{"id":22770,"date":"2016-04-29T06:00:38","date_gmt":"2016-04-29T04:00:38","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/04\/29\/sternengeschichten-folge-179-der-doppelasteroid-didymos-und-die-asteroidenabwehr\/"},"modified":"2025-05-14T16:17:00","modified_gmt":"2025-05-14T14:17:00","slug":"sternengeschichten-folge-179-der-doppelasteroid-didymos-und-die-asteroidenabwehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/04\/29\/sternengeschichten-folge-179-der-doppelasteroid-didymos-und-die-asteroidenabwehr\/","title":{"rendered":"Sternengeschichten Folge 179: Der Doppelasteroid Didymos und die Asteroidenabwehr"},"content":{"rendered":"<p>Didymos ist ein Asteroid. Aber kein gew\u00f6hnlicher Asteroid. Er kommt der Erde vergleichsweise nahe. Er hat einen kleinen Mond. Und er k\u00f6nnte der Ort sein, an dem unser erster echter Versuch stattfindet, eine brauchbare Methode zur Asteroidenabwehr zu finden!<\/p>\n<p>Und wie immer gibt es weiter unten eine Transkription des Podcasts.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SG_Logo.png\" alt=\"SG_Logo\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-12938\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Folge k\u00f6nnt ihr euch hier direkt als <a href=\"https:\/\/youtu.be\/LI6ntON-mYI\">YouTube-Video<\/a> ansehen oder <a href=\"https:\/\/sternengeschichten.podspot.de\/files\/179-SternengeschichtenFolge179.mp3\">direkt runterladen<\/a>. <\/p>\n<p>Den Podcast k\u00f6nnt ihr unter <\/p>\n<p><center><a href=\"https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten\">https:\/\/feeds.feedburner.com\/sternengeschichten<\/a><\/center><\/p>\n<p>abonnieren beziehungsweise auch bei <a href=\"https:\/\/bitlove.org\/astrodicticum\">Bitlove<\/a> via Torrent beziehen.<\/p>\n<p>Am einfachsten ist es, wenn ihr euch <a href=\"https:\/\/play.google.com\/store\/apps\/details?id=de.danoeh.antennapodsp.sternengeschichten\">die &#8222;Sternengeschichten-App&#8220; f\u00fcrs Handy<\/a> runterladet und den Podcast damit anh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Die Sternengeschichten gibts nat\u00fcrlich auch bei iTunes (wo ich mich immer \u00fcber Rezensionen und Bewertungen freue) und alle Infos und Links zu den vergangenen Folgen findet ihr unter <a href=\"https:\/\/www.sternengeschichten.org\">https:\/\/www.sternengeschichten.org<\/a>.<\/p>\n<p>Und nat\u00fcrlich gibt es die Sternengeschichten auch <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/sternengeschichten\">bei Facebook<\/a> und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/@sternenpodcast\">bei Twitter<\/a>.<\/p>\n<p><center><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"420\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/LI6ntON-mYI?showinfo=0\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<\/center><\/p>\n<p><b>Transkription<\/b><\/p>\n<p>Sternengeschichten Folge 179: Der Doppelasteroid Didymos und die Asteroidenabwehr<\/p>\n<p>Am 11. April 1996 hat der Astronom Joe Montani an der amerikanischen Kitt-Peak-Sternwarte in Arizona einen Asteroid entdeckt. Das war genau das, was er im Rahmen des &#8222;Spacewatch&#8220;-Projekts tun sollte: Asteroiden finden. Die Entdeckung eines Asteroiden war im Jahr 1996 auch keine gro\u00dfe Sensation mehr; man kannte damals schon hunderttausende. Aber der Fund von Montani war trotzdem au\u00dfergew\u00f6hnlich. Und k\u00f6nnte vielleicht in Zukunft eine fundamental wichtige Rolle f\u00fcr die gesamte Menschheit spielen.<\/p>\n<p>Der 1996 entdeckte Asteroid ist knapp 800 Meter gro\u00df. An seinem sonnenn\u00e4chsten Punkt ist er unserem Stern n\u00e4her als die Erde; der sonnenfernste Punkt liegt au\u00dferhalb der Bahn des Mars. Das bedeutet, dass der Asteroid auf seinem Weg um die Sonne die Bahn der Erde kreuzt. Er geh\u00f6rt damit zur Population der <i>Erdnahen Asteroiden<\/i> und von denen kannte man damals noch nicht sehr viele; schon gar keine so gro\u00dfen wie den, den Montani fand. <\/p>\n<p>Eine akute Gefahr geht von ihm aber nicht aus. Im Jahr 2003 flog der Asteroid in 7,2 Millionen Kilometer Entfernung an der Erde vorbei. Das entspricht dem 18fachen Abstand des Mondes von unserem Planeten &#8211; also kein Grund zur Sorge. Und es wird bis zum November 2123 dauern, bevor der Asteroid diesen Abstand unterschreitet &#8211; dann wird er in knapp 6 Millionen Kilometer Abstand an uns vorbei fliegen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_22190\" aria-describedby=\"caption-attachment-22190\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/AIM_and_CubeSats_watch_impact.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/AIM_and_CubeSats_watch_impact.jpg\" alt=\"Bild: ESA - ScienceOffice.org\" width=\"500\" height=\"281\" class=\"size-medium wp-image-22190\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22190\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/www.esa.int\/spaceinimages\/Images\/2015\/06\/AIM_and_CubeSats_watch_impact\">Bild: ESA &#8211; ScienceOffice.org<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Den vergleichsweise nahen Vorbeiflug im Jahr 2003 nutzten die Astronomen aber, um ihn mit Radarstrahlen von der Erde aus abzutasten und mehr \u00fcber seine Form herauszufinden. Dabei entdeckte man eine weitere Besonderheit: Der Himmelsk\u00f6rper wird von einem kleinen &#8222;Mond&#8220; umkreist. Ein 150 Meter gro\u00dfer Brocken bewegt sich in einem Kilometer Abstand alle 12 Stunden um den Asteroid herum.<\/p>\n<p>Auch Doppelasteroiden kannte man vorher schon und hat seitdem viele weitere davon entdeckt. Eine letzte Eigenschaft macht die beiden Himmelsk\u00f6rper aber trotzdem ganz besonders interessant f\u00fcr die Forschung. Von allen Asteroiden vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfe sind diese beiden am einfachsten von der Erde aus zu erreichen. Will man von unserem Planeten irgendeinen anderen Himmelsk\u00f6rper erreichen, muss man die Geschwindigkeit des Raumfahrzeugs entsprechend anpassen. Man muss entweder schneller oder langsamer werden und in beiden F\u00e4llen braucht man Treibstoff. Je gr\u00f6\u00dfer der zu \u00fcberbr\u00fcckende Unterschied in den Geschwindigkeiten ist, desto mehr Treibstoff ben\u00f6tigt man und desto teurer und aufw\u00e4ndiger wird eine entsprechende Mission.<\/p>\n<p>Hier betr\u00e4gt der Unterschied aber nur 5,1 km\/s; was wirklich wenig ist, wenn man es beispielsweise mit den 6 Kilometern pro Sekunde vergleicht die man \u00fcberwinden muss, wenn man von der Erde aus den Mond erreichen kann. <i>Didymos<\/i>, wie der Asteroid mittlerweile genannt wird, ist also ein lohnendes Ziel f\u00fcr Raumfahrtmissionen. Und genau so eine Mission k\u00f6nnte in Zukunft nicht nur stattfinden, sondern auch der erste Schritt beim Aufbau eines echten Asteroidenabwehrsystems sein.<\/p>\n<p>Wie man einen Asteroideneinschlag verhindern kann, habe ich schon in den Folgen 76 und 77 der Sternengeschichten erkl\u00e4rt. Theoretisch zumindest, denn in der Praxis hat man all die Methoden die ich damals aufgez\u00e4hlt habe, noch nie ausprobiert. Das ist schade und ein wenig problematisch. Der Einschlag eines gro\u00dfen Asteroiden auf der Erde ist zwar ein seltenes Ereignis. Aber eines, das dramatische Folgen haben kann. Wir <i>wissen<\/i>, das Asteroiden in der Vergangenheit Massensterben auf der Erde ausgel\u00f6st haben und das kann auch in der Zukunft passieren. <\/p>\n<p>Gro\u00dfe Asteroiden die mehr als einen Kilometer durchmessen k\u00f6nnen dabei globale Auswirkungen haben aber auch kleinere, die nur ein paar hundert Meter gro\u00df sind, k\u00f6nnen ganze Landstriche verw\u00fcsten und schlimmer als jedes Erdbeben oder jeder Vulkanausbruch sein. Wie gesagt: Die Wahrscheinlichkeit das so etwas passiert, ist gering. Aber angesichts der m\u00f6glichen Folgen sollten wir darauf vorbereitet sein. Vor allem, weil ein Asteroideneinschlag die einzige Naturkatastrophe ist, auf die wir uns vern\u00fcnftig vorbereiten <i>k\u00f6nnten<\/i>. Im Gegensatz zu allen anderen Katastrophen k\u00f6nnen wir solche Ereignisse n\u00e4mlich tats\u00e4chlich verhindern. Und wenn es einmal doch so weit ist, w\u00e4re es gut, wenn wir schon w\u00fcssten, was wir tun sollen und nicht erst anfangen m\u00fcssen, alles spontan zu lernen und zu planen.<\/p>\n<p>Bis jetzt hat es zwar schon viele theoretische Studien zur Asteroidenabwehr gegeben und Beobachtungsprogramme, die potentiell gef\u00e4hrliche Objekte finden sollen. Aber die Methoden zur Abwehr sind noch nie im Weltall und unter realistischen Bedingungen ausprobiert worden. Das k\u00f6nnte sich in Zukunft \u00e4ndern. <\/p>\n<p>Im Jahr 2022 wird sich Didymos der Erde auf knapp 16 Millionen Kilometer n\u00e4hern. Das ist ein gro\u00dfer Abstand, aber doch vergleichsweise nahe und eine ideale M\u00f6glichkeit, einen so gro\u00dfen Asteroid aus der N\u00e4he zu betrachten. Die Europ\u00e4ische Raumfahrtagentur ESA hat darum eine spezielle Mission f\u00fcr diese Gelegenheit geplant. Ein kleines Raumschiff mit einem Gewicht von nur wenig mehr als 400 Kilogramm soll sich auf den Weg zum Asteroiden machen. Es wird sich dabei aber auf den kleinen Begleiter konzentrieren, der mittlerweile den Spitznamen <i>Didymoon<\/i> bekommen hat. Didymoon wird mit einer Kamera komplett vermessen und zwar mit einer Aufl\u00f6sung die noch Details erkennen l\u00e4sst, die gerade mal einen Meter gro\u00df sind. Andere Instrumente werden die geologischen Eigenschaften untersuchen und mit Radarstrahlen will man auch Informationen \u00fcber das Innere des kleinen Himmelsk\u00f6rpers sammeln.<\/p>\n<p>Das ist aber noch nicht alles: Eine kleine Landeeinheit soll direkt auf Didymoon abgesetzt werden um den Asteroid auch ganz aus der N\u00e4he untersuchen zu k\u00f6nnen. All das w\u00e4re schon spektakul\u00e4r genug. Immerhin w\u00e4re das die erste Mission inklusive Landung bei einem Doppelasteroiden. Solche Systeme k\u00f6nnen uns sehr viel \u00fcber die Entstehung der Asteroiden und ihre Entwicklung verraten. Wir gehen derzeit davon aus, dass Asteroiden ihre Monde entweder durch Kollisionen bekommen, bei denen die Tr\u00fcmmer dann in einer Umlaufbahn um den verbleibenden Rest enden. Oder aber sie entstehen, wenn sich ein Asteroid quasi selbst aufl\u00f6st. Manche dieser Himmelsk\u00f6rper sind keine festen Gesteinsk\u00f6rper sondern eher fliegende Ger\u00f6llhaufen aus losen Brocken und jeder Menge Staub. Wenn die dann &#8211; zum Beispiel durch den Einfluss der Sonnenstrahlung, den ich Folge 112 genauer erkl\u00e4rt habe &#8211; ihre Rotationsgeschwindigkeit erh\u00f6hen, k\u00f6nnen sich Brocken l\u00f6sen und zu Monden werden.<\/p>\n<p>Doppelasteroiden verraten uns also einiges \u00fcber die Eigenschaften und Zusammensetzung von Asteroiden und das sind unter anderem genau die Informationen die wir brauchen, wenn wir Asteroiden abwehren wollen. Denn das geht nur, wenn wir wissen, woraus sie bestehen und wie dieses Material auf unsere Abwehrmethoden reagiert.<\/p>\n<p>Bei der Mission geht es aber nicht nur, den Asteroid einfach aus der N\u00e4he zu betrachten. Das ist nur ein Teil einer gr\u00f6\u00dferen Mission, die den Namen AIDA beziehunsgweise <i>Asteroid Impact &#038; Deflection Assessment<\/i> tr\u00e4gt. Der zweite Teil soll von der NASA durchgef\u00fchrt werden. Sie bauen ebenfalls ein kleines und simples Raumfahrzeug, dass nur eine einzige Aufgabe hat: Mit Didymoon zu kollidieren. Die Sonde wird 235 Kilogramm schwer sein und abgesehen von einer kleinen Kamera keine weiteren Instrumente mehr an Bord haben. Nach der Ankunft bei Didymoon soll sie mit einer Geschwindigkeit von etwa 6 Kilometern pro Sekunde auf seine Oberfl\u00e4che prallen.<\/p>\n<p>Die Einschlagssonde hat nat\u00fcrlich auch einen passenden Namen. Sie hei\u00dft &#8222;Double Asteroid Redirection Test&#8220; oder abgek\u00fcrzt DART, also &#8222;Pfeil&#8220;. Und auch die Europ\u00e4ische Raumfahrtagentur hat sich f\u00fcr ihren Teil der Mission ein passendes Akronym einfallen lassen. Die Raumsonde, die vorab den Asteroiden vermisst und das Ziel quasi vorbereit hei\u00dft &#8222;Asteroid Impact Mission&#8220; oder abgek\u00fcrzt AIM, also &#8222;Ziel&#8220;.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend DART also auf Didymoon kracht wird AIM das ganze Man\u00f6ver aus einer Umlaufbahn betrachten. Sie wird untersuchen, wie genau sich der kleine Asteroid durch den Einschlag ver\u00e4ndert. Man geht nat\u00fcrlich nicht davon aus, dass Didymoon dabei zerst\u00f6rt wird. Daf\u00fcr ist die Sonde der NASA viel zu klein und wie ich in den fr\u00fcheren Folgen der Sternengeschichten erkl\u00e4rt habe, geht es bei der Asteroidenabwehr ja auch nicht darum, die Asteroiden zu zerst\u00f6ren. Das funktioniert nur in Hollywoodfilmen aber nicht in der Realit\u00e4t.<\/p>\n<p>Man will die Umlaufbahn der Asteroiden ver\u00e4ndern, damit es gar nicht erst zur Kollision kommt. Dazu muss man die Geschwindigkeit des Objekts ver\u00e4ndern; es also ein wenig beschleunigen oder abbremsen. Und genau das kann man erreichen, wenn man eine Kollision herbei f\u00fchrt, die heftig genug ist. WIE heftig sie sein muss, will die AIDA-Mission herausfinden. Ein Doppelasteroid eignet sich daf\u00fcr besonders gut. Wenn der Asteroidenmond seine Geschwindigkeit \u00e4ndert, \u00e4ndert er auch seine Umlaufbahn um den gr\u00f6\u00dferen Didymos. Da so ein Umlauf nur wenige Stunden dauert, hat die Raumsonde der Europ\u00e4ischen Raumfahrtagentur genug Zeit, sie mit gro\u00dfer Genauigkeit zu vermessen und so zu bestimmen, wie genau der Einschlag sich ausgewirkt hat. Gleichzeitig wird man nat\u00fcrlich durch den Einschlag auch mehr Informationen \u00fcber die Zusammensetzung und das Innenleben von Didymoon bekommen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_22191\" aria-describedby=\"caption-attachment-22191\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/AIDA_mission_concept_infographic-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/AIDA_mission_concept_infographic-scaled.jpg\" alt=\"Bild: ESA - ScienceOffice.org\" width=\"500\" height=\"281\" class=\"size-medium wp-image-22191\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-22191\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/www.esa.int\/spaceinimages\/Images\/2015\/10\/AIDA_mission_concept_infographic\">Bild: ESA &#8211; ScienceOffice.org<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Denn die Zusammensetzung spielt eine wichtige Rolle. Ist der Asteroid zum Beispiel besonders por\u00f6s, dann wird die Bewegungsenergie der Raumsonde beim Einschlag vorrangig daf\u00fcr sorgen, dass der Himmelsk\u00f6rper zerbr\u00f6selt und ein gro\u00dfer Krater entsteht; die \u00c4nderung seiner Umlaufbahn wird aber eher gering ausfallen. Ist er fester, dann kann er auch besser &#8222;verschoben&#8220; werden. All diese Daten k\u00f6nnen dann sp\u00e4ter daf\u00fcr genutzt werden, entsprechende Experimente in den Laborversuchen auf der Erde genauer zu machen.<\/p>\n<p>Ob es die AIDA-Mission wirklich geben wird, steht noch nicht fest. Sowohl DART als auch AIM sind derzeit im Designstadium; es gibt noch keine festen Zusagen. Damit alles so abl\u00e4uft wie geplant m\u00fcssen sich NASA und ESA rechtzeitig entscheiden, die Mission durchzuf\u00fchren und zu finanzieren. Zumindest aber die ESA: AIM k\u00f6nnte jede Menge wichtige Informationen liefern, auch wenn kein Einschlag stattfindet. <i>Nur<\/i> der Einschlag der amerikanischen Sonde ohne die Anwesenheit der beobachtenden AIM-Sonde ist aber sinnlos.<\/p>\n<p>Und man hat auch nicht beliebig viel Zeit daf\u00fcr. 2020 m\u00fcsste man starten, wenn die f\u00fcr einen Einschlag g\u00fcnstigen Bedingungen im Jahr 2022 genutzt werden wollen. Vielleicht wird Didymoon also wirklich der erste Himmelsk\u00f6rper, dessen Umlaufbahn wir Menschen mit Absicht und messbar ver\u00e4ndern. Es w\u00e4re ein enorm wichtiger Schritt um herauszufinden, wie eine vern\u00fcnftige Asteroidenabwehr aussehen kann und wie wir unseren Planeten in Zukunft vor Einschl\u00e4gen sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Vielleicht wird die Mission aber auch nicht stattfinden. Dann m\u00fcssen wir hoffen, dass irgendwann ein anderer Test stattfindet, bei dem wir Erfahrungen sammeln k\u00f6nnen und wir nicht erst dann alles lernen m\u00fcssen, wenn der Ernstfall bevor steht. \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg07.met.vgwort.de\/na\/a926e4f318994b4294eb7ad07a3a579f\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Didymos ist ein Asteroid. Aber kein gew\u00f6hnlicher Asteroid. Er kommt der Erde vergleichsweise nahe. Er hat einen kleinen Mond. Und er k\u00f6nnte der Ort sein, an dem unser erster echter Versuch stattfindet, eine brauchbare Methode zur Asteroidenabwehr zu finden! Und wie immer gibt es weiter unten eine Transkription des Podcasts. Die Folge k\u00f6nnt ihr euch [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":11822,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11,767],"tags":[1198,1201,200,561,1889,1916,18,3636,3911,3912,4622,349,7623,8256,14,580,13592,195,13886,172],"class_list":["post-22770","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-naturwissenschaften","category-sternengeschichten","tag-aida","tag-aim","tag-asteroid","tag-asteroidenabwehr","tag-asteroideneinschlag","tag-astrodicticum","tag-astronomie","tag-dart","tag-didymoon","tag-didymos","tag-erdnaher-asteroid","tag-esa","tag-joe-montani","tag-kinetischer-impakt","tag-nasa","tag-planeten","tag-spacewatch","tag-sterne","tag-sternengeschichten","tag-universum"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22770","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22770"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22770\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22771,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22770\/revisions\/22771"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/11822"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22770"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22770"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22770"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}