{"id":23085,"date":"2016-09-20T11:00:11","date_gmt":"2016-09-20T09:00:11","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/09\/20\/wissenschaft-ist-magie\/"},"modified":"2025-05-14T16:17:47","modified_gmt":"2025-05-14T14:17:47","slug":"wissenschaft-ist-magie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/09\/20\/wissenschaft-ist-magie\/","title":{"rendered":"Wissenschaft ist Magie"},"content":{"rendered":"<p><i><b>Hinweis: <\/b>Dieser Artikel ist ein Beitrag zum <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2016\/07\/19\/der-scienceblogs-blog-schreibwettbewerb-2016\/\">ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2016<\/a>. Hinweise zum Ablauf des Bewerbs und wie ihr dabei Abstimmen k\u00f6nnt <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=22936\">findet ihr hier<\/a>.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\" alt=\"sb-wettbewerb\" width=\"500\" height=\"172\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-15702\" \/><\/a><\/i><\/p>\n<p><b>Das sagt die Autorin des Artikels, <b>Toni Scott<\/b> \u00fcber sich:<\/b><br \/>\nTexterin und Autorin. Schreibt auf <a href=\"https:\/\/www.little-edition.de\">www.little-edition.de<\/a>.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\n&#8222;22. August 1893<\/p>\n<p>Ich hab&#8217;s geschafft. Er funktioniert. Nachdem ich den Buchstabenbeschleuniger nochmal von den Dampfrohren isoliert habe, die eine St\u00f6rung des Teilchenmagnetismus bewirkt haben, l\u00e4uft der Literatur-Teleportations-Generator&#8230;&#8220;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/LTG-little-edition1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/LTG-little-edition1.jpg\" alt=\"LTG little edition1\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-23152\" \/><\/a><\/p>\n<p>So beginnt meine kleine Steampunk-Geschichte. Ich schreibe. \u00dcber reale Dinge, Werbetexte, Artikel und eben Geschichten. Wir Geschichtenschreiber und Erz\u00e4hler nutzen das Wissen, wie unsere Welt funktioniert, welchen Gesetzen sie unterliegt, um unsere Geschichten zu erz\u00e4hlen. Um Fragen aufzuwerfen und Antworten zu finden. Und wir finden die Magie, die Geschichten lebendig macht.<\/p>\n<p>Wissenschaftliche Forschung entspringt der Philosophie und der Frage nach dem &#8222;Warum&#8220;.<\/p>\n<p> Warum sind die Dinge so, wie sie sind? Und warum sind wir auf der Welt, so wie wir sind? Sind wir \u00fcberhaupt so? Und was zur H\u00f6lle ist &#8222;so&#8220;?<br \/>\nMit diesen Frage haben sich Menschen gequ\u00e4lt, seitdem der Frontallappen mehr Raum als das Stammhirn beanspruchte. Ganz pfiffig die &#8222;ollen&#8220; Griechen: Pythagoras, Sokrates, Aristoteles&#8230; sie alle suchten Antworten auf philosophische Fragen in den Naturwissenschaften. Und entdeckten erstaunliche Dinge. Nicht immer zur Freude religi\u00f6ser Obrigkeiten. Ein paar Jahre sp\u00e4ter (also schlappe 1800 Jahre sp\u00e4ter, um das Ganze in Relation zu setzen) erdreisteten sich erst ein Pole (nach heutigem L\u00e4nderverst\u00e4ndnis) und dann ein Italiener &#8211; sehr zum Verdruss ebendieser Kirche &#8211; das bestehende Weltbild als Scheibe ad absurdum zu f\u00fchren. Die Erde ist ab jetzt rund. Kopernikus machte sich keine Freunde mit der Idee und Galileo Galilei hat sich mit dem mehr zum Reich der Mythen und Legenden z\u00e4hlenden Spruch &#8222;Und sie dreht sich doch&#8220; \u00e4hnlich wie Caesars &#8222;Auch Du, Brutus!&#8220; werbewirksam in die Unsterblichkeit gebeamt. Mal abgesehen davon, bin ich bin sehr dankbar f\u00fcr die wissenschaftliche Erkenntnis, denn wenn ich mit einem Autorenkollegen in Melbourne twittere, mu\u00df ich keine Angst haben, da\u00df er aus einer globalen Nachl\u00e4ssigkeit heraus samt seinem Kontinent \u00fcber den Rand kippen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p> Leonardo da Vinci als Synonym f\u00fcr den Renaissance-Menschen.1<\/p>\n<p> Der Bildungs- und Ausbildungsgedanke, der umfassendes, fast schon absolutes Wissen als Idee beinhaltete, wurde durch die sich immer weiter entwickelnden Fachdisziplinen mit immer detaillierterem Fachwissen konsequenterweise durch die interdisziplin\u00e4re Forschung der modernen Wissenschaft abgel\u00f6st. Der Vorteil liegt auf der Hand, ein breites Wissen erm\u00f6glicht neue Denkwege durch \u00dcbertragung von Erkenntnissen aus dem eine Fachgebiet in das andere. Auch das macht Kreativit\u00e4t aus. Ohne Kreativit\u00e4t, ohne experimentelles Denken sind keine neuen Erkenntnisse, keine Hypothesen, keine neue Ideen m\u00f6glich. Kreativit\u00e4t entsteht also durch das Verkn\u00fcpfen neuronaler Strukturen zu neuen Verbindungen im Gehirn. Ich mu\u00df die graue Masse aber schon herausfordern. In unserer modernen Zeit besch\u00e4ftigt sich sowohl die Kreativit\u00e4tspsychologie als auch der breite Komplex der Neurowissenschaften mit diesem Thema. Was liegt da n\u00e4her, als interdisziplin\u00e4r zu forschen, zu arbeiten, zu denken? Auf die Literatur \u00fcbertragen entspricht die Intertextualit\u00e4t am ehesten diesem Prinzip. Inhalte werden nicht isoliert, sondern in ihrer kulturhistorischen Gesamtheit betrachtet, was sich eigentlich nach der Konzeptionsgeschichte aus der Kunstgeschichte anh\u00f6rt. (Das mal so salopp dahin geworfen und ich f\u00fcrchte, ich werde m\u00e4chtig Kloppe von Literaturwissenschaftlern, als auch Kunsthistorikern bekommen, weil das zu ungenau und voll nicht korrekt ist.) Auf einer trivialen Ebene kann man sich das so vorstellen: Wer die Bond-Parodie &#8222;Johnny English&#8220; mit Roan Atkinson sieht, aber noch nie von James Bond geh\u00f6rt hat, dem wird sich der eigentliche Witz (der intertextuelle Zusammenhang) verschlie\u00dfen. Ohne James Bond h\u00e4tte &#8222;Johnny English&#8220; als solches auch nie entstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Und wo liegt der nun alltagstaugliche Nutzen interdisziplin\u00e4rer Forschung? Zum Beispiel in der Verkn\u00fcpfung von Biologen und Ingenieuren. Spinnenf\u00e4den, Seerosenbl\u00e4tteroberfl\u00e4chen &#8211; Mechanismen, Strukturen oder chemische Prozesse erkennen und diese k\u00fcnstlich nachahmen, um einen Mehrwert zu schaffen. Mehrwert durch effizientere Nutzung von Ressourcen, Erhaltung und Schutz unserer Umwelt, Entwicklung innovativer Produkte. Dass jede Medaille zwei Seiten hat, nat\u00fcrlich. Von der Natur abgeguckter Mehrwert bedeutet eine bessere Anpassung an die Umwelt. Je angepasster, desto gr\u00f6\u00dfer die \u00dcberlebenschance. Das ist Evolution.2 Das ist Darwin. Forschung und Wissenschaft sucht Antworten auf die Frage, wie wir als Menschen am besten \u00fcberleben. Und wie wir das vielleicht so hinkriegen, dass die Welt um uns herum dabei auch \u00fcberlebt.<\/p>\n<p>Wissenschaft wird von Menschen betrieben.<\/p>\n<p> Menschen, wie Du und ich. Mit der Ausnahme, da\u00df deren Synapsen an einigen Stellen effektiver schnackseln als es meine tun. Wenn es um Quantentheorien geht. Daf\u00fcr kann ich Socken stricken, was bei unseren Breitengraden auch einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Vorteil hat. Aber es sind diese Menschen, die ihr Potential nutzen, um Antworten auf Fragen zu finden, die wir uns alle stellen. Und warum sollen wir als Normalsterbliche nicht daran teilhaben? Es w\u00fcrde sicherlich jeden Rahmen sprengen, wenn ein Stephen Hawking3 jedes mal wieder bei Adam und Eva anfangen m\u00fcsste um einem Nicht-Quantenphysiker die Gravitationstheorie n\u00e4her zu bringen. Aber das tut er auch gar nicht. Er verpackt sein Wissen in Gedanken, die man auch ohne Albert Einstein zu sein, verstehen oder zumindest nachvollziehen kann.<\/p>\n<p>Die popul\u00e4rwissenschaftliche Literatur geht zur\u00fcck bis in das 18. Jahrhundert: B\u00fccher von klugen Menschen \u00fcber ihre wissenschaftlichen Disziplinen, die auch der Otto-Normalverbraucher lesen kann, ohne Knoten in den Dendriten zu bekommen. Auch hier verkn\u00fcpfen sich die verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen, denn mit prosperierendem Buchhandelstransfer4 erbl\u00fchte ebenfalls das Interesse an wissenschaftlichen Publikationen und der internationale Austausch, der sonst nur einer kleinen Gruppe Gelehrter vorbehalten war. Wissenschaft f\u00fcr alle. Zumindest im Bildungsb\u00fcrgertum. Der Gedanke, Wissenschaft popul\u00e4r zu machen, Wissenschaftler in Science-Challenges herauszufordern, \u00fcber ihr Fachgebiet zu schreiben, sich generell mit Wissenschaften auseinanderzusetzen, war eine sch\u00f6ne R\u00fcckbesinnung auf die Renaissance.<\/p>\n<p>&#8222;What mad pursuit.&#8220; Ohne Tee geht nix.<\/p>\n<p>Eines der ersten popul\u00e4rwissenschaftlichen B\u00fccher in meiner Lesehistorie war von James D. Watson5 \u00fcber die Entdeckung der Doppelhelix-Struktur. Es las sich ein wenig wie: renitenter Amerikaner wirbelt das beschauliche Cambridge durcheinander, trinkt Tee, \u00e4rgert ein paar Kollegen, wandert in der Schweiz rum und peng! Da isse. Eine Leiter mit Aminos\u00e4uresprossen. Sein britischer Kollege Fancis Crick schrieb ebenfalls: &#8222;What mad pursuit&#8220;,6 nahm sich der Sache eher diskursanalytisch an und hielt sich vermehrt mit den vier Aminos\u00e4uren auf. Ob Crick jetzt mehr durch wissenschaftliche oder britische Humorlosigkeit gezeichnet ist, mag ich nicht beurteilen. In seiner sp\u00e4teren Publikation &#8222;Was die Seele wirklich ist&#8220;7 verbittet er sich erm\u00fcdende Leserbriefe, die ihn vom Forschen abhalten w\u00fcrden. Das kann man mal so stehen lassen. Ich m\u00f6chte noch die Biografie \u00fcber Rosalind F8ranklin erw\u00e4hnen, deren Forschung \u00fcber die Beugung von R\u00f6ntgenstrahlen eminent am Erfolg von Watson, Crick und am Ende auch Maurice Wilkins beteiligt war, jedoch bei der Verteilung des Nobelpreises 1963 unber\u00fccksichtigt blieb.<\/p>\n<p>Stephen Hawking habe ich bereits erw\u00e4hnt. Sein Science-Buddy Kip Thorne9 schrieb &#8211; soweit ich das verstanden habe &#8211; \u00fcber die Konsequenzen der Quantenmechanik auf die Relativit\u00e4tstheorie. Ich musste nach drei Kapiteln pausieren &#8211; die Synapsen waren bei mir hei\u00df gelaufen &#8211; und eine Biografie \u00fcber Albert Einstein10 lesen. Netter Typ, der Albert! Das mit der Relativit\u00e4t verlief bei mir relativ unspektakul\u00e4r, also erkenntnistheoretisch in Variablen und damit nicht messbar. Ich habe mir die Verfilmung von Hawkings Leben angeschaut. Als er sich den Playboy an c\/o Kip Thorne hat schicken lassen, habe ich immerhin gewusst, da\u00df das eben der Science-Buddy ist, f\u00fcr den Stephen Hawking das Vorwort in dem Buch geschrieben hat, welches ich visuell erfasst hatte. Was ich aber von Kip Thorne gelernt habe: falls es mich mal ins Universum verschl\u00e4gt und ich in der N\u00e4he des Horizontes einer Singularit\u00e4t rumkurve, dann sollte ich beten, da\u00df ich noch genug Sprit im Tank habe, bevor ich den Point-of-no-return erreiche. Denn dann bin ich f\u00fcr kurze Zeit gro\u00df genug, um als Model \u00fcber den Laufsteg zu stolzieren. Dieser Moment ist aber wirklich so unerfreulich kurz und schnell vorbei, dass ich bereits einen Augenblick sp\u00e4ter \u00c4hnlichkeit mit dem K\u00e4sefaden auf einer Pizza haben werde. Und dann ist es das auch mit mir gewesen.<\/p>\n<p>Esst mehr Grapefruits, dann klappt&#8217;s auch mit der Mathematik!<\/p>\n<p> Ein herrliches Lesevergn\u00fcgen war die Biografie \u00fcber den ungarischen Mathematiker Paul Erd\u00f6s.11 Primzahlen, vollkommene Zahlen, nichts, was man mit einem herk\u00f6mmlichen Gehirn nicht bew\u00e4ltigen k\u00f6nnte. Viel spannender aber war sein Leben. Etwas, was ich begreifen kann. Paul Erd\u00f6s, sprichw\u00f6rtlich wie er leibt und lebt. Mit Bed\u00fcrfnissen, mit W\u00fcnschen, getrieben von seiner Leidenschaft f\u00fcr die Mathematik. Er nannte den lieben Gott einen &#8222;SF&#8220; (Spitzenfaschisten) und Kinder Epsilons. Noch faszinierender finde ich das Bestehen von Erd\u00f6s&#8217;schen Zahlen, die angeben, wie direkt jemand mit Erd\u00f6s publiziert hat. Also mit ihm direkt, mit jemand, der mit ihm pulbiziert hat, mit jemand, der mit jemand, der mit jemand&#8230; Er war ein Zahlennomade, ein echter Mathenerd und zog von Freund zu Kollege und reizte nicht selten die Gastfreundschaft der Familie aus. In Teilen mag das der Zeit und den politischen Gegebenheiten geschuldet sein, aber Erd\u00f6s existierte ganz sicher in seiner eigenen mathematischen Realit\u00e4tsblase. Und er liebte Grapefruits, die er sich von Paul Hoffman aufschneiden lie\u00df. Um Paul Erd\u00f6s als Mensch zu verstehen, um Mitgef\u00fchl, Achtung und Respekt und Sympathie f\u00fcr diesen Menschen zu empfinden, mu\u00df ich nicht Fermats letzten Satz widerlegen k\u00f6nnen. Aber ich kann beim Lesen mitfiebern, mitleiden, mitlachen, wie Paul Erd\u00f6s stellvertretend f\u00fcr viele andere Wissenschaftler sein Leben der Suche nach Antworten gewidmet hat.<\/p>\n<p>Lucy &#8211; der Schrecken der Stra\u00dfe<\/p>\n<p>Diese Wissenschaftler sind sowieso und \u00fcberhaupt ein komisches V\u00f6lkchen. Bei aller elit\u00e4ren Konzentration von Fachwissen so herrlich menschlich. Voller skurriler Eigenheiten, nicht selten Egomanen und aufmerksamkeitss\u00fcchtig, tapsig, verschroben und in kindische Z\u00e4nkereien verstrickt. Ein Forschungsfeld, was mich selbst dazu bewegte, fachfremd eine Vorlesung \u00fcber Pal\u00e4ontologe zu infiltrieren, ist der Bereich der Pal\u00e4oanthropologie.12 Wo ich wieder bei meinem Frontallappen w\u00e4re, der in der Konsequenz des aufrechten Ganges ganz gut zupass kommt. Ich reise gedanklich nach \u00c4thiopien und pinsele zu den Kl\u00e4ngen der Beatles W\u00fcstenstaub von Knochen, im Geiste Louis Leakey zuprostend. Wie immer hat die Wissenschaft auch einen real messbaren Nutzen im trivialen Leben. Es ergibt sich, da\u00df Flirtversuche von Geologen mit der Erw\u00e4hnung der Radiokarbonmethode im Keim erstickt werden k\u00f6nnen. Dazu brauche ich nicht einmal den keulenschwingenden Ehegatten, ich verteidige die H\u00f6hle h\u00f6chst selbst.<\/p>\n<p>Einstein und der M\u00fcckenstich<\/p>\n<p>Das Glanzst\u00fcck an historischer Abhandlung, gepaart mit neckischen nice-to-know-Geschichten bildet das geradezu epochale &#8222;Eine kurze Geschichte von fast allem&#8220; von Bill Bryson.13 Meiner Meinung nach piesackt ihn die gleich Neugier und das Verlangen, einfach ein wenig dabei zu sein. Die Entdeckung der Welt mit all ihren Kapriolen, historischen Herausforderungen, den Anekdoten rund um Tatsachen, die in Geschichtsb\u00fcchern seltsam leblos und distanziert als Faktum notiert sind. Nun ist es der Gravitation und auch Einsteins fachlichen Erben ziemlich schnuppe, ob Einstein von einer M\u00fccke gestochen wurde, bevor ihm der entscheidende Gedanke kam (Und das habe ich hier v\u00f6llig frei erfunden. Ich habe keine Ahnung, wie die Beziehung von Einstein zu M\u00fccken, Bremsen und sonstigen Insekten war.). Es macht die Sache einfach lebendig und unterhaltsam.<\/p>\n<p>Und wir wollen doch lebendige Geschichte. Wir wollen Teil davon sein. Warum sonst landen B\u00fccher wie &#8222;Der Medicus&#8220;,14 &#8222;Sakrileg&#8220;15 oder &#8222;Der Schwarm&#8220;16 auf Bestsellerlisten? Wie sonst k\u00f6nnten Filme wie &#8222;Der Marsianer&#8220;, &#8222;Tron&#8220;,&#8220;Die Liga der au\u00dfergew\u00f6hnlichen Gentleman&#8220;, Serien wie &#8222;The Big Bang Theorie&#8220;, &#8222;Alphas&#8220; oder &#8222;Zoo&#8220; geschaffen werden, wenn wir die Wissenschaft nicht als Teil von uns selbst begreifen w\u00fcrden? Aus welchem anderen Grund nutzen Menschen alle verf\u00fcgbaren Medien, um sich \u00fcber wissenschaftliche Themen zu informieren, gibt es barcamps und Science-Slams, Conventions, Fernsehproduktionen und Dokumentationen, in denen wissenschaftliche Projekte und Erkenntnisse vorgestellt und erkl\u00e4rt werden?<\/p>\n<p>&#8222;Ich seh&#8216; den Sternenhimmel&#8230;17&#8220;<\/p>\n<p>Es ist drei Uhr morgens. Ich fahre in einem durch Brennstoff betriebenen Metallvehikel der Sorte Dolce Vita \u00fcber die Autobahn. Um halb vier bildet sich ein heller Streifen am Horizont. Die Luft str\u00f6mt als diese unwirkliche Mischung aus Nachtk\u00fchle und Sommerversprechen des neuen Tages durch das offene Fenster. Selten \u00fcberholt mich ein anderes Auto. Ich bin allein in dieser schlafenden Welt. \u00dcber mir, wenn ich den Kopf etwas drehe, blinken Sterne. \u00dcber den USB-Stick h\u00f6re ich den podcast eines Astronomen, der mir erkl\u00e4rt, in welchem Winkel das Licht der Sonne &#8211; gestrahlt, nicht gewellt&#8230; &#8211; auf die molekulare Struktur von Wasser treffen mu\u00df, damit ich einen Regenbogen sehe. Und was das damit zu tun hat, da\u00df ich niemals den Topf voller Goldm\u00fcnzen am Ende des Regenbogen finden werde. Vielleicht auch ein Grund, warum Douglas Adams18 sich im besonderen Ma\u00dfe f\u00fcr das Mitf\u00fchren von Handt\u00fcchern aussprach?<\/p>\n<p>Wissenschaft ist \u00fcberall. In Exponaten und Mit-Mach-Ausstellungen, wie die Ph\u00e4nomenta in Flensburg. Sie umgibt uns wie Staubpartikel in einem Kosmos aus Informationsteilchen, die ich je nach Sichtweise wahrnehme oder ausblende. Ich f\u00fcr meinen Teil gucke gerne hin. Ich schreibe Geschichten. Und Wissenschaft ist die Magie, die meine Geschichten zum Leben erweckt.<\/p>\n<p>1 St\u00fctzer, Herbert, Alexander: Die italienische Renaissance. DuMont. K\u00f6ln. 1977<br \/>\n2 Braitenberg, Valentin; Hosp,Inga(Hg.):Evolution. Entwicklung und Organisation in der Natur. Rowohlt. Hamburg.1994<br \/>\nCalvin, William H.: Der Strom, der bergauf flie\u00dft. Eine Reise durch die Evolution. 3.Auflg. dtv. M\u00fcnchen. 1997<br \/>\n3 Hawking, Stephen: Eine kurze Geschichte der Zeit. Die Suche nach der Urkraft des Universums. Rowohlt. Hamburg. 1991<br \/>\n4 Willenberg, Jennifer: Distribution und \u00dcbersetzung englischen Schrifttums im Deutschland des 18. Jahrhunderts (Archiv f\u00fcr Geschichte des Buchwesens \u2013 Studien, Band 6). De Gruyter. Berlin. 2008<br \/>\n5 Watson, James D.: Die Doppelhelix. Neuausgabe. Rowohlt. Hamburg. 1993<br \/>\n6 Crick, Francis: What mad pursuit. A Personal View of Scientific Discovery. Penguin Books. 1990<br \/>\n7 Crick, Francis: Was die Seele wirklich ist. Die naturwissenschaftliche Erforschung des Bewu\u00dftseins. Rowohlt. Hamburg. 1997<br \/>\n8 Maddox, Brenda: Rosalind Franklin. The Dark Lady of DNA. HarperCollinsPublishers. London. 2002<br \/>\n9 Thorne, Kip S.: Gekr\u00fcmmter Raum und verbornene Zeit. Einsteins Verm\u00e4chtnis. Mit einem Vorwort von Stephen Hawking. Droemersche Verlagsanstallt Th. Knaur Nachf. M\u00fcnchen. 1996<br \/>\n10 Einstein, Albert: Mein Weltbild. Hrsg. von Carl Seelig. 26. Auflg. Ullstein. Berlin. 1997<br \/>\nF\u00f6lsing, Albrecht: Albert Einstein. Biographie.Suhrkamp. Frankfurt 1999.<br \/>\nHermann, Armin: Einstein. Der Weltweise und sein Jahrhundert. Eine Biographie. Piper Serie. M\u00fcnchen. 1996<br \/>\nHoffmann, Banesh: Einsteins Ideen. Das Relativit\u00e4tsprinzip und seine historuschen Wurzeln.Spektrum Akademischer Verlag. Heidelberg. 1997<br \/>\n11 Hoffman, Paul: Der Mann, der die Zahlen liebte. Die erstaunliche Geschichte des Paul Erd\u00f6s und die Suche nach der Sch\u00f6nheit in der Mathematik. Ullstein Buchverlage GmbH &#038; Co. KG, Berlin. 1997<br \/>\n12 Johanson, Donald; Edey, Maitland: Lucy. Die Anf\u00e4nger der Menschheit. 5. Auflg. Srie piper. M\u00fcnchen. 1992<br \/>\nJohanson, Donald;Shreeve, James: Lucys Kind. Auf der Suche nach dem ersten Menschen. 2. Auflg. Serie Piper.  M\u00fcnchen. 1992<br \/>\n13 Bryson, Bill: Eine kurze Geschichte von fast allem. 4. Auflg. Goldmann. M\u00fcnchen.2004<br \/>\n14 Gordon, Noah: Der Medicus. Vollst\u00e4ndige Sonderausgabe. Knaur. M\u00fcnchen 1994<br \/>\n15 Brown, Dan: Sakrileg. The Da Vinci Code. Bastei L\u00fcbbe. 2006<br \/>\n16 Sch\u00e4tzing, Frank: Der Schwarm. Kiepenheuer &#038; Witsch. K\u00f6ln. 2004<br \/>\n17 Kah, Hubert: Sternenhimmel, 1982 (Neue Deutsche Welle)<br \/>\n18 Adams, Douglas: Per Anhalter durch die Galaxis. 23. Auflg. Ullstein. Berlin. 1997<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hinweis: Dieser Artikel ist ein Beitrag zum ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb 2016. Hinweise zum Ablauf des Bewerbs und wie ihr dabei Abstimmen k\u00f6nnt findet ihr hier. Das sagt die Autorin des Artikels, Toni Scott \u00fcber sich: Texterin und Autorin. Schreibt auf www.little-edition.de. &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212; &#8222;22. August 1893 Ich hab&#8217;s geschafft. Er funktioniert. 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