{"id":23231,"date":"2016-11-18T07:00:12","date_gmt":"2016-11-18T06:00:12","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/11\/18\/sternengeschichten-folge-208-die-andromedagalaxie\/"},"modified":"2025-05-14T16:18:08","modified_gmt":"2025-05-14T14:18:08","slug":"sternengeschichten-folge-208-die-andromedagalaxie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/11\/18\/sternengeschichten-folge-208-die-andromedagalaxie\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 208: Die Andromedagalaxie"},"content":{"rendered":"<p>Sie ist die gro\u00dfe Schwester der Milchstra\u00dfe: Die Andromedagalaxie ist die uns n\u00e4chstgelegene gro\u00dfe Galaxie. Und obwohl sie mit freiem Auge sichtbar ist, wusste man lange Zeit nicht, worum es sich dabei handelt. Mittlerweile wei\u00df man mehr &#8211; aber bei weitem noch nicht alles. Aber zumindest wissen wir, dass die Andromeda in ferner Zukunft mit uns kollidieren wird!<\/p>\n<p>Und wie immer gibt es weiter unten eine Transkription des Podcasts.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-12938\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Folge k\u00f6nnt ihr euch hier direkt als <a href=\"https:\/\/youtu.be\/leL_nUV65OE\">YouTube-Video<\/a> ansehen oder <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podspot.de\/files\/208-SternengeschichtenFolge208.mp3\">direkt runterladen<\/a>. <\/p>\n<p>Den Podcast k\u00f6nnt ihr unter <\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten\">https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten<\/a><\/center><\/p>\n<p>abonnieren beziehungsweise auch bei <a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a> via Torrent beziehen.<\/p>\n<p>Am einfachsten ist es, wenn ihr euch <a href=\"https:\/\/play.google.com\/store\/apps\/details?id=de.danoeh.antennapodsp.sternengeschichten\">die &#8222;Sternengeschichten-App&#8220; f\u00fcrs Handy<\/a> runterladet und den Podcast damit anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Sternengeschichten gibts nat\u00fcrlich auch bei iTunes (wo ich mich immer \u00fcber Rezensionen und Bewertungen freue) und alle Infos und Links zu den vergangenen Folgen findet ihr unter <a href=\"https:\/\/www.sternengeschichten.org\">https:\/\/www.sternengeschichten.org<\/a>.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich gibt es die Sternengeschichten auch <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">bei Facebook<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">bei Twitter<\/a>.<\/p>\n<p><center><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/leL_nUV65OE?showinfo=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<\/center><\/p>\n<p><b>Transkription<\/b><\/p>\n<p>Sternengeschichten Folge 208: Die Andromedagalaxie<\/p>\n<p>Unsere Erde umkreist die Sonne. Sie tut das gemeinsam mit 7 anderen Planeten, jeder Menge Monde und unz\u00e4hligen kleineren Asteroiden und Kometen. Alle zusammen bilden sie das Sonnensystem. Neben unserer Sonne und ihren Planeten existieren aber auch noch ein paar hundert Milliarden anderen Sterne und deren Planetensysteme die zusammen die Milchstra\u00dfen-Galaxie bilden. Heute wissen wir, dass unsere Galaxie bei weitem nicht die einzige im Universum ist. Man sch\u00e4tzt die Zahl der Galaxien im sichtbaren Universum auf ebenfalls ein paar hundert Milliarden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15831\" aria-describedby=\"caption-attachment-15831\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Andromeda_galaxy_2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Andromeda_galaxy_2.jpg\" alt=\"Andromeda: Die gro\u00dfe Schwester (Bild: NASA\/JPL-Caltech)\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"size-medium wp-image-15831\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15831\" class=\"wp-caption-text\">Andromeda: Die gro\u00dfe Schwester (<a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/mission_pages\/galex\/pia15416.html\">Bild: NASA\/JPL-Caltech<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bis wir so weit waren das zu verstehen, war es ein weiter Weg. Das ist kein Wunder, den mit freiem Auge sind all diese anderen Galaxien nicht sichtbar. Es gibt nur drei Ausnahmen: Auf der S\u00fcdhalbkugel der Erde kann man die gro\u00dfe und die kleine Magellansche Wolke sehen. Das sind Zwerggalaxien, die aber eigentlich nur Satelliten unserer Milchstra\u00dfe selbst sind. Die einzige echte gro\u00dfe und eigenst\u00e4ndige Galaxie die man ohne technische Hilfsmittel beobachten kann und das auch von der Nordhalbkugel der Erde ist die Andromedagalaxie. Nur dass sie die meiste Zeit \u00fcber als Andromeda<i>nebel<\/i> bezeichnet wurde. Denn um was es sich bei diesem Objekt handelte, erkannte man erst vor vergleichsweise kurzer Zeit.<\/p>\n<p>Die erste aufgezeichnete Beobachtung des Andromedanebels stammt vom persischen Astronomen Abd al-Rahman al-Sufi, der sie in einem Werk aus dem Jahr 964 als &#8222;nebligen Flecken&#8220; beziehungsweise &#8222;kleine Wolke&#8220; bezeichnete. Als im 18. Jahrhundert der franz\u00f6sische Astronom Charles Messier genau solche nebligen Objekte in seinem ber\u00fchmten Messier-Katalog (\u00fcber den ich in Folge 128 mehr erz\u00e4hlt habe) gesammelt hat, nannte er allerdings den Deutschen Simon Marius als Entdecker. Marius hatte den Andromedanebel 1612 zwar als einer der ersten mit dem damals k\u00fcrzlich erfundenen Teleskop beobachtet. Aber bekannt war der Nebel schon vorher &#8211; er konnte ja auch mit freiem Auge gesehen werden. <\/p>\n<p>Seinen Namen hat er nach dem Sternbild der Andromeda, in dem er auch zu finden ist. Wenn man allerdings nicht genau wei\u00df, wo er sich befindet, ist er schwer zu entdecken. Vor allem dank der Lichtverschmutzung ist heute in den meisten besiedelten Regionen der Erde kaum etwas zu sehen. Dabei w\u00e4re der Andromedanebel durchaus gro\u00df. Am Himmel nimmt er einen Platz ein, der der sechsfachen Gr\u00f6\u00dfe eines Vollmonds entspricht. Den gr\u00f6\u00dften Teil des Nebels kann man aber auch unter besten Bedingungen nicht sehen; nur seine zentrale und hellste Region ist als verschwommener Lichtfleck auszumachen. <\/p>\n<p>Da man mit freiem Auge keine Details erkennen kann und auch mit den vergleichsweise schwachen Teleskopen der Vergangenheit wenig mehr zu sehen war, war lange Zeit nicht klar, was das f\u00fcr ein Ding sein soll. Bis weit in das 20. Jahrhundert hinein stritten die Astronomen dar\u00fcber. Die einen dachten unsere Milchstra\u00dfe w\u00fcrde das gesamte Universum ausmachen und die nebligen Flecken wie in der Andromeda w\u00e4ren eben nichts anderes als eine Art von Gaswolke zwischen diesen Sternen. Die anderen behaupteten, die Flecken w\u00e4ren selbst riesige Ansammlungen von Sternen aber so weit entfernt, dass wir sie eben nur als neblige Flecken sehen k\u00f6nnen. Unsere Milchstra\u00dfe w\u00e4re nur eine von vielen Galaxien im Universum, die durch gewaltige Leerr\u00e4ume voneinander getrennt seien.<\/p>\n<p>Die Geschichte \u00fcber die Aufl\u00f6sung dieser Debatte habe ich ja schon in den Folgen 20 und 49 der Sternengeschichten ausf\u00fchrlich erz\u00e4hlt. 1923 gelang es dem amerikanischen Astronomen Edwin Hubble erstmals die Entfernung zur Andromeda zu bestimmen. Das Ergebnis war eindeutig: Es war kein Objekt innerhalb unserer Milchstra\u00dfe sondern eine eigenst\u00e4ndige Galaxie, weit, weit entfernt.<\/p>\n<p>Heute kennen wir die Entfernung ziemlich genau: Die Andromeda-Galaxie ist 2,5 Millionen Lichtjahre weit weg. Verglichen mit dem Durchmesser der Milchstra\u00dfe, der nur circa 120.000 Lichtjahre betr\u00e4gt, ist das eine enorme Entfernung! Die Andromedagalaxie ist auch deutlich gr\u00f6\u00dfer als unsere Milchstra\u00dfe, ihr Durchmesser betr\u00e4gt etwa 200.000 Lichtjahre. Und sie enth\u00e4lt mehr Masse. Die Gesamtmasse der Milchstra\u00dfe wird auf 850 Milliarden Sonnenmassen gesch\u00e4tzt (dabei sind sowohl die sichtbare als auch die dunkle Materie inkludiert); bei der Andromedagalaxie sind es 1,5 Billionen Sonnenmassen. Auch die Zahl der Sterne in der Andromedagalaxie ist etwa doppelt so gro\u00df wie die Zahl der Sterne in der Milchstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Die \u00dcberlegenheit der Andromeda setzt sich in ihrem Zentrum fort. Der Kern ist enorm dicht mit Sternen besiedelt und in seinem Zentrum befindet sich ein supermassereiches Loch mit einer Masse von ungef\u00e4hr 40 Millionen Sonnenmassen; das zentrale schwarze Loch der Milchstra\u00dfe bringt es &#8222;nur&#8220; auf circa 4 Millionen Sonnemassen. Aber zumindest was ihre Form angeht, sind Milchstra\u00dfe und Andromeda vergleichbar: Bei beiden handelt es sich um eine Balkenspiralgalaxie.<\/p>\n<p>Die Andromedagalaxie ist zwar weit weg, aber zumindest noch nahe genug um dort mit unseren modernen Teleskopen ein paar interessante Details ausmachen zu k\u00f6nnen. In ihrer inneren Region hat man einen Ring aus Staub beobachtet. Man geht davon aus, dass er bei einer Kollision mit der Zwerggalaxie M32 erzeugt wurde. So wie unsere Milchstra\u00dfe ihre Satellitengalaxien hat &#8211; neben den beiden Magellanschen Wolken gibt es noch knapp 30 andere Zwerggalaxien die zu unseren Satelliten geh\u00f6ren &#8211; hat auch die Andromeda ihre eigene Gefolgschaft. Hier hat man schon 37 entdeckt und es gibt sicherlich mehr. Eine davon ist auf jeden Fall M32, und diese Zwerggalaxie ist vor etwa 200 Millionen Jahren mit der Andromedagalaxie kollidiert. Obwohl &#8222;Kollision&#8220; eigentlich das falsche Wort ist. Galaxien sind zwar gro\u00df, aber auch ziemlich leer. Die Abst\u00e4nde zwischen den Sternen sind gro\u00df und wenn zwei solcher Sternensysteme aufeinander treffen, dann ist die Chance das zwei der Sterne tats\u00e4chlich zusammensto\u00dfen verschwindend gering. Beide Galaxien durchdringen sich bei einer Kollision; beeinflussen sich aber durch ihre jeweilige Gravitationskraft massiv. Die gr\u00f6\u00dfere Galaxie kann dabei die kleinere regelrecht auffressen oder zumindest jede Menge Material aus der kleineren heraus rei\u00dfen. Wie Computersimulationen zeigen ist das auch bei M32 und Andromeda passiert. M32 hat bei der Begegnung ungef\u00e4hr die H\u00e4lfte ihres Materials verloren und daraus entstand die ringf\u00f6rmige Struktur im Inneren der Andromedagalaxie. <\/p>\n<figure id=\"attachment_18091\" aria-describedby=\"caption-attachment-18091\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Andromeda_Collides_Milky_Way.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Andromeda_Collides_Milky_Way.jpg\" alt=\" So k\u00f6nnte der Himmel aussehen, wenn Milchstra\u00dfe und Andromeda-Galaxie verschmelzen (Bild: NASA)\" width=\"500\" height=\"281\" class=\"size-medium wp-image-18091\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-18091\" class=\"wp-caption-text\">So k\u00f6nnte der Himmel aussehen, wenn Milchstra\u00dfe und Andromeda-Galaxie verschmelzen (<a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/mission_pages\/hubble\/science\/milky-way-collide.html\">Bild: NASA<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Einen Bereich gibt es \u00fcbrigens, bei dem unsere Milchstra\u00dfe der Andromeda \u00fcberlegen ist. Unsere Galaxie bringt jedes Jahr 3 bis 5 neue Sterne hervor. In der Andromedagalaxie entsteht dagegen durchschnittlich nur ein Stern pro Jahr. Aber so l\u00e4uft das eben, wenn man zu viel Masse hat. Die gro\u00dfe Andromeda hat in der Vergangenheit nicht nur einen Zusammensto\u00df mit M32 gehabt, sondern auch jede Menge andere Zwerggalaxien in ihrer N\u00e4he auf Kollisionskurs gebracht. Diese Kollisionen hat die Andromeda zwar alle problemlos \u00fcberlebt, aber der gravitative Einfluss der kleineren Galaxien hat das Gas in der Andromedagalaxie durchgewirbelt. Die interstellaren Gaswolken sind kollabiert und zu Sternen geworden. Fr\u00fcher hat die Andromeda daher mit ihren vielen jungen Sternen viel heller geleuchtet; daf\u00fcr ist heute kein Gas mehr f\u00fcr neue Sterne \u00fcbrig. Die Milchstra\u00dfe war sparsamer mit ihrem Material und auch hat heute noch genug \u00fcbrig.<\/p>\n<p>Am Ende ist das aber sowieso egal. Denn die Andromedagalaxie bewegt sich mit knapp 410.000 Kilometer pro Stunde auf die Milchstra\u00dfe zu. In drei bis vier Milliarden Jahren werden sie aufeinander treffen. Im Gegensatz zu den fr\u00fcheren Kollisionen ist das hier nun eine Begegnung auf Augenh\u00f6he. Die Milchstra\u00dfe ist zwar ein wenig kleiner als die Andromeda aber gro\u00df genug, um sie massiv zu beeinflussen. Sie werden sich durchdringen und wieder ein St\u00fcck voneinander entfernt, sich aber am Ende nicht trennen k\u00f6nnen. Nach weiteren Durchdringungen werden sie beide zu einer gro\u00dfen Galaxie verschmelzen. <\/p>\n<p>Bis es so weit ist, wird es aber schon lange keine Menschen mehr auf der Erde geben. Sicherheitshalber haben wir der zuk\u00fcnftigen Doppelgalaxie von Andromeda und Milchstra\u00dfe aber schon mal einen Namen gegeben: &#8222;Milkomeda&#8220;. Na ja&#8230;<\/p>\n<p> \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/36e610682342424394affe84ced23bcd\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie ist die gro\u00dfe Schwester der Milchstra\u00dfe: Die Andromedagalaxie ist die uns n\u00e4chstgelegene gro\u00dfe Galaxie. Und obwohl sie mit freiem Auge sichtbar ist, wusste man lange Zeit nicht, worum es sich dabei handelt. Mittlerweile wei\u00df man mehr &#8211; aber bei weitem noch nicht alles. 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