{"id":24156,"date":"2017-09-21T07:00:14","date_gmt":"2017-09-21T05:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/09\/21\/skalarwellen-chimaere-oder-doch-ein-faktum\/"},"modified":"2025-05-14T16:35:37","modified_gmt":"2025-05-14T14:35:37","slug":"skalarwellen-chimaere-oder-doch-ein-faktum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/09\/21\/skalarwellen-chimaere-oder-doch-ein-faktum\/","title":{"rendered":"Skalarwellen \u2013 Chim\u00e4re oder doch ein Faktum?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb_klein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb_klein.jpg\" alt=\"sb-wettbewerb_klein\" width=\"150\" height=\"52\" class=\"alignleft size-full wp-image-25403\" \/><\/a><i>Dieser Artikel ist Teil des <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2017\/07\/01\/der-scienceblogs-blog-schreibwettbewerb-2017\/\">ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2017<\/a>. Informationen zum Ablauf <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25399\">gibt es hier<\/a>. Leserinnen und Leser k\u00f6nnen die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen &#8211; Details dazu <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25399\">gibt es hier<\/a>. Eine \u00dcbersicht \u00fcber alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=25387\">hier<\/a>. Informationen zu den Autoren der Wettbewerbsartikel finden sich in den jeweiligen Texten.<\/i><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<\/p>\n<p><b>Skalarwellen \u2013 Chim\u00e4re oder doch ein Faktum?<\/b><\/p>\n<p><i>Ich bin Ingenieur im Ruhestand. Ich habe mich immer f\u00fcr Wissenschaft interessiert und lese seit 35 Jahren Spektrum der Wissenschaft, was ich nur empfehlen kann. Auch versuche ich mich an Experimenten, die meist h\u00f6chst erstaunliche Resultate zeigen. Allerdings eher selten die erwarteten.<\/i><\/p>\n<p>Haben Sie schon einmal von Skalarwellen geh\u00f6rt? Bitte nicht gleich aufh\u00f6ren zu lesen, ich wei\u00df, welchem Verdacht ich mich jetzt aussetze. Jetzt kommt einer dieser Tesla-Fans, der uns von drahtloser Energie\u00fcbertragung erz\u00e4hlen will. Oder noch schlimmer von Konstantin Meyls Neutrinopower. Keine Angst, so schlimm wird es nicht. Es stimmt allerdings, dass ich diesen Artikel nicht geschrieben h\u00e4tte, wenn ich nicht im Jahr 2009 zuf\u00e4llig auf den Infostand von Professor Meyl auf dem Mannheimer Maimarkt gesto\u00dfen w\u00e4re. Seine Experimente blieben mir unverst\u00e4ndlich, ich wusste nicht, worauf er hinaus wollte. Um es kurz zu machen: Meyls Thesen sind inzwischen widerlegt, wie man im Internet an vielen Stellen nachlesen kann. Sp\u00e4testens mit seiner \u201eNeutrinopower\u201c hat er sich endg\u00fcltig ins Abseits man\u00f6vriert. <\/p>\n<p>Dies noch nicht wissend, habe ich sein Buch gekauft und bevor es dann estoterisch wird, berichtet Meyl von einem h\u00f6chst interessanten akademischen Streit gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Die von Heinrich Hertz entdeckt Radiowellen waren eindeutig transversaler Natur, das hei\u00dft sie vollziehen Schwingungen senkrecht zur Ausbreitungsrichtung. Als Beispiel k\u00f6nnen hier Wasserwellen dienen. Womit Hertz sogleich s\u00e4mtliche Wissenschaftler in Europa \u00fcberzeugen konnte, nicht aber Nikola Tesla in den USA. Dieser behauptete, die Wellen seien skalarer Natur, also Longitudenalwellen, die nur in Ausbreitungsrichtung schwingen. Ein Beispiel daf\u00fcr sind Schallwellen. Nun war Tesla ja nicht irgendwer, er hat den Wechselstrom erfunden und unbestreitbar geht eine Vielzahl von n\u00fctzlichen Patenten auf sein Konto. Um den Streit zu schlichten, wurde Lord Kelvin zu Tesla geschickt, die damals f\u00fchrende Kapazit\u00e4t. Sein Res\u00fcmee war, dass beide recht hatten. Dieser Teil der Geschichte stimmt und hat sich so zugetragen. Ja, aber was sind nun Skalarwellen und wie kann man sie messen? Das blieb unbeantwortet.  <\/p>\n<p>Teslas Behauptung, er k\u00f6nne mit Skalarwellen Energie durch die Luft \u00fcbertragen, ist hier besonders hervor zu heben. Hierzu wurde ein riesiger Turm gebaut, der Wardenclyffe-Tower und die Energie\u00fcbertragung habe an Vorg\u00e4ngermodellen auch funktioniert, wie es hei\u00dft. Allerdings wurde der Tower nie fertiggestellt, Teslas Geldgeber zogen sich zur\u00fcck und der Tower wurde am Ende abgerissen. Um dieses Ereignis ranken sich unz\u00e4hlige Ger\u00fcchte, eines davon behauptet, die \u00dcbertragung sei verlustlos m\u00f6glich. Oder gar mit Overunity, die ja heute nie fehlen darf. Soweit ich sehe, hat Tesla weder das eine noch das andere jemals behauptet. Der Erfinder war offenbar deutlich kompetenter als seine Fans.  <\/p>\n<p>Wenn man sich Teslas Patente ansieht, bemerkt man, dass er nicht wie Hertz mit einer Antenne arbeitete, vielmehr tauchen immer wieder Metallkugeln und Flachspulen auf. Es wundert mich sehr, dass dies nirgends erw\u00e4hnt wird, denn nat\u00fcrlich erzeugt man mit unterschiedlichem Equipment  auch unterschiedliche Ph\u00e4nomene.  Teslas Hardware konnte keine Radiowellen erzeugen, das einzige, wozu eine Metallkugel imstande ist, ist der Aufbau eines elektrischen Feldes. Nehmen wir eine geladene Metallkugel, dann umgibt diese ein radiales elektrisches Feld. Damit kann man keine Energie \u00fcbertragen, das ist erst dann m\u00f6glich, wenn man auf die Kugel eine Wechselspannung gibt. Eine Testladung in der N\u00e4he der Kugel wird dann im Takt der Spannung hin und her schwingen. Eine ortsfeste Metallkugel in der N\u00e4he wird anfangen, im Gegentakt zur sendenden Kugel zu schwingen. Auch damit ist Energie\u00fcbertragung durchaus m\u00f6glich. Keine Frage, dass man dieses Feld auch zur Kommunikation nutzen k\u00f6nnte. Ist nun das von einer Kugel ausgehende elektrische Wechselfeld eine Skalarwelle?  Eindeutig ja. Ich verstehe nicht, dass sich alle Beteiligten mit dieser einfachen Erkl\u00e4rung so schwer taten.<\/p>\n<p>Noch ein Detail spricht f\u00fcr die Richtigkeit dieser Annahme: es wird berichtet, dass die K\u00fche bei vorhergehenden \u00dcbertragungsversuchen (vor dem Wardenclyffe-Tower) ziemlich verr\u00fcckt spielten, als der Sender eingeschaltet wurde. Dann aber, als die \u00dcbertragung funktionierte, beruhigten sie sich wieder. Das ist genau das zu erwartende Verhalten, wenn sich die Empf\u00e4ngerkugel erst einschwingen muss. Erst breiten sich die Feldlinien des Senders in alle Richtungen aus, aber wenn der Empf\u00e4nger auf Resonanz ist, konzentrieren sie sich auf diesen. Das Verfahren w\u00e4re nat\u00fcrlich eleganter zu l\u00f6sen, indem man zwei Kugelsegmente passend zueinander ausrichtet. Oder aber mit einer Flachspule. Diese sendet ein gerichtetes axiales Feld aus, allerdings in beide Richtungen. <\/p>\n<p>N\u00e4chste Frage nat\u00fcrlich: ist etwa der Elektrosmog etwa ein rein elektrisches Feld? Gemessen werden in diesem Zusammenhang immer die elektromagnetischen Feldst\u00e4rken, die aber zu keinem eindeutigen Resultat f\u00fchren. Eine EM-Welle kann nicht aufgebaut werden, ohne dass vorher eine elektrische Spannung gleicher Frequenz erzeugt wurde, welche dann ein entsprechendes Feld induziert, sodass beide Ph\u00e4nomene immer gleichzeitig auftreten. Mit dem Unterschied, dass man EM-Felder m\u00fchelos messen kann, rein elektrische Felder hingegen nicht. Da ist schon die Messung eines statischen Feldes sehr aufwendig, ein Ger\u00e4t zu Messung der Wechselfelder habe ich schlichtweg nicht gefunden. Gibt es das? Ich habe dazu ausgiebig das Internet befragt, dabei fand ich, dass W\u00fcnschelruteng\u00e4nger behaupten, sie k\u00f6nnten genau diese Felder muten. Nur leider \u00fcberzeugt das die Wissenschaft nicht letztlich. Man legt hier Wert auf eine Digitalanzeige.<\/p>\n<p>Noch ein Unterschied: EM-Wellen k\u00f6nnen durch eine Blechwand abgeschirmt werden, \u00fcberwiegend sogar durch einen Maschendraht. Das elektrische Feld ist damit nicht aufzuhalten, man muss sich komplett in einen Faradayschen K\u00e4fig setzen, um das abzuschirmen. Das w\u00fcrde die Wirkungslosigkeit vieler Abschirmversuche erkl\u00e4ren. Res\u00fcmee also: man m\u00fcsste erst einmal die Gef\u00e4hrlichkeit der Felder absch\u00e4tzen, bevor man mit \u00dcbertragungsversuchen beginnt. Die einzige bisher bekannte Testperson gibt erstmal Anlass zur Entwarnung. Nikola Tesla wurde immerhin fast 87 Jahre alt.<\/p>\n<p>Das Thema h\u00e4tte ja Potential: eine drahtlose Energie\u00fcbertragung w\u00e4re h\u00f6chst w\u00fcnschenswert. Heutige Systeme schaffen nur kurze Distanzen und das bei hohen Verlusten. Eigentlich k\u00f6nnte man darauf die gesamte Kommunikation aufbauen und das vielleicht mit geringerem Energieaufwand als heute. Und last not least: vielleicht senden fremde Zivilisationen rein elektrisch, wir aber horchen nicht. Das w\u00e4re fatal.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist Teil des ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2017. Informationen zum Ablauf gibt es hier. Leserinnen und Leser k\u00f6nnen die Artikel bewerten und bei der Abstimmung einen Preis gewinnen &#8211; Details dazu gibt es hier. Eine \u00dcbersicht \u00fcber alle am Bewerb teilnehmenden Artikel gibt es hier. 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