{"id":24356,"date":"2017-10-26T07:00:00","date_gmt":"2017-10-26T05:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/10\/26\/wunderenzym-telomerase\/"},"modified":"2025-05-14T16:36:46","modified_gmt":"2025-05-14T14:36:46","slug":"wunderenzym-telomerase","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/10\/26\/wunderenzym-telomerase\/","title":{"rendered":"Wunderenzym Telomerase?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb_klein.jpg\" alt=\"sb-wettbewerb_klein\" width=\"150\" height=\"52\" class=\"alignleft size-full wp-image-25403\" \/><\/a><i>Dieser Artikel ist Teil des <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2017\/07\/01\/der-scienceblogs-blog-schreibwettbewerb-2017\/\">ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2017<\/a>. Informationen zum Ablauf <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25399\">gibt es hier<\/a>. Leserinnen und Leser k\u00f6nnen die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen &#8211; Details dazu <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25399\">gibt es hier<\/a>. Eine \u00dcbersicht \u00fcber alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25387\">hier<\/a>. Informationen zu den Autoren der Wettbewerbsartikel finden sich in den jeweiligen Texten.<\/i><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p>&#8222;<b>&#8222;Wunderenzym Telomerase?&#8220;<\/b>&#8220; <\/p>\n<p>von Jason <\/p>\n<p>Ich bin Wissenschaftsblogger auf Spektrograph.com, 12 Jahre alt und interessiere mich f\u00fcr alle Themen rund um Naturwissenschaften. Ich bin auch Sieger des Grimme Online Awards 2017, mit meinem Podcast Radiorebell, den ich zusammen mit meinem Papsi mache. Dieser ist \u00fcbrigens dieses Jahr 40 geworden. Damit sind wir auch schon beim Thema:<\/p>\n<p>\u201eOh Gott, ich werde 40 und dann ist es auch nicht mehr weit zur f\u00fcnfzig.\u201c Wer kennt es nicht? Das Drama um den 40. Geburtstag. Denen, den das bekannt ist, ist hiermit geholfen. Es geht um unseren potentiellen Schl\u00fcssel zur Verl\u00e4ngerung des menschlichen Lebens. Wissenschaftler sind gespalten. Schuld daranmist ein Enzym. Die Rede ist von Telomerase. Es handelt sich dabei um ein Enzym, welches den Altersprozess des Menschen verlangsamt. Wie tut es das? Was bedeutet \u00fcberhaupt altern? Welche geheime Schattenseite hat das vermeintliche Wunderenzym und ist es wirklich der Schl\u00fcssel zur Unsterblichkeit? Wann wird Entwicklung zu altern? Macht das gro\u00dfe Drama um die 40 Jahre-Marke wirklich Sinn? Es gibt viele offene Fragen. Ich m\u00f6chte nat\u00fcrlich keine W\u00f6rter mit 50 Buchstaben verwenden, bei denen ich selber noch mal nachsehen muss, wie sei denn nochmal hie\u00dfen. Deswegen versuche ich einfach und bildlich zu bleiben, dass Thema jedoch trotzdem ausf\u00fchrlich zu behandeln. <\/p>\n<p>In einer menschlichen Zelle befinden sich 46 Chromosomen, welche aus DNA bestehen. Einzelne Abschnitte der DNA hei\u00dfen Gene. Pro Zelle gibt es zwei Chromosomens\u00e4tze: Einer von der Mutter und einer vom Vater. Ein Chromosomensatz enth\u00e4lt 23 Chromosomen. Doch darum soll es gar nicht so lange gehen. In diesem Beitrag geht es um die kleinen und unauff\u00e4lligen Enden der Chromosomen, die Telomere (Telos: Ende, Meros: Teil). Sie enthalten weder besonders wichtige Erbinformationen oder Gene, noch irgendetwas anderes wirklich wichtiges. Daf\u00fcr erf\u00fcllen sie einen wichtigen Zweck. Eine menschliche Zelle kann sich im Durchschnitt 40 Mal Teilen, bevor die Qualit\u00e4t der Zellteilung nachl\u00e4sst. Theoretisch ist auch etwas mehr m\u00f6glich, bis zu 52, nach der Hayflick-Grenze. Nach jeder Zellteilung sind die Telomere etwas k\u00fcrzer, bis sie schlie\u00dflich eine kritische L\u00e4nge erreicht haben. Dann wird die Apoptose (der programmierte Zelltod) eingeleitet. Doch hier kommt die Telomerase ins Spiel. Sie verl\u00e4ngert diese Telomere wieder. Doch sie kommt nicht so schnell hinterher, denn es entstehen zu viele Sch\u00e4den an den Telomeren. Nun haben Wissenschaftler &#8211; im Labor, muss man immer dazu sagen &#8211; erstmals diese Zellen mit Telomerase wieder \u201ej\u00fcnger machen\u201c. Wie ich schon etwas angedeutet habe, verhalten sich Zellen im Labor nat\u00fcrlich anders als im K\u00f6rper. Also, was w\u00fcrde passieren, wenn wir es schaffen, das selbe Verhalten, welches die Zellen im Labor hatten, auch im K\u00f6rper zu erzielen? <\/p>\n<figure id=\"attachment_25810\" aria-describedby=\"caption-attachment-25810\" style=\"width: 320px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/chromosomes-154668_640.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/chromosomes-154668_640.png\" alt=\"Dies sind zwei Chromosomen. Die Enden der Chromosomen sind die Telomere (Bild: Public Domain)\" width=\"320\" height=\"640\" class=\"size-full wp-image-25810\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25810\" class=\"wp-caption-text\">Dies sind zwei Chromosomen. Die Enden der Chromosomen sind die Telomere (<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/chromosomen-dna-basenpaare-zellen-154668\/\">Bild: Public Domain<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wir k\u00f6nnten unser Leben um bis zu 30 Jahre verl\u00e4ngern. Das w\u00e4re ein unglaublicher Fortschritt. Doch es ist eben nur ein kleiner Teil des komplexen Prozesses des Alterns. \u00dcber die Jahre passieren n\u00e4mlich jede Menge Pannen. Umwelteinfl\u00fcsse und weiteres k\u00f6nnen die Telomere ebenfalls verk\u00fcrzen. Man gliedert den Alterungsprozess in prim\u00e4ren und sekund\u00e4ren Alterungsprozess. Ersterer wird durch die nat\u00fcrliche Verk\u00fcrzung der Telomere hervorgerufen. Der sekund\u00e4re Alterungsprozess wird durch Umwelteinfl\u00fcsse hervorgerufen oder durch den Konsum sch\u00e4dlicher Substanzen. Er gibt die maximale Lebenserwartung eines Individuums (<i>w<\/i>) an. Der sekund\u00e4re Alterungsprozess gibt an wie viel von <i>w<\/i> erreicht wird. Das ist die Begr\u00fcndung daf\u00fcr, weshalb manche Leute, mit einem gesunden Lebensstil weniger alt werden, als andere. Wenn <i>w<\/i> 70 Jahre betr\u00e4gt, kann ein Mensch auch nicht \u00e4lter als 70 werden, egal wie gesund sie Leben. Das sekund\u00e4re Altern ist durch die Gene gepr\u00e4gt, da kann man nichts gegen tun. Oder m\u00f6glicherweise doch? Wie schon gesagt, die Telomerase kann die Telomere in begrenztem Umfang wieder herstellen. Wenn man also es schafft, die Zellen auf diese Weise j\u00fcnger zu halten, hat das jedoch einen entscheidenen Haken. Denn die Natur hat dieses System nicht zum Spa\u00df entwickelt.<\/p>\n<p>Wieso zerst\u00f6ren sich die Zellen nach einer bestimmten Anzahl an Zellteilungen selbst? Neben der Tatsache, dass Unsterblichkeit f\u00fcr eine Spezies im Ganzen relativ hinderlich ist und das Ziel der Evolution ist, die Art am Leben zu erhalten, ist die Telomerase auch mit Vorsicht zu genie\u00dfen. Denn wenn Zellen zu alt werden und nicht absterben, werden sie zu Krebszellen, welche sich unkontrolliert vermehren. Deshalb sterben Zellen aus, bevor sie zu Krebszellen werden und werden damit an der Mitose, also an der Zellteilung gehindert. Telomerase k\u00f6nnte also ironischer Weise t\u00f6dlich sein. Bis diese Technik im menschlichen K\u00f6rper angewendet werden kann, sind wohl noch viele Fortschritte n\u00f6tig. Wenn Zellen zu stark besch\u00e4digt werden, begehen sie sozusagen Selbstmord. Sie l\u00f6schen sich selbst aus, um das Nachbargewebe nicht zu besch\u00e4digen. Das nennt sich, wie oben schon beschrieben Apoptose. Weniger r\u00fccksichtsvoll ist die Nekrose. In diesem Fall sagen die Zellen, ihren gesunden Nachbarn, dass es Zeit ist zu sterben. So kann es zu riesigen Arealen von abgestorbenen Zellen kommen. Bevor so etwas passieren kann, sterben die meisten Zellen aus, daher hat sich die Natur das Altern \u201eausgedacht\u201c. <\/p>\n<p>Nachdem, die Hayflick-Grenze \u00fcberschritten wurde, werden die Zellen seneszent. Fakt ist, dass die meisten Zellen im Alter von ungef\u00e4hr 40 Jahren seneszent werden. Daher kommt vielleicht dieses Drama. Nat\u00fcrlich beginnt die Seneszenz nicht von heute auf morgen. Sie ist wie die Entwicklung zum Erwachsenen, nur umgekehrt. Nach der Geburt beginnt die Entwicklung, die bis ungef\u00e4hr 40 andauert. Danach beginnt die Seneszenz,in der die Vitalit\u00e4t wieder sinkt. Altern und Seneszenz sind nicht das Selbe. Altern beschreibt auch den Entwicklungsprozess in der Kindheit. Es beginnt mit dem Beginn des Lebens, also der Verschmelzung von Spermium und Eizelle und endet erst mit dem Tod. All das f\u00e4llt unter Altern, Seneszenz beschreibt aber nur den Verfall des K\u00f6rpers, sobald die Vitalit\u00e4t beginnt zu sinken. Eine Zelle wird seneszent, wenn sie sich oft genug geteilt hat. Wenn viele Zellen seneszent werden wird dies auch der K\u00f6rper und er verf\u00e4llt. Sehr lange stellen Stammzellen Nachwuchs f\u00fcr die verfallenen Zellen bereit. Stammzellen sind ein offenes Blatt Papier. Aus ihnen k\u00f6nnen Leber-,Blut und Hautzellen werden. Wenn kein Nachschub mehr kommt, k\u00f6nnen die Zellen trotzdem noch sehr lange weiterleben, verlieren aber an Qualit\u00e4t. Der Organismus altert. Es ist ein gro\u00dfer Schutz f\u00fcr den K\u00f6rper, denn wenn sich besch\u00e4digte Zellen teilen, verbreiten sie ihren Fehler. Wie ich schon oben erkl\u00e4rt habe k\u00f6nnen dann verschiedene Dinge passieren. Meistens f\u00e4llt sie einfach den Ruhezustand und stirbt schlie\u00dflich. <\/p>\n<p>Die Forschung der Unsterblichkeit steht erst ganz am Anfang. Es gibt mittlerweile ein Medikament, welches die Telomere, mithilfe der Telomerase wieder verl\u00e4ngert. Es tr\u00e4gt den wenig einpr\u00e4gsamen Namen TA-65\u00ae. Wir wissen Telomerase birgt Chancen und Risiken. In Zukunft wird es noch viel wirksamere Medikamente geben, die Telomere langfristig verl\u00e4ngern. Wer wei\u00df? Vielleicht haben wir bis dahin auch eine L\u00f6sung ohne s\u00e4mtliche Nebenwirkungen gefunden. Wir werden wom\u00f6glich Zeitzeugen dieser aufregenden Entwicklung sein, ob es uns gef\u00e4llt oder nicht.<\/p>\n<p>Sicher ist, dass dieses Drama um den vierzigsten Geburtstag wohl etwas \u00fcbertrieben ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist Teil des ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2017. Informationen zum Ablauf gibt es hier. 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