{"id":23348,"date":"2016-12-23T07:01:51","date_gmt":"2016-12-23T06:01:51","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/12\/23\/sternengeschichten-folge-213-zeitreisen-in-die-zukunft\/"},"modified":"2025-05-14T16:28:33","modified_gmt":"2025-05-14T14:28:33","slug":"sternengeschichten-folge-213-zeitreisen-in-die-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/12\/23\/sternengeschichten-folge-213-zeitreisen-in-die-zukunft\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 213: Zeitreisen in die Zukunft"},"content":{"rendered":"<p>Was die Zukunft wohl bringt? Um das herauszufinden m\u00fcssen wir abwarten. Und selbst dann werden wir nie erleben k\u00f6nnen, wie die Welt in ein paar Jahrhunderten oder Jahrtausenden aussieht. Es sei denn, wir k\u00f6nnten per Zeitmaschine in die Zukunft reisen. In der Science-Fiction passiert das st\u00e4ndig. In der Realit\u00e4t ist es schwieriger. Aber Zeitreisen in die Zukunft sind m\u00f6glich. Wie man so etwas macht, erkl\u00e4rt die neue Folge der Sternengeschichten.<\/p>\n<p>Und wie immer gibt es weiter unten eine Transkription des Podcasts.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-12938\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Folge k\u00f6nnt ihr euch hier direkt als <a href=\"https:\/\/youtu.be\/eRTzTQ-9F-A\">YouTube-Video<\/a> ansehen oder <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podspot.de\/files\/213-SternengeschichtenFolge213.mp3\">direkt runterladen<\/a>. <\/p>\n<p>Den Podcast k\u00f6nnt ihr unter <\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten\">https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten<\/a><\/center><\/p>\n<p>abonnieren beziehungsweise auch bei <a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a> via Torrent beziehen.<\/p>\n<p>Am einfachsten ist es, wenn ihr euch <a href=\"https:\/\/play.google.com\/store\/apps\/details?id=de.danoeh.antennapodsp.sternengeschichten\">die &#8222;Sternengeschichten-App&#8220; f\u00fcrs Handy<\/a> runterladet und den Podcast damit anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Sternengeschichten gibts nat\u00fcrlich auch bei iTunes (wo ich mich immer \u00fcber Rezensionen und Bewertungen freue) und alle Infos und Links zu den vergangenen Folgen findet ihr unter <a href=\"https:\/\/www.sternengeschichten.org\">https:\/\/www.sternengeschichten.org<\/a>.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich gibt es die Sternengeschichten auch <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">bei Facebook<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">bei Twitter<\/a>.<\/p>\n<p><center><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/eRTzTQ-9F-A?showinfo=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<\/center><\/p>\n<p><b>Transkription<\/b><\/p>\n<p>Sternengeschichten Folge 213: Zeitreisen in die Zukunft<\/p>\n<p>Eine Reise durch die Zeit. Zur\u00fcck in die Vergangenheit oder in die ferne Zukunft. Das ist ein alter Traum der Menschheit und ein Traum, der in zahllosen Science-Fiction-B\u00fcchern und Filmen ausgelebt wird. Aber Zeitreisen sind auch ein Thema, das man aus wissenschaftlicher Sicht betrachten kann. Denn die modernen Theorien der Physik haben einiges zu diesem Thema zu sagen. Unter anderem, dass eine Reise durch die Zeit tats\u00e4chlich m\u00f6glich sein kann!<\/p>\n<p>Man muss hier allerdings aufpassen, dass man Wissenschaft und Science-Fiction nicht durcheinander bringt. Und vor allem muss man vorerst zwischen Reisen in die Zukunft und Reisen in die Vergangenheit trennen. Eine Reise in die Zukunft erscheint n\u00e4mlich sehr viel realistischer als eine Reise in die Vergangenheit. Eine Reise in die Zukunft k\u00f6nnte man in gewisser Weise auch simulieren, ganz ohne Zeitmaschine. Die Zeit vergeht ja ganz von selbst und wir gehen mit ihr von der Gegenwart in die Zukunft. Dass wir nicht das Gef\u00fchl haben, eine echte Zeitreise zu machen liegt nur daran, dass unser Bewusstsein die ganze Zeit \u00fcber aktiv ist. Wenn wir es f\u00fcr einen l\u00e4ngeren Zeitraum irgendwie anhalten k\u00f6nnten, dann w\u00e4re das anders.<\/p>\n<p>In vielen Science-Fiction-Filmen wird f\u00fcr so etwas die Kryotechnik eingesetzt: Menschen lassen sich &#8222;einfrieren&#8220; und wenn sie Tage, Jahre oder Jahrhunderte sp\u00e4ter wieder aufgetaut werden und aufwachen, ist f\u00fcr sie selbst keine bewusste Zeit vergangen; f\u00fcr den Rest der Welt allerdings schon. Wer in der Gegenwart schlafen geht und 100 Jahre sp\u00e4ter wieder aufwacht kann von sich durchaus mit gewissem Recht behaupten, eine Zeitreise gemacht zu haben. Man k\u00f6nnte sich auch vorstellen, dass man das Bewusstsein eines Menschen vom K\u00f6rper trennt und in einem Computer speichert. Dann kann man auf das Einfrieren verzichten und stattdessen einfach das Programm pausieren lassen. <\/p>\n<figure id=\"attachment_12733\" aria-describedby=\"caption-attachment-12733\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_2669.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/IMG_2669.jpg\" alt=\"Ne Tardis w\u00e4re praktisch...\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"size-medium wp-image-12733\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-12733\" class=\"wp-caption-text\">Ne Tardis w\u00e4re praktisch&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Aber das ist &#8211; wie gesagt &#8211; Science-Fiction. Die Technik um Menschen ohne Schaden einzufrieren und weit in der Zukunft ebenso ohne Schaden wieder aufzutauen existiert nicht und es ist zweifelhaft, ob sie je existieren wird. Und noch viel zweifelhafter ist es, ob sich das menschliche Bewusstsein 1:1 in ein Computerprogramm \u00fcbertragen l\u00e4sst. Die moderne Physik hat aber noch mehr zu bieten. Zust\u00e4ndig f\u00fcr Zeitreisen ist hier vor allem die Relativit\u00e4tstheorie von Albert Einstein.<\/p>\n<p>In seiner speziellen Relativit\u00e4tstheorie aus dem Jahr 1905 hat Einstein gezeigt, dass weder der Raum noch die Zeit absolut sind. Beide sind untrennbar miteinander verbunden; die Bewegung durch den Raum kann nicht unabh\u00e4ngig von der Bewegung durch die Zeit erfolgen. Ganz vereinfacht gesagt hat Einstein nachgewiesen, dass nur die Bewegung durch die kombinierte Raumzeit selbst immer konstant ist. Je schneller sich jemand durch den Raum bewegt, desto langsamer muss man sich daf\u00fcr als Ausgleich durch die Zeit bewegen. Oder anders gesagt: Je gr\u00f6\u00dfer die Geschwindigkeit ist, mit der man sich bewegt, desto langsamer vergeht f\u00fcr einen selbst die Zeit. Beziehungsweise desto langsamer vergeht die Zeit im Vergleich zu dem System, gegen\u00fcber dem man sich bewegt. Das klassische Beispiel daf\u00fcr sind Astronauten in einem Raumschiff. Wenn sie die Erde damit verlassen, dann bewegen sie sich in Bezug auf die Erde sehr schnell. In Bezug auf die Erde vergeht f\u00fcr sie die Zeit auch langsamer. Aber eben nur in Bezug auf die Erde: Den Astronauten selbst kommt der Verlauf der Zeit ganz normal vor. Von der Erde beobachtet scheinen sie sich aber &#8211; wieder sehr vereinfacht gesagt &#8211; in Zeitlupe zu bewegen. Wenn die Astronauten mit ihrem Raumschiff zum Beispiel ein Jahr lang im All unterwegs sind und dann wieder auf die Erde zur\u00fcck kehren, k\u00f6nnten sie dort feststellen, dass in ihrer Abwesenheit dort viel mehr als nur ein Jahr vergangen ist. Ein paar Jahrzehnte, Jahrhunderte oder gar Jahrtausende &#8211; je nachdem wie schnell sie tats\u00e4chlich waren.<\/p>\n<p>Aus dieser \u00dcberlegung heraus stammt auch das ber\u00fchmte &#8222;Zwillingsparadoxon&#8220;. Es basiert auf der Frage, wieso man das ganze nicht auch umgekehrt betrachten kann. Ein auf der Erde zur\u00fcckbleibender Astronaut k\u00f6nnte ja auch den Standpunkt einnehmen, er w\u00fcrde sich mitsamt der Erde sehr schnell vom Raumschiff entfernen. Jetzt w\u00e4re er es, dessen Zeit in Bezug auf seine durchs All reisenden Kollegen langsamer vergeht. Die Aufl\u00f6sung dieses Paradoxons ist nicht trivial, aber sie ist m\u00f6glich. Denn die Situation ist eben nicht genau gleichwertig: Die Astronauten in ihrem Raumschiff m\u00fcssen abbremsen, umdrehen und wieder beschleunigen um zur Erde zur\u00fcck kehren zu k\u00f6nnen und das macht am Ende den Unterschied. Dass es sich hier nicht um ein reines Gedankenspiel handelt, haben die Wissenschaftler mittlerweile auch experimentell best\u00e4tigt. Versuche mit Atomuhren die sich in Flugzeugen schnell bewegen haben gezeigt, dass diese Uhren in Bezug auf Uhren die am Erdboden zur\u00fcck geblieben waren, wirklich langsamer gingen. Auch Elementarteilchen die sich schnell bewegen, zeigen diese sogenannte &#8222;Zeitdilatation&#8220;. <\/p>\n<p>Ber\u00fchmtestes Beispiel daf\u00fcr sind die Myonen. Das sind Elementarteilchen die entstehen, wenn die kosmische Strahlung aus dem All auf die oberen Schichten der Erdatmosph\u00e4re trifft. In ungef\u00e4hr 10 Kilometer H\u00f6he entstehen dabei Myonen die sich dann in Richtung des Erdbodens weiterbewegen und das sehr schnell tun. Sie erreichen fast Lichtgeschwindigkeit &#8211; aber eigentlich d\u00fcrften sie den Erdboden trotzdem nicht erreichen. Denn Myonen sind instabil und wandeln sich in Sekundenbruchteilen in andere Teilchen um. Sie leben zu kurz um die 10 Kilometer bis zur Erde zur\u00fcck legen zu k\u00f6nnen. Trotzdem messen Detektoren auf dem Erdboden jede Menge dieser Teilchen. Der Grund daf\u00fcr liegt in der Zeitdilatation der speziellen Relativit\u00e4tstheorie. Da die Myonen so schnell sind, vergeht f\u00fcr sie die Zeit enorm langsam. Aus ihrer Sicht haben sie ausreichend Zeit um bis zur Erde zu gelangen ohne zu zerfallen. Sie reisen quasi durch die Zeit, in die Zukunft&#8230;<\/p>\n<p>Das Rezept f\u00fcr Zeitreisen in die Zukunft ist also ganz einfach: Bau ein Raumschiff und fliege damit sehr schnell durch die Gegend. Nach deiner R\u00fcckkehr wird auf der Erde mehr Zeit vergangen sein als f\u00fcr dich selbst. Je schneller du bist, desto weiter kannst du in die Zukunft reisen. Wie gesagt &#8211; es <i>eigentlich<\/i> ein einfaches Rezept. Aber nat\u00fcrlich sind wir weit davon entfernt, tats\u00e4chlich Raumschiffe bauen zu k\u00f6nnen, die auch nur in die N\u00e4he der Geschwindigkeiten kommen die n\u00f6tig w\u00e4ren um tats\u00e4chlich so etwas wie eine Zeitreise durchf\u00fchren zu k\u00f6nnen. Im Prinzip haben wir Reisen in die Zukunft allerdings tats\u00e4chlich schon durchgef\u00fchrt. Zum Beispiel der russische Kosmonaut Gennadi Iwanowitsch Padalka: Er hat 878 Tage im All verbracht und sich dabei mit hoher Geschwindigkeit um die Erde bewegt. Dadurch sind f\u00fcr ihn knapp 23 Millisekunden weniger vergangen als f\u00fcr den Rest der Menschheit. Nicht das, wovon man tr\u00e4umt wenn man von Zeitreisen tr\u00e4umt. Aber immerhin eine echte Zeitreise in die Zukunft!<\/p>\n<figure id=\"attachment_23845\" aria-describedby=\"caption-attachment-23845\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Two_complete_science_adventure_books_1951win_n4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Two_complete_science_adventure_books_1951win_n4.jpg\" alt=\"Zeitmaschinen sind cool - aber leider nur Sci-Fi (Bild: Public Domain)\" width=\"400\" height=\"580\" class=\"size-full wp-image-23845\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-23845\" class=\"wp-caption-text\">Zeitmaschinen sind cool &#8211; aber leider nur Sci-Fi (Bild: Public Domain)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Durch die Zeit kann man aber nicht nur mit hoher Geschwindigkeit reisen sondern auch an hohen Orten. Albert Einstein hat sich nicht nur in seiner speziellen Relativit\u00e4tstheorie mit Raum und Zeit besch\u00e4ftigt sondern auch zehn Jahre sp\u00e4ter in seiner allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie. Dort hat er den Einfluss von Massen auf Raum und Zeit untersucht und die Auswirkungen der Gravitationskraft. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Zeit nicht nur langsamer vergeht, wenn man sich sehr schnell bewegt. Sondern auch das der Verlauf der Zeit auch durch die Gravitation beeinflusst wird. Zum Beispiel durch das Gravitationsfeld der Erde. Ein Beobachter im Weltall ist einer geringeren Anziehungskraft ausgesetzt als einer auf der Erdoberfl\u00e4che. Vergleicht er die Zeit auf seiner Uhr mit der einer unten auf der Erde, wird er feststellen dass die Uhr unten langsamer geht als seine eigene. Auch dieser Effekt konnte schon mit Atomuhren nachgewiesen werden. Im Prinzip w\u00fcrde es also reichen, auf einen hohen Berg zu steigen und sich so ein wenig aus dem Gravitationsfeld der Erde zu entfernen um eine Zeitreise durchzuf\u00fchren. <\/p>\n<p>Zeitreisen in die Zukunft sind also prinzipiell m\u00f6glich. Die moderne Wissenschaft kennt nicht nur Prinzipien und Methoden um das zu bewerkstelligen; wir haben sogar schon konkret nachgewiesen, dass Zeitreisen in die Zukunft tats\u00e4chlich stattgefunden haben. Von einer echten Zeitmaschine in die man einfach ein bestimmtes Datum eintippt um dann mit jeder Menge Special-Effects direkt in die so gew\u00e4hlte Zukunft transportiert zu werden sind wir weit entfernt. Das ist Science-Fiction und keine seri\u00f6se Wissenschaft. Aber die Situation ist immer noch besser als bei Zeitreisen in die Vergangenheit. Hier wird die Sache <i>wirklich<\/i> kompliziert. Aber dazu mehr in der n\u00e4chsten Folge der Sternengeschichten&#8230;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/834a2c0cfc974205b2a6f75d15cc16af\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was die Zukunft wohl bringt? Um das herauszufinden m\u00fcssen wir abwarten. Und selbst dann werden wir nie erleben k\u00f6nnen, wie die Welt in ein paar Jahrhunderten oder Jahrtausenden aussieht. Es sei denn, wir k\u00f6nnten per Zeitmaschine in die Zukunft reisen. In der Science-Fiction passiert das st\u00e4ndig. In der Realit\u00e4t ist es schwieriger. 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