutzen, um sich zu orientieren und sich in die Richtung zu bewegen, wo sie die besten N\u00e4hrstoffe finden. Das sind meist die tieferen Schichten von Gew\u00e4ssern und wenn die Bakterien dort irgendwann sterben, lagern sich die Magnetpartikel in ihrem Inneren dort ab &#8211; ausgerichtet entlang des Magnetfeldes das zu diesem Zeitpunkt geherrscht hat. Die Sedimentschichten am Boden der Gew\u00e4sser versteinern im Laufe der Zeit und wieder haben wir in diesem Gestein jede Menge winzige Kompassnadeln die uns zeigen, was wir wissen wollen.<\/p>\n<p>Aus der Untersuchung des Magnetfeldes der Vergangenheit &#8211; diese Ph\u00e4nomen wird \u00fcbrigens &#8222;Pal\u00e4omagnetismus&#8220; genannt &#8211; wissen wir also, wann und wie oft die magnetischen Pole getauscht worden sind. Und die Frage die jetzt noch bleibt lautet nat\u00fcrlich: Ist das gef\u00e4hrlich f\u00fcr uns? Eher nicht. Was man ja auch schon daran sieht, dass so etwas ein paar Mal alle Million Jahre vorkommt; das Leben auf der Erde aber schon tausend mal l\u00e4nger existiert, n\u00e4mlich seit ein paar Milliarden Jahren. Nat\u00fcrlich ist das Magnetfeld wichtig f\u00fcr uns. Es sch\u00fctzt uns vor der f\u00fcr Lebewesen gef\u00e4hrlichen kosmischen Strahlung aus dem Weltall. Aber erstens verschwindet das Magnetfeld bei einem Polsprung nicht komplett. Und zweitens sch\u00fctzt uns auch die Atmosph\u00e4re der Erde vor der kosmischen Strahlung. Die Strahlenbelastung steigt zwar w\u00e4hrend eines Polsprungs; es ist nicht unwahrscheinlich dass es da zu einer erh\u00f6hten Mutationsrate bei den Lebewesen kommt. Aber aussterben werden wir dadurch nicht. Tragisch w\u00e4re es nur, wenn das Magnetfeld komplett und dauerhaft verschwinden w\u00fcrde. Aber ein Polsprung ist ja nur eine kurze Phase; danach kriegen wir unser Magnetfeld wieder zur\u00fcck. \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/ade8dfd1c112418aa4aa49b918b813f9\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. 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