{"id":24273,"date":"2017-10-15T07:00:43","date_gmt":"2017-10-15T05:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/10\/15\/eine-botschaft\/"},"modified":"2025-05-14T16:36:12","modified_gmt":"2025-05-14T14:36:12","slug":"eine-botschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/10\/15\/eine-botschaft\/","title":{"rendered":"Eine Botschaft"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb_klein.jpg\" alt=\"sb-wettbewerb_klein\" width=\"150\" height=\"52\" class=\"alignleft size-full wp-image-25403\" \/><\/a><i>Dieser Artikel ist Teil des <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2017\/07\/01\/der-scienceblogs-blog-schreibwettbewerb-2017\/\">ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2017<\/a>. Informationen zum Ablauf <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25399\">gibt es hier<\/a>. Leserinnen und Leser k\u00f6nnen die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen &#8211; Details dazu <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25399\">gibt es hier<\/a>. Eine \u00dcbersicht \u00fcber alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25387\">hier<\/a>. Informationen zu den Autoren der Wettbewerbsartikel finden sich in den jeweiligen Texten.<\/i><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><b>Eine Botschaft<\/b><\/p>\n<p>von Jonas Kerstin<\/p>\n<p><i>Ich bin Diplom-Illustrator, arbeite jedoch mittlerweile fast ausschlie\u00dflich als Ausbilder (meist englisch, sonst deutsch) f\u00fcr Kommunikation, Coaching, Sales und Suchmaschinenoptimierung. Zudem bin ich passionierter Hobbybiologe, forsche auf d\u00f6rflich amateurhaftem Niveau und bin besonders interessiert an einem Thema, das f\u00fcr beide meiner Berufszweige ma\u00dfgeblich ist: der Kommunikation. Als Grafiker kommuniziere ich \u00fcber Bilder, Farben und Text, und als Trainer \u00fcber Stimme, Gestik und K\u00f6rpersprache, und im biologischen Bereich faszinieren mich daher besonders Sinnesorgane und die Kommunikationsmittel anderer Arten in all ihren Spielarten und die Evolution derselben.<\/i><\/p>\n<p>K\u00fcrzlich las ich einen Artikel zum Thema \u201eKontakt mit Au\u00dferirdischen\u201c. Besonders sauer stie\u00df mir auf, wie begrenzt und oberfl\u00e4chlich das Thema in Bezug auf Kommunikation mit Au\u00dferirdischen behandelt wurde. Dies nahm ich zum Anlass einen eigenen Aufruf, bzw. eine Botschaft zum Thema \u201eKommunikation mit Fremden\u201c zu formulieren.<\/p>\n<figure id=\"attachment_25621\" aria-describedby=\"caption-attachment-25621\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1UFO.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1UFO.png\" alt=\"Wie kommuniziert eine fremde Lebensform? (eigene Lizenz)\" width=\"500\" height=\"366\" class=\"size-medium wp-image-25621\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25621\" class=\"wp-caption-text\"><i>Wie kommuniziert eine fremde Lebensform?<\/i> (eigene Lizenz)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ich m\u00f6chte hierbei den Fokus der Thematik etwas verschieben, und zwar vom \u201eKontakt mit Au\u00dferirdischen\u201c zun\u00e4chst auf den \u201eKontakt mit anderen Intelligenzen\u201c, einmal weil das eine ohne Vorbereitung durch das andere kaum erfolgsversprechend ist, und vor allem weil Zweiteres erhebliches  Potential verf\u00fcgbar macht, und zwar v\u00f6llig unabh\u00e4ngig davon, ob es jemals zum viel diskutierten Ersteren kommt. Doch beginnen wir von vorn, beim Sender der Nachricht \u2013 uns selbst.<\/p>\n<p><b>Unsere Kommunikation<\/b><\/p>\n<p>Wie genau definiert sich eigentlich unsere Kommunikation? Sprache, m\u00f6chte man direkt sagen. Das gesprochene oder geschriebene Wort. Das stimmt jedoch nur zum Teil \u2013 eine Kommunikation zwischen zwei Teilnehmern l\u00e4uft immer parallel auf mehreren Ebenen ab. Wir als Menschen teilen Information per Sprache mit, doch zus\u00e4tzlich zum Schall kommunizieren wir auch auf der visuellen Ebene, und geben der Unterhaltung per Mimik und Gestik einen bestimmten Rahmen. Weiter noch, auch Geruchsinn und Pheromone, ein H\u00e4ndedruck, im Endeffekt alle Sinneseindr\u00fccke die im Dialog geschehen, haben Einfluss auf die Unterhaltung und werden den Ausgang beeinflussen. <\/p>\n<p>Gerade die unbewusst versendeten Sinneseindr\u00fccke sind oft Ursprung f\u00fcr Irrt\u00fcmer und Streitereien. Ein einfacher Augenkontakt kann in eine Schl\u00e4gerei m\u00fcnden, wenn man den falschen Typen anglotzt. Und das funktioniert nicht nur beim Menschen \u2013 auch Hunde k\u00f6nnen einen tiefen Blick in die Augen von Fremden nicht ausstehen und beginnen zu bellen, Katzen wenden den Kopf ab, Kr\u00e4henv\u00f6gel werden nerv\u00f6s und bewegen sich aus der Wurfreichweite (nicht dass ich au\u00dfer N\u00fcssen je etwas nach ihnen geworfen h\u00e4tte) \u2013 generell scheint im Blickkontakt bereits ein gewisses Aggressionspotential zu liegen. Vielleicht weil es als erster Schritt vor einem Angriff verstanden werden kann oder ganz profan als eine Herausforderung in Bezug auf Rangfolge oder Revierbeanspruchung.<br \/>\nAls Mensch kann ich jetzt dem besoffenen Typen zu erkl\u00e4ren versuchen, dass ich kein Problem habe, beim Hund habe ich je nach Rasse, Halter und Distanz ein Problem, die Katze mag mich nicht, und die Kr\u00e4he fliegt weg und kackt mit im schlimmsten Fall aufs Auto \u2013 Jede Misskommunikation hat eine Auswirkung auf den Gesamtdialog.<\/p>\n<p>Entscheidend als Sender ist also, dass man seine eigene Kommunikation auf allen Ebenen umfassend verstanden und gezielt benutzen k\u00f6nnen muss \u2013 jedoch scheint ein solch bewusster Einsatz(noch)eher der Ausnahmefall bei Homo sapiens zu sein. <\/p>\n<p><b>Unsere Sinnesorgane<\/b><\/p>\n<p>Wenn wir die Unzul\u00e4nglichkeit und Verbesserungsm\u00f6glichkeit unserer eigenen Kommunikationsf\u00e4higkeit anerkannt haben, m\u00fcssen wir noch einen weiteren entscheidenden Schritt tun und die Unzul\u00e4nglichkeit unserer Sinnesorgane an sich anerkennen.<br \/>\nSchlie\u00dflich empfangen unsere Sinnesorgane nur bestimmte Anteile aus dem vorhandenen Spektrum, wir nehmen also eigentlich nur einen kleinen Ausschnitt der uns umgebenden Realit\u00e4t wahr.<\/p>\n<figure id=\"attachment_25622\" aria-describedby=\"caption-attachment-25622\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2Sinnesorgane.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2Sinnesorgane.png\" alt=\"Unser \u201eSinnespaket\u201c (eigene Lizenz)\" width=\"500\" height=\"157\" class=\"size-medium wp-image-25622\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25622\" class=\"wp-caption-text\"><i>Unser \u201eSinnespaket\u201c<\/i> (eigene Lizenz)<\/figcaption><\/figure>\n<p><i>Zu chemischen Reizen<\/i>: Unser Geruchsinn bzw. Geschmackssinn ist f\u00fcr komplizierte Informationsgehalte im Vergleich zu anderen Lebewesen relativ beschr\u00e4nkt. Andere Lebensformen, wie zum Beispiel die Ameisen leben in einer Geruchswelt, in der Kommunikation vornehmlich auf chemischer Basis abl\u00e4uft. Zahlreiche andere Lebensformen, so auch B\u00e4ume bedienen sich chemischer Stoffe, um effektiv \u201eNachrichten\u201c zu verbreiten. So reichern beispielsweise Akazienb\u00e4ume, die von Giraffen angefressen werden, als Gegenma\u00dfnahme Bitterstoffe in den Bl\u00e4ttern an und sto\u00dfen zus\u00e4tzlich Duftstoffe aus. Diese alarmieren nahestehende B\u00e4ume aus der Nachbarschaft, die dann fr\u00fchzeitig mit der Abwehrproduktion beginnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><i>Zum Schall<\/i>: Unsere Ohren h\u00f6ren einen bestimmten Frequenzbereich \u2013 doch sind wir taub f\u00fcr alles was dar\u00fcber oder darunter abl\u00e4uft. So ist noch nicht lange bekannt, das Giraffen und Elefanten \u00fcber Infraschall Sprachsignale austauschen, die bei ausgewachsenen Dickh\u00e4utern \u00fcber Kilometer im Boden \u00fcbertragen werden k\u00f6nnen, eine Art f\u00fcr uns \u201eunh\u00f6rbares Telefon\u201c. Junger Mais sendet f\u00fcr uns nicht wahrnehmbare Klicklaute und orientiert danach sein Wachstum. Ultraschall wird zur Orientierung und zum Beutefang bei Flederm\u00e4usen und Zahnwalen eingesetzt, dient aber auch der Kommunikation bei Nagetiergruppen wie Ratten oder M\u00e4usen. M\u00e4nnliche Hausm\u00e4use singen angeblich f\u00fcr ihre Weibchen hochfrequente Ges\u00e4nge die die wir ohne technische Hilfsmittel niemals h\u00f6ren werden k\u00f6nnen, denn auch diese liegen au\u00dferhalb unserer biologisch wahrnehmbaren Frequenz \u2013 und vielleicht ist das schade.<\/p>\n<p><i>Zum Licht<\/i>: In unseren Augen, unserem \u201eschnellsten\u201c Sinn k\u00f6nnte man ja ein vergleichsweise potentes Organ vermuten. Als Trichromaten k\u00f6nnen wir immerhin drei Farben sehen \u2013 obwohl man dann direkt zugeben muss, dass fast alle V\u00f6gel bis zu 2 Farben mehr wahrnehmen als wir. Auch viele Fische, Reptilien und Insekten erkennen Farben die wir nicht sehen k\u00f6nnen, aber so ist das eben als S\u00e4ugetier, wir in der Primatengruppe haben wir mit der zus\u00e4tzlichen Farbe Rot da ja noch vergleichsweise Gl\u00fcck gehabt.<br \/>\nGenerell m\u00fcssen wir uns daran erinnern, dass eine wahrgenommene Farbe eben eine individuelle Illusion und keine physikalische Gr\u00f6\u00dfe darstellt. Im Endeffekt ist sie ein Zusammenspiel von drei unterschiedlichen Faktoren: 1. der Lichtquelle und den Frequenzen die sie aussendet, 2. der chemischen Oberfl\u00e4chenbeschaffenheit eines Objektes welches die Strahlung absorbiert oder reflektiert, und dann 3. abh\u00e4ngig vom Messinstrument des Betrachters, welches dann alles zu einer pers\u00f6nlichen Wahrnehmung (=Farbe) kombiniert. Wir als Menschen haben mehr oder weniger dieselben Instrumente und k\u00f6nnen uns auf \u201eRot\u201c oder \u201eG\u00fcn\u201c einigen \u2013 aber wie k\u00f6nnen wir erkennen ob eine neue, von uns nicht wahrnehmbare Farbe vor uns liegt? Gar nicht. Es w\u00e4re h\u00f6chstens ein Grauton, der eine f\u00fcr uns wahrnehmbare Farbe verf\u00e4rbt. Ein sch\u00f6nes Beispiel aus unserem Alltag sind einige Vogelarten, bei denen uns M\u00e4nnchen und Weibchen gleich erscheinen, was jedoch in Wirklichkeit nicht zutrifft. Vielmehr k\u00f6nnen die Augen der V\u00f6gel im UV Bereich zus\u00e4tzliche Muster im Federkleid erkennen, die unseren biologischen Messapparaten verborgen bleiben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_25623\" aria-describedby=\"caption-attachment-25623\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/3sichtbaresSpektrum.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/3sichtbaresSpektrum.png\" alt=\"Das f\u00fcr Homo Sapiens sichtbare Spektrum elektromagnetischer Wellen (Von Horst Frank \/ Phrood \/ Anony - Horst Frank, Jailbird and Phrood, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=3726606)\" width=\"500\" height=\"153\" class=\"size-medium wp-image-25623\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25623\" class=\"wp-caption-text\"><i>Das f\u00fcr Homo Sapiens sichtbare Spektrum elektromagnetischer Wellen<\/i><br \/>(Von Horst Frank \/ Phrood \/ Anony &#8211; Horst Frank, Jailbird and Phrood, CC BY-SA 3.0, https:\/\/commons.wikimedia.org\/w\/index.php?curid=3726606)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Mal ganz abgesehen von den Farben \u2013 die Bildwiederholungsrate pro Sekunde und deren Verarbeitung im Gehirn ist ebenso ein Faktor der die Wahrnehmung der Welt und die Kommunikation in ihr bestimmt. Wenn wir den Fernseher mit einer Bildwiederholungsrate von 25- 30 Bildern pro Sekunde laufen lassen und einer fl\u00fcssigen Geschichte folgen k\u00f6nnen, s\u00e4hen Sperlingsv\u00f6gel (die mit vermuteten ca. 130 Bildern pro Sekunde derzeit den Rekord f\u00fcr Wirbeltiere halten) nur ein Flackern von Standbildern und zeitlupen\u00e4hnliche Bewegungen. Wenn die zeitliche Wahrnehmung um ein vieles schneller oder langsamer abliefe, wir uns also auf einer \u201eschnelleren\u201c oder \u201elangsameren\u201c Wahrnehmungsebene bef\u00e4nden als die andere Lebensform, was bedeutete dies f\u00fcr Kommunikation oder auch die Beurteilung des jeweiligen Verhaltens? W\u00e4re die langsamere Informationsverarbeitung immer die \u201ed\u00fcmmere\u201c? Dann lasst uns mal den Blaumeisen oder besser noch den Stubenfliegen (bei ca. 250 Bilder\/Sek)die Krone der Evolution aufsetzen..<\/p>\n<p><i>Zu Druck und Temperatur<\/i>: Dem Tastsinn kommt in unserer Kommunikation entscheidende Bedeutung zu, bei Begr\u00fc\u00dfungen, bei Verabschiedungen, und in sozialen Gruppen die uns pers\u00f6nlich wichtig sind- Ber\u00fchrung ist ein Zeichen von Vertrauen, und das scheint in anderen Lebensformen \u00e4hnlich zu sein die in sozialen Gef\u00fcgen existieren. Es stellt sich nur die Frage, welche Ber\u00fchrung an welcher K\u00f6rperregion impliziert denn welche Botschaft? Und mit welchem Kraftaufwand sind sie nett, wann aggressiv? Abh\u00e4ngig von der jeweiligen Art sind erhebliche Unterschiede festzustellen. Man k\u00f6nnte vermuten, dass eine intelligente, werkzeugschaffende Lebensform \u00fcber eine gewisse Feinf\u00fchligkeit verf\u00fcgt \u2013 aber welche Ber\u00fchrung welche Reaktion bedeuten mag, verbleibt im Bereich der Spekulation. Bereits im Vergleich verschiedener menschlicher Kulturen sind hier erhebliche Unterschiede festzustellen, die immer wieder zu Missverst\u00e4ndnissen gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p><b>Und wie war das jetzt mit den Aliens?<\/b><\/p>\n<p>Wir kennen keine. Wir haben keine Ahnung welche Sinne sie benutzen k\u00f6nnten, wir k\u00f6nnen nur mutma\u00dfen. \u00c4u\u00dferst wahrscheinlich werden sie aus Kohlenstoff bestehen, werden von einem Planeten kommen der eine Sonne hat (Ein Lichtmesser im \u201eSinnespaket\u201c w\u00e4re also schon wahrscheinlich), und wer wei\u00df, vielleicht l\u00e4uft die Evolution auf anderen Planeten gar nicht so verschieden zu unserer ab. Vermutlich w\u00fcrden uns Wesen mit gewisser Symmetrie (Bilateria \u00e4hnlich) mit einem Paket von verschiedenen (bekannten) Sinnesorganen gegen\u00fcberstehen &#8211;  nur wer wei\u00df auf welchen Frequenzen, mit welchem Umfang und mit welcher Verarbeitungsgeschwindigkeit? Welche der Sinnesorgane w\u00fcrden als bevorzugten Kommunikationskan\u00e4le dienen, welche g\u00e4ben einen grundbestimmenden Rahmen? Stille, Stress, Kunst, Musik, all diese Dinge werden nur innerhalb der Grenzen unserer eigenen Sinne erlebbar und m\u00fcssten f\u00fcr andere Sinnespakete sofern vorhanden dann auch entsprechend \u201efrequenzm\u00e4\u00dfig verlagert\u201c sein. Es w\u00e4re auch durchaus vorstellbar, dass wir auf nat\u00fcrliche Weise oder auch als Nebeneffekt unserer Technologie Signale aussenden, die zwar f\u00fcr uns nicht wahrnehmbar, aber der von der anderen Intelligenz als st\u00f6rend oder sogar als schmerzhaft empfunden, und eventuell sogar als ein bewusstes St\u00f6rsignal oder als Aggression missverstanden w\u00fcrden.<br \/>\nEs stellt sich ganz generell die Frage, inwiefern wir \u00fcberhaupt Ma\u00dfst\u00e4be f\u00fcr Intelligenz anlegen k\u00f6nnen, wenn verschiedene Messger\u00e4te auf unterschiedlichen Frequenzen und abweichenden Verarbeitungsgeschwindigkeiten der Realit\u00e4t doch zwangsweise zu unterschiedlichen Priorit\u00e4ten und Weltmodellen f\u00fchren m\u00fcssten. Eine aus dem Dialog entstehende, respektvolle Zusammenarbeit w\u00e4re auf jeden Fall kein leichtes Ziel und m\u00fcsste als Kommunikationsgrundlage bei aller Intelligenz und \u00dcbersetzungstechnologie auch vor allem eine hohe Toleranzf\u00e4higkeit  beider Seiten f\u00fcr die jeweiligen andersartigen Priorit\u00e4ten aufweisen. <\/p>\n<p>Und daher zum guten Schluss mein <b>Aufruf<\/b>.<br \/>\nBei aller Begeisterung f\u00fcr Aliens von anderen Planeten und die Zukunft in den Sternen sollten wir das Fernrohr bzw. das Mikroskop vor allem auf unseren eigenen Planeten richten, von dem derzeit mehr und mehr Arten verschwinden. Andere, uns noch fremde Intelligenzen mit eigenen Sprachen leben direkt unter uns, doch k\u00f6nnen wir sie weder verstehen noch uns ihnen mitteilen \u2013 was diesen Punkt angeht, sind wir seit der Jungsteinzeit kaum weitergekommen.<br \/>\nWie bahnbrechend w\u00e4re es, wenn wir mit erdeigenen Lebensformen kommunizieren k\u00f6nnten um deren St\u00e4rken f\u00fcr uns nutzbar zu machen? Wenn wir zum Beispiel mit einem \u201ePheromon-\u00dcbersetzer\u201c Ameisen unseres eigenen Gartens dazu bewegen k\u00f6nnten, die Blattl\u00e4use aus dem Gem\u00fcsebeet einzusammeln, welche sie dann ihrerseits als \u201eWeidevieh\u201c einsetzen k\u00f6nnten? Wenn Kr\u00e4hen aus der Nachbarschaft f\u00fcr ein paar N\u00fcsse einen im Garten verlorenen Schl\u00fcssel zu suchen? Wenn wir Spinnen im Haus gewisse Bereiche zuweisen k\u00f6nnten, damit sie vornehmlich M\u00fccken im Schlafzimmer fangen, dabei aber arachnophoben Ehepartnern aus dem Weg gehen? Das \u00e4lteste Menschheitsprojekt dieser Art, das viele Jahrtausende alte Verh\u00e4ltnis von Hund und Mensch gibt einen kleinen Vorgeschmack, wie effektiv die Zusammenarbeit mit anderen Lebensformen sein kann, und es kann einem schwindelig werden, wenn man die M\u00f6glichkeiten aufzulisten versucht, die auf unserem Planeten denkbar w\u00e4ren. <\/p>\n<figure id=\"attachment_25624\" aria-describedby=\"caption-attachment-25624\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/4Pheromontranslator.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/4Pheromontranslator.png\" alt=\"Wie k\u00f6nnte eine Umsetzung von Sprache in Duft m\u00f6glich sein?  (eigene Lizenz)\" width=\"500\" height=\"410\" class=\"size-medium wp-image-25624\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25624\" class=\"wp-caption-text\"><i>Wie k\u00f6nnte eine Umsetzung von Sprache in Duft m\u00f6glich sein? <\/i><br \/>(eigene Lizenz)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Klar, solche Ideen klingen nach Phantastereien und l\u00e4gen in ferner Zukunft. Allein die Annahme der M\u00f6glichkeit einer erfolgreichen \u201eWenn\u201c- \u201eDann\u201c Kommunikation mit einem Insekt scheint in h\u00f6chstem Ma\u00dfe fragw\u00fcrdig. Und doch: Mehr und mehr enth\u00fcllt sich eine Vielschichtigkeit der Kommunikation anderer Organismen die zuvor als stumm oder beschr\u00e4nkt eingeordnet wurden, und wir beginnen zu erkennen, dass eine komplexe Kommunikation eben keine rein menschliche Errungenschaft darstellt. Sie ist vielmehr ein Grundzug eines jeden Lebewesens, das in einer Gruppe, in Symbiose oder auch in parasit\u00e4ren Verh\u00e4ltnissen lebt, und beinhaltet immer einen Reaktionskatalog f\u00fcr wahrgenommene Botschaften oder Reize. Wir waren bislang in unserer Wahrnehmung zu eingeschr\u00e4nkt oder auch zu arrogant, um die vielf\u00e4ltige uns umgebende Kommunikation als solche zu erkennen, und nur ausgiebige Forschung wird die tats\u00e4chlichen Grenzen und M\u00f6glichkeiten ausloten k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Die Gr\u00fcndung einer Kommunikations-Plattform w\u00e4re sinnvoll, auf der die zahlreichen Ergebnisse zusammengetragen werden k\u00f6nnten, die man \u00fcber die letzten Jahre verfolgen konnte, sei es \u00fcber die Kommunikation von Elefanten, Pr\u00e4riehunden, Ameisen oder auch B\u00e4umen, Pilzen oder gez\u00fcchtetem Mais. Diese k\u00f6nnten dann in verschiedene Frequenzfamilien oder Kommunikationsgruppen eingeteilt werden, um im n\u00e4chsten Schritt Parallelen zwischen diesen Gruppen, oder in Bezug auf die Kombination der verschiedenen Sinnesorgane zu untersuchen. Auf lange Sicht k\u00f6nnten sich hier \u201e\u00dcbersetzungsschl\u00fcssel\u201c f\u00fcr bestimmte Gruppen ansammeln, ebenso wie die verschiedenen Kommunikationsversuche im Weiteren analysiert und archiviert werden k\u00f6nnten, um jederzeit f\u00fcr zuk\u00fcnftige Vergleiche griffbereit zu sein. Erst wenn wir m\u00f6glichst viele verschiedene Kommunikationsformen von Flora und Fauna entschl\u00fcsselt haben, und ein wirkliches Verst\u00e4ndnis f\u00fcr andere Wahrnehmungen entwickeln und damit andersartige Priorit\u00e4ten begreifen und auch deren Sichtweise als \u201eintelligent\u201c zu respektieren lernen, wird meiner Meinung nach eine \u201earten\u00fcbergreifende Zusammenarbeit\u201c wirklich Aussicht auf Erfolg haben. Und erst an diesem Punkt sollten wir in Anbetracht des Erlernten eine ernstgemeinte Botschaft ins All schicken. Wenn wir gut genug vorbereitet w\u00e4ren, um einer anderen intelligenten Lebensform mit einem Paket an verschiedenen \u00dcbersetzungsschl\u00fcsseln und unter Zuhilfenahme verschiedener Sensoren f\u00fcr uns unsichtbare Frequenzen tats\u00e4chlich gegen\u00fcbertreten zu k\u00f6nnen.<br \/>\nNaja gut, da drau\u00dfen fliegt schon eine goldene Schallplatte herum, st\u00e4ndig werden irgendwelche Signale, gewollt wie ungewollt hinausgefunkt. Zu jedem Zeitpunkt ist die Menschheit auf der h\u00f6chsten Entwicklungsstufe und \u201ebereit\u201c als Vertreter einer intelligenten und friedfertigen Rasse den Kontakt zu anderen zu suchen, und das wird sich bestimmt auch so fortsetzen \u2013 hoffen wir einfach mal das geht als \u201epubert\u00e4res Verhalten\u201c im Prozess der Reifung einer intelligenten Spezies durch und ist ein universelles Entwicklungsph\u00e4nomen. Vielleicht h\u00f6rt es ja eh keiner. <\/p>\n<figure id=\"attachment_25625\" aria-describedby=\"caption-attachment-25625\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/5Alien.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/5Alien.png\" alt=\"\u201eKann man es essen?\u201c (eigene Lizenz)\" width=\"500\" height=\"513\" class=\"size-medium wp-image-25625\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25625\" class=\"wp-caption-text\"><i>\u201eKann man es essen?\u201c<\/i><br \/>(eigene Lizenz)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Schon Da Vinci sagte: \u201eAlles Wissen f\u00e4ngt mit den Sinnen an\u201c, und in diesem Sinne glaube ich, dass die Erforschung unbekannter Wahrnehmungen und das Aufbrechen unserer Sinnesgrenzen auch zu neuen Sichtweisen oder Denkanst\u00f6\u00dfen f\u00fchren kann.<br \/>\nVor allem hoffe ich, dass durch die Erforschung der Kommunikation anderer Arten und dem Erkennen neuen Potentials prinzipiell ein neues Verst\u00e4ndnis anderer Lebensformen und dem Wunsch nach deren Erhaltung geweckt werden kann, und somit der Lebensvielfalt unseres Planeten eine bessere Zukunft bevorsteht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist Teil des ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2017. Informationen zum Ablauf gibt es hier. Leserinnen und Leser k\u00f6nnen die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen &#8211; Details dazu gibt es hier. Eine \u00dcbersicht \u00fcber alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es hier. 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