{"id":23354,"date":"2016-12-20T07:04:42","date_gmt":"2016-12-20T06:04:42","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/12\/20\/mehr-lauftraining-oder-weniger-was-tun-wenn-nichts-mehr-geht-running-research-denken-beim-laufen-folge-16\/"},"modified":"2025-05-14T16:28:35","modified_gmt":"2025-05-14T14:28:35","slug":"mehr-lauftraining-oder-weniger-was-tun-wenn-nichts-mehr-geht-running-research-denken-beim-laufen-folge-16","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/12\/20\/mehr-lauftraining-oder-weniger-was-tun-wenn-nichts-mehr-geht-running-research-denken-beim-laufen-folge-16\/","title":{"rendered":"Mehr Lauftraining oder weniger: Was tun wenn nichts mehr geht? (Running Research &#8211; Denken beim Laufen Folge 16)"},"content":{"rendered":"<p><i>Dieser Artikel ist Teil der blog\u00fcbergreifenden Serie &#8222;Running Research &#8211; Denken beim Laufen&#8220;, bei der es um die Verbindung von Laufen und Wissenschaft geht. Alle Artikel der Serie findet ihr <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/running-research-denken-beim-laufen\/\">auf dieser \u00dcbersichtseite<\/a><\/i><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>Es ist Sonntag Morgen. Und ich mache mich bereit, ein wenig zu laufen. Nichts neues, das mache ich seit mehr als zwei Jahren sehr regelm\u00e4\u00dfig. Neu ist allerdings, das mir das jetzt deutlich schwerer f\u00e4llt. Schon auf den ersten Metern sp\u00fcre ich wie schwer meine Beine sind und das ich mich richtig anstrengen muss. Normalerweise w\u00fcrde ich jetzt wie sonst auch immer in die Jenaer Kernberge hoch laufen aber ich wei\u00df genau, dass ich die Berge nicht schaffen werde. Aber es ist Sonntag, also kann ich auch mal entlang der Stra\u00dfe laufen. Los geht es also nach Jena-Nord und das malerische Gewerbegebiet. Wie gesagt: Es ist anstrengend. Nach 2,5 Kilometer versp\u00fcre ich schon den Wunsch, anzuhalten und ein wenig Pause zu machen. Das war fr\u00fcher h\u00f6chstens dann der Fall, wenn ich sehr lange bergauf gelaufen bin oder irgendwann gegen Ende eines Marathonlaufs. Aber heute schaffe ich nichtmal auf so einer kurzen Distanz die Geschwindigkeit, die ich sonst w\u00e4hrend eines Marathons problemlos laufen kann. Irgendwie geht gerade gar nichts.<\/p>\n<figure id=\"attachment_23851\" aria-describedby=\"caption-attachment-23851\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/712px-_Avoid_fatigue_-_Eat_a_lunch_that_packs_a_punch__-_NARA_-_513896.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/712px-_Avoid_fatigue_-_Eat_a_lunch_that_packs_a_punch__-_NARA_-_513896.jpg\" alt=\"Liegt es am Essen? (Bild: NARA, Public Domain)\" width=\"500\" height=\"719\" class=\"size-medium wp-image-23851\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-23851\" class=\"wp-caption-text\">Liegt es am Essen? (Bild: NARA, Public Domain)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sowas kommt vor. Auch in der Wissenschaft: Die Forschung ist ein kreativer Prozess und man kann nicht immer und zu jeder Zeit erfolgreich nachdenken. Manchmal geht man Tag f\u00fcr Tag in die Universit\u00e4t ohne einen brauchbaren Gedanken zu haben. Nobelpreistr\u00e4ger Richard Feynman hat einmal gesagt, dass er in solchen Phasen besonders gl\u00fccklich \u00fcber seine Lehrverpflichtung war, denn anstatt zu forschen konnte er sich in solchen &#8222;schwierigen&#8220; Phasen einfach mit der Lehre auseinandersetzen und hatte trotzdem das Gef\u00fchl, er w\u00fcrde etwas sinnvolles tun (was er ja auch tat, Lehre <i>ist<\/i> h\u00f6chst sinnvoll!).<\/p>\n<p>Beim Sport ist es irgendwie frustrierender. Ich laufe jetzt seit bald drei Jahren regelm\u00e4\u00dfig und habe so etwas noch nie erlebt. Ich arbeite mich heute auf einer v\u00f6llig ebenen Strecke vorw\u00e4rts; z\u00e4hle die Kilometer die mir noch fehlen bis ich nach 10km endlich wieder zuhause ankomme und bin w\u00e4hrenddessen so langsam unterwegs wie nie zuvor auf einer 10km-Runde. Und heute ist nicht der erste Tag, an dem das so ist. Das geht schon ein paar Wochen so. Als ich Anfang Oktober beim 3-L\u00e4nder-Marathon am Bodensee gelaufen bin, war alles noch mehr oder weniger ok. Ich hab den Marathon in einer Zeit von 3h35 geschafft, was zwar sieben Minuten \u00fcber meiner Bestzeit liegt, aber angesichts der Tatsache, dass ich nicht gezielt f\u00fcr diesen Marathon trainiert habe durchaus ok war. Ich war zufrieden mit meiner Leistung und optimistisch, und habe Pl\u00e4ne f\u00fcr den Rest des Laufjahrs gemacht.<\/p>\n<p>Aber unmittelbar nach dem Marathon hat mich eine fiese Erk\u00e4ltung erwischt (dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Open-Window-Ph%C3%A4nomen\">Open-Window-Effekt<\/a> sei dank) und ich bin eine Woche lang gar nicht mehr gelaufen. Danach fing die intensive Phase der <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2016\/09\/07\/bierstern-ich-dich-gruesse-battle-royal-das-herbstprogramm-der-science-busters\/\">Herbstour der Science-Busters<\/a> an, was einem regelm\u00e4\u00dfigen Training auch nicht unbedingt gut tut. W\u00e4hrend so einer Tour verbringt man den Tag entweder damit, von A nach B zu reisen und kann nicht laufen. Oder man steht bis sp\u00e4t Nachts auf der B\u00fchne und hat nur fr\u00fch morgens am n\u00e4chsten Tag Zeit f\u00fcr ein paar unausgeschlafene Laufkilometer. <\/p>\n<p>Wo ich im Sommer noch 70 bis 90 Kilometer pro Woche gelaufen bin, waren es im November und Dezember nur noch 40 bis 60 Kilometer. Und dabei auch immer deutlich langsamer als zuvor. Ich hatte fr\u00fcher auch immer wieder mal Phasen, in denen ich aus verschiedensten Gr\u00fcnden nicht so viel trainieren konnte wie ich das normalerweise tue. Aber sobald ich wieder Zeit f\u00fcr mehr L\u00e4ufe hatte, hatte ich auch schnell meine alte Form wieder. Davon bin ich heute weit entfernt. Wo ich am Anfang noch mit einer Pace von 5:30 min\/km unterwegs war, laufe ich auf den letzten Kilometern knapp unter 6 min\/km vor mich hin. Normalerweise schaffe ich die 10 Kilometer im Trainingsmodus mit einer Pace von um die 4:30 min\/km; einen Marathon kann ich um die 5min\/km laufen (und hab es schon mehrmals schneller geschafft). Aber dieses Tempo ist derzeit komplett au\u00dferhalb meiner Reichweite.<\/p>\n<p>In der Wissenschaft habe ich solche Phasen in denen nichts mehr geht auch \u00f6fter erlebt. Aber fr\u00fcher oder sp\u00e4ter war es immer so, dass ein neuer Gedanke auftaucht, der die Forschungsarbeit wieder vorw\u00e4rts treibt. So ein Gedanke fehlt mir jetzt. Seit ein paar Wochen komme ich beim Laufen nicht mehr voran und ich wei\u00df nicht, woran es liegt. Ja, ich bin zur Zeit ein wenig gestresster als sonst; ich schlafe nicht so viel wie sonst und mir fehlt dank der Science-Busters-Tour ein geregelter Rhythmus. Aber das war auch fr\u00fcher schon so und wenn ich fr\u00fcher gemerkt habe, dass ich nicht mehr so fit und nicht mehr so schnell laufen kann, haben ein paar Tage Ruhe gereicht. Jetzt habe ich das Gef\u00fchl, nach jedem Ruhetag wird es schlimmer als zuvor.<br \/>\nFr\u00fcher bin ich so gut wie jede Woche mindestens einmal eine Strecke zwischen 30 und 35 Kilometern gelaufen. In den letzten Wochen hat das auch nicht mehr so geklappt; zuerst aus Krankheits\/Zeitgr\u00fcnden und jetzt, weil ich es vermutlich gar nicht mehr so weit schaffen w\u00fcrde. Vor drei Wochen habe ich einen 30-Kilometer-Lauf in Graz geschafft, aber in den letzten beiden Wochen nur jeweils 20 Kilometer bei den &#8222;langen&#8220; L\u00e4ufen absolviert.<br \/>\nVor dem Herbst habe ich an den meisten Tagen abends auch noch immer 30 bis 60 Minuten Training auf dem Heimtrainer eingelegt und bin beim Fernschauen ein wenig vor mich hin geradelt &#8211; etwas, zu dem mir in den letzten Monaten auch die Zeit gefehlt hat. Aber auch das war fr\u00fcher schon so; die Phasen in denen ich Zeit hatte, regelm\u00e4\u00dfig auf dem Rad zu strampeln kamen und gingen&#8230;<\/p>\n<p>Ich bin tats\u00e4chlich langsam ein klein wenig frustriert. Laufen macht mir gro\u00dfen Spa\u00df und ich habe diesen Sport mit Begeisterung betrieben; meine Urlaube und Reisen anhand sch\u00f6ner Laufstrecken geplant; mich auf lange L\u00e4ufe gefreut&#8230; und jetzt ist schon eine 10-Kilometer-Runde anstrengend, die ich noch vor ein paar Wochen nur dann gelaufen, wenn ich einen Tag mit nicht allzu viel Aktivit\u00e4t einlegen wollte.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass ich viele begeisterte L\u00e4uferinnen und L\u00e4ufer in meiner Leserschaft habe. Vielleicht habt ihr so etwas ja auch schon mal erlebt? Vielleicht habt ihr eine Ahnung, was der Grund daf\u00fcr sein k\u00f6nnte? \u00dcbertraining? Aber das kann eigentlich nicht sein, denn ich habe ja in den letzten Wochen nicht mehr, sondern weniger trainiert. Oder ist das der Grund? Muss ich mich wieder auf einem niedrigeren Leistungsniveau einrichten und langsam in meine alte Form zur\u00fccktrainieren? Aber warum hat ein wenig Pause bzw. eine Phase verringerter Aktivit\u00e4t auf einmal so eine leistungsdr\u00fcckende Wirkung, wo ich solche Probleme in der Vergangenheit nie gehabt habe? Werde ich etwa pl\u00f6tzlich alt? \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Wie gesagt: Ich w\u00e4re f\u00fcr Hinweise und eigene Erfahrungsberichte dankbar (und wer mehr \u00fcber meine Trainingsl\u00e4ufe erfahren will, <a href=\"https:\/\/www.strava.com\/athletes\/7614052\">kann mir gerne bei Strava folgen<\/a>). Immerhin steht ja 2017 vor der T\u00fcr und ich h\u00e4tte da schon noch ein paar Ambitionen und nette Wettbewerbe, an denen ich teilnehmen m\u00f6chte&#8230;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rrlaufen1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/rrlaufen1.jpg\" alt=\"rrlaufen1\" width=\"500\" height=\"272\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-23852\" \/><\/a><\/p>\n<p> \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/aa08edc768ce4273b0b5b9d6eb84af68\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Artikel ist Teil der blog\u00fcbergreifenden Serie &#8222;Running Research &#8211; Denken beim Laufen&#8220;, bei der es um die Verbindung von Laufen und Wissenschaft geht. 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