{"id":24200,"date":"2017-10-02T07:00:26","date_gmt":"2017-10-02T05:00:26","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/10\/02\/digital-vs-analog-ein-einblick-in-die-nachrichtentechnik\/"},"modified":"2025-05-14T16:35:54","modified_gmt":"2025-05-14T14:35:54","slug":"digital-vs-analog-ein-einblick-in-die-nachrichtentechnik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/10\/02\/digital-vs-analog-ein-einblick-in-die-nachrichtentechnik\/","title":{"rendered":"Digital vs Analog: ein Einblick in die Nachrichtentechnik"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb_klein.jpg\" alt=\"sb-wettbewerb_klein\" width=\"150\" height=\"52\" class=\"alignleft size-full wp-image-25403\" \/><\/a><i>Dieser Artikel ist Teil des <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2017\/07\/01\/der-scienceblogs-blog-schreibwettbewerb-2017\/\">ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2017<\/a>. Informationen zum Ablauf <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25399\">gibt es hier<\/a>. Leserinnen und Leser k\u00f6nnen die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen &#8211; Details dazu <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25399\">gibt es hier<\/a>. Eine \u00dcbersicht \u00fcber alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25387\">hier<\/a>. Informationen zu den Autoren der Wettbewerbsartikel finden sich in den jeweiligen Texten.<\/i><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><b>Digital vs Analog ein Einblick in die Nachrichtentechnik<\/b><\/p>\n<p>von Christian Berger<\/p>\n<p>Ich habe Elektrotechnik\/Nachrichtentechnik aus Leidenschaft studiert, und<br \/>\nprobiere jetzt hier mich mal an einem Blogartikel.<\/p>\n<p>Fragen wir doch mal den Duden. Zu &#8222;analog&#8220; steht da &#8222;\u00e4hnlich, vergleichbar,<br \/>\ngleichartig; entsprechend&#8220;. Zu &#8222;digital&#8220; steht da &#8222;mithilfe des Fingers<br \/>\nerfolgend&#8220;, &#8222;in Stufen erfolgend&#8220; und &#8222;in Ziffern darstellend\/dargestellt&#8220;.<br \/>\nBesonders das letzte ist sehr spannend, besonders da im Franz\u00f6sischen hier das<br \/>\nWort num\u00e9rique also &#8222;nummerisch&#8220; verwendet wird. All diese Bedeutungen zielen<br \/>\nauf den Kern der Sache.<\/p>\n<p>Fangen wir doch mal mit einem einfachen analogen System an, dem Dosen- oder<br \/>\nSchnurtelefon. Das sind einfach 2 Dose (geht einfacher mit Plastikbecher)<br \/>\nzwischen denen eine Schnur gespannt ist. Spricht man in die eine Dose hinein,<br \/>\nso kann man das an der anderen Dose h\u00f6ren.<br \/>\nWas passiert da eigentlich? Spricht man in eine Dose, so vibriert der Boden.<br \/>\nEr bewegt sich ein kleines St\u00fcck hin und her. Diese Bewegung schiebt nun die<br \/>\ngespannte Schnur hin und her, so dass sich der entfernte Dosenboden ebenfalls<br \/>\nbewegt. Dieser bewegt dann die Luft, was man als Schall wahrnehmen kann.<\/p>\n<p>Was ist daran jetzt analog? Nun, wenn man lauter spricht, so bewegen sich die<br \/>\nB\u00f6den und die Schnur st\u00e4rker als wenn man leise spricht. Die Schnur folgt<br \/>\nentsprechend den \u00c4nderungen des Luftdrucks am Dosenboden. Hier m\u00f6chte ich auf die<br \/>\nSynonyme am Anfang verweisen. Alles in dem System folgt dem selben Rhythmus,<br \/>\nalles bewegt sich entsprechend den anderen Teilen. Im Prinzip bewegt sich das<br \/>\nalles gleich.<\/p>\n<p>\u00c4hnlich ist das bei einem (alten) Telefon. Dort wurden sogenannte<br \/>\nKohlemikrofone verwendet. Diese bestehen aus einer Membran die Kohlegranulat<br \/>\nmehr oder weniger dicht zusammen dr\u00fcckt. \u00dcben die Schallwellen an ihr eine<br \/>\nKraft auf, so wird diese auf die Kohlek\u00f6rner \u00fcbertragen. Je mehr desto st\u00e4rker<br \/>\nwerden die K\u00f6rner komprimiert. Dadurch vergr\u00f6\u00dfern sich die Kontaktfl\u00e4chen der<br \/>\nK\u00f6rner und Strom kann besser durch dieses Granulat flie\u00dfen. Diese<br \/>\nStromschwankungen kann man nun \u00fcber lange Kabel zu Lautsprechern f\u00fchren, wo<br \/>\nsie in Spulen Magnetfelder erzeugen die eine Membran bewegen. Mit<br \/>\nentsprechenden Kabeln geht das durchaus 100 Kilometer weit, dann wird das<br \/>\nSignal aber schon recht schwach und somit leise.<\/p>\n<p>Was ist allerdings, wenn man jetzt weiter telefonieren m\u00f6chte? Dann muss man<br \/>\ndas Signal verst\u00e4rken, und da f\u00e4ngt auch das Problem an. Auch wenn man seit<br \/>\nder Erfindung der Elektronenr\u00f6hre praktisch fast perfekte Verst\u00e4rker bauen kann, so<br \/>\nk\u00f6nnen die nur das verst\u00e4rken was am Eingang ankommt. Auch wenn das Nutzsignal<br \/>\nleise ist, so gibt es jede Menge St\u00f6rungen, von irgendwelchen Leckstr\u00f6men,<br \/>\n\u00fcber Einkopplungen von Stromleitungen bis hin zu St\u00f6rungen durch die<br \/>\nErdathmosph\u00e4re selbst. So ein internationales Ferngespr\u00e4ch war fr\u00fcher eine recht unsch\u00f6ne Angelegenheit, alle kleinen Probleme in den vielen Komponenten die an der<br \/>\nVerbindung beteiligt waren summierten sich auf. Wer so was mal selbst h\u00f6ren<br \/>\nwill, der kann sich die Radiosendung &#8222;Voice of Long Island&#8220; vom 2. Februar<br \/>\n1981 anh\u00f6ren, welche <a mhref=\"https:\/\/www.2600.com\/voli\/1981\/0281.html\">hier<\/a> als Download mverf\u00fcgbar ist. <\/p>\n<p>Was bedeutet denn jetzt &#8222;digital&#8220;? Wie oben angedeutet, geht es hier nicht<br \/>\nmehr um die entsprechende Darstellung von Signalen, sondern um Symbole. Man<br \/>\ndr\u00fcckt die Nachricht als Kette von diskreten Symbolen aus. Ein typisches<br \/>\ndigitales System ist ein Buch.  <\/p>\n<figure id=\"attachment_25660\" aria-describedby=\"caption-attachment-25660\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/buchseite.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/buchseite.png\" alt=\"Eine selbst fotographierte Seite aus einem Buch. Man sieht hier sehr sch\u00f6n die diskreten Symbole.\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"size-medium wp-image-25660\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25660\" class=\"wp-caption-text\">Eine selbst fotographierte Seite aus einem Buch. Man sieht<br \/>hier sehr sch\u00f6n die diskreten Symbole.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf dem Foto sieht man sehr sch\u00f6n wie einzelne Symbole in Reih und Glied die<br \/>\nNachricht bilden. Jedes Symbol ist eindeutig zuordnenbar und ergibt in<br \/>\nKombination mit den umgebenden Symbolen eine Bedeutung, wenn man den Code, in<br \/>\ndiesem Falle Japanisch, kann.<\/p>\n<p>Die Vorteile liegen auf der Hand. Da man hier einzelne Symbole hat, kann man<br \/>\ndiese beliebig oft vervielf\u00e4ltigen, zumindest so lange man die Symbole noch<br \/>\neindeutig entziffern kann, oder man aus den umgebenden Symbolen das unlesbare<br \/>\nSymbol herleiten kann.<\/p>\n<p>Die Menge an m\u00f6glichen Symbolen nennt man auch ein Alphabet. Unterschiedliche<br \/>\nAlphabete lassen sich prinzipiell umwandeln. So kann man die Buchstaben A bis<br \/>\nZ in die Zahlen 1 bis 26 umwandeln. Zahlen kann man nicht nur im Zehnersystem<br \/>\ndarstellen, sondern in Zahlensystemen beliebiger Basis. Aus technischen<br \/>\nGr\u00fcnden mag man es, wenn man in einem Zweiersystem arbeitet. Strom in die eine<br \/>\nRichtung bedeutet dann 0, Strom in die andere 1. Das kann man auch noch<br \/>\nerkennen, wenn weniger Strom ankommt als erwartet und man leichte St\u00f6rungen<br \/>\nhat. Ein Verst\u00e4rker muss hier nur die Entscheidung 0 oder 1 trefen, und kann<br \/>\ndann ein neues unverzerrtes Signal auf den Weg schicken.<\/p>\n<p>Da das so unheimlich praktisch ist, hat man auch schon fr\u00fch damit begonnen<br \/>\nTelegraphie und sp\u00e4ter Fernschreibnetze aufzubauen. \u00dcber diese<br \/>\nFernschreibnetze konnte man relativ preiswert und zuverl\u00e4ssig schriftliche<br \/>\nNachrichten \u00fcbertragen, auch \u00fcber gro\u00dfe Entfernungen hinweg. Dazu werden sie<br \/>\nin den Fernschreiber, einer Art elektrischer Schreibmaschine eingegeben und<br \/>\nentweder erstmal auf einen Lochstreifen gelocht, oder gleich \u00fcber die Leitung<br \/>\ngeschickt. Am anderen Ende wurde der Text dann entweder direkt auf Papier<br \/>\ngedruckt, oder auch auf Lochstreifen gestanzt. Die Lochstreifen hatten den<br \/>\nVorteil, dass man sie bequem weiterschicken konnte.<\/p>\n<p>Vielleicht haben manche von eucht schon mal von einer Lichtschallplatte, oder<br \/>\nCompact Disk geh\u00f6rt. Das sind kleine, ca 12 cm gro\u00dfe silberne Scheiben, welche<br \/>\nTon digital speichern sollen. Wie geht das denn? Luftdruckschwankungen sind ja<br \/>\njetzt keine Symbole, und auch wenn man Musik als Symbole, sprich Noten<br \/>\nniederschreiben kann, so wird das hier nicht gemacht.<\/p>\n<p>Der Trick liegt in etwas, was man Pulsecodemodulation nennt, abgek\u00fcrzt PCM.<br \/>\nMan misst einfach das Signal in regelm\u00e4\u00dfigen Zeitabst\u00e4nden und schreibt den<br \/>\nmomentanen Wert in Symbolen nieder. Im Prinzip kann man sich das so wie die<br \/>\nArbeit von Wetterstationen vorstellen. Da geht zum Beispiel regelm\u00e4\u00dfig jemand<br \/>\nan ein Thermometer, lie\u00dft den Wert ab, und schreibt ihn nieder. Wird das<br \/>\nh\u00e4ufig genug und genau genug gemacht, so bekommt man ein gutes Bild vom<br \/>\nTemperaturverlauf, auch wenn man eigentlich nur bestimmte Punkte kennt. <\/p>\n<figure id=\"attachment_25661\" aria-describedby=\"caption-attachment-25661\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/quantisierung.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/quantisierung.png\" alt=\"Die violette Linie wird, unter bestimmten Randbedingungen, vollst\u00e4ndig durch die gr\u00fcnen Kreise beschrieben. (selbst gemachtes Bild)\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"size-medium wp-image-25661\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-25661\" class=\"wp-caption-text\">Die violette Linie wird, unter bestimmten Randbedingungen,<br \/>vollst\u00e4ndig durch die gr\u00fcnen Kreise beschrieben. (selbst gemachtes Bild)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Signal in dem Bild oben kann man zum Beispiel durch die Zahlensequenz 2;<br \/>\n3; 4; 1; 8; 5; 6; 7 beschreiben. Hmm, pl\u00f6tzlich haben wir Zahlen. Diese Zahlen<br \/>\nkann man beliebig umrechen. Wir haben somit aus einem analogen Signal eine<br \/>\ndigitale Nachricht gemacht.<\/p>\n<p>Wenn jetzt also digitale Nachrichten so viel praktischer sind als analoge<br \/>\nSignale sind, und wenn man die umwandeln kann: Warum hat man das denn nicht<br \/>\nschon von Anfang an gemacht?<br \/>\nNun ja, die Wandler daf\u00fcr waren Anfangs relativ aufw\u00e4ndig, aber das h\u00e4ttem man<br \/>\nnoch hin bekommen. Das gro\u00dfe Problem war, dass wenn man digitale Daten bin\u00e4r<br \/>\ndurch Wechsel der Stromrichtung \u00fcbertr\u00e4gt, man pl\u00f6tzlich viel mehr Wechsel<br \/>\nbraucht als f\u00fcr die entsprechenden analogen Signale. F\u00fcr Telefonie braucht man<br \/>\n64000 Bits pro Sekunde, was man schon fr\u00fch hinbekommen hat. F\u00fcr Ton in<br \/>\nHIFI-Qualit\u00e4t braucht man hingegen etwa 1,4 Millionen Bits pro Sekunde. Das<br \/>\nkonnte man erst in den 1970gern vern\u00fcnftig und kosteng\u00fcnstig aufzeichnen.<\/p>\n<p>Bei Fernsehbildern hingegen ben\u00f6tigt man so jedoch ca 142 Millionen Bits pro<br \/>\nSekunde. Das ist auch heute noch eine gro\u00dfe Datenrate und man hat in den<br \/>\n1980gern sogar schon Videorekorder gebaut die so etwas aufzeichnen konnten.<br \/>\nSehr teure Videorekorder. So wirklich praktikabel war das nicht.<\/p>\n<p>Dann kam jedoch eine unerwartete Wendung, die Mikroelektronik. In den 1970ger<br \/>\nJahren begann man Microchips mit immer mehr Bauteilen zu bauen. Das Prinzip<br \/>\nist einfach, w\u00e4hrend man vorher einzelne Bauelemente zu einer gro\u00dfen Schaltung<br \/>\nzusammenf\u00fcgte, konnte man jetzt ein St\u00fcck Silizium nehmen, und es \u00fcber<br \/>\nphotochemische Verfahren dazu bringen, bestimmte Bauteile an bestimmten<br \/>\nStellen zu sein. Zum Beispiel besteht eine Diode aus einem positiv dotierten<br \/>\nund einem negativ dotierten St\u00fcck Silizium. Diese Dotierung ist nichts anderes<br \/>\nals eine leichte Verunreinigung mit anderen Stoffen.<\/p>\n<p>In Microchips verwendet man Silizium das schon leicht vordotiert ist.<br \/>\nJetzt tr\u00e4gt man eine Schicht Photolack auf und belichtet ihn.<br \/>\nNach der Entwicklung kann man ihn an einigen Stellen abl\u00f6sen, w\u00e4hrend er auf anderen Stellen bleibt.<br \/>\nMan hat somit L\u00f6cher im Lack, genau nach dem Muster das man belichtet hat.<br \/>\nDurch diese L\u00f6cher kann man nun eine zus\u00e4tzliche Dotierung in die andere Richtung durchf\u00fchren.<br \/>\nSomit kann man einen Teil des Siliziums positiv dotiert haben, w\u00e4hrend das St\u00fcck daneben<br \/>\nnegativ dotiert ist. Den Lack kann man dann mit anderen Substanzen abwaschen und eine neue Schicht auftragen.<\/p>\n<p>Am Ende tr\u00e4gt man mit diesem Verfahren gut leitende Strukturen, zum<br \/>\nBeispiel aus Aluminium oder Kupfer auf. Diese Verbinden die einzelnen<br \/>\nBauteilstrukturen und verbinden diese zu einer fertigen Schaltung.<\/p>\n<p>Besonders gut kann man so Transistoren und Dioden aufbauen. Kondensatoren und<br \/>\nSpulen sind zwar m\u00f6glich, jedoch relativ aufw\u00e4ndig. Sie brauchen zu viel<br \/>\nPlatz. Platz ist ein Problem, da jedes Staubkorn die Schaltung unbrauchbar<br \/>\nmacht. Je gr\u00f6\u00dfer der Chip, desto wahrscheinlicher ist es, dass ein Staubkorn<br \/>\nbei der Herstellung darauf gelandet ist. Das ist ein Grund warum man versucht<br \/>\ndie Gr\u00f6\u00dfe der Strukturen auf dem Chip immer kleiner zu machen. Dadurch bekommt<br \/>\nman bei gleicher Gr\u00f6\u00dfe, und somit gleichen Kosten, immer mehr Bauteile unter.<br \/>\nDas f\u00fchrte dazu, dass sehr schnelle digitale Computer f\u00fcr wenig Geld<br \/>\nherstellbar waren.<\/p>\n<p>Schnelle Computer bedeuten jetzt, dass diese mit den gro\u00dfen Datenmengen von<br \/>\nVideos umgehen k\u00f6nnen, und darauf sogar recht komplexe Rechenoperationen<br \/>\nausf\u00fchren k\u00f6nnen. Dadurch kann die Datenmenge f\u00fcr Videosignale deutlich<br \/>\nreduziert werden, so weit, dass man sie praktikabel \u00fcbertragen kann.<\/p>\n<p>Solche Verfahren laufen, vereinfacht gesagt, immer nach dem gleichen Prinzip<br \/>\nab. Man versucht aus den schon \u00fcbertragenen Bildinformationen neue<br \/>\nBildinformationen zu raten, und \u00fcbertr\u00e4gt dann nur noch den Fehler. Bei einer<br \/>\nNachrichtensendung ver\u00e4ndern sich zum Beispiel die Bildpunkte des Hintergrunds<br \/>\nnicht, oder nur sehr wenig. Somit muss man sie nicht mehr vollst\u00e4ndig<br \/>\n\u00fcbertragen. Gleichzeitig f\u00fchrt man eine Bewertung des Sch\u00e4tzfehlers durch. Wie<br \/>\nwichtig ist die Information die Information, dass der Bildpunkt #542523 um einen<br \/>\nSchritt heller geworden ist? Wie wichtig sind die \u00c4nderungen der Bildpunkte um<br \/>\nden Mund der Sprecherin? Mit ausgekl\u00fcgelten Verfahren kann man dadurch nur<br \/>\nnoch die wichtigen Informationen \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Inzwischen ist die analoge Nachrichtentechnik fast vollst\u00e4ndig an die R\u00e4nder<br \/>\nder Signalkette verdr\u00e4ngt. Allerdings gibt es noch einige Nischen in denen sie<br \/>\nsich noch h\u00e4lt. Fernmeldesatelliten sind so ein Beispiel. Die empfangen ein<br \/>\nSignal auf einer Frequenz und geben es, verst\u00e4rkt auf einer anderen Frequenz<br \/>\nwieder. Was da genau \u00fcbertragen wird ist egal. Dadurch ist es m\u00f6glich auch<br \/>\nneue \u00dcbertragungsverfahren \u00fcber sie zu nutzen. Satelliten die 1987 hoch<br \/>\ngeschossen wurden, konnten zum Beispiel in den sp\u00e4ten 1990gern digitales Fern<br \/>\nsehen \u00fcbertragen. Und das ohne das da ein Servicetechniker dort oben eine<br \/>\nUmr\u00fcstung durchf\u00fchren m\u00fcsste. Die Anfahrt von fast 39000km w\u00e4re auch wohl zu<br \/>\nteuer.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist Teil des ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2017. Informationen zum Ablauf gibt es hier. Leserinnen und Leser k\u00f6nnen die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen &#8211; Details dazu gibt es hier. Eine \u00dcbersicht \u00fcber alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es hier. 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