{"id":23087,"date":"2016-09-25T06:00:57","date_gmt":"2016-09-25T04:00:57","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/09\/25\/geschichten-aus-der-universalbibliothek-von-lasswitz-rote-lippen\/"},"modified":"2025-05-14T16:17:47","modified_gmt":"2025-05-14T14:17:47","slug":"geschichten-aus-der-universalbibliothek-von-lasswitz-rote-lippen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/09\/25\/geschichten-aus-der-universalbibliothek-von-lasswitz-rote-lippen\/","title":{"rendered":"Geschichten aus der Universalbibliothek von La\u00dfwitz \u2013 Rote Lippen"},"content":{"rendered":"<p><i><b>Hinweis: <\/b>Dieser Artikel ist ein Beitrag zum <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2016\/07\/19\/der-scienceblogs-blog-schreibwettbewerb-2016\/\">ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2016<\/a>. Hinweise zum Ablauf des Bewerbs und wie ihr dabei Abstimmen k\u00f6nnt <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=22936\">findet ihr hier<\/a>.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\" alt=\"sb-wettbewerb\" width=\"500\" height=\"172\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-15702\" \/><\/a><\/i><\/p>\n<p><b>Das sagt der Autor des Artikels, <b>Mick Elodeon<\/b> \u00fcber sich:<\/b><br \/>\nKeine Angabe<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nGeschichten aus der Universalbibliothek von La\u00dfwitz \u2013 Rote Lippen<\/p>\n<p>Ich sitze in meinem B\u00fcro, um mich rum verblassen alle Farben, meine ganze Umgebung erscheint mir in Graut\u00f6nen. Es ist verr\u00fcckt, doch weder die Fotos von mir an der Wand, noch mein Computerbildschirm wei\u00dft irgendeine Farbe auf. Der Zigarettenrauch schwebt auf halber H\u00f6he durch den Raum und ich sitze mit Hut und Parker bekleidet hinter meinem Schreibtisch, dabei sind es mindestens 32 Grad Celsius in dem Raum. Ich f\u00fchle mich wie in einem Humphrey Bogart Film aus den f\u00fcnfziger Jahren.<br \/>\nWie von einer zweiten Person gesprochen, h\u00f6re ich meine eigene Stimme, nur etwas tiefer und rauer und, na ja, viel cooler. Eine k\u00f6rperlose Stimme, die meine momentanen Gedanken sowie alle Geschehnisse ausspricht. Ein Erz\u00e4hler. Ich ziehe noch einmal gen\u00fcsslich an meiner Zigarette und lehne mich zur\u00fcck in meinen Sessel um den Rauch senkrecht nach oben auszupusten. Ein komisches Gef\u00fchl zu h\u00f6ren wie jemand, der wie du klingt, alle deine Gedanken ausspricht und das, was gerade passiert haarklein gesprochen wiedergibt. Egal, es gibt Wichtigeres zu tun, es gibt immer Wichtigeres zu tun, nur leider nicht genug Zeit. Oder gen\u00fcgend Zeit schon, doch wird diese verschwendet. Ich m\u00fcsste meine Steuererkl\u00e4rung machen, doch lausche lieber meinen Gedanken. Ich brauche 55 Minuten zu meiner Arbeit, ebenfalls verschwendete Zeit. Ich schlafe gerne 8 Stunden am Tag, der K\u00f6rper hingegen ben\u00f6tigt nur 6 Stunden, wieder geht Zeit verloren. Ich dr\u00fccke meine Zigarette halb aufgeraucht aus und greife mit der anderen Hand nach der Schachtel um die n\u00e4chste anzuz\u00fcnden, auch Verschwendung. Der Aschenbecher quillt \u00fcber, doch ich h\u00f6re nicht auf. Durch das Fenster fallen die letzten Sonnenstrahlen des Tages direkt auf meinen Schreibtisch, ein Schauspiel, welches den baldigen Feierabend ank\u00fcndigt. Den Feierabend eines ereignislosen Tages. Wieder ein Mal.<br \/>\nL\u00f6st man das \u201esch\u201c aus Verschwendung, ergibt das das Wort Verwendung, komischer Zufall? Drei kleine, scheinbar unbedeutende Buchstaben werden entfernt, gerade 23,08 Prozent des gesamten Wortes und wir haben eine gegenteilige Bedeutung. 23,08 Prozent! Zufall, dass wir hier die Zahl 23 wiederfinden? Will man da schon an Verschw\u00f6rungstheorien denken? Sicher nicht, manch einer denkt es handelt sich nur um eine Laune des Schicksals, aber die Quersumme der Zahl 23,08 ist 13. 13 ist nicht nur genauso sagenumwoben wie die Zahl 23, das Wort Verschwendung setzt sich genau 13 Buchstaben zusammen. Verr\u00fcckt, nicht wahr? Rationalisiert man das \u201eVer\u201c aus Verwendung,  ergibt sich das Wort Wendung. Wendung beschreibt doch genau die \u00c4nderung der Bedeutung der ersten Wortverst\u00fcmmelung Verschwendung zu Verwendung. Weiterhin ein Zufall oder steckt doch mehr dahinter? Wer hat das Wort Verschwendung erfunden? Die Freimaurer? Welche M\u00e4chte sind hier Werke? Ich asche ab, doch schafft der l\u00e4ngst \u00fcberf\u00fcllte Aschenbecher es nicht, alles bei sich zu behalten. F\u00fchrt man dieses Wortgemetzel fort, und entledigt sich nun dem \u201eWen\u201c aus Wendung, bleibt uns nur noch Dung, ein geradezu pr\u00e4destiniertes Ergebnis dieses Gedankenganges, mehr auch nicht.<\/p>\n<p>Es klopft. Durch die Milchglasscheibe, auf der mein Name in gro\u00dfen schwarzen Buchstaben abgebildet ist, erkenne ich die Silhouette einer Frau. Ich bitte um Eintritt. Die T\u00fcr \u00f6ffnet sich und eine attraktive, schlanke Dame steht vor meinem Schreibtisch. Ihre langen, dunklen Haare umranden ihr atemberaubend sch\u00f6nes Gesicht. Sie tr\u00e4gt ein langes schwarzes Kleid, welches ihre unglaubliche Figur betont sowie einen weit ausladenden Hut mit schwarzem Schleier, welcher ihr Gesicht zum Teil verdeckt. Sie ist ungef\u00e4hr 168 Zentimeter gro\u00df und mir f\u00e4llt sofort ihr knallroter Lippenstift auf. Komisch alles andere ist immer noch in langweiligen Graut\u00f6nen gehalten nur ihre Lippen nicht. Meine G\u00fcte dieses Rot, dieses sinnliche, anziehende Rot. Schlagartig denke ich an die Stimme, die in diesem Raum meine Gedanken ausspricht. Ich hoffe ich bin verr\u00fcckt genug, dass nur ich sie h\u00f6re. Sie l\u00e4sst sich nichts anmerken, vielleicht habe ich Gl\u00fcck. Ich mache meine Zigarette aus, um mir die n\u00e4chste anzumachen. Mittlerweile befindet sich so viel Qualm in diesem Raum, dass es hier aussieht wie in London zur Morgend\u00e4mmerung, wenn der Nebel \u00fcber die Stra\u00dfen kriecht, wie Gespenster die nach durchgezechter Nacht lautlos in Ihre Gruften schleichen, bevor sie von der gerade aufwachenden, lebenden Bev\u00f6lkerung entdeckt werden und dann das gro\u00dfe Geheimnis von \u00fcbernat\u00fcrlichen Gestalten gel\u00fcftet w\u00e4re. Tse, das einzige was hier gel\u00fcftet werden sollte, ist dieser Raum.<br \/>\nDie Unbekannte tritt an meinen Schreibtisch und st\u00fctzt sich mit beiden H\u00e4nden drauf ab. Provokant spielt sie mit ihren Reizen, denn durch diese Haltung gew\u00e4hrt sie mir leichten Einblick in ihr Dekollet\u00e9, doch ich lasse mich nicht beirren und starre weiter auf ihren Mund und ziehe gen\u00fcsslich an meiner Zigarette. Ich merke sofort, dass es zwischen uns so laut knistert, wie bei einem Brand in einem Weihnachtsbaumlager. Was kann sie nur wollen? Und warum kommt sie mir so bekannt vor?<br \/>\n\u201eSind sie Mick Elodeon? \u201e, haucht sie zart mir entgegen.<br \/>\n\u201eDie gro\u00dfen Buchstaben an der T\u00fcr, die sie gerade durchschritten haben lassen stark vermuten dass sie gefunden haben wonach sie suchten.\u201c, antworte ich so k\u00fchl, dass ihr umgehend ein kalter Schauer \u00fcber den R\u00fccken l\u00e4uft.<br \/>\n\u201eEher hoffe ich, das Sie\u201c, ich muss kaum betonen, wie scharf sie das Wort \u2019sie\u2018 betont, \u201c finden wonach ich suche.\u201c Das ewige Spiel der Macht. Sie greift nach meiner Zigarette, die lose in meinem Mundwinkel h\u00e4ngt, zieht mit geschlossenen Augen daran, pustet den Rauch in Richtung Sonne und dr\u00fcckt sie dann in dem Aschenbecher aus. Ich wette sie hatte vor kurzem mit dieser Last aufgeh\u00f6rt und genoss diesen Zug als w\u00e4re es, wie so oft, ihr erster und letzter.<br \/>\n\u201eLassen wir die Spielchen. Ich brauche ihre Hilfe, sie sollen der Beste auf dem Gebiet sein.\u201c Sie wirkt so abgebr\u00fcht, das ich denke, ich bin f\u00fcr auf und ab und weniger Bau echt zu alt.<br \/>\n\u201eJa, ich bin der Beste in dem was ich tue, doch wei\u00df ich nicht, ob es das ist, wonach sie suchen.\u201c, sage ich und z\u00fcnde mir die n\u00e4chste Zigarette an. \u201eWobei genau soll ich Ihnen helfen, Lady?\u201c, frage ich sie.<br \/>\nSie beugt sich weiter \u00fcber meinen Tisch mir entgegen. Der Duft ihres Parfums verdr\u00e4ngt den Geruch des kalten Zigarettenrauches und bet\u00f6rt mich leicht. Und da wieder diese roten Lippen. Mir f\u00e4llt es zunehmend schwerer mich zu konzentrieren und langsam beschleicht mich das Gef\u00fchl, diese eiskalte Lady will dieses auch bezwecken.<br \/>\n\u201eMich besch\u00e4ftigt seit geraumer Zeit die eine Frage, dessen Antwort ich nicht zu erlangen vermag.\u201c Ich halte den Atem an, da diese Worte mir so zart zugehaucht werden, dass jeder noch so kleine Windsto\u00df die W\u00f6rter h\u00e4tten entfliehen lassen. Ich merke wie sie die Oberhand in unserem kleinen Spiel erlangt. Ich bin jedoch zu stolz, um mich darauf einzulassen. Es ist mein B\u00fcro, mein Territorium, mein Spiel. Also drehe ich mich weg und schaue der untergehenden Sonne nach. So sehr mich ihre roten Lippen in den Bann ziehen, so sehr mich die Aussicht auf einen neuen Fall erregt, so sehr f\u00fchle ich mich am meisten von der Art, wie sie es liebt das Spiel zu kontrollieren angezogen.<br \/>\n\u201eDann stellen Sie ihre Frage Lady, oder verschwenden nicht weiter meine Zeit.\u201c Nicht eine Sekunde, seitdem sie diesen Raum betreten hat, ist verschwendet gewesen, im Gegenteil. Diese Frau wei\u00df, wie sie den Gegen\u00fcber f\u00fcr sich einnimmt. Das wei\u00df ich, das wei\u00df sie, und doch geh\u00f6rt es einfach dazu es auszusprechen. Das ist das Gesetz des Spieles.<br \/>\n\u201eFinden Sie f\u00fcr mich die Universalbibliothek die Kurt La\u00dfwitz in seiner Geschichte beschrieben hat.\u201c Schweigen. Wir schweigen ganze 3 Minuten. In dieser Zeit habe ich eine weitere Zigarette angez\u00fcndet und beinahe aufgeraucht. Ich blicke noch immer aus dem Fenster. Die Jalousien, lassen nur Lichtstreifen durch. Ich \u00fcberlege. Ich kenne die Antwort, doch w\u00fcrde ich diese umgehend \u00e4u\u00dfern, w\u00fcrde sie denken, ich halte sie f\u00fcr verr\u00fcckt.<br \/>\n\u201eDie Bibliothek zu finden ist nicht m\u00f6glich.\u201c, antworte ich letztendlich und puste wei\u00df blauen Rauch aus.<br \/>\n\u201eMan sagte mir sie finden alles, ich habe mich wohl get\u00e4uscht und werde das Bild, dass die Menschen von Ihnen haben revidieren m\u00fcssen.\u201c, man sp\u00fcrt fast k\u00f6rperlich ihre Entt\u00e4uschung und gleichzeitig ihre Wut. Ich muss ihre letzte Chance sein, wie traurig, dass ich der letzte Anker sein soll bevor ihr Traum g\u00e4nzlich im Bermuda Dreieck der versiegenden Hoffnungen verloren geht.<br \/>\n\u201eDiese Bibliothek l\u00e4sst sich nicht so einfach finden, falsch, sie l\u00e4sst sich gar nicht finden, da sie nicht gefunden werden will, beziehungsweise nicht gefunden werden darf. Wenn Sie schon von der Universalbibliothek wissen, sollte ihnen auch dieser Fakt bekannt sein.\u201c, zerst\u00f6re ich weiter ihre Hoffnung. \u201eWeiterhin ist die Existenz dieser nicht bewiesen.\u201c<br \/>\nEntmutigt sackt sie zur\u00fcck in den brauen, abgewetzten Ledersessel. Nun verblasst auch langsam das Rot ihrer Lippen. Diese unglaublichen Lippen, gehen in das Grau in Grau der ganzen Szenerie \u00fcber. Wie kommt sie auch nur auf diese fixe Idee, diese Bibliothek ausfindig machen zu k\u00f6nnen. Diese Bibliothek ist nur ein Idee, ein Gedankenexperiment. Es haben sich immer wieder Verr\u00fcckte zu Wort gemeldet, die meinten das es die von La\u00dfwitz erw\u00e4hnte Bibliothek wirklich geben soll, doch wie auch Herr La\u00dfwitz selbst beschrieben hat, der Umfang dieser w\u00e4re kaum messbar. Die Idee der Bibliothek ist so einfach wie genial. Jedes Buch umfasst 500 Seiten \u00e1 40 Zeilen mit je 50 Zeichen, einberechnet Punktion etc. Der Inhalt dieser B\u00fccher folgt einer einfachen und logischen Abfolge, hei\u00dft das erste Buch enth\u00e4lt nur leere Seiten, keine Zeichen, rein gar nichts. Das zweite Buch hat auf der ersten Seite an der ersten Stelle der ersten Zeile ein \u201aa\u2018, alles weitere weiterhin unbeschrieben. Buch Nummer drei ersetzt nun das \u201aa\u2018 durch ein \u201ab\u2018. Und dieses Spiel wird immer so fortgef\u00fchrt, bis dann das zweite Zeichen der ersten Zeile auf der ersten Seite ein Zeichen erh\u00e4lt und man so alle erdenklichen M\u00f6glichkeiten durchspielt. Bis nach X B\u00fcchern das erste Wort entsteht. Man findet als erstes Wort dann \u201aAachen\u2018 allein stehend in einem Buche. Im n\u00e4chsten Buch finden wir dann das Wort \u201aAacheo\u2018. Und so weiter, bis der erste Satz, die erste gef\u00fcllte Seite erkennbar ist. Die Bibliothek umfasst also schwer vorstellbar viele B\u00fccher, aber in einer endlichen Anzahl.<br \/>\n\u201eIch suche nur das eine Buch\u201c, haucht die sch\u00f6ne unbekannte wieder so zart, dass ich es nicht wage, auch nur einen Dezibel lauter zu antworten.<br \/>\n\u201eWelches Buch suchen sie, Lady?\u201c<br \/>\n\u201eIch suche meine Geschichte, ich suche das Buch, das mein Leben in sich tr\u00e4gt. Ich m\u00f6chte nur wissen was geschah und was geschehen wird und was ich als n\u00e4chstes zu tun habe.\u201c Sie wirft die H\u00e4nde vors Gesicht und beginnt leise, aber voller Schwermut zu weinen.<br \/>\nDie Universalbibliothek beherbergt all unsere Geschichten. Sie umfasst alles Wissen, aber auch alle L\u00fcgen und F\u00e4lschungen, alle Hirngespinste und Verr\u00fccktheiten, wiederum auch alle Wahrheiten. Sie sagt die Zukunft voraus und spiegelt die Vergangenheit wider. Kurz gesagt, sie umfasst alles, da alle M\u00f6glichkeiten durchgespielt werden. In der Universalbibliothek findet man sogar die Geschichte unserer Welt, wenn auch nicht alles auf Grund der beschr\u00e4nkten Seitenanzahl in einem Buch, doch gibt es in den R\u00e4umlichkeit irgendwo die Fortsetzung des ersten Teils und so weiter. Es werden alle M\u00f6glichkeiten ganz systematisch abgedruckt. Irgendwo in dieser Bibliothek findet sich auch diese Geschichte wieder, noch bevor ich sie erz\u00e4hlen kann.<br \/>\n\u201eDie Bibliothek w\u00fcrde ihnen nichts n\u00fctzen Lady, das w\u00e4re verschwendete Zeit, sie w\u00fcrden niemals erkennen k\u00f6nne, welches Buch ihre wahre Geschichte beinhaltet. Welches Buch ihre wirkliche Zukunft darlegt, woher sollten sie das auch wissen? Selbst die hier gesprochenen Zeilen, werden in dieser Bibliothek zu finden sein.\u201c, sage ich in ruhigem Ton der unbekannten Sch\u00f6nheit. \u201eDoch sie wissen nicht, was wahr und was gelogen ist, oder eher, was zutreffen wird und was nie geschehen kann. Au\u00dferdem, sind wir doch mal ehrlich, diese Bibliothek kann nicht existieren. Wie in der Geschichte von La\u00dfwitz zu lesen, w\u00fcrde es nicht genug Platz f\u00fcr all die B\u00fccher geben.\u201c Der letzte Sonnenstrahl der durch das Fenster den Raum noch ein wenig erhellte erlischt in diesem Augenblick und ich knipse die Schreibtischlampe an. W\u00e4re nicht alles grau in grau, w\u00fcrde man sehen, wie das warme Licht den alten Schreibtisch zur Geltung bringt.<br \/>\n\u201eEs gibt nur einen Ort, an dem wir die Wegbeschreibung finden werden um die Bibliothek zu finden.\u201c, sagt die aufreizende Lady. Aber statt einen hoffnungsvollen, wirft sie mir einen verzweifelnden und resignierenden Blick zu.<br \/>\n\u201eSie meine, wir werden diese Wegbeschreibung nur in der besagten Universalbibliothek finden?\u201c, vervollst\u00e4ndige ich ihren Gedanken. Sie nickt kurz und steht auf. Auch ich erhebe mich, auch wenn dieses nicht ann\u00e4hernd so grazil wirkt wie bei meiner Besucherin, sondern eher tollpatschig wie ein Hundebaby. Unbeholfen versuche ich so einen Funken Anstand ihr gegen\u00fcber zu bringen. Sie haucht mir einen kurzen Kuss auf die rechte Wange und verl\u00e4sst mein B\u00fcro. Kurz bevor Sie T\u00fcr schlie\u00dft, dreht sie sich noch einmal um und blickt zur\u00fcck. Ich sehe wie eine kleine Tr\u00e4ne \u00fcber ihre Wange rollen, nein die Tr\u00e4ne gleitet \u00fcber ihre glatte Haut. Ihre Haut ist nicht einfach nur glatt, nein sie schein teflonbeschichtet, welche ein GEhk fejkjs\u00e4\u2026HFUJii jskKartoffffffel<\/p>\n<p>Ich schlie\u00dfe das Buch mit dem Titel \u201eRote Lippen\u201c und packe es zur\u00fcck in das Regal. Eine nette Geschichte, aber noch nicht das, was ich gesucht habe. Wie man am Ende der Geschichte erkennen kann, ist das Buch nicht vollendet. Ich setzt mich in meinen Golfwagen und fahre an den endlos erscheinenden B\u00fccherregalen Richtung Ausgang. Stelle das Gef\u00e4hrt wie gewohnt ab, schalte das Licht aus und schlie\u00dfe die T\u00fcr fachgerecht hinter mir zu. \u00dcber der T\u00fcr prangt ein kleines Schild \u201eUniversalbibliothek\u201c.<br \/>\nIch werde nach Hause gehen. Ich werde das perfekte Rhmyebuch hier nie finden k\u00f6nnen. Verschwendung. Und doch habe ich das Gef\u00fchl, dass der heutige Tag in dieser Bibliothek unvergessen bleibt, welch eine Wendung.<br \/>\nEs gr\u00fc\u00dft<br \/>\nMick Elodeon<br \/>\n[Anmerkung | Link zur Kurzgeschichte \u201aDie Universalbibliothek\u201c von Kurt La\u00dfwitz] https:\/\/gutenberg.spiegel.de\/buch\/die-universalbibliothek-3130\/1<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag zum ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2016. Hinweise zum Ablauf des Bewerbs und wie ihr dabei Abstimmen k\u00f6nnt findet ihr hier. 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