{"id":23113,"date":"2016-09-28T06:00:31","date_gmt":"2016-09-28T04:00:31","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/09\/28\/die-entwicklung-des-heliozentrischen-weltbilds\/"},"modified":"2025-05-14T16:17:50","modified_gmt":"2025-05-14T14:17:50","slug":"die-entwicklung-des-heliozentrischen-weltbilds","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/09\/28\/die-entwicklung-des-heliozentrischen-weltbilds\/","title":{"rendered":"Die Entwicklung des heliozentrischen Weltbilds"},"content":{"rendered":"<p><i><b>Hinweis: <\/b>Dieser Artikel ist ein Beitrag zum <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2016\/07\/19\/der-scienceblogs-blog-schreibwettbewerb-2016\/\">ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2016<\/a>. Hinweise zum Ablauf des Bewerbs und wie ihr dabei Abstimmen k\u00f6nnt <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=22936\">findet ihr hier<\/a>.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\" alt=\"sb-wettbewerb\" width=\"500\" height=\"172\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-15702\" \/><\/a><\/i><\/p>\n<p><b>Das sagt der Autor des Artikels, <b>Jannik<\/b> \u00fcber sich:<\/b><br \/>\nIch bin Jannik, 17 Jahre alt und besuche derzeit die zw\u00f6lfte Klasse des Vincent-L\u00fcbeck-Gymnasiums.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nDie Entwicklung des heliozentrischen Weltbilds<\/p>\n<p>Die Erde ist keine Scheibe und die Sonne dreht sich nicht um die Erde. Was f\u00fcr uns heute durch die Forschung belegt ist, war fr\u00fcher nicht selbstverst\u00e4ndlich, denn erst mit Kepler, Galilei und Kopernikus r\u00fcckte das heliozentrische Weltbild, in dem die Sonne das Zentrum unseres Sonnensystems bildet, in den Vordergrund.<br \/>\nSchon im 4. Jahrhundert vor Christus formulierte Aristoteles die Vermutung eines geozentrischen Weltbilds, als er die Kugelform der Erde entdeckte.1<br \/>\nEr schlussfolgerte, dass das All aus perfekten K\u00f6rpern best\u00fcnde und sich Planeten auf perfekten Kreisbahnen bewegen w\u00fcrden.<br \/>\nDas geozentrische Weltbild (geo = Erde) bezeichnet ein Weltbild, in dem angenommen wird, dass die Erde das Zentrum bildet. Alle anderen Planeten und sogar die Sonne umkreisen dabei unsere Erde. Etwa 140 Jahre nach Christus nahm Claudius Ptolem\u00e4us Aristoteles&#8216; Vermutung wieder auf und entwickelte daraus das geozentrische Weltbild, welches auch ptolem\u00e4ische Weltbild genannt wird. Ptolem\u00e4us entdeckte bei seinen Beobachtungen einige L\u00fccken in Aristoteles Weltbild und versuchte es mathematisch zu \u00fcberarbeiten. Er stellte unter anderem fest, dass sich der Mars auf keiner Kreisbahn zu bewegen schien, sondern sich auf einer retrograden Bahn  (=Schleifenbahn) bewege.2 <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/A.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/A.jpg\" alt=\"A\" width=\"350\" height=\"216\" class=\"aligncenter size-full wp-image-23208\" \/><\/a><\/p>\n<p>Au\u00dferdem bemerkte er Helligkeitsschwankungen der Planeten, sodass er annahm, dass die Planeten in unterschiedlichen Abst\u00e4nden zur Sonne stehen. Um diese Beobachtung mit Aristoteles Theorie zu vereinen, entwickelte er ein Epizykelmodell.<br \/>\nDabei dreht sich ein Planet kreisf\u00f6rmig um einen gedachten Punkt. Diese gedachten Punkte drehen sich auf einem sogenannten Deferenten immer noch um die Erde, sodass diese weiterhin das Zentrum unserer Welt<br \/>\nbildet.2  <\/p>\n<figure id=\"attachment_23209\" aria-describedby=\"caption-attachment-23209\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/B.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/B.png\" alt=\"Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz &quot;Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert&quot; lizenziert. Link: https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:EpizykelBahn.png?uselang=de Quelle: Eigene Arbeit (Marc Layer) Urheber: Benutzer:Marc Layer\" width=\"500\" height=\"484\" class=\"size-medium wp-image-23209\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-23209\" class=\"wp-caption-text\">Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz &#8222;Namensnennung &#8211; Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 nicht portiert&#8220; lizenziert.<br \/>Link: https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:EpizykelBahn.png?uselang=de<br \/>Quelle: Eigene Arbeit (Marc Layer)<br \/>Urheber: Benutzer:Marc Layer<\/figcaption><\/figure>\n<p>Bis sich daraus  das heliozentrische Weltbild entwickelte, war es noch ein weiter Weg. Denn den Forschern standen noch keine optischen Hilfsmittel zur Verf\u00fcgung und ihre Arbeit musste oftmals geheim bleiben, um nicht von der Kirche verfolgt zu werden. Die katholische Kirche verteidigte das geozentrische Weltbild, weil es mit der Bibel vereinbar war. Jeder Astronom, der das geozentrische Weltbild anzweifelte, hatte ein Verfahren der Inquistion zu bef\u00fcrchten.<br \/>\nDas heliozentrische Weltbild (Helios = Sonne) fand seine ersten Anf\u00e4nge im 3. Jahrhundert vor Christus, durch Aristarch von Samos, mit der Vermutung, dass die Sonne das Zentrum unserer Welt ist.1  <\/p>\n<figure id=\"attachment_23210\" aria-describedby=\"caption-attachment-23210\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/unnamed-file.C.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/unnamed-file.C.jpg\" alt=\"Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz &quot;Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 generisch&quot; (US-amerikanisch) lizenziert. Urheber: Niko Lang Quelle: Eigene Arbeit (Niko Lang) Link: https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Geoz_wb_de.jpg?uselang=de \" width=\"500\" height=\"463\" class=\"size-medium wp-image-23210\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-23210\" class=\"wp-caption-text\">Diese Datei ist unter der Creative-Commons-Lizenz &#8222;Namensnennung &#8211; Weitergabe unter gleichen Bedingungen 2.5 generisch&#8220; (US-amerikanisch) lizenziert.<br \/>Urheber: Niko Lang<br \/>Quelle: Eigene Arbeit (Niko Lang)<br \/>Link: https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Geoz_wb_de.jpg?uselang=de<br \/><\/figcaption><\/figure>\n<p>Es gab noch ein weiteres Weltbild, das tychonische Weltbild, welches der vollst\u00e4ndigkeitshalber ebenfalls erw\u00e4hnt werden sollte. Tycho Brahe (1546-1601), ein d\u00e4nischer Astronom, hegte Zweifel am heliozentrischen Weltbild, weil er sich nicht vorstellen konnte, dass sich die Erde bewegt. Er entwickelte daher ein Modell, das zum einen die L\u00fccken des geozentrischen Weltbilds ausbesserte und zum anderen einen Kompromiss zwischen geozentrischem und heliozentrischem Weltbild darstellte. Die Erde sollte weiterhin im Zentrum ruhen, wobei sich alle anderen Planeten um die Sonne drehen. Der Mond und die Sonne mit all den dazugeh\u00f6rigen Planeten umkreisen dabei die Erde. Dieses Modell war ebenfalls zur Erkl\u00e4rung der retrograden Planetenbewegung und der Helligkeitsschwankungen der Planeten geeignet.<br \/>\nDem heliozentrischen Weltbild wurde schon fr\u00fcher Aufmerksamkeit gewidmet. So stellte schon Aristarch von Samos mit Hilfe von geometrischen Berechnungen fest, dass die Sonne um ein Vielfaches gr\u00f6\u00dfer als die Erde ist. Deshalb war es f\u00fcr ihn unlogisch, dass sich die gr\u00f6\u00dfere Sonne um die kleinere Erde drehen sollte.4 Gegen diese Theorie sprach zur damaligen Zeit die sogenannte Fixsternparallaxe, die fehlte. Eigentlich h\u00e4tte man, wenn die Sonne im Zentrum steht und die Erde und ein Fixstern (=bestimmter Stern zur Orientierung) sich bewegen, eine Parallaxe feststellen m\u00fcssen.<br \/>\nDas bedeutet eine Verschiebung des Sterns h\u00e4tte nach einem halben Jahr zu beobachten sein m\u00fcssen.3<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/D.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/D.jpg\" alt=\"D\" width=\"300\" height=\"400\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-23211\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aristarch verteidigte seine Theorie mit der Begr\u00fcndung, dass sich die Sterne in unvorstellbar riesiger Entfernung bef\u00e4nden. Die Parallaxe war mit blo\u00dfem Auge nicht zu erkennen, aber trotzdem vorhanden.<br \/>\n1838 wurde dieses durch Friedrich Wilhelm Bessel mit einem Heliometer, einem Messger\u00e4t f\u00fcr sehr kleine Winkel, best\u00e4tigt.3<br \/>\nObwohl Nikolaus Kopernikus (1473-1543) \u00fcberwiegend nur theoretische Mittel zur Verf\u00fcgung standen, gelang es ihm 1800 Jahre nach Aristarch den entscheidenden Ansto\u00df f\u00fcr das heliozentrische Weltbild zu geben, weshalb es auch kopernikanisches Weltbild genannt wird.1<br \/>\nEr bemerkte unter anderem, dass Ptolem\u00e4us Epizykeltheorie nicht ganz pr\u00e4zise war und sich das Problem der retrograden Planetenbewegung auch anders l\u00f6sen l\u00e4sst. Dazu platzierte er die Sonne im Zentrum des Kosmos und lie\u00df die Planeten in unterschiedlicher Entfernung um sie herum kreisen. So l\u00e4sst sich die scheinbare R\u00fcckw\u00e4rtsbewegung der Planeten, die weiter au\u00dfen liegende Umlaufbahnen als die Erde haben, einfach und ohne Epizykel erkl\u00e4ren.<br \/>\nDenn immer wenn gerade Mars, Jupiter und Saturn sich r\u00fcckw\u00e4rts zu bewegen scheinen, werden sie lediglich von der weiter innen stehende Erde, die eine h\u00f6here Umlaufgeschwindigkeit hat, \u00fcberholt.<br \/>\nIn seinem Werk &#8222;De Revolutionibus Orbium Coelestium&#8220; h\u00e4lt er 1540 seine Erkenntnisse fest. Zu seinen wichtigsten Ideen z\u00e4hlt zweifelsfrei die Herausl\u00f6sung der Erde aus dem Zentrum, die ins Zentrum platzierte Sonne, die Drehung der Erde um die eigene Achse und die Erkl\u00e4rung der retrograden Planetenbewegung. Die Drehung der Erde um die eigene Achse wurde zum gr\u00f6\u00dften Kritikpunkt seiner Arbeit.<br \/>\nKritiker glaubten, wenn Kopernikus Recht habe, m\u00fcsste man bei der Erddrehung eine Art Fahrtwind versp\u00fcren und Gegenst\u00e4nde k\u00f6nnten nicht senkrecht st\u00fcrzen, wenn man sie fallen l\u00e4sst.5<br \/>\nKopernikus argumentierte, dass diese Bewegung nur Wahrnehmung sei, aber nicht wirklich existiere.1<br \/>\nGalileo Galilei (1564-1642)  konnte im Jahr 1610 handfestere Beweise f\u00fcr ein neues Weltbild vorlegen.6<br \/>\nAuf seine mit Abstand wichtigste Entdeckung stie\u00df Galilei als er den Jupiter mit seinem selbst entwickelten Fernrohr betrachtete. Ihm fielen erst drei, dann ein paar Tage sp\u00e4ter vier Lichtpunkte auf, die mit dem Jupiter eine Reihe bildeten.<br \/>\nErst nach mehreren Beobachtungen war er sich sicher, dass es sich um Jupitermonde handelt, weil sie immer in der N\u00e4he des Jupiters vorzufinden waren. Damit wurde erstmals gezeigt, dass sich nicht alles um die Erde dreht und somit im Widerspruch zum geozentrischen Weltbild steht. Heute werden die vier Monde Io, Ganymed, Europa und Kallisto zu Ehren des Entdeckers galileische Monde genannt. Da Galilei ein Kritiker des geozentrischen Weltbilds war, geriet er ins Visier der Kirche und wurde  als Ketzer verfolgt. Im Jahr 1633 wurde er dem Inquisitionsgericht vorgef\u00fchrt und seine heliozentrischen Schriften wurden verboten. Galilei musste alle seine Theorien f\u00fcr falsch erkl\u00e4ren und dem heliozentrischen Weltbild abschw\u00f6ren, um nicht hingerichtet zu werden. Obwohl er den Abschwur geleistet hatte, wurde er zu einer Kerkerhaft verurteilt, die der zu Galilei gn\u00e4dige Papst in Hausarrest umwandelte.8<br \/>\nJohannes Kepler (1571-1630) stie\u00df nach jahrelanger astronomischer Arbeit ebenfalls auf sehr wichtige neue Erkenntnisse f\u00fcr das heliozentrische Weltbild, die er in seinen drei Keplerschen Gesetzen zusammenfasste.7<br \/>\nDas erste Gesetz besagt, dass sich Planeten auf keinen Kreisbahnen, sondern auf elliptischen Bahnen bewegen, wobei sich die Sonne in einem der Brennpunkte der Ellipse befindet. Jeder Planet uml\u00e4uft die Sonne auf unterschiedlich starken elliptischen Bahnen, sodass beispielsweise die Umlaufbahn der Venus einer Kreisbahn \u00e4hnelt und der Merkur sich auf der st\u00e4rksten elliptischen Bahn bewegt. Das Weltbild des Aristoteles mit perfekten Kreisen wurde damit erneut widerlegt.<br \/>\nIn seinem zweiten Gesetz erkl\u00e4rt er, dass sich Planeten in Sonnenn\u00e4he schneller auf ihrer Ellipse fortbewegen als in weiterer Entfernung zur Sonne. Er stellt fest, dass ein Planet in einem Zeitraum immer die gleiche Fl\u00e4che \u00fcberstreicht.9 <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/E.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/E.jpg\" alt=\"E\" width=\"500\" height=\"400\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-23212\" \/><\/a><\/p>\n<p>Hierzu muss man sich zwischen der Sonne und dem Planeten eine Verbindungsgerade vorstellen. Der Planet wandert auf der Ellipse von einem Punkt nach der Zeit (t zu einem zweiten Punkt.<br \/>\nDabei \u00fcberstreicht die Verbindungsgerade eine Fl\u00e4che, die bei gleichem Zeitintervall immer die gleiche Gr\u00f6\u00dfe hat.<br \/>\nDenn wenn der Planet weit von der Sonne entfernt ist, ist er langsam und legt auf der Ellipse in der Zeit (t nur einen kleinen Weg zur\u00fcck.<br \/>\nIst er jedoch nah an der Sonne, so bewegt er sich schneller und legt in der Zeit (t einen gr\u00f6\u00dferen Weg auf der Ellipse zur\u00fcck, sodass die beiden gedachten Fl\u00e4chen gleich gro\u00df sind.<br \/>\nMit Hilfe seines dritten Gesetzes ist es m\u00f6glich die Zeit, die ein Planet zum Umlaufen der Sonne ben\u00f6tigt, oder den mittleren Abstand eines Planeten zur Sonne zu bestimmen, wenn eine der beiden Gr\u00f6\u00dfen bekannt ist. Kepler fand das Verh\u00e4ltnis heraus zwischen Umlaufzeit und dem mittleren Abstand eines Planeten, sodass er folgende Formel entwickelte, die f\u00fcr jeden Planeten unseres Sonnensystems gilt.9<br \/>\n(T1\/T2)\u00b2 = (a1\/a2)\u00b3<br \/>\nT steht dabei f\u00fcr die Umlaufzeit und a f\u00fcr den mittleren Abstand zur Sonne. Wenn nun die Umlaufzeit T2 eines anderen Planeten bekannt ist, so kann man mithilfe der bekannten Werte der Erde die Formel so umformen, dass sich daraus der gesuchte, mittlere Abstand a2 des Planeten errechnen l\u00e4sst.9<br \/>\nUm etwa 1687 formulierte Isaac Newton (1643-1727) das Gravitationsgesetz. Damit begr\u00fcndete er die Annahme, dass die Sonne im Zentrum unseres Sonnensystems stehen m\u00fcsse.<br \/>\nNewton fand heraus, dass sich zwei K\u00f6rper mit einer Masse und einem Abstand gegenseitig anziehen. Wenn die Masse gr\u00f6\u00dfer und der Abstand kleiner werden, so vergr\u00f6\u00dfert sich die Gravitationskraft. Die Sonne verf\u00fcgt in unserem Sonnensystem \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Masse und damit zugleich auch \u00fcber die gr\u00f6\u00dfte Gravitationskraft. Daher wird sie von den anderen Planeten umkreist. W\u00fcrde die Gravitationskraft nicht auf Planeten wirken, so w\u00fcrden sie nicht auf elliptischen Bahnen umeinander kreisen, sondern einfach auf einer geraden Bahn aneinander vorbeifliegen.<br \/>\nNewton konnte nun mit seinem Gravitationsgesetz Planetenbewegung und damit zugleich Planetenbahnen vorhersagen.10<br \/>\nHeute ist das heliozentrische Weltbild durch Raumfahrt und neue Messger\u00e4te unumstritten. Als sich das Weltbild aber im 18. Jahrhundert durchgesetzt hat, war es ein riesiger Fortschritt f\u00fcr die Astronomie.11<br \/>\nMit der Zeit wurde immer klarer, wie riesig unser Universum ist und mit jedem Schritt begann die Erde im Gesamtbild unbedeutender zu wirken. Nun war die Sonne unser Zentrum und die Erde nur noch einer von vielen Planeten und verlor damit die besondere Stellung, die sie zuvor etwa 2000 Jahre innehatte. Es brauchte eine so lange Zeit zur Durchsetzung des heliozentrischen Weltibldes, weil es anfangs an den technischen M\u00f6glichkeiten mangelte und sich sp\u00e4ter die Kirche dem neuen Weltbild in den Weg stellte. Au\u00dferdem war die Gesellschaft mit dem geozentrischen Weltbild zufrieden, da es die grundlegenden Fragen erkl\u00e4ren konnte. Das geozentrische Weltbild war in den K\u00f6pfen tief verankert und die heliozentrische Sichtweise war schwer vorstellbar. Erst als sich immer mehr Indizien f\u00fcr ein heliozentrisches Weltbild gefunden hatten, hat die Kirche 1757 dieses Weltbild auch anerkennen m\u00fcssen.<br \/>\n Abschlie\u00dfend bleibt zu sagen, dass das heliozentrische Weltbild, die Sichtweise \u00fcber unser Sonnensystem revolutionierte und Galileis Aussage &#8222;sie bewegt sich doch&#8220; stimmt.<\/p>\n<p>1 https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Heliozentrisches_Weltbild<br \/>\n2 https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Geozentrisches_Weltbild<br \/>\n3 https:\/\/www.astronomieverein.de\/index.php?seitenname=Astrowissen<br \/>\n4 https:\/\/www.theologie-naturwissenschaften.de\/diskussion\/unsere-themen\/einzelansicht\/datum\/2010\/09\/30\/aristarch-von-samos-der-kopernikus-der-antike.html<br \/>\n5 https:\/\/astrokramkiste.de\/kopernikus<br \/>\n6 https:\/\/www.zeit.de\/wissen\/geschichte\/2010-01\/galileo-galilei<br \/>\n7 https:\/\/astrokramkiste.de\/heliozentrisches-weltbild\/keplersches-weltbild<br \/>\n8 https:\/\/www.theologie-naturwissenschaften.de\/startseite\/leitartikelarchiv\/galileo-galilei.html<br \/>\n9 https:\/\/astrokramkiste.de\/keplersche-gesetze<br \/>\n10 https:\/\/www.planet-schule.de\/wissenspool\/meilensteine-der-naturwissenschaft-und-technik\/inhalt\/hintergrund\/das-universum\/newton-und-die-gravitation.html<br \/>\n11 https:\/\/universal_lexikon.deacademic.com\/248954\/heliozentrisches_Weltbild<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag zum ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2016. 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