{"id":22639,"date":"2016-01-26T07:00:46","date_gmt":"2016-01-26T06:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/01\/26\/die-lange-suche-nach-planet-x-1990-2010-zwischenspiel-im-kuiperguertel-und-das-verschwinden-eines-planeten\/"},"modified":"2025-05-14T16:16:44","modified_gmt":"2025-05-14T14:16:44","slug":"die-lange-suche-nach-planet-x-1990-2010-zwischenspiel-im-kuiperguertel-und-das-verschwinden-eines-planeten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2016\/01\/26\/die-lange-suche-nach-planet-x-1990-2010-zwischenspiel-im-kuiperguertel-und-das-verschwinden-eines-planeten\/","title":{"rendered":"Die lange Suche nach Planet X (1990-2010): Zwischenspiel im Kuiperg\u00fcrtel und das Verschwinden eines Planeten"},"content":{"rendered":"<p><i>Die angebliche Entdeckung eines neuen Planeten im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem hat in den letzten Tagen f\u00fcr viel Aufsehen gesorgt. Dabei sind die Menschen schon seit mehr als 200 Jahren damit besch\u00e4ftigt, neue Planeten im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem zu vermuten, zu suchen und auch zu finden. In einer kurzen vierteiligen Artikel-Serie m\u00f6chte ich diese lange Geschichte ein wenig ausf\u00fchrlicher darstellen um am Ende die aktuellen Ergebnisse vern\u00fcnftig darstellen und einordnen zu k\u00f6nnen.<\/i><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;<br \/>\nIn der <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=21741\">ersten Folge meiner Serie<\/a> \u00fcber die lange Geschichte der Suche nach dem &#8222;Planet X&#8220; habe ich die spannende Zeit zwischen 1781 und 1989 beschrieben. Da hat man nicht nur drei neue Planeten entdeckt (darunter ein &#8222;echter&#8220; und ein &#8222;falscher&#8220; Planet X) sondern am Ende auch festgestellt, dass die Astronomie eigentlich gar keinen Bedarf mehr an unbekannten Planeten hat. Die Hinweise denen die lange Suche zu verdanken war, hatten sich als Ungenauigkeit bei der Messung von Neptuns Masse herausgestellt. So wie das Sonnensystem beschaffen war, war alles in Ordnung. Es gab keinen Grund, in seinen \u00e4u\u00dferen Bereichen irgendwelche unbekannten Planeten anzunehmnen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_21379\" aria-describedby=\"caption-attachment-21379\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/pluto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/pluto.jpg\" alt=\"Pluto! Super Himmelsk\u00f6rper, aber st\u00e4ndig Anlass f\u00fcr Streit... (Bild: NASA\/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory\/Southwest Research Institute)\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"size-medium wp-image-21379\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21379\" class=\"wp-caption-text\">Pluto! Super Himmelsk\u00f6rper, aber st\u00e4ndig Anlass f\u00fcr Streit&#8230; (<a href=\"https:\/\/pluto.jhuapl.edu\/Multimedia\/Science-Photos\/image.php?gallery_id=2&#038;image_id=243\">Bild: NASA\/Johns Hopkins University Applied Physics Laboratory\/Southwest Research Institute<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das \u00e4nderte sich am 30. August 1992. Da entdeckten David Jewitt und Jane Luu den Himmelsk\u00f6rper mit dem Namen &#8222;1992 QB1&#8220;. Er befand sich <i>noch<\/i> weiter von der Sonne entfernt als Pluto und war der erste Himmelsk\u00f6rper, der in dieser fernen Region gefunden wurde. In einigen Medien wurde das damals als die Entdeckung eines &#8222;zehnten Planeten&#8220; gefeiert. Den Astronomen war aber von Anfang an klar, dass man hier &#8222;nur&#8220; einen Asteroiden gefunden hatte. Sein Durchmesser betr\u00e4gt ungef\u00e4hr 167 Kilometer, was auch bei sehr viel Enthusiasmus nicht ausreicht, um aus dem fernen Felsbrocken einen Planeten zu machen.<\/p>\n<p>Das bedeutet aber nicht, dass die Entdeckung von 1992 QB1 keine au\u00dfergew\u00f6hnliche und wichtige Sache war! Schon 1943 stellte der irische Astronom Kenneth Edgeworth eine Theorie auf, nach der sich au\u00dferhalb der Neptunbahn ein gro\u00dfer Asteroideng\u00fcrtel befinden k\u00f6nnte. Eine \u00e4hnliche Theorie entwarf auch 1951 der Amerikaner Gerard Kuiper. Fern der Sonne sollten sich jede Menge Objekte befinden, die w\u00e4hrend der Entstehungsphase der Planeten vor 4,5 Milliarden  Jahren \u00fcbrig geblieben sind. So wie in den inneren Regionen ballte sich im jungen Sonnensystem auch dort drau\u00dfen der Staub zu Fels- und Eisbrocken diverser Gr\u00f6\u00dfen zusammen. Aber weit entfernt von der Sonne bewegten sich die Objekte langsamer; es gab weniger Kollisionen und die Himmelsk\u00f6rper konnten nur langsam wachsen. <\/p>\n<p>Bis auf wenige Ausnahmen sind die Asteroiden im inneren Sonnensystem alle verschwunden; sie wuchsen zu Planeten heran bzw. wurden von den herangewachsenen Planeten zerst\u00f6rt, in die Sonne oder aus dem Sonnensystem hinaus geschleudert. Im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem aber blieben sie, was sie waren. Sie schafften es nicht, gro\u00dfe Planeten zu bilden.<\/p>\n<p>Eine plausible Hypothese die nun durch die Entdeckung von Jewitt und Luu best\u00e4tigt wurde. Mit 1992 QB1 hatten sie den ersten Asteroiden des Kuiperg\u00fcrtels (So wird diese Ansammlung von Asteroiden meistens genannt &#8211; &#8222;Edgeworthg\u00fcrtel&#8220; w\u00e4re eigentlich der gerechtere Name) entdeckt! <\/p>\n<p>Obwohl: Wenn man genau sein m\u00f6chte, dann handelt es sich allerdings um das <i>zweite<\/i> Objekt im  Kuiperg\u00fcrtel. Denn in den folgenden Jahren entdeckten die Astronomen immer weitere Asteroiden des Kuiperg\u00fcrtels. Einige davon noch weiter entfernt; einige aber auch direkt dort, wo sich Pluto befindet. Schon 1993 war eine ganze Gruppe von Asteroiden bekannt, die sich um Pluto versammelt hatten (die sogenannten &#8222;Plutinos&#8220;) und damals begannen die Astronomen auch dar\u00fcber nachzudenken, ob es eigentlich noch angebracht ist, Pluto als &#8222;Planet&#8220; zu bezeichnen.<\/p>\n<p>Mit einem Durchmesser von knapp 2400 Kilometer war Pluto zwar recht gro\u00df f\u00fcr einen Asteroid. Aber auch recht klein f\u00fcr einen Planeten. Au\u00dferdem war seine Bahn ziemlich seltsam und sah eigentlich eher so aus, wie man es von den Bahnen der Asteroiden gewohnt war. Pluto war ein vergleichsweise kleiner Himmelsk\u00f6rper, der sich auf einer asteroiden\u00e4hnlichen Bahn gemeinsam mit vielen anderen Asteroiden inmitten eines Asteroideng\u00fcrtels um die Sonne bewegt. Der Schluss lag nahe: Pluto ist einfach &#8222;nur&#8220; ein gro\u00dfer Asteroid; vielleicht sogar der gr\u00f6\u00dfte Asteroid im Kuiperg\u00fcrtel. <\/p>\n<p>Die Situation war vergleichbar mit der zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Auch da war man auf der Suche nach einem unbekannten Planeten; auch da fand man einen passenden Himmelsk\u00f6rper; auch da stellte man fest, dass die Suche unter falschen Voraussetzungen stattfand und es eigentlich gar keinen Grund daf\u00fcr gab und auch da stellte sich der &#8222;Planet&#8220; sp\u00e4ter als gro\u00dfer Asteroid heraus. Ich habe diese Geschichte <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/07\/14\/die-titiusbodereihe\/?all=1\">hier ausf\u00fchrlich erz\u00e4hlt<\/a> und sie scheint sich fast 200 Jahre sp\u00e4ter zu wiederholen. Damals war es <i>Ceres<\/i>, entdeckt am 1. Januar 1801 und als lang gesuchter Planet zwischen den Umlaufbahnen von Mars und Jupiter gefeiert. Erst sp\u00e4ter stellte sich heraus, dass sich dort ein Asteroideng\u00fcrtel befindet und Ceres mit seinen fast 1000 Kilometer Durchmesser nur der gr\u00f6\u00dfte der dortigen Asteroiden ist. Aber den Status eines Planeten trug er trotzdem einige Jahrzehnte. <\/p>\n<figure id=\"attachment_4324\" aria-describedby=\"caption-attachment-4324\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/17183-AchtTNOs-scaled.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/17183-AchtTNOs-scaled.png\" alt=\"Gro\u00dfe, runde Asteroiden von denen ein paar als &quot;Zwergplaneten&quot; bezeichnet werden und ein paar nicht (Bild: BilderMax, CC-BY-SA 3.0)\" width=\"500\" height=\"361\" class=\"size-medium wp-image-4324\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4324\" class=\"wp-caption-text\">Gro\u00dfe, runde Asteroiden von denen ein paar als &#8222;Zwergplaneten&#8220; bezeichnet werden und ein paar nicht (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:AchtTNOs.png\">Bild: BilderMax<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\">CC-BY-SA 3.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Auf Pluto wartete nun das gleiche Schicksal. Nicht nur fand man nach 1992 jede Menge andere Asteroiden in seiner unmittelbaren Umgebung; man fand auch immer gr\u00f6\u00dfere. 2001 zum Beispiel <i>Varuna<\/i>, der schon knapp 1000 Kilometer durchmass; 2002 den noch gr\u00f6\u00dferen <i>Quaoar<\/i>, und noch viele mehr. Die meisten Astronomen waren der Meinung es w\u00e4re nur sinnvoll, die nun als fehlerhaft erkannte Klassifikation als Planet aus dem Jahr 1930 zu korrigieren. Aber die Internationale Astronomische Union (IAU) lehnte das Vorhaben ab; nicht aus wissenschaftlichen sondern &#8222;aus historischen Gr\u00fcnden&#8220;. <\/p>\n<p>Im Jahr 2005 fand dann aber eine Entdeckung statt, die der IAU eine Entscheidung aufzwang. Der amerikanische Astronom <i>Mike Brown<\/i> und seine Kollegen entdeckten <i>Eris<\/i>. Dieser Himmelsk\u00f6rper war tats\u00e4chlich so gro\u00df wie Pluto selbst; nach damaligen Wissensstand sogar ein kleines St\u00fcck gr\u00f6\u00dfer. War Eris nun also der zehnte Planet des Sonnensystems? Und wenn nicht: Wieso durfte Pluto ein Planet bleiben aber Eris nur ein Asteroid?<\/p>\n<p>Im Jahr 2006 wurde die Frage bei der IAU-Generalversammlung in Prag offiziell behandelt. Es wurde eine neue Definition des Wortes &#8222;Planet&#8220; verabschiedet die weder von Eris noch von Pluto erf\u00fcllt wurde. Beide waren gro\u00dfe Asteroiden (bzw. &#8222;Zwergplaneten&#8220;, ein ebenfalls damals neu definierter Begriff) und das Sonnensystem hatte nur noch acht Planeten. Wer die Geschichte von Mike Browns Entdeckung im Detail nachlesen m\u00f6chte, dem kann ich <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2011\/04\/23\/der-plutokiller\/\">dieses Buch<\/a> empfehlen, das auch <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3827429447\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&#038;camp=1638&#038;creative=19454&#038;creativeASIN=3827429447&#038;linkCode=as2&#038;tag=astrodisimple-21\">auf deutsch<\/a><a href=\"#amazoninfo\">*<\/a> erh\u00e4ltlich ist.<\/p>\n<p>Bis auf einige amerikanische Astronomen (Pluto wurde immerhin von einem Amerikaner entdeckt) und Teile der \u00d6ffentlichkeit st\u00f6rte sich niemand an Plutos neuem Status (und ich habe zu dem Thema <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2015\/05\/13\/was-ist-ein-zwergplanet-ein-voellig-unnoetiger-begriff\/?all=1\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2010\/06\/20\/pluto-ist-kein-planet-und-das-ist-gut-so\/\">hier<\/a> oder <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2014\/10\/06\/ist-pluto-jetzt-wieder-ein-planet\/?all=1\">hier<\/a> mehr dazu geschrieben). Aber die vielen gro\u00dfen Himmelsk\u00f6rper in den \u00e4u\u00dferen Regionen des Sonnensystems lie\u00dfen die alte Frage wieder aufleben: Gibt es da vielleicht doch noch mehr? Nicht nur gro\u00dfe Asteroiden, sondern auch echte Planeten? So gro\u00df wie die Erde? So gro\u00df wie Jupiter?<\/p>\n<p>Wenn es sie gibt, dann m\u00fcssen sie auf jeden Fall weit weg sein. Denn wenn da noch ein Planet w\u00e4re, w\u00fcrde er nat\u00fcrlich auch einen entsprechenden gravitativen Einfluss auf den Rest des Sonnensystems aus\u00fcben. Aber davon war nichts zu beobachten. Alle bekannten Himmelsk\u00f6rper bewegten sich so, wie sie es sollten. Irgendwelche unerkl\u00e4rten St\u00f6rungen gab es nicht &#8211; ein &#8222;Planet X&#8220; muss also auf jeden Fall so weit weg sein, dass sein Einfluss auf den Bereich den wir beobachten k\u00f6nnen, unterhalb unserer Messgenauigkeit liegt. <\/p>\n<p>Und er musste vor allem <i>immer<\/i> weit weg bleiben und k\u00f6nnte auch nicht ab und zu auf einen kurzen Besuch ins innere Sonnensystem kommen. Diese Tatsache zeigte auch, dass die diversen esoterischen und pseudowissenschaftlichen Behauptungen \u00fcber die Existenz eines &#8222;Planet X&#8220; oder &#8222;Nibiru&#8220; Unsinn sein mussten. Denn im 20. Jahrhundert besch\u00e4ftigten sich nicht nur die Astronomen mit unbekannten Planeten; auch anderswo spekulierte man \u00fcber &#8222;versteckte&#8220; Planeten. Angeblich h\u00e4tten alte V\u00f6lker von der Existenz weiterer Himmelsk\u00f6rper gewusst; angeblich h\u00e4tten dort Aliens gelebt und die Erde besucht; angeblich h\u00e4tte dieser Planet bei regelm\u00e4\u00dfigen Vorbeifl\u00fcgen an der Erde gro\u00dfe Katastrophen verursacht und angeblich w\u00fcrde er das auch in Zukunft tun. Besonders im neuen Jahrtausend (und ganz besonders angesichts der <a href=\"https:\/\/2012faq.de\">Weltuntergangspanik des Jahres 2012<\/a>) sagten diverse Esoteriker, Pseudowissenschaftler, Hellseher und UFO-Sekten voraus, dass demn\u00e4chst wieder ein neuer Planet am Himmel erscheinen w\u00fcrde. Ich habe damals schon erkl\u00e4rt, <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/09\/28\/warum-es-planet-x-nicht-geben-kann\/?all=1\">warum das Unsinn ist<\/a> und <a href=\"scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2011\/08\/23\/die-position-und-sichtbarkeit-des-planet-x-am-himmel\/?all=1\">genau vorgerechnet<\/a>, dass so ein Planet schon l\u00e4ngst entdeckt worden w\u00e4re. <\/p>\n<p>Mit dem &#8222;Planet X&#8220; der Astronomen haben all diese pseudowissenschaftlichen Geschichten nichts zu tun, auch wenn sie leider immer wieder miteinander vermischt werden. Im echten Universum wurden in der Zwischenzeit neue Entdeckungen gemacht. Schon 2003 fand man den 1000 Kilometer gro\u00dfen Asteroid <i>Sedna<\/i>, der seine Runden weiter entfernt von der Sonne zog als alle anderen bekannten Himmelsk\u00f6rper. Am sonnenfernsten Punkt seiner Bahn ist er 1000 Mal weiter von unserem Stern entfernt als die Erde! Mit Sedna hatte man das erste Mal ein Objekt entdeckt, dass nicht mehr zum Kuiperg\u00fcrtel zu geh\u00f6ren schien, sondern zur noch weiter entfernten <i>Oortschen Wolke<\/i>. So wie der Kuiperg\u00fcrtel wurde auch die Existenz dieser Region schon lange vorher vermutet. In den 1930er Jahren vermutete man dort den Ursprung der langperiodischen Kometen. Die Geschichte der Oortschen Wolke habe ich <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2014\/04\/03\/das-unbekannte-ende-des-sonnensystems-die-oortsche-wolke\/?all=1\">hier<\/i> ausf\u00fchrlich erz\u00e4hlt und wenn es im Sonnensystem noch unbekannte gro\u00dfe Planeten gibt, dann sind sie aller Wahrscheinlichkeit nach dort zu finden. <\/p>\n<figure id=\"attachment_21283\" aria-describedby=\"caption-attachment-21283\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1000px-Oort_cloud_Sedna_orbit-de.svg_.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1000px-Oort_cloud_Sedna_orbit-de.svg_.png\" alt=\"Oortsche Wolke Gr\u00f6\u00dfenvergleich zum Rest des Sonnensystems. Ebenfalls eingezeichnet ist die Bahn des Asteroiden Sedna (Bild: NASA, public domain)\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"size-medium wp-image-21283\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-21283\" class=\"wp-caption-text\">Oortsche Wolke Gr\u00f6\u00dfenvergleich zum Rest des Sonnensystems. Ebenfalls eingezeichnet ist die Bahn des Asteroiden Sedna (Bild: NASA, public domain)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die unz\u00e4hligen Asteroiden und Kometen die sich in der Oortschen Wolke befinden m\u00fcssen, werden wir vermutlich nie direkt beobachten k\u00f6nnen. Daf\u00fcr ist sie einfach zu weit weg; sie reicht fast ein Lichtjahr hinaus ins All. Aber die \u00dcbergangszone zwischen Kuiperg\u00fcrtel und Oortscher Wolke; die sogenannte &#8222;innere Oortsche Wolke&#8220; k\u00f6nnte f\u00fcr Beobachtungen zug\u00e4nglich sein. Sedna h\u00e4lt sich genau dort auf und es spricht nichts dagegen, dort auch noch weitere Asteroiden zu entdecken. Und vielleicht sogar Planeten?<\/p>\n<p>Nun, wirklich belastbare Hinweise gab es noch nicht. Aber als das n\u00e4chste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends anbrach, begann sich die Situation langsam zu \u00e4ndern. Und wie es mit der Suche nach &#8222;Planet X&#8220; in den Jahren nach 2010 weiterging, wird das Thema der n\u00e4chsten Folge sein.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\"><a name=\"amazoninfo\">*Affiliate-Links<\/a><\/span><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg03.met.vgwort.de\/na\/102d9e2dfcc84a3197644dc6e4a2500e\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die angebliche Entdeckung eines neuen Planeten im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem hat in den letzten Tagen f\u00fcr viel Aufsehen gesorgt. Dabei sind die Menschen schon seit mehr als 200 Jahren damit besch\u00e4ftigt, neue Planeten im \u00e4u\u00dferen Sonnensystem zu vermuten, zu suchen und auch zu finden. 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