{"id":25111,"date":"2020-01-17T07:00:02","date_gmt":"2020-01-17T06:00:02","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2020\/01\/17\/sternengeschichten-folge-373-1992-qb1\/"},"modified":"2025-05-14T16:47:00","modified_gmt":"2025-05-14T14:47:00","slug":"sternengeschichten-folge-373-1992-qb1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2020\/01\/17\/sternengeschichten-folge-373-1992-qb1\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 373: 1992 QB1"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo-150x150.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"150\" height=\"150\" class=\"alignleft size-thumbnail wp-image-12938\" \/><\/a><i>Das ist die Transkription einer Folge meines <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.org\">Sternengeschichten-Podcasts<\/a>. Die Folge gibt es auch als <a href=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/media\/podcast_7374_sternengeschichten_episode_373_sternengeschichten_folge_373_1992_qb1.mp3?v=1578145201\">MP3-Download<\/a> und <a href=\"https:\/\/youtu.be\/GmmfGHR5rJE\">YouTube-Video<\/a>.<\/i> Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei <b><a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/show\/0ikLkbZTH9yjuwetyBheXX\">Spotify<\/a><\/b>.<\/p>\n<p><b>Mehr Informationen: [<a href=\"https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten\">Podcast-Feed<\/a>][<a href=\"https:\/\/itunes.apple.com\/de\/podcast\/sternengeschichten\/id583344780\">iTunes<\/a>][<a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a>][<a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">Facebook<\/a>] [<a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">Twitter<\/a>]<\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">\u00dcber Bewertungen und Kommentare freue ich mich auf allen Kan\u00e4len.<\/span><br \/>\n<script class=\"podigee-podcast-player\" src=\"https:\/\/cdn.podigee.com\/podcast-player\/javascripts\/podigee-podcast-player.js\" data-configuration=\"https:\/\/sternengeschichten.podigee.io\/373-sternengeschichten-folge-373-1992-qb1\/embed?context=external&#038;token=Btf0uteEKBP3xTMRLVnwkw\"><\/script><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<b>Sternengeschichten Folge 373: 1992 QB1<\/b><\/p>\n<p>1992 QB1 ist ein Asteroid. Einer von Milliarden die in unserem Sonnensystem ihre Runden zwischen den Planeten ziehen. Es ist aber auch ein ganz besonderer Asteroid. Ein Himmelsk\u00f6rper, der bei seiner Entdeckung unser Bild des Sonnensystems erweitert hat und Namensgeber einer v\u00f6llig neuen Klasse von Objekten geworden ist. Ein Himmelsk\u00f6rper, der uns einen Blick in die Vergangenheit erlaubt und der nach seiner Entdeckung sogar kurzfristig als &#8222;Planet&#8220; bezeichnet worden ist.<\/p>\n<p>Ich habe schon in Folge 2 der Sternengeschichten erkl\u00e4rt, wie Himmelsk\u00f6rper ihre Namen bekommen. Aber auch ohne die Details zu kennen liegt es nahe zu vermuten, dass das Objekt mit der Bezeichnung &#8222;1992 QB1&#8220; im Jahr 1992 entdeckt worden ist. Und genau das ist auch der Fall; es war der 30. August 1992 und es war die Mauna Kea Sternwarte in Hawaii von der aus die Beobachtung gemacht worden ist. Verantwortlich f\u00fcr den Fund waren der britische Astronom David Clifford Jewitt und seine damalige Doktorandin Jane Luu. Jewitt, der 1958 in London geboren wurde, begann sich f\u00fcr Astronomie zu interessieren als er in seiner Kindheit ein paar sehr helle Sternschnuppen am Himmel sah. Er wunderte sich, was diese Objekte mit Sternen zu tun haben sollten &#8211; und zusammen mit der ersten Landung von Menschen auf dem Mond im Jahr 1969 motivierte ihn dieses Erlebnis zu einem Studium der Astronomie. Eine Thema das Jewitt bei seiner Arbeit als Wissenschaftler in den 1980er Jahren sehr besch\u00e4ftigte war das \u00e4u\u00dfere Sonnensystem. &#8222;Warum ist es &#8211; verglichen mit dem inneren Sonnensystem &#8211; so leer?&#8220; fragte er sich und aus damaliger Sicht war das eine sehr berechtigte Frage. Damals wusste man nat\u00fcrlich \u00fcber die Planeten Bescheid: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus, Neptun und auch Pluto, der zu der Zeit noch als Planet gef\u00fchrt wurde. Dar\u00fcber hinaus kannte man die Asteroiden von denen man den ersten im Jahr 1801 entdeckte und in den fast 200 Jahren danach hunderttausende mehr. Die befanden sich aber fast alle zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter. Einige von ihnen, die erdnahen Asteroiden von denen ich in Folge 271 mehr erz\u00e4hlt habe, ziehen ihre Bahnen innerhalb der Umlaufbahn des Mars aber au\u00dferhalb der Bahn des Jupiters kannte man keine Kleink\u00f6rper. Gerade mal zwei Asteroiden waren damals bekannt, die sich dort befanden, aber auch die waren nicht weiter von der Sonne entfernt als der Saturn.<\/p>\n<p>Wieso ist im inneren Sonnensystem so viel Kleinkram zu finden, weiter au\u00dfen aber nicht? Denn da sollte ja eigentlich was sein. Schon 1943 hatte der irische Astronom Kenneth Edgeworth spekuliert, dass hinter der Umlaufbahn des Neptuns eigentlich noch diverse Asteroiden zu finden sein sollten. Je weiter von der Sonne entfernt sich ein Objekt befindet, desto langsamer bewegt es sich auch. Als nach der Entstehung der Sonne vor 4,5 Milliarden Jahren sich aus dem dabei \u00fcbrig gebliebenen Material zuerst kleine Brocken aus Fels und Eis gebildet haben und daraus sp\u00e4ter die Planeten, kann nicht alles verbaucht worden sein. Vor allem im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem m\u00fcsste noch jede Menge ungen\u00fctzt rumliegen. Denn wegen der langsamen Bewegung konnte sich die Asteroiden dort nicht zu gro\u00dfen Planeten zusammenfinden; sie stie\u00dfen einfach zu selten miteinander zusammen. Alles was man Ende der 1980er Jahre aber hinter der Bahn des Neptun gefunden hatte, war Pluto.<\/p>\n<figure id=\"attachment_31857\" aria-describedby=\"caption-attachment-31857\" style=\"width: 1024px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Kuiper_belt_plot_objects_of_outer_solar_system-1.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Kuiper_belt_plot_objects_of_outer_solar_system-1.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"1024\" class=\"size-full wp-image-31857\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-31857\" class=\"wp-caption-text\">Was alles im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem los ist, wusste man 1992 noch nicht. Im Bild sind die vier \u00e4u\u00dferen Gasplaneten eingezeichnet und in blau die Asteroiden des Kuiperg\u00fcrtels hinter Neptun (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:Kuiper_belt_plot_objects_of_outer_solar_system.png\">Bild: WilyD at English Wikipedia<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\">CC-BY-SA 3.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Als Jewitt im Jahr 1986 von seiner Studentin Jane Luu nach einem Forschungsprojekt gefragt wurde an dem sie arbeiten k\u00f6nne, hatte er das passende Thema f\u00fcr sie: Die Suche nach noch unbekannten Objekten im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem. Jane Luu wurde 1963 in Saigon in Vietnam geboren, damals lautete ihr Name Luu Le Hang. 1975 fl\u00fcchtete sie aufgrund des Vietnamkrieges in die USA wo sie ihre Namen in Jane Luu bzw. Jane X. Luu \u00e4nderte. Das &#8222;X&#8220; steht allerdings nicht f\u00fcr irgendeinen konkreten zweiten Vornamen; Luu hatte ihn einfach aus Bequemlichkeit als Initial f\u00fcr den zweiten Vornamen gew\u00e4hlt, der in vielen amerikanischen Formularen eingetragen werden sollte. Nach ihre Grundstudium der Physik arbeitete sie im Sommer 1984 am JPL-Institut des California Institute of Technology und bediente dort die Gro\u00dfrechenanlangen. Dort kam sie auch mit den Missionen der Voyager-Raumsonden in Kontakt die ebenfalls vom JPL aus gesteuert wurden und das weckte ihr Interesse f\u00fcr die Astronomie. Gemeinsam mit David Jewitt machte sie sich dann ab 1987 auf die Suche nach Himmelsk\u00f6rpern im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem. Es war eine lange Suche. Aber im August 1992 waren Luu und Jewitt erfolgreich. Der kleine Lichtpunkt den sie mit dem 2,2 Meter gro\u00dfen Spiegelteleskop am Mauna Kea in Hawaii sahen bewegte sich langsam, aber er bewegte sich. In den beiden folgenden N\u00e4chten konnten sie ihn erneut beobachten und so seine Umlaufbahn bestimmen. Das Ding leuchtete 6 Millionen mal schw\u00e4cher als die Sterne, die wir ohne Teleskop mit blo\u00dfem Auge noch sehen k\u00f6nnen. Aber es war da und zwar 43 mal weiter von der Sonne entfernt als die Erde. Das ist weiter weg als alle gro\u00dfen Planeten; das ist sogar eine gr\u00f6\u00dfere Entfernung als die mittlere Distanz zwischen Pluto und der Sonne. <\/p>\n<p>Den Regeln der Asteroidenbenennung entsprechend bekam das Objekt die Bezeichnung &#8222;1992 QB1&#8220; mit der Jahreszahl der Entdeckung und einem Code aus Buchstaben und Zahlen der den Entdeckungszeitraum genauer eingrenzt. &#8222;Neuer Planet im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem entdeckt&#8220; lautete die Schlagzeile in vielen Medien und sogar wissenschaftliche Einrichtungen wie die Europ\u00e4ische S\u00fcdsternwarte <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/news\/eso9214\/\">nutzten diese Bezeichnung<\/a>. Aber eigentlich war allen klar, dass es sich nicht um einen Planeten handelt. W\u00e4re 1992 QB1 ein gro\u00dfer Planet gewesen, h\u00e4tte er viel heller leuchten m\u00fcssen. Schon damals sch\u00e4tzte man seine Gr\u00f6\u00dfe nur auf etwa 200 Kilometer, heute wissen wir das er sogar noch etwas kleiner und nur circa 160 Kilometer gro\u00df ist. Es ging aber ja auch gar nicht um die Entdeckung neuer Planeten. Luu und Jewitt hatten genau das gefunden, was sie gesucht hatten: Den ersten Himmelsk\u00f6rper des Asteroideng\u00fcrtels dessen Existenz schon Kenneth Edgeworth im Jahr 1943 vermutet hatte und der heute &#8211; aus historischen Gr\u00fcnden auf die ich jetzt nicht weiter eingehen will &#8211; den Namen des niederl\u00e4ndisch-amerikanischen Astronomen Gerard Kuiper tr\u00e4gt. 1992 QB1 war der erste Asteroid des Kuiper-G\u00fcrtels und dieser ersten Entdeckung folgten nun schnell weitere. Viele davon machten Luu und Jewitt; aber nun blickten auch jede Menge andere Astronominnen und Astronomen in das \u00e4u\u00dfere Sonnensystem das nicht so leer war, wie man dachte.<\/p>\n<figure id=\"attachment_31855\" aria-describedby=\"caption-attachment-31855\" style=\"width: 700px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1992QB1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1992QB1.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"869\" class=\"size-full wp-image-31855\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-31855\" class=\"wp-caption-text\">1992 QB1, fotografiert von der Europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte im September 1992 (<a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/images\/eso9214a\/\">Bild: ESO<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Heute wissen wir, dass der Kuiperg\u00fcrtel deutlich gr\u00f6\u00dfer ist als der Asteroideng\u00fcrtel zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter. Ich habe in Folge 174 mehr davon erz\u00e4hlt, aber 1992 QB1 hat sich als ein sehr typischer Asteroid dieser Region herausgestellt. So typisch, das er zum Namensgeber einer ganzen Gruppe von Asteroiden geworden ist, den &#8222;Cubewanos&#8220;. Diese Bezeichnung leitet sich von &#8222;QB1&#8220; ab, das englisch ausgesprochen wie &#8222;CuBeWan&#8220; klingt. Diese Cubewanos jedenfalls sind Objekte, die sich typischerweise 41 bis 50 mal weiter von der Sonne entfernt befinden als die Erde. Ihre Umlaufbahnen sind ann\u00e4hernd kreisf\u00f6rmig und sie befinden sich ganz explizit NICHT in einer Resonanz mit Neptun. Mit &#8222;Resonanz&#8220; sind spezielle Umlaufbahnen gemeint, bei denen die Umlaufzeit in einem ganzzahligen Verh\u00e4ltnis zur Umlaufzeit des Neptuns steht. Pluto zum Beispiel schafft zwei Runden um die Sonne in ziemlich genau der gleichen Zeit die Neptun f\u00fcr drei Runden ben\u00f6tigt. Die beiden Himmelsk\u00f6rper stehen in einer 2:3 Resonanz und das gilt auch f\u00fcr eine ganze Gruppe anderer Asteroiden, die &#8222;Plutinos&#8220; genannt worden sind. Andere Asteroiden im Kuiperg\u00fcrtel befinden sich in einer 1:2 mit Resonanz mit Neptun und allen resonanten Positionen gemeinsam ist, dass es sich um eine dynamisch spezielle Position handelt. Da sich die relative Position von Asteroid und Neptun immer wieder periodisch wiederholt, k\u00f6nnen sich gravitative St\u00f6rungen im Laufe der Zeit aufschaukeln. Sind die beiden Himmelsk\u00f6rper sich zu einem bestimmten Zeitpunkt sehr nahe, dann stellt die Resonanz sicher, dass sich diese Konstellation regelm\u00e4\u00dfig wiederholt und so kann die Gravitation des gr\u00f6\u00dferen Objekts das kleinere im Laufe der Zeit quasi aus dem Sonnensystem &#8222;rausschubsen&#8220;. Aber und das ist bei den Plutinos der Fall, umgekehrt ist es genau so. Kommen sich die beiden Himmelsk\u00f6rper nicht nahe, dann stellt die Resonanz sicher, dass das auch nie passieren kann. Die Plutinos sind also auf sehr stabilen Umlaufbahnen was auch der Grund ist, warum es so viele von ihnen gibt.<\/p>\n<p>Die Cubewanos aber sind gerade die Objekte, die sich nicht in resonanten Positionen befinden, also quasi die ganz &#8222;normalen&#8220; Asteroiden des Kuiperg\u00fcrtels. Man kann sie grob in zwei Gruppen teilen, die &#8222;hei\u00dfen&#8220; und die &#8222;kalten&#8220; Cubewanos. Damit ist aber nicht die Temperatur gemeint. So weit von der Sonne entfernt sind die alle kalt. Damit ist die &#8222;dynamische Temperatur&#8220; gemeint, also das Ausma\u00df der St\u00f6rungen von anderen Himmelsk\u00f6rpern die die Asteroiden sp\u00fcren. Die meisten der Cubewanos haben sehr kreisf\u00f6rmige Bahnen und eine sehr geringe Bahnneigung; ihre Umlaufbahn liegt also fast genau in der Ebene der Umlaufbahnen der anderen Planeten. Das alles sind Anzeichen daf\u00fcr, dass sie kaum \u00e4u\u00dferen St\u00f6rungen ausgesetzt sind, denn die w\u00fcrden die Asteroiden auf Bahnen zwingen die st\u00e4rker geneigt sind bzw. st\u00e4rker von der Kreisform abweichen. Sie geh\u00f6ren zur &#8222;kalten&#8220; Gruppe der Cubewanos im Gegensatz zu den restlichen Asteroiden, deren Bahnen tats\u00e4chlich st\u00e4rker geneigt sind. Woher diese &#8222;hei\u00dfen&#8220; Cubewanos ihre St\u00f6rungen bekommen haben ist noch unklar. So wie vieles andere dort drau\u00dfen. Wir kennen mittlerweile zwar tausende Objekte im Kuiperg\u00fcrtel. Aber wirklich gut verstehen tun wir diese Region noch nicht. Sie ist so enorm weit weg und im Gegensatz zum inneren Asteroideng\u00fcrtel haben wir sie noch so gut wie gar nicht mit Raumsonden erforscht. W\u00e4hrend die Asteroiden im inneren Sonnensystem schon vergleichsweise oft von Raumsonden aus der N\u00e4he besucht worden sind, hat sich im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem nur eine rumgetrieben: <i>New Horizons<\/i>, die Sonde der NASA die 2014 den Pluto aus der N\u00e4he gesehen hat und dann weiter geflogen ist zu <i>Arrokoth<\/i>, dem ersten Cubewano von dem wir detaillierte Bilder haben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_31858\" aria-describedby=\"caption-attachment-31858\" style=\"width: 755px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/755px-William_Blake_-_Albion_Rose_-_from_A_Large_Book_of_Designs_1793-6.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/755px-William_Blake_-_Albion_Rose_-_from_A_Large_Book_of_Designs_1793-6.jpg\" alt=\"\" width=\"755\" height=\"1023\" class=\"size-full wp-image-31858\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-31858\" class=\"wp-caption-text\">Albion, gezeichnet von William Blake (<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/File:William_Blake_-_Albion_Rose_-_from_A_Large_Book_of_Designs_1793-6.jpg\">Bild: gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gibt noch viel zu entdecken! Aber zumindest eine offene Frage ist mittlerweile gekl\u00e4rt. &#8222;1992 QB1&#8220; ist ja eine sogenannte <i>provisorische Bezeichnung<\/i>. Also eine Bezeichnung die Asteroiden bekommen, so lange noch kein offizieller Name gew\u00e4hlt worden ist. Das h\u00e4tten Jewitt und Luu tun k\u00f6nnen sobald die Umlaufbahn des Asteroiden ausreichend gut bekannt war, also schon in den 1990er Jahren. Aber irgendwie kam es nie dazu und alle haben sich an &#8222;1992 QB1&#8220; gew\u00f6hnt; so sehr, dass man daraus immerhin auch die Bezeichnung der Cubewanos abgeleitet hat. Im Januar 2018 wurde dann aber doch noch ein &#8222;echter&#8220; Name vergeben. Eigentlich wollten Luu und Jewitt den Asteroid ja &#8222;Smiley&#8220; nennen, nach einer Figur aus dem Spionageroman &#8222;Tinker Tailor Soldier Spy&#8220; von John Le Carr\u00e9 den beide toll fanden. Allerdings gab es schon einen Asteroid der so hie\u00df; in dem Fall allerdings benannt nach dem amerikanischen Astronom Charles Hugh Smiley. Also w\u00e4hlten Luu und Jewitt den Namen &#8222;Albion&#8220;, der aus dem Werk des englischen Dichters und Malers William Blake stammt. Albion ist dort der mythische Gr\u00fcnder Gro\u00dfbritanniens. Nun hei\u00dft der Asteroid also offiziell &#8222;15760 Albion&#8220; &#8211; die Gruppe der Cubewanos hat man aber trotzdem nicht umbenannt.  \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/a2e9930496b5451b872831dc57c97884\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist die Transkription einer Folge meines Sternengeschichten-Podcasts. Die Folge gibt es auch als MP3-Download und YouTube-Video. Und den ganzen Podcast findet ihr auch bei Spotify. 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