{"id":23107,"date":"2016-09-26T11:00:16","date_gmt":"2016-09-26T09:00:16","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/09\/26\/proxima-1\/"},"modified":"2025-05-14T16:17:50","modified_gmt":"2025-05-14T14:17:50","slug":"proxima-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/09\/26\/proxima-1\/","title":{"rendered":"Proxima 1"},"content":{"rendered":"<p><i><b>Hinweis: <\/b>Dieser Artikel ist ein Beitrag zum <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2016\/07\/19\/der-scienceblogs-blog-schreibwettbewerb-2016\/\">ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2016<\/a>. Hinweise zum Ablauf des Bewerbs und wie ihr dabei Abstimmen k\u00f6nnt <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=22936\">findet ihr hier<\/a>.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\" alt=\"sb-wettbewerb\" width=\"500\" height=\"172\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-15702\" \/><\/a><\/i><\/p>\n<p><b>Das sagt der\/die AutorIn des Artikels, <b>UMa<\/b> \u00fcber sich:<\/b><br \/>\nIch interessiere mich f\u00fcr extrasolare Planeten, Astrophysik, Geowissenschaften und verwandte Themen. Wenn mich etwas interessiert oder mir seltsam vorkommt, rechne ich das nach. Meist bin ich im <a href=\"https:\/\/www.astronews.com\/forum\/forum.php\">Astronews.com Forum<\/a> aktiv.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n<b>Proxima 1<\/b><\/p>\n<p>K\u00fcrzlich wurde die Entdeckung eines Planeten von etwas \u00fcber einer Erdmasse in der habitablen Zone um <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Proxima_Centauri\">Proxima Centauri<\/a>, dem sonnenn\u00e4chsten Stern, bekanntgegeben. Seine Bezeichnung ist <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Proxima_Centauri_b\">Proxima Centauri b<\/a>.<br \/>\nHier versuche ich zu beschreiben, wie eine Sonde aussehen k\u00f6nnte, die den Planeten um Proxima Centauri noch im 21. Jahrhundert direkt erforscht. Dabei habe ich mich auf bereits vorhandene Technologie beschr\u00e4nkt, mit Ausnahme des Prim\u00e4rantriebes, f\u00fcr den es bis jetzt noch keine Technologie gibt, mit der die Entfernung zu Proxima Centauri von 4,24 Lichtjahren oder 268000 Astronomischen Einheiten (AE), in weniger als ein paar tausend Jahren zur\u00fcckgelegt werden k\u00f6nnte.   <\/p>\n<p>Aber es gibt schon einige Ideen f\u00fcr den Prim\u00e4rantrieb. Eine M\u00f6glichkeit sind riesige, extrem leichte <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Sonnensegel_(Raumfahrt)\">Lichtsegel<\/a>, welches in Sonnenn\u00e4he durch die Sonne, oder aber, auch in gr\u00f6\u00dferer Entfernung durch einen starken Laser angetrieben werden k\u00f6nnten. Typischerweise wird dies f\u00fcr eher kleinere Sonden <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/1604.01356\">vorgeschlagen<\/a>.<br \/>\nEine andere M\u00f6glichkeit sind Kernspaltungs- oder Kernfusionsr\u00fccksto\u00dfantriebe von denen einige \u00fcber 1000 km\/s Ausstr\u00f6mgeschwindigkeit erreichen k\u00f6nnten.<br \/>\nEs gibt exotischere Ideen zum Abbremsen wie das <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Magnetic_sail\">MagSail<\/a> zum abbremsen. Oder <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Electrodynamic_tether\">elektrodynamische Tether<\/a> zur Richtungs\u00e4nderung. In dieser eher konservativen Sonde werden sie nicht verwendet.<br \/>\nEine Beschleunigung oder Richtungs\u00e4nderung durch gerichtete Abw\u00e4rme der RTGs ist m\u00f6glich, wie man bei den Sonden Pioneer 10 und 11 gemerkt hat, aber zu ineffektiv um gr\u00f6\u00dfere Bahn\u00e4nderungen durchzuf\u00fchren. Deswegen erh\u00e4lt Proxima 1 zus\u00e4tzlich einen Ionenantrieb.<\/p>\n<p>Im weiteren werde ich annehmen, dass eine Geschwindigkeit von 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit, das sind 30000 km\/s mittels eines R\u00fccksto\u00dfantriebes von 5000 km\/s Ausstr\u00f6mgeschwindigkeit erreicht wird. Auch wenn es wenig wahrscheinlich scheint, dass eine solche Geschwindigkeit von einer Raumsonde in den n\u00e4chsten Jahrzehnten erreicht werden kann, w\u00fcrden langsamere, plausiblere Geschwindigkeiten keine Ankunft mehr in diesem Jahrhundert gestatten.   <\/p>\n<p><b>Der Aufbau von Proxima 1<\/b><\/p>\n<p>Die hohe Geschwindigkeit bestimmt den Aufbau der Raumsonde Proxima 1. Einerseits muss sie leicht sein, damit die Startmasse nicht zu gro\u00df wird, andererseits gibt es keine M\u00f6glichkeit wieder abzubremsen und so wird es eine Vorbeiflugsonde mit einer extrem hohen Geschwindigkeit von 30000 km\/s. Dies stellt hohe Anforderungen an das Kamerasystem, das die Aufnahmen aus gro\u00dfen Entfernungen von vielen Millionen Kilometern machen muss zusammen mit kurzen Belichtungszeiten von wenigen hundertstel Sekunden. Im Prinzip ergibt sich eine Videokamera, die in schneller Folge etwa 30 Bilder die Sekunde aufnehmen muss. Wegen der hohen Entfernungen ist eine gro\u00dfe Aufl\u00f6sung und eine hohe Lichtst\u00e4rke erforderlich, die eine gro\u00dfe \u00d6ffnung und damit insgesamt eine gro\u00dfe Kamera erfordert. Damit scheiden sehr kleine Sonden aus.<\/p>\n<p>Stromversorgung:<br \/>\nDie 4 <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Radionuklidbatterie\">Radioisotope Thermoelectric Generators (RTGs)<\/a> zur Stromversorgung wiegen zusammen 220 kg und liefern zu Anfang 1140 W Strom. Bei dem Vorbeiflug an Proxima Centauri sind es noch 570 W. Davon braucht die Sonde mit Instrumenten, aber ohne Sender und Antrieb maximal 170 Watt. Die gesamte W\u00e4rmeproduktion f\u00e4llt von anf\u00e4nglich 17,6 kW auf 12,5 kW ab. Sie verhindert die Ausk\u00fchlung der Sonde w\u00e4hrend des Fluges. <\/p>\n<p>Sekund\u00e4rantrieb:<br \/>\nAls Sekund\u00e4rantrieb und Lageregelung hat Proxima 1 einen <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ionenantrieb\">Ionenantrieb<\/a>. Mehrere gro\u00dfe und einige Ionentriebwerke kleine Lageregelung. Die Ausstr\u00f6mgeschwindigkeit der Ionentriebwerke betr\u00e4gt 50 km\/s. Maximal werden 400 W Strom ben\u00f6tigt, damit k\u00f6nnen 11 mN Schub erzeugt werden. Es stehen 113 kg Xenon als Treibstoff in einem Drucktank zur Verf\u00fcgung, die Triebwerke k\u00f6nnen damit insgesamt 16 Jahre betrieben werden. Insgesamt kann damit die Geschwindigkeit um 8,2 km\/s ge\u00e4ndert werden. Eine nennenswerte Beschleunigung oder Abbremsung ist damit also nicht m\u00f6glich. Auch kann die Ankunftszeit nur um maximal 19 Stunden ver\u00e4ndert werden. Allerdings kann, wenn die Triebwerke die letzte 16 Jahre durchgehend laufen, die Sonde um bis zu 13,8 Astronomische Einheiten (AE) seitw\u00e4rts bewegt werden. Eine gr\u00f6\u00dfere \u00c4nderung w\u00e4re m\u00f6glich, wenn mehr als 16 Jahre vor er Ankunft mit der Kurskorrektur begonnen w\u00fcrde. Dabei betr\u00e4gt die Gesamtmasse mit vollem Treibstofftank 750 kg.<br \/>\nW\u00e4hrend nahezu der gesamten Flugphase dreht sich Proxima 1 mit wenigen Umdrehungen pro Minute um die Achse in Flugrichtung um die Lage zu stabilisieren.  <\/p>\n<p>Ein mehrlagiges Schutzschild von \u00fcber 5 m Durchmesser sch\u00fctzt die Sonde vor Staubteilchen die mit 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit von vor auf die Sonde treffen. Au\u00dferdem absorbiert es die Protonen und Elektronen des interstellaren Gases, die als niederenergetische Strahlung auf die Sonde treffen.<\/p>\n<p>Instrumente:<br \/>\nProxima 1 verf\u00fcgt \u00fcber zwei Kamerasysteme. Die Large Proxima Imaging Camera (LaPIC) ist ein Cassegrain Teleskop mit 50 cm \u00d6ffnung und 12 m Brennweite. Sie ist das Hauptinstrument von Proxima 1 und dient neben der Gewinnung der Bilder und Spektren der Planeten um Proxima Centauri auch der Bestimmung der Parallaxen der Sterne. Das Gesichtsfeld betr\u00e4gt maximal 1 Grad. Aus einer Entfernung von 10 Millionen km von Proxima Centauri b k\u00f6nnen noch Details von 10 km erfasst werden. Der Detektor hat 5 Spektralkan\u00e4le zwischen 400 nm bis 2,5 \u00b5m.<\/p>\n<p>Die LaPIC ist quer zur Flugrichtung angebracht und liegt komplett hinter dem Schild. Spiegel die seitlich angebracht sind befinden sich normalerweise hinter dem Schutzschild und reflektieren das Licht aus unterschiedlichen Richtungen in die feststehende LaPIC. Es gibt aber auch mehrere Spiegel, die sich \u00fcber den Rand des Schildes ausklappen k\u00f6nnen, um Aufnahmen nach vorn zu erm\u00f6glichen. Dabei gibt es insgesamt 6 als Backup, falls einige durch Staubteilchen besch\u00e4digt werden. Diese Spiegel dienen vor allem dem Schutz der Kamera, so dass diese auch nach vorn Aufnahmen machen kann, ohne teilweise in den Teilchenstrom zu geraten.<\/p>\n<p>Ein abbildendes Spektrometer f\u00fcr das sichtbare und infrarote Licht sollen die Zusammensetzung der Oberfl\u00e4chen und Atmosph\u00e4ren der Planeten des Proxima Centauri Systems bestimmen. <\/p>\n<p>Daneben gibt es noch die kleine Small Camera (SmaC) die mit nur 7,5 cm \u00d6ffnung deutlich Lichtschw\u00e4cher ist aber \u00fcber ein Gesichtsfeld von 16 Grad verf\u00fcgt. Sie verf\u00fcgt aber zus\u00e4tzlich \u00fcber nur schwach reflektierende Spiegel, mit denen auch Gro\u00dfaufnahmen des Sterns Proxima Centauri selbst gemacht werden k\u00f6nnen, ohne die Kamera zu \u00fcberhitzen.<\/p>\n<p>Das Energetic Partikel Spectrometer (EPS) erfasst Elektronen, Protonen und Ionen um Bereich von 100 bis 10000 keV. Dabei muss die hohe Geschwindigkeit der Raumsonde ber\u00fccksichtigt werden, die sie je nach Richtung zur Teilchenenergie addiert. Auch das interstellare Gas sowie der Sternenwind werden damit erfasst. Ein Staubdetektor ragt ebenso wie das EPS \u00fcber das Schild hinaus und werden so vom Staub und Teilchenstrom durchsiebt. Des weiteren gibt es ein Ger\u00e4t zu Messung der interstellaren Magnetfelder.<\/p>\n<p>Kommunikation:<br \/>\nProxima 1 hat nur eine Hochgewinnantenne (HGA) von 5 m Durchmesser. Sie hat keine Niedriggewinnantenne (LGA) wie Raumsonden, die im Sonnensystem verbleiben, denn sie w\u00e4re nutzlos, da sie zu schwach ist, um die Erde aus gr\u00f6\u00dferer Entfernung erreichen zu k\u00f6nnen oder von dort Signale zu empfangen. Eine mit der Haupttriebwerksstufe verbundene Kommunikationseinheit f\u00fcr die Beschleunigungsphase inklusive MGA und LGA wurde mit dieser abgeworfen.<br \/>\nDer Sender kann mit bis zu 175 W Sendeleistung senden bei 400 W Stromverbrauch.<br \/>\nGesendet wird im Ka Band bei 34 GHz, direkt auf die Sonne zu. Dies hat den Vorteil, dass die Sendeenergie auf einen Winkel von nur 6 Bogenminuten geb\u00fcndelt werden kann. Der Nachteil ist, dass die Empfangsst\u00e4rke durch Wasserdampf in der Erdatmosph\u00e4re gest\u00f6rt wird. Daher ist eine erheblich gr\u00f6\u00dfere Redundanz in den gesendeten Signalen als bisher n\u00f6tig. Trotz der gro\u00dfen HGA des starken Senders und der hohen Frequenz nimmt die Datenrate wegen der sehr gro\u00dfen Entfernung stark ab. Sie betr\u00e4gt 2 Bit\/s zu beim <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Square_Kilometre_Array\">Square Kilometre Array (SKA)<\/a> oder 440 Bit\/s nach der Erweiterung des SKA bzw. Neubau eines Empfangsarrays. In den 8 Jahren k\u00f6nne damit bis zu 100 Gigabit \u00fcbertragen werden. Unter Ber\u00fccksichtigung der Rotverschiebung der Signale, kommt das Signal bei der Erde mit einer Datenrate von 400 Bit\/s und einer Frequenz von 30,75 GHz an. F\u00fcr die Kommunikation der Sonde, die sich weit von der Erde entfernt, muss das SKA mit Empf\u00e4ngern f\u00fcr das Ka Band nachger\u00fcstet werden, da die Empf\u00e4nger f\u00fcr dies hohen Frequenzen nicht geeignet sind.<\/p>\n<p><b>Die Mission von Proxima 1<\/b><\/p>\n<p>Mit einem einstufigen Test des Prim\u00e4rtriebwerks im Herbst 2028 mit einer 3 Tonnen schweren Neptunsonde, die mit nur 1,3 Tonnen Treibstoff auf 838 km\/s beschleunigt, wieder abbremst und nach nur 87 Tagen in einen Neptunorbit einschwenkt, wird die Technologie getestet.<br \/>\nIm Anfang Februar 2030 mit 6 Starts des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Space_Launch_System\">Space Launch Systems Block 2<\/a> werden die je 130 Tonnen schweren Komponenten in einen niedrigen Erdorbit von 186 km H\u00f6he gebracht. Dort werden die 6 Teile, die Sonde mit den 3 obersten Stufen, sowie 5 weitere Prim\u00e4rtriebwerke, zum schwersten Objekt von 780 Tonnen, das von Menschen in den Orbit gebracht wurde zusammengesetzt. Durch eine Ausstr\u00f6mgeschwindigkeit von 5000 km\/s beschleunigt der vierstufige Prim\u00e4rantrieb in knapp 3 Jahren Proxima 1 auf 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit. Bereits im Juni 2030 ist Proxima 1 mit 184 AE die entfernteste Sonde von der Erde und \u00fcberholt damit <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Voyager_1\">Voyager 1<\/a>. Nach der Trennung der letzten Stufe des Prim\u00e4rantriebes Ende 2032 fliegt Proxima 1 mit nur noch 750 kg Gesamtmasse aber 30000 km\/s weiter.<\/p>\n<p>Bereits w\u00e4hrend des Fluges beginnt die interstellare Mission. Dabei werden Teilchen und Magnetfelder im interstellaren Raum vermessen. Die Daten werden gesammelt um die Empfangsanlagen auf der Erde nicht dauerhaft zu blockieren und im Abstand von einem Jahr zum SKA mit einer maximalen Datenrate von anf\u00e4nglich 440 Bit pro Sekunde gesendet. Mit zunehmender Entfernung muss die Datenrate reduziert werden und die \u00dcbertragungszeiten werden immer l\u00e4nger. <\/p>\n<p>W\u00e4hrend der zweiten Phase des Fluges nach Proxima Centauri beginnt dann die astrometrische Mission. Insgesamt sollen die Positionen mehrerer Millionen Sterne unserer Milchstra\u00dfe auf besser als 0,2 Millibogensekunden genau bestimmt werden. Selbst wenn man nur die Genauigkeit des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hipparcos\">Hipparcos<\/a> Satelliten erreicht, kann man wegen der langen Basislinie von \u00fcber 200000 AE die Distanzen selbst zu Galaxien trigonometrisch bestimmen. Insbesondere bei Supernovae, die in nahen Galaxien bis etwa 100 Millionen Parsec w\u00e4hrend des Fluges auftreten, k\u00f6nnen so im Vergleich mit Aufnahmen von der Erde trigonometrische Parallaxen bestimmt werden. Aber auch innerhalb der Milchstra\u00dfe k\u00f6nnen die Entfernungen der Sterne so mit einer zehntausendfach h\u00f6heren Genauigkeit gemessen werden, als mittels der <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gaia_(Raumsonde)\">GAIA<\/a> Mission.<br \/>\nWegen der niedrigen Datenrate werden die Rohdaten bereits an Bord der Sonde ausgewertet und nur die n\u00f6tigen Informationen mit einer niedrigen Datenrate von wenigen Bit pro Sekunde zur Erde gesendet.<\/p>\n<p>Anfangs, bis in die 2070er Jahre, dient das SKA als Empfangsanlage, wobei zuletzt daf\u00fcr ein immer gr\u00f6\u00dferer Anteil der Zeit aufgewendet werden muss. Bis zur Ankunft an Proxima Centauri muss das SKA vergr\u00f6\u00dfert oder aber ein gr\u00f6\u00dferes Array gebaut werden, dass aus dieser Entfernung die Bilder und Daten empfangen kann, die mit wieder mit 440 Bit pro Sekunde gesendet werden.<\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 2073, etwa 6 Monate vor dem Vorbeiflug, beginnen die Aufnahmen der Umgebung von Proxima Centauri, um sie nach weiteren entfernten Planeten abzusuchen. Die Aufnahmen sind jetzt besser als mit dem <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/E-ELT\">European Extremely Large Telescope (E-ELT)<\/a> von der Erde aus. Die Planung weitere Aufnahmen muss autonom erfolgen, da die Signallaufzeit zur Erde und zur\u00fcck \u00fcber 8 Jahre betr\u00e4gt und so nur einer grobe Planung der Mission m\u00f6glich ist aufgrund von \u00fcber 8 Jahre alten Daten, w\u00e4hrend die verbesserten Positionen und neuen Planeten noch nicht ber\u00fccksichtigt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Die spektroskopischen Aufnahmen sind w\u00e4hrend des Anfluges mit z=-0,0955 blauverschoben, wegen der hohen Geschwindigkeit von 10 Prozent der Lichtgeschwindigkeit, mit der sich die Sonde n\u00e4hert. Dabei verdeckt der Schild Proxima Centauri um die Planeten besser aufnehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anfang Oktober 2073 fliegt Proxima 1 durch das Innere des Proxima Centauri Planetensystems. Dies ist der erste Vorbeiflug an einem anderen Stern als der Sonne. Neben den Aufnahmen und der Spektroskopie wird auch das Magnetfeld und die Gas- und Staubzusammensetzung vermessen.<br \/>\nGeschwindigkeit ist dabei so gro\u00df, dass eine Astronomische Einheit in weniger als 5000 Sekunden zur\u00fcck gelegt wird. <\/p>\n<p>Nachdem die \u00e4u\u00dferen Planeten aufgenommen wurden, konzentriert sich Proxima 1 auf das Prim\u00e4rziel Proxima Centauri b. Dabei wird in schneller Folge ein ganzes Video aufgenommen damit Bilder wegen der schnellen Bewegung nicht unscharf werden. Die n\u00e4chsten Aufnahmen sollen Strukturen, die weniger als 10 km messen, zeigen k\u00f6nnen. W\u00e4hrenddessen macht die SmaC auf der anderen Seite Nahaufnahmen des Sterns.<\/p>\n<p>Nach dem Vorbeiflug werden die Spiegel gedreht und die Aufnahmen gehen von der anderen Seite weiter. Doch von nun an sind alle Farben rotverschoben, da sich nun die Sonde wieder entfernt. Nun wird der Sender eingeschaltet, um die Atmosph\u00e4re zu vermessen. Dabei wird versucht die Bahn so zu legen, dass Proxima 1, von der Erde aus gesehen, hinter Proxima Centauri b hindurchfliegt, damit das Signal durch seine Atmosph\u00e4re geht. Je nach gegenseitiger Stellung k\u00f6nnen auch noch anderen Planeten oder Proxima Centauri selbst vermessen werden.<br \/>\nNach dem die Messungen abgeschlossen sind, wird begonnen, die Daten zur Erde zu senden.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich im Dezember 2074, 14 Monate nach dem Vorbeiflug an Proxima Centauri, ist die gr\u00f6\u00dfte N\u00e4he zum Alpha Centauri Hauptsystem A und B erreicht. Dabei werden Aufnahmen der dort bekannten Planeten gemacht, um ihre dreidimensionale Position besser zu vermessen. Neue Planeten werden dabei nicht entdeckt werden, da aus der Distanz von 10500 AE die Aufnahmen schlechter sind, als die mit Gro\u00dfteleskopen von der Erde oder dem erdnahen Weltraum. Sie sind vergleichbar mit einem 13 Meter Teleskop von der Erde aus.<\/p>\n<p>Im Januar 2078 erreichen die ersten Daten die Erde mit einer Datenrate von 400 Bit pro Sekunde.  Wegen der Rotverschiebung ist die Datenrate beim Empfangen geringer als beim Senden. Es dauert ganze 8 Jahre um alle Daten in h\u00f6chster Komprimierung von Proxima 1 zur Erde zu \u00fcbertragen.<\/p>\n<p>Wie realistisch ist Proxima 1?<br \/>\nAu\u00dfer dem Prim\u00e4rantrieb habe ich nur existierende oder im Bau befindliche Technologien verwendet. Es ist unwahrscheinlich, dass es bis 2030 einen derartigen Antrieb gibt. Einfacher, schneller und billiger w\u00e4ren Gro\u00dfteleskope auf der Erde oder im All, die Planeten um nahe Sterne direkt untersuchen k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag zum ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2016. Hinweise zum Ablauf des Bewerbs und wie ihr dabei Abstimmen k\u00f6nnt findet ihr hier. 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