{"id":23623,"date":"2017-05-12T06:00:39","date_gmt":"2017-05-12T04:00:39","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/05\/12\/sternengeschichten-folge-233-weisst-du-wie-viel-sternlein-stehen\/"},"modified":"2025-05-14T16:30:14","modified_gmt":"2025-05-14T14:30:14","slug":"sternengeschichten-folge-233-weisst-du-wie-viel-sternlein-stehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2017\/05\/12\/sternengeschichten-folge-233-weisst-du-wie-viel-sternlein-stehen\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 233: Wei\u00dft du, wie viel Sternlein stehen?"},"content":{"rendered":"<p><i>&#8222;Wei\u00dft du, wie viel Sternlein stehen?&#8220;<\/i> fragt das alte Kinderlied. Die Antwort dort lautet: <i>&#8222;Gott der Herr hat sie gez\u00e4hlet&#8220;<\/i>. Nun, das mag stimmen oder nicht &#8211; auf jeden Fall hat er es nicht f\u00fcr n\u00f6tig befunden uns \u00fcber das Ergebnis zu informieren. Wie viel &#8222;Sternlein stehen&#8220; wissen wir aber trotzdem &#8211; und nicht dank &#8222;Gott dem Herrn&#8220; sondern aufgrund der Arbeit der amerikanischen Astronomin Dorrit Hoffleit!<\/p>\n<p>Und wie immer gibt es weiter unten eine Transkription des Podcasts.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-12938\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Folge k\u00f6nnt ihr euch hier direkt als <a href=\"https:\/\/youtu.be\/uHUCIlFZyj4\">YouTube-Video<\/a> ansehen oder <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podspot.de\/files\/233-SternengeschichtenFolge233.mp3\">direkt runterladen<\/a>. <\/p>\n<p>Den Podcast k\u00f6nnt ihr unter <\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten\">https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten<\/a><\/center><\/p>\n<p>abonnieren beziehungsweise auch bei <a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a> via Torrent beziehen.<\/p>\n<p>Am einfachsten ist es, wenn ihr euch <a href=\"https:\/\/play.google.com\/store\/apps\/details?id=de.danoeh.antennapodsp.sternengeschichten\">die &#8222;Sternengeschichten-App&#8220; f\u00fcrs Handy<\/a> runterladet und den Podcast damit anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Sternengeschichten gibts nat\u00fcrlich auch bei iTunes (wo ich mich immer \u00fcber Rezensionen und Bewertungen freue) und alle Infos und Links zu den vergangenen Folgen findet ihr unter <a href=\"https:\/\/www.sternengeschichten.org\">https:\/\/www.sternengeschichten.org<\/a>.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich gibt es die Sternengeschichten auch <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">bei Facebook<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">bei Twitter<\/a>.<\/p>\n<p><center><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/uHUCIlFZyj4?showinfo=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<\/center><\/p>\n<p><b>Transkription<\/b><\/p>\n<p>Sternengeschichten Folge 233: Wei\u00dft du, wie viel Sternlein stehen?<\/p>\n<p>&#8222;Wei\u00dft du, wie viel Sternlein stehen?&#8220; Die Frage aus dem alten Kinderlied hat sich sicherlich schon jeder ein Mal gestellt. Was die Antwort angeht ist das Lied dann aber eher wenig hilfreich: <i>&#8222;Gott der Herr hat sie gez\u00e4hlet&#8220;<\/i>, hei\u00dft es da nur. Nun, selbst wenn irgendein Gott die Sterne tats\u00e4chlich gez\u00e4hlt hat, hat er es nicht f\u00fcr n\u00f6tig befunden, uns \u00fcber sein Ergebnis zu informieren. Es bleibt wieder einmal der Wissenschaft \u00fcberlassen, eine vern\u00fcnftige Antwort auf diese Frage zu finden. Wie viele Sterne stehen also?<\/p>\n<p>Da gibt es verschiedene Antworten, je nachdem wie w\u00f6rtlich man die Frage interpretieren m\u00f6chte. Nimmt man es ganz genau, dann lautet die Antwort n\u00e4mlich: Null. <i>Stehen<\/i> tun die Sterne n\u00e4mlich \u00fcberhaupt nicht. Jeder Stern bewegt sich st\u00e4ndig. Einerseits scheinbar, weil die Erde sich um ihre Achse dreht. Andererseits auch tats\u00e4chlich, weil die Sterne sich ja auch selbst durch den Kosmos bewegen. Aber wir wollen jetzt nicht unbedingt einen wissenschaftlich exakten Anspruch an die Lyrik eines Kinderliedes stellen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_24573\" aria-describedby=\"caption-attachment-24573\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sternlein.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sternlein.jpg\" alt=\"Bild: Wilhelm Hey: Noch f\u00fcnfzig Fabeln f\u00fcr Kinder : nebst einem ernsthaften Anhange (Ausgabe Gotha 1852, Anhang S. 18, S. 19), gemeinfrei\" width=\"500\" height=\"280\" class=\"size-medium wp-image-24573\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-24573\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Wei%C3%9Ft_du,_wie_viel_Sterne_stehen.jpg\">Bild: Wilhelm Hey: Noch f\u00fcnfzig Fabeln f\u00fcr Kinder : nebst einem ernsthaften Anhange (Ausgabe Gotha 1852, Anhang S. 18, S. 19), gemeinfrei<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Gehen wir also davon aus, dass in der Frage tats\u00e4chlich die Anzahl der Sterne am Himmel gesucht wird. Selbst dann ist es aber noch nicht ganz klar, wie es gemeint ist. Geht es um die Sterne, die wir von einem bestimmten Ort aus mit freiem Auge und ohne Hilfsmittel sehen k\u00f6nnen? Oder um <i>alle<\/i> Sterne die man im Universum prinzipiell sehen k\u00f6nnte?<\/p>\n<p>Der Text des Liedes wurde 1837 vom evangelischen Pfarrer Wilhelm Hey aus dem th\u00fcringischen Leina verfasst. Teleskope gab es da nat\u00fcrlich schon lange. Aber gehen wir trotzdem mal davon aus, dass er nicht an eine wissenschaftlichen Himmelsdurchmusterung interessiert war: Wie viele Sterne kann man dann mit freiem Auge wirklich sehen?<\/p>\n<p>Das kommt darauf an. Je schw\u00e4cher ein Stern leuchtet, desto schlechter ist er logischerweise zu sehen. In Folge 28 der Sternengeschichten habe ich schon erkl\u00e4rt, wie Astronomen die Helligkeit von Himmelsobjekten messen. Sie verwenden daf\u00fcr die Einheit &#8222;Magnitude&#8220; oder &#8222;Gr\u00f6\u00dfenklasse&#8220;. Dabei gilt: Je kleiner die Magnitude, desto gr\u00f6\u00dfer die Helligkeit. Dieser seltsame Zusammenhang hat historische Gr\u00fcnde, genau wie die Tatsache dass die Magnituden keine lineare Beziehung abbilden. Ein Stern der Gr\u00f6\u00dfenklasse 5 leuchtet beispielsweise nicht 5 Mal schw\u00e4cher als ein Stern der Gr\u00f6\u00dfenklasse 1, sondern hundert Mal schw\u00e4cher. Das hellste Objekt an unserem Himmel ist logischerweise die Sonne; sie hat eine Magnitude von -26,73. Das ist 1000 Milliarden mal mehr Licht als unser Auge von Sternen der 6. Gr\u00f6\u00dfenklasse registriert. Und in der N\u00e4he der 6. Magnitude liegt auch ungef\u00e4hr die Grenze dessen, was wir ohne Hilfsmittel noch wahrnehmen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p>Der genaue Wert ist nicht eindeutig bestimmbar. Das h\u00e4ngt zum Beispiel davon ab, wie gut das eigene Auge funktioniert. Kinder haben gr\u00f6\u00dfere Pupillen und k\u00f6nnen deswegen auch mehr Licht registrieren als Erwachsene. Im Alter degeneriert das Auge generell; die Linse wird tr\u00fcber, die Pupille kleiner und man sieht schlechter. Schlecht sieht man auch, wenn man m\u00fcde ist, wenn man viel Alkohol getrunken hat, wenn man nicht an die Dunkelheit adaptiert ist, und so weiter. Ein Kind mit guten Augen kann am Himmel als viel mehr Sterne sehen als ein m\u00fcder, besoffener Erwachsener&#8230;<\/p>\n<p>Irgendwo zwischen 6. und 6,8 Magnituden liegt die Grenze dessen, was wir sehen k\u00f6nnen. Wenn wir von einem Wert von 6,5 Magnituden ausgehen, dann reicht ein Blick in einen Sternenkatalog um eine erste Antwort auf die Frage zu finden. Im Yale Katalog der hellen Sterne finden sich genau 9096 Sterne die heller als 6,5 Magnituden leuchten. Und gez\u00e4hlt hat die nicht &#8222;Gott der Herr&#8220;, sondern die amerikanische Astronomin <i>Dorrit Hoffleit<\/i>, die vor allem auch so nett war, ihr Ergebnis mit dem Rest der Welt zu teilen! Die Expertin f\u00fcr ver\u00e4nderliche Sterne und Astrometrie wurde 1907 geboren und sah im Alter von 12 Jahren den Perseiden-Sternschnuppenschauer. Das faszinierte sie so sehr, dass sie Astronomin werden wollte. Nach einem Mathematikstudium suchte sie am Observatorium des Harvard College nach ver\u00e4nderlichen Sternen und wurde 1948, nach Abschluss ihrer Doktorarbeit in Astronomie dort auch als Astronomin angestellt. 1956 wechselte sie nach Yale, wo sie auch den &#8222;Bright Star Catalogue&#8220; zusammenstellte, der alle Sterne auflistet, die man mit freiem Auge von der Erde aus sehen kann. <\/p>\n<figure id=\"attachment_16966\" aria-describedby=\"caption-attachment-16966\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1280px-Van_Gogh_-_Starry_Night_-_Google_Art_Project.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1280px-Van_Gogh_-_Starry_Night_-_Google_Art_Project.jpg\" alt=\"Bei solchen dicken Sternen f\u00e4llt das z\u00e4hlen leicht... Bild: Public Domain\" width=\"500\" height=\"396\" class=\"size-medium wp-image-16966\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-16966\" class=\"wp-caption-text\">Bei solchen dicken Sternen f\u00e4llt das z\u00e4hlen leicht&#8230; <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Van_Gogh_-_Starry_Night_-_Google_Art_Project.jpg\">Bild: Public Domain<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber wir k\u00f6nnen nie den gesamten Himmel sehen! Einerseits stehen da im Allgemeinen immer irgendwelche Berge, B\u00e4ume oder Geb\u00e4ude herum und verstellen uns den Blick. Andererseits ist ja auch immer die H\u00e4lfte des Himmels verborgen, weil er unter unseren F\u00fc\u00dfen liegt. Wenn wir von einem perfekten Beobachtungsort ausgehen, der \u00fcberall einen komplett freien Blick bis zum Horizont bietet &#8211; zum Beispiel auf einem Schiff am windstillen Ozean &#8211; dann k\u00f6nnen wir dort also knapp 4500 Sterne mit freiem Auge sehen. Das gilt allerdings nur f\u00fcr einen bestimmten Zeitpunkt beziehungsweise Beobachtungsort. St\u00fcnden wir am Nordpol (wo dank Klimawandel immerhin kaum noch Eisberge den Blick verstellen), dann w\u00fcrden wir immer nur die n\u00f6rdliche H\u00e4lfte des Himmels sehen; am S\u00fcdpol ist es genau so nur umgekehrt. Dazwischen kommt es auf die Jahreszeit an, welche Sterne gerade sichtbar sind. Manche Sterne kann man nur im Winter sehen; manche nur im Sommer &#8211; je nachdem wie die Erde bei ihrem Lauf um die Sonne gerade geneigt ist. Von mittleren Breitengraden wie hier bei uns in Europa kann man so im Laufe eines Jahres etwa 6800 Sterne sehen.<\/p>\n<p>Aber dann auch wieder nicht. Denn von Mitteleuropa aus kann man eigentlich fast gar keine Sterne mehr sehen. Das Licht der St\u00e4dte \u00fcberstrahlt das Licht der Sterne und macht den Himmel k\u00fcnstlich hell. Jetzt hat Wilhelm Hey zwar in seinem Text sogar geschrieben: &#8222;Wei\u00dft du, wie viel Sternlein stehen an dem <i>blauen<\/i> Himmelszelt?&#8220;. Es ist aber eher unwahrscheinlich, dass er damit auf das zunehmende Problem der Lichtverschmutzung (\u00fcber das ich schon in Folge 32 der Sternengeschichten gesprochen habe) hinweisen wollte. Dann h\u00e4tte er auch eher von einem &#8222;orangen&#8220; oder &#8222;gelb-gr\u00e4ulichen&#8220; Himmel sprechen m\u00fcssen. &#8222;Blau&#8220; weist eher auf die Morgen- oder Abendd\u00e4mmerung hin, was allerdings auch kein guter Zeitpunkt ist, um m\u00f6glichst viele Sterne zu beobachten. Will man auch die allerschw\u00e4chsten Sterne sehen, muss es stockfinster sein; die Sonne muss schon lange untergegangen sein, weit unter dem Horizont stehen und noch lange nicht aufgehen. Das ist nicht immer der Fall. Im hohen Norden (bzw. im tiefen S\u00fcden) gibt es Tage an denen die Sonne gar nicht untergeht und auch in gem\u00e4\u00dfigteren Breiten kann die Sonne im Sommer nur kurz unter dem Horizont verschwinden. Die Nacht wird dann nicht dunkel genug, um tats\u00e4chlich alle Sterne sehen zu k\u00f6nnen die man theoretisch sehen kann. <\/p>\n<p>Man braucht also einen Ort, der sich weitab von jeglicher Zivilisation befindet. Der Ort muss einen freien Blick auf den Horizont bieten. Und er darf nicht zu weit n\u00f6rdlich oder s\u00fcdlich liegen um eine ausreichend dunkle Nacht bieten zu k\u00f6nnen. Das ist kaum noch irgendwo der Fall &#8211; und dort wo es solche Bedingungen gibt, haben die Astronomen im Allgemeinen schon ihre Teleskope aufgestellt. In der chilenischen W\u00fcste zum Beispiel oder in den Hochebenen von S\u00fcdafrika. Von den europ\u00e4ischen St\u00e4dten aus sieht man kaum noch Sterne. Und die paar die man sieht kann man normalerweise auch problemlos z\u00e4hlen, ganz ohne ein Gott oder eine professionelle Astronomin zu sein. Nimmt man die Sterne bis zur Magnitude 2 &#8211; das entspricht ungef\u00e4hr der Helligkeit der Sterne im gro\u00dfen Wagen und auch ungef\u00e4hr der Grenzhelligkeit von Sternen die man aus stark besiedelten Gebieten sehen kann &#8211; dann gibt es davon 70. Am ganzen Himmel; von einem bestimmten Ort aus sind es dann wieder nur die H\u00e4lfte. In dem Fall w\u00fcrde die Antwort auf die Frage aus dem Kinderlied also lauten: 35.<\/p>\n<figure id=\"attachment_24572\" aria-describedby=\"caption-attachment-24572\" style=\"width: 245px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Dorrit-hoffleit.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Dorrit-hoffleit.jpg\" alt=\"Dorrit Hoffleit (Bild: State of Connecticut, gemeinfrei)\" width=\"245\" height=\"338\" class=\"size-full wp-image-24572\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-24572\" class=\"wp-caption-text\">Dorrit Hoffleit (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Dorrit-hoffleit.JPG\">Bild: State of Connecticut, gemeinfrei<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das ist ein wenig niederschmetternd. Aber zum Gl\u00fcck haben die Astronomen ja ihre Teleskope. Schon mit einem kleinen Hobbyteleskop kann man Sterne bis zur 15. Magnitude sehen. Da braucht man dann auch f\u00fcr das Z\u00e4hlen eine ganze Weile; von denen gibt es ungef\u00e4hr 380 Millionen am Himmel. Mit den besten Teleskopen die wir derzeit haben, k\u00f6nnen wir Sterne bis zur 31. Magnitude sehen und wie viele es davon gibt, hat noch niemand gez\u00e4hlt. Der lange Zeit umfangreichste Sternkatalog, der Tycho-2-Katalog mit den Ergebnissen des 1989 ins All geschossenen Hipparcos-Satelliten, enth\u00e4lt 2.539.913 Eintr\u00e4ge. Der Katalog den die Raumsonde GAIA erstellen wird, wird am Ende \u00fcber eine Milliarde Eintr\u00e4ge enthalten. Das ist aber immer noch nur ein winziger Bruchteil all der Sterne die es in unserer Milchstra\u00dfengalaxie gibt. Deren Zahl kann man nur absch\u00e4tzen. 100 bis 300 Milliarden k\u00f6nnten es sein, je nachdem mit welchen Methoden man die Absch\u00e4tzung durchf\u00fchrt. Es gibt aber nicht nur unsere Galaxie; das Universum ist voll mit anderen aus jeder Menge Sterne bestehenden Galaxien; bis zu einer Billiarde k\u00f6nnen es sein. Jede davon enth\u00e4lt auch um die 100 Milliarden Sterne. Rechnet man das alles zusammen, gibt es da drau\u00dfen ein paar hundert Quadrillionen Sterne.<\/p>\n<p>Man kann sich die Antwort auf die Frage aus dem Kinderlied also aussuchen. Von 35 Sternen bis 100 Quadrillionen ist alles drin. Aber das was man z\u00e4hlen kann, <i>haben<\/i> wir gez\u00e4hlt. Dorrit Hoffleit sei Dank! \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/ef47fafec2b34925a048391fe75f87b3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wei\u00dft du, wie viel Sternlein stehen?&#8220; fragt das alte Kinderlied. Die Antwort dort lautet: &#8222;Gott der Herr hat sie gez\u00e4hlet&#8220;. 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