{"id":22550,"date":"2014-12-17T08:30:28","date_gmt":"2014-12-17T07:30:28","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/12\/17\/mein-erstes-teleskop-leitfaden-zum-teleskop-kauf-teil-5\/"},"modified":"2025-05-14T16:15:59","modified_gmt":"2025-05-14T14:15:59","slug":"mein-erstes-teleskop-leitfaden-zum-teleskop-kauf-teil-5","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/12\/17\/mein-erstes-teleskop-leitfaden-zum-teleskop-kauf-teil-5\/","title":{"rendered":"Mein erstes Teleskop: Leitfaden zum Teleskop-Kauf (Teil 5)"},"content":{"rendered":"<p><i>Ich werde oft um Rat gefragt, wenn es darum geht, ein passendes Teleskop zu kaufen. Leider kann ich da wenig weiterhelfen. Ich bin zwar Astronom, aber war selbst nie ein Hobby-Astronom und habe auch nie selbst ein Teleskop besessen. Meine berufliche Erfahrung mit der beobachtenden Astronomie beschr\u00e4nkt sich auf die Arbeit mit professionellen Gro\u00dfteleskopen an Sternwarten und da laufen die Dinge ganz anders, als bei der privaten Hobby-Astronomie. Au\u00dferdem ist es enorm schwierig, allgemeine Hinweise zum Teleskop-Kauf zu geben. Es kommt dabei sehr stark darauf an, wie viel Geld man ausgeben will; was man beobachten m\u00f6chte; wo man beobachten m\u00f6chte; ob man mobil bleiben oder sich eine eigene kleine Sternwarte einrichten will &#8211; und so weiter. Ich verweise daher meistens immer auf eine ausf\u00fchrliche und pers\u00f6nliche Beratung im Fachhandel. Damit man sich aber trotzdem voran schon ein wenig informieren kann, hat Blog-Leser Alderamin netterweise eine sehr ausf\u00fchrlichen <b>Gastbeitrag in f\u00fcnf Teilen<\/b> verfasst, der in den n\u00e4chsten Tagen hier im Blog ver\u00f6ffentlicht wird. <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=17420\">Teil w<\/a>, <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=17426\">Teil 2<\/a>, <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=17432\">Teil 3<\/a> und <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=17437\">Teil 4<\/a> sind schon erschienen. Heute folgt der f\u00fcnfte und letzte Teil. Vielen Dank nochmal an Alderamin f\u00fcr diese sehr informative Serie!<\/i><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h1>Mein erstes Teleskop &#8211; Teil 5<\/h1>\n<p>Nachdem wir in den vorangegangenen 4 Teilen die wichtigsten Komponenten und Bauformen von Teleskopen kennengelernt haben, nun eine abschlie\u00dfende Bewertung, was man sonst noch so braucht und woher man alles bekommt.<\/p>\n<h2> Auswahlkriterien \u2013 welches Teleskop f\u00fcr wen?<\/h2>\n<p>Die im <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=17432\">Teil 3<\/a> beschriebenen verschiedenen Teleskoparten haben alle ihre Vor- und Nachteile und keine ist absolut besser als alle anderen. <\/p>\n<p>Linsenfernrohre sind einfach in der Anwendung, teuer in der Anschaffung (pro Zoll \u00d6ffnung) und damit kleiner und lichtschw\u00e4cher als preisgleiche Spiegelteleskope, es gibt sie in g\u00fcnstiger (Achromat), anspruchsvoller (Semi-Apo) und High-End-Ausf\u00fchrung (Apochromat), und sie sind aufw\u00e4ndiger zu montieren (schwere Deutsche Montierung). Sie taugen aber auch problemlos f\u00fcr die Tagesbeobachtung &#8211; ein Zenitspiegel liefert ein aufrechtes, seitenverkehrtes Bild, ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Amici-Prisma\">Dachkant-<\/a> oder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Porroprisma\">Porro-Prisma<\/a> als Zubeh\u00f6r liefern sogar ein aufrechtes, seitenrichtiges Bild. F\u00fcr den Anf\u00e4nger empfiehlt sich wenigstens eine \u00d6ffnung von 80-100 mm, damit man alle <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Messier-Katalog\">Messier-Objekte<\/a> aufsp\u00fcren kann und ein wenig Detail auf den Planeten Mars und Jupiter erkennen. F\u00fcr die Jagd nach schwachen Nebeln w\u00e4re das eher zu klein, da sind 150 mm \u2013 200 mm gefragt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17501\" aria-describedby=\"caption-attachment-17501\" style=\"width: 373px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Celestron_Omni_xlt120.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Celestron_Omni_xlt120.jpg\" alt=\"Bild: Public Domain\" width=\"373\" height=\"497\" class=\"size-full wp-image-17501\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17501\" class=\"wp-caption-text\">120 mm Refraktor \u2013 schon ein anspruchsvolles Ger\u00e4t in dieser Gr\u00f6\u00dfe (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Celestron_Omni_xlt120.jpg\">Bild: Public Domain<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Newton-Teleskope sind g\u00fcnstige Einstiegsger\u00e4te, an denen man eine Menge lernen kann (z.B. die Kollimation). Man bekommt beim Newton die meiste \u00d6ffnung f\u00fcr\u2019s Geld \u2013 sei es als kleines  Ger\u00e4t von 120 mm auf Deutscher Montierung oder als 200 mm Dobson. Sie eignen sich am besten f\u00fcr die Jagd nach lichtschwachen Objekten, ben\u00f6tigen daf\u00fcr aber einen dunklen Himmel, weit au\u00dferhalb gro\u00dfer St\u00e4dte. Wer das Gl\u00fcck hat, einen dunklen Garten benutzen zu k\u00f6nnen, f\u00fcr den ist der Newton die richtige Wahl. Ein Newton taugt auch zur Planetenbeobachtung, wenn er gut kollimiert ist. Allerdings ist er f\u00fcr die Tageslichtbeobachtung nicht gut geeignet, denn man blickt mit dem Okular auch am Fang- und Hauptspiegel vorbei auf die gegen\u00fcberliegende Tubuswand und den L\u00fcftungsschlitz um den Hauptspiegel herum, so dass unfokussiertes Tageslicht ins Blickfeld gelangt, das man als unscharfen Nebel dem Bild \u00fcberlagert sieht (Tagblindheit des Newton). Beim fotografischen Einsatz muss der Newton parallaktisch montiert werden, und da gro\u00dfe Newtons mit Volltubus schwer sind, verlangen sie nach einer massiven Montierung, die teuer und schwer zu transportieren ist. Au\u00dferdem haben sie nur einen kurzen Fokussierweg, so dass Spiegelreflexkameras, bei denen der Brennpunkt tief innen auf dem Sensor liegt, nicht immer den Fokus erreichen. Werden zus\u00e4tzlich Filter oder ein <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Off-Axis-Guider\">Off-Axis-Guider<\/a> eingesetzt, kommen noch einmal einige cm Wegl\u00e4nge hinzu. Diese Probleme hat man beim Refraktor nicht. <a href=\"https:\/\/www.aths.de\/files\/astro\/astro_f01.jpg\">Binokulars\u00e4tze<\/a> f\u00fcrs zwei\u00e4ugige Beobachten kann man im Allgemeinen auch nicht am Newton verwenden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17502\" aria-describedby=\"caption-attachment-17502\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/750.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/750.jpg\" alt=\"Oder doch lieber ein Newton mit 150 mm \u00d6ffnung? (Bild: Public Domain)\" width=\"500\" height=\"666\" class=\"size-medium wp-image-17502\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17502\" class=\"wp-caption-text\">Oder doch lieber ein Newton mit 150 mm \u00d6ffnung? (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:750.JPG\">Bild: Public Domain<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der vielseitigste Allrounder f\u00fcr den Anf\u00e4nger ist der Cassegrain, im Kleinen idealerweise als Maksutov, im Gro\u00dfen als Schmidt-Cassegrain. Der Cassegrain ist an Portabilit\u00e4t kaum zu schlagen. Es bietet mehr \u00d6ffnung als ein Refraktor des gleichen Preises, kann g\u00fcnstig auf einer Gabelmontierung ohne schweres Gegengewicht montiert werden und vertr\u00e4gt Transporte gut, ohne kollimiert werden zu m\u00fcssen. F\u00fcr Anf\u00e4nger empfehlenswert ist eine \u00d6ffnung von 4-5 Zoll oder ab 8 Zoll f\u00fcr den ernsthaften Amateur. Die Variante kleines Maksutov mit azimutaler Goto-Montierung bietet sich an, wenn man ein besonders leichtes Ger\u00e4t w\u00fcnscht, das man im Rucksack in \u00f6ffentlichen Verkehrsmitteln oder auf Reisen mitnehmen m\u00f6chte. Man kann das Ger\u00e4t auch sp\u00e4ter, wenn man schon ein gr\u00f6\u00dferes erworben hat, weiterhin als Reiseteleskop verwenden.<\/p>\n<p>Wer sp\u00e4ter einmal fotografieren m\u00f6chte, sollte sich ein \u00e4quatorial montiertes Teleskop mit 2-Zoll-Okularanschluss zulegen. Es gibt hier, ebenso wie beim Refraktor, normalerweise keine Probleme mit dem Fokusweg. <\/p>\n<figure id=\"attachment_17503\" aria-describedby=\"caption-attachment-17503\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Maksutov.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Maksutov.jpg\" alt=\"Passt in jeden Rucksack: ein schnuckeliger kleiner Mak (Bild: Caseman at nl.wikipedia, CC-BY-SA 3.0)\" width=\"500\" height=\"465\" class=\"size-medium wp-image-17503\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17503\" class=\"wp-caption-text\">Passt in jeden Rucksack: ein schnuckeliger kleiner Mak (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Maksutov.jpg\">Bild: Caseman at nl.wikipedia<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\">CC-BY-SA 3.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<h2>Sinnvolles und notwendiges Zubeh\u00f6r<\/h2>\n<p>Nun hat man sein Teleskop, bei dem meistens im Lieferumfang ein oder zwei Okulare mit dabei sind, und eine Montierung. Was braucht man noch?<\/p>\n<p>Auf jeden Fall einen <i>Sucher<\/i> (im Englischen wesentlich optimistischer als <i>finder<\/i> bezeichnet), sonst wird das Aufsuchen von Objekten zum Frust, selbst mit Goto \u2013 man muss ja zun\u00e4chst die Referenzsterne einstellen. Es gibt einfache Sucher, <a href=\"https:\/\/www.celestron.com\/browse-shop\/astronomy\/accessories\/navigation\/star-pointer-finderscope\">die nur \u00fcber eine beleuchtete, ins Blickfeld eingespiegelte Peilvorrichtung verf\u00fcgen<\/a>, was zum grob Ausrichten bei Goto reicht \u2013 man hat den Stern dann im Blickfeld des Teleskops bei der geringsten Vergr\u00f6\u00dferung und stellt ihn dort mittig ein, bevor man die Vergr\u00f6\u00dferung erh\u00f6ht. Wer auf Goto verzichtet, sollte sich hingegen ein <a href=\"https:\/\/www.photoinfos.com\/astronomie\/Bosma-200-Maksutov\/Bosma-Maksutov-200mm-Sucher-096.jpg\">Sucherfernrohr<\/a> mit 50 mm \u00d6ffnung zu legen, damit man die Deep-Sky-Objekte, die man im Teleskop n\u00e4her betrachten m\u00f6chte, auch im Sucher findet. 30 mm und weniger sind zu wenig.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem ben\u00f6tigt man weitere <i>Okulare<\/i>. Idealerweise staffelt man die Okulare mit einer Brennweitenabstufung von 1:2 oder besser 1:1,5 zwischen der optimalen und der lichtst\u00e4rksten Vergr\u00f6\u00dferung. Angenommen, man hat ein Teleskop mit 1,5 m Brennweite und 5 Zoll (125 mm) \u00d6ffnung, dann m\u00f6chte man als optimale Vergr\u00f6\u00dferung den Durchmesser des Objektivs in mm, das w\u00e4re 125-fach. Dazu ben\u00f6tigt man ein Okular mit 12 mm Brennweite, denn Objektivbrennweite \/ Vergr\u00f6\u00dferung = Okularbrennweite (also 1500 mm \/ 125 = 12 mm). Man kann nun staffeln 12 mm \u2013 24 mm \u2013 48 mm oder aber 12 mm \u2013 18mm \u2013 27 mm \u2013 40 mm. Dies erg\u00e4nzt man noch mit einer g\u00fcnstigen 2-fach <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Barlowlinse\">Barlow-Linse<\/a>; eine solche verdoppelt die Brennweite des Teleskops und damit die Vergr\u00f6\u00dferung, dann kann man auch die extreme Vergr\u00f6\u00dferung von 2x \u00d6ffnung erreichen und hat bei der 1,5er-Staffelung zus\u00e4tzlich die Zwischenwerte 6 mm \u2013 9 mm \u2013 13,5 mm \u2013 20 mm, bei der 2er-Staffelung kann man sich das 24 mm sparen und hat dann 6 mm \u2013 12 mm \u2013 24 mm \u2013 48 mm.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17504\" aria-describedby=\"caption-attachment-17504\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Okulare1357.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Okulare1357.jpg\" alt=\"Unverzichtbar: ein Satz Okulare (Bild: Steffen Dietzel, CC-BY-SA 3.0)\" width=\"500\" height=\"249\" class=\"size-medium wp-image-17504\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17504\" class=\"wp-caption-text\">Unverzichtbar: ein Satz Okulare (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Okulare1357.jpg\">Bild: Steffen Dietzel<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\">CC-BY-SA 3.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Am besten kauft man Okulare einer Serie des gleichen Herstellers. Deren H\u00fclsen sind dann meist so bemessen, dass sie alle etwa im gleichen Punkt scharf sind und man muss beim Wechsel kaum nachfokussieren (homofokale Okulare). Wer es sich leisten kann, sollte Weitwinkelokulare kaufen, denn der Anblick durch sie ist spektakul\u00e4r, ansonsten sind Pl\u00f6ssl-Okulare gut und g\u00fcnstig und insbesondere f\u00fcr die Fotografie sp\u00e4ter zu gebrauchen (\u201eafokal&#8220; oder \u201e<a href=https:\/\/astrofotografie.hohmann-edv.de\/aufnahmetechniken\/grundlagen.okularprojektion.php>Okularprojektion<\/a>&#8220; \u2013 Planetenfotografie ben\u00f6tigt Brennweiten von 4 m und mehr, die man erreichen kann, wenn man zwischen Objektiv und Kamera noch ein Okular einsetzt)<\/p>\n<p>Ein Satz <i><a href=\"https:\/\/nimax-img.de\/Produktbilder\/zoom\/11333_1\/Omegon-Farbfilter-Set-1-25-6-teilig-.jpg\">Farbfilter<\/a><\/i> ist empfehlenswert, um mehr Details auf den Planeten erkennen zu k\u00f6nnen. Diese werden in das normierte Gewinde der Okularh\u00fclse geschraubt. Ein Rotfilter zeigt z.B. mehr von der Marsoberfl\u00e4che, ein Blaufilter zeigt eher die Atmosph\u00e4re und, wenn man Gl\u00fcck hat, Wolken des Mars, und er verst\u00e4rkt den Kontrast der Wolkenb\u00e4nder des Jupiter. Ein Neutral-Grau-Filter erleichtert das Betrachten des blendend hellen Mondes. Gasnebel profitieren stark von sogenannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Nebelfilter\">Nebelfiltern<\/a> (LPR, UHC, OIII), die nur diejenigen Lichtwellenl\u00e4nge durchlassen, in denen solche Nebel leuchten, das Licht der Stra\u00dfenlaternen jedoch stark abschw\u00e4chen. Ein solches Filter ist relativ teuer, aber f\u00fcr St\u00e4dter unbedingt zu empfehlen.<\/p>\n<p>Man sollte allerdings <a href=\"https:\/\/www.svenwienstein.de\/HTML\/sonnenfilter.html\">tunlichst die Finger von Okular-Sonnenfiltern lassen<\/a>, da diese platzen k\u00f6nnen und man erblinden kann. Jedoch kann man f\u00fcr ein paar Euro im Internet die <a href=\"https:\/\/www.baader-planetarium.de\/sektion\/s46\/s46.htm\">Baader-Planetarium-Sonnenfilterfolie<\/a> erwerben, die man mit geringen Bastelkenntnissen in einen Ring aus Pappe spannen kann, der stramm \u00fcber die Teleskop\u00f6ffnung gesteckt wird. Die Baader-Folie (St\u00e4rke 5 f\u00fcr visuelle Beobachtung) beeintr\u00e4chtigt kaum die Bildqualit\u00e4t und ist vor dem Teleskop angebracht absolut sicher, selbst mit kleinen Punktierungen, die man problemlos mit einem St\u00fcckchen Isolierband abkleben kann.<\/p>\n<p>Besitzer von Refraktoren oder Cassegrains werden sich einen <a href=\"https:\/\/www.oculum.de\/sites\/teleskop1x1\/images\/1_zenitprisma.jpg\">Zenitspiegel<\/a> zulegen wollen, falls das Teleskop nicht bereits einen im Lieferumfang hatte. Damit wird neben der Schonung des Nackens auch die Tagbeobachtung m\u00f6glich, weil das Bild aufgerichtet wird (allerdings bleibt es seitenverkehrt).<\/p>\n<p>Wer einen Newton sein Eigen nennt, ben\u00f6tigt <i>Kollimations-Tools<\/i>. Man kann sie selbst basteln oder kaufen. Im einfachsten Fall reichen ein R\u00f6hrchen, das genau in den Okularauszug passt und ein zentrisches Einblickloch hat und ein Taschenspiegel, in den von hinten ein Guckloch eingeritzt wird. Es gibt kommerzielle <a href=\"https:\/\/www.astroboot.co.uk\/images\/astroboot\/dynamic\/800w-532h\/Tectron%20collimation%20tool%20set.jpg\">Kollimationss\u00e4tze<\/a>, die mehrere Tools enthalten: ein Rohr mit einem zentralen Guckloch auf der einen und einem Fadenkreuz auf der anderen Seite (<a href=\"https:\/\/www.catseyecollimation.com\/xl-tcfr640.jpg\">Sight Tube<\/a>) zur Grobjustierung, ein <a href=\"https:\/\/www.scopesnskies.com\/magnify\/1418.1.html\">Cheshire-Okular<\/a>, das einen hellen Ring auf den Hauptspiegel projiziert (beide gibt es oft kombiniert in einem Ger\u00e4t) und einen <a href=\"https:\/\/www.astrosystems.biz\/images\/Autocollimators2.jpg\">Autokollimator<\/a>, der innen einen kleinen Spiegel senkrecht zur Blickrichtung enth\u00e4lt, zur Feinjustierung. Man braucht nicht unbedingt alle, aber wenigstens das Cheshire-Okular ist empfehlenswert. Weiterhin gibt es <a href=\"https:\/\/www.teleskop-express.de\/shop\/Bilder\/shop\/tsoptics\/Justage\/LA1\/la1_foc.jpg\">Kollimations-Laser<\/a>, bei denen man die Spiegel so ausrichtet, dass der Lichtpunkt des Lasers im Okularauszug nach der Reflexion an Fang- und Hauptspiegel \u00fcber den Fangspiegel wieder zur Mitte des Lasers zur\u00fcckreflektiert wird. Der Laserkollimator ist in der Handhabung am einfachsten, aber man kann mit ihm alleine nicht den Fangspiegel zentrieren und ausrichten. Wenn der Fangspiegel verkippt und verschoben ist, dann ist es am Ende der ganze Strahlengang, auch wenn der Laser wieder perfekt zur\u00fcckreflektiert wird, deswegen sollte der Laser nur eine zus\u00e4tzliche Hilfe sein.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Okulare und Filter empfiehlt sich ein <i>Tragekoffer<\/i>. In Foto-Fachgesch\u00e4ften findet man Alu-Koffer mit Schaumgummif\u00fcllung aus kleinen W\u00fcrfelchen, die man beliebig herauszupfen kann, um seine Ausr\u00fcstung gut gepolstert unterzubringen.<\/p>\n<p>In den Koffer hinein sollte eine <i>Rotlichtlampe<\/i>. Rotes Licht blendet weniger als wei\u00dfes. Man kann damit Karten lesen oder Filterbeschriftungen, oder nach auf den Boden gefallenen Kleinteilen suchen. Mit einer normalen Taschenlampe ruiniert man sich hingegen f\u00fcr wenigstens 10 Minuten die Dunkeladaption des Auges.<\/p>\n<p>Vor allem Cassegrains neigen in unseren Breiten zum Beschlagen oder gar \u00dcberfrieren, und so sollte man sich eine Taukappe basteln, die \u00fcber das Teleskop gest\u00fclpt wird. Eine Moosgummimatte, etwas Klettband mit Klebestreifen und <a href=\"https:\/\/www.deepsky-brothers.de\/Selbstbau%20Taukappe.htm\">fertig ist die Taukappe<\/a>. Sie sollte mindesten 1,5-mal so lang sein wie die \u00d6ffnung des Teleskops durchmisst. Praktisch vor allem im Winter, aber nicht unbedingt vonn\u00f6ten ist eine <i>Teleskopheizung<\/i>, ein Heizkabel, das man vorne um das Teleskop (oder beim Newton hinten um den Hauptspiegel) herum wickelt. Dieses erw\u00e4rmt die Optik gerade so weit, dass sie nicht beschl\u00e4gt. Man sollte dabei auf eine geregelte Heizung achten, die nicht in k\u00fcrzester Zeit die Batterie leer saugt und damit die Beobachtungsnacht vorzeitig beendet.<\/p>\n<p>Apropos Batterie: Wenn man nicht nur im elektrifizierten Garten beobachten m\u00f6chte oder den Zigarettenanz\u00fcnder des Autos anzapfen, dann bieten sich <i>Bleigel-Akkus<\/i> an. Diese k\u00f6nnen (anders als g\u00fcnstigere Blei-S\u00e4ure-Akkus) nicht aus- oder \u00fcberlaufen (was beim Laden passieren kann) und man ver\u00e4tzt sich nicht seinen Teppich. Es gibt sie mit recht hoher Kapazit\u00e4t (10-15 Ah sollten es schon sein). Dazu ben\u00f6tigt man ein geregeltes Ladeger\u00e4t, welches das Laden am Ende abbricht, bevor der Akku \u00fcberhitzt. Man muss dann nur noch eine 12V-Auto-Anschlussbuchse mit Kabeln an den Batteriekontakten anklemmen oder -l\u00f6ten. Und schon ist man von der Steckdose unabh\u00e4ngig. Meistens sind die elektrischen Teile des Teleskops bereits mit Zigarettenanz\u00fcnder-Steckern ausgestattet.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich sollte man sich unbedingt <i>Kartenmaterial <\/i>besorgen, um sich am Himmel zurecht zu finden und ein grobe Idee zu haben, wo man Referenzsterne findet oder welches Objekt ungef\u00e4hr wo steht. F\u00fcr den Anfang zu empfehlen ist eine <a href=\"https:\/\/www.oculum.de\/interstellarum2\/onlineartikel.asp?Nr=41-30a\">drehbare Sternkarte<\/a>, die einem ganz grob den gerade sichtbaren Himmel zeigt. Dazu muss man eine drehbare Horizontscheibe so verdrehen, dass an der Seitenskala die aktuelle Uhrzeit auf das jeweilige Datum gestellt wird. Damit findet man die wichtigsten Sternbilder. Um Objekte wie Nebel oder Galaxien innerhalb der Sternbilder zu finden, empfiehlt sich ein <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/s\/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&#038;url=search-alias%3Dstripbooks&#038;field-keywords=himmelsatlas\">Himmelsatlas<\/a>, ein <a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/s\/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&#038;url=search-alias%3Dstripbooks&#038;field-keywords=himmelsjahr\">Astronomie-Jahrbuch<\/a> oder neuerdings eine <a href=\"https:\/\/www.businessinsider.com\/11-best-astronomy-apps-for-amateurs-2013-10?op=1&#038;IR=T\">Astronomie-App<\/a> f\u00fcr das Smartphone oder Tablet.<\/p>\n<h2>Woher nehmen und nicht stehlen?<\/h2>\n<p>Bevor man kauft, sollte man sich zun\u00e4chst schlau machen.<\/p>\n<p>Es gibt viele Optiker, die Brillen und gelegentlich auch Feldstecher anbieten, aber nur wenige, die sich mit Teleskopen auskennen und auch diese verkaufen. Wer einen solchen in der N\u00e4he hat, kann sich dort beraten lassen. Ansonsten ist es empfehlenswert, den lokalen Astronomie-Verein zu besuchen oder gleich Mitglied zu werden. Man kann dort sehr viel Erfahrung mitnehmen und bei Beobachtungsabenden auch mal durch das eine oder andere Teleskop schauen.<\/p>\n<p>Wer keinen Verein in der N\u00e4he hat, kann seine Fragen in ein Internet-Forum wie <a href=\"https:\/\/forum.astronomie.de\/phpapps\/ubbthreads\/ubbthreads.php\/forum_summary\">Astronomie.de<\/a> oder <a href=\"https:\/\/www.astrotreff.de\/default.asp?Menu=2\">Astrotreff.de<\/a> stellen und dort eine Menge \u00fcber Teleskope lernen.<\/p>\n<p>Ebenfalls empfehlenswert sind Verkaufsmessen, beispielsweise der <a href=\"https:\/\/www.att-essen.de\/\">Amateur-Tausch-Treff<\/a>, der jeden Mai in Essen stattfindet. Man kann dort die unterschiedlichsten Ger\u00e4te begutachten, mit erfahrenen H\u00e4ndlern oder Amateuren reden, oder Schn\u00e4ppchen machen.<\/p>\n<p>Wenn man genau wei\u00df, was man haben m\u00f6chte, dann kann man sein Ger\u00e4t beim Online-H\u00e4ndler im Internet bestellen. Dort erzielt man oft den geringsten Preis und dank 14t\u00e4gigem R\u00fcckgaberecht bei Internetgesch\u00e4ften ist das Risiko gering.<\/p>\n<p>Es muss aber nicht immer \u201eneu&#8220; sein. Optik verschlei\u00dft nicht, wenn man sie sorgsam behandelt. Teleskope halten ein Leben lang. Im <a href=\"https:\/\/forum.astronomie.de\/phpapps\/ubbthreads\/ubbthreads.php\/forums\/19\/1\/Biete\">Astronomie.de Biete-Forum<\/a> oder beim <a href=\"https:\/\/www.astrotreff.de\/default.asp?CAT_ID=4\">Astrotreff-Markt<\/a> werden immer wieder Teleskope und Zubeh\u00f6r f\u00fcr 2\/3 des Neupreises oder weniger angeboten. Dort findet man \u00fcbrigens auch Inserate von Online-H\u00e4ndlern. Wer Geduld hat, kann sich dort seine Traumausr\u00fcstung zusammenstellen \u2013 und wieder loswerden, falls der innere Schweinehund am Ende doch lieber den Abend auf dem Sofa verbringen m\u00f6chte\u2026! <\/p>\n<p>So, nun verbleibt mir nur noch, den interessierten Neu-Astronomen viel Spa\u00df beim Shoppen und \u201eClear Skies&#8220; beim Beobachten zu w\u00fcnschen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich werde oft um Rat gefragt, wenn es darum geht, ein passendes Teleskop zu kaufen. Leider kann ich da wenig weiterhelfen. Ich bin zwar Astronom, aber war selbst nie ein Hobby-Astronom und habe auch nie selbst ein Teleskop besessen. 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