{"id":22548,"date":"2014-12-16T08:30:24","date_gmt":"2014-12-16T07:30:24","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/12\/16\/mein-erstes-teleskop-leitfaden-zum-teleskop-kauf-teil-4\/"},"modified":"2025-05-14T16:15:58","modified_gmt":"2025-05-14T14:15:58","slug":"mein-erstes-teleskop-leitfaden-zum-teleskop-kauf-teil-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/12\/16\/mein-erstes-teleskop-leitfaden-zum-teleskop-kauf-teil-4\/","title":{"rendered":"Mein erstes Teleskop: Leitfaden zum Teleskop-Kauf (Teil 4)"},"content":{"rendered":"<p><i>Ich werde oft um Rat gefragt, wenn es darum geht, ein passendes Teleskop zu kaufen. Leider kann ich da wenig weiterhelfen. Ich bin zwar Astronom, aber war selbst nie ein Hobby-Astronom und habe auch nie selbst ein Teleskop besessen. Meine berufliche Erfahrung mit der beobachtenden Astronomie beschr\u00e4nkt sich auf die Arbeit mit professionellen Gro\u00dfteleskopen an Sternwarten und da laufen die Dinge ganz anders, als bei der privaten Hobby-Astronomie. Au\u00dferdem ist es enorm schwierig, allgemeine Hinweise zum Teleskop-Kauf zu geben. Es kommt dabei sehr stark darauf an, wie viel Geld man ausgeben will; was man beobachten m\u00f6chte; wo man beobachten m\u00f6chte; ob man mobil bleiben oder sich eine eigene kleine Sternwarte einrichten will &#8211; und so weiter. Ich verweise daher meistens immer auf eine ausf\u00fchrliche und pers\u00f6nliche Beratung im Fachhandel. Damit man sich aber trotzdem voran schon ein wenig informieren kann, hat Blog-Leser Alderamin netterweise eine sehr ausf\u00fchrlichen <b>Gastbeitrag in f\u00fcnf Teilen<\/b> verfasst, der in den n\u00e4chsten Tagen hier im Blog ver\u00f6ffentlicht wird. <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=17420\">Teil 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=17426\">Teil 2<\/a> und <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=17432\">Teil 3<\/a> sind schon erschienen, jetzt folgt Teil 4.<\/i><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h1>Mein erstes Teleskop &#8211; Teil 4<\/h1>\n<p>In den bisherigen Teilen der Serie hatten wir uns auf die optischen Elemente des Teleskops beschr\u00e4nkt. Genau so bedeutend ist jedoch die Mechanik, insbesondere wie das Fernrohr <i>montiert<\/i> wird.<\/p>\n<h2> Die Montierung &#8211; Goto or No Go <\/h2>\n<p>Ein Teleskop wird nicht einfach auf ein simples Dreibein geschraubt, sondern auf eine <i>Montierung<\/i>. Die Montierung sorgt daf\u00fcr, dass das Ger\u00e4t im Gleichgewicht ist und leicht auf jedes Objekt ausgerichtet werden kann. Grunds\u00e4tzlich unterscheidet man zwei Arten von Montierungen, <i>azimutale<\/i> und <i>parallaktische<\/i> (auch: <i>\u00e4quatoriale<\/i>) Montierungen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17495\" aria-describedby=\"caption-attachment-17495\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1280px-SmallAltAzMount.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1280px-SmallAltAzMount.jpg\" alt=\"Refraktor auf azimutaler Montierung (Bild: I, Kosebamse, CC-BY-SA 3.0)\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"size-medium wp-image-17495\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17495\" class=\"wp-caption-text\">Refraktor auf azimutaler Montierung (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:SmallAltAzMount.jpg\">Bild: I, Kosebamse<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\">CC-BY-SA 3.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die azimutale Montierung erlaubt ein Schwenken des Teleskops um die senkrechte Achse (Stehachse) und ein Neigen um die horizontale H\u00f6henachse. Azimutale Montierungen sind einfach gebaut und vergleichsweise leicht. Man braucht sie nicht besonders auszurichten. Sie haben allerdings den Nachteil, dass man mit ihnen Sterne aufgrund der Erddrehung in zwei Achsen nachf\u00fchren muss, da diese einen Bogen am Himmel beschreiben. F\u00fcr die Astrofotografie sind sie deshalb nicht geeignet: f\u00fchrt man einen Stern in zwei Achsen nach, so verdreht sich das Bildfeld, so dass bei Langzeitbelichtungen <a href=\"https:\/\/calgary.rasc.ca\/images\/field_rotation_4246_T_VB.jpg\">Sterne am Bildrand zu B\u00f6gen werden<\/a> (die heutige Digitaltechnik erlaubt es allerdings, dies bei der <a href=\"https:\/\/calgary.rasc.ca\/field_rotation.htm#socan\">Addition von zahlreichen, nicht all zu langen Einzelbelichtungen, durch Drehungen der Einzelaufnahmen zu korrigieren<\/a>). Es ist au\u00dferdem bei manchen azimutalen Montierungen schwierig, das Teleskop senkrecht nach oben zu richten, wo der Himmel am dunkelsten ist, insbesondere bei den langen Refraktoren. Der Tubus schl\u00e4gt dann am Dreibein an. Dies wird vermieden, wenn man das <a href=\"https:\/\/www.altairastro.com\/images\/D\/Sabre-achro-neil-P1020944-600w.jpg\">Stativ aus einer S\u00e4ule besteht<\/a> und der Tubus seitlich an der H\u00f6henachse angebracht ist mit einem Gegengewicht auf der anderen Seite. Cassegrains sind oft kurz genug, dass sie <a href=\"https:\/\/nimax-img.de\/Produktbilder\/zoom\/25377_1\/Meade-Schmidt-Cassegrain-telescope-SC-254-2500-10-UHTC-LX90-GoTo.jpg\">durch zwei Zinken<\/a> links und rechts des Tubus gehalten durch den Zenit durchschwingen k\u00f6nnen, so dass man kein Gegengewicht braucht, was die gesamte Konstruktion leichter macht. Beim Newton ist der Hauptspiegel oft so schwer, dass der Schwerpunkt ziemlich tief liegt und die durch ihn verlaufende <a href=\"https:\/\/texasstarparty.org\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Price_2.jpg\">H\u00f6henachse dicht \u00fcber dem Hauptspiegel verl\u00e4uft<\/a>, so dass auch hier ein Durchschwenken durch den Zenit m\u00f6glich und kein Gegengewicht n\u00f6tig ist (beim Newton kann man dann oben noch bequem hineinschauen, beim Cassegrain nur in Grenzen \u00fcber Umlenkspiegel).<\/p>\n<figure id=\"attachment_17496\" aria-describedby=\"caption-attachment-17496\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1280px-AP_german_equatorial_mount_with_scope.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/1280px-AP_german_equatorial_mount_with_scope.jpg\" alt=\"Parallaktische Montierung (Bild: Public Domain)\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"size-medium wp-image-17496\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17496\" class=\"wp-caption-text\">Parallaktische Montierung (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:AP_german_equatorial_mount_with_scope.JPG\">Bild: Public Domain<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Parallaktische Montierungen werden mit einer Achse (der <i>Stundenachse<\/i> oder <i>Rektaszensionsachse<\/i>) <a href=\"https:\/\/www.svenwienstein.de\/Pics\/parallaktisch.gif\">parallel zur Erdachse auf den Himmelspol ausgerichtet<\/a> und deshalb braucht man sie nur in dieser Achse den Sternen nachzuf\u00fchren, was normalerweise ein Motor erledigt. Die andere Achse, <i>Deklinationsachse<\/i> genannt, wird nur f\u00fcr kleine Korrekturen der H\u00f6he oder zum Aufsuchen eines neuen Objekts bewegt. Es gibt keine Bildfelddrehung. Dies erkauft man sich allerdings mit einem im Allgemeinen massiveren Aufbau. F\u00fcr das visuelle Beobachten reicht eine grobe Ausrichtung nach Norden und ein Neigen gem\u00e4\u00df der geographischen Breite des Beobachtungsorts. Beim fotografischen Einsatz ist eine pr\u00e4zisere Aufstellung notwendig und man wird gerne ein <a href=\"https:\/\/www.themcdonalds.net\/richard\/astro\/writings\/images\/m4Posed300polarScope.jpg\">Polachsen-Sucherfernrohr<\/a> verwenden, das durch die Stundenachse hindurch Richtung Himmelspol schaut und mittels Markierungen auf den Polarstern ausgerichtet wird, der sich nur 1\u00bd Vollmonddurchmesser neben dem Himmelspol befindet.<\/p>\n<p>Vor zehn Jahren h\u00e4tte ich an dieser Stelle geschrieben, die Azimutalmontierung sei f\u00fcr Anf\u00e4nger kaum zu gebrauchen, weil man an ihr keine Himmelskoordinaten einstellen und ablesen kann, aber das stimmt heute so nicht mehr. Selbst bei einfachen, g\u00fcnstigen Teleskopen besteht heute die M\u00f6glichkeit, dass ein kleiner Computer die Motoren steuert und dem Benutzer das Aufsuchen von Objekten abnimmt, und zwar bei azimutalen wie parallaktischen Montierungen &#8211;  eine gro\u00dfe Erleichterung. Daher gilt heute, dass eine azimutale Montierung ideal f\u00fcr ein portables Teleskop ist, w\u00e4hrend die parallaktische Montierung f\u00fcr die Astrofotografie die bessere (um nicht zu sagen, <i>notwendige<\/i>) Wahl ist.<\/p>\n<p>Diese <i>Goto<\/i> genannte Technik steuert die Motoren der Montierung und kann automatisch auf jeden Planeten, Mond (deren aktuelle Positionen das Steuerger\u00e4t der Montierung aus dem eingegebenen Datum, der Uhrzeit und der geographischen Position des Beobachters berechnet), Fixstern oder Deep-Sky-Objekt ausgerichtet werden. Man muss dazu nur anfangs zwei oder drei auf der Handsteuerung vorgeschlagene Fixsterne als Referenzpunkte anfahren. Und selbst das nehmen einem die luxuri\u00f6sesten Goto-Montierungen dank GPS, Kompass und mit Kamera best\u00fccktem Sucherfernrohr ab. Wie bei der Verwendung von Navigationssystemen im Auto besteht zwar die Gefahr, dass man nie lernt, sich ohne Technik am Himmel zurecht zu finden. Daf\u00fcr kann man auf eine umfangreiche Datenbank von Objekten zur\u00fcckgreifen, die man ansonsten vielleicht nie kennengelernt h\u00e4tte. Deswegen bin ich ein Fan von Goto-Montierungen. Allerdings ist man dann auf eine Stromquelle angewiesen, sei es eine Steckdose mit 12V-Gleichstromadapter, eine wieder aufladbare 12 V Batterie oder der Zigarettenanz\u00fcnder des Autos.<\/p>\n<p>Hier die wichtigsten Montierungsformen:<\/p>\n<figure id=\"attachment_17497\" aria-describedby=\"caption-attachment-17497\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/C8_smaller.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/C8_smaller.jpg\" alt=\"8-Zoll Schmidt-Cassegrain Teleskop auf parallaktischer Gabelmontierung. (Bild: Opoterser, CC-BY 3.0)\" width=\"500\" height=\"721\" class=\"size-medium wp-image-17497\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17497\" class=\"wp-caption-text\">8-Zoll Schmidt-Cassegrain Teleskop auf parallaktischer Gabelmontierung. (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:C8_smaller.jpg\">Bild: Opoterser<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/3.0\/deed.en\">CC-BY 3.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die <i>Gabelmontierung<\/i> wurde oben schon angesprochen: ein U-f\u00f6rmiger Rahmen greift von au\u00dfen um das Teleskop und h\u00e4lt es links und rechts drehbar um die H\u00f6henachse. Das U dreht sich um die vertikale Stehachse. L\u00e4sst sich die vertikale Achse nach der geographischen Breite neigen, so kann man aus der Gabelmontierung eine parallaktische Gabelmontierung machen. Diese Montierung eignet sich f\u00fcr Cassegrains, nicht jedoch f\u00fcr Refraktoren, deren Tubus zu lange Haltezinken notwendig machen w\u00fcrde. Bei kleinen Teleskopen wird teilweise <a href=\"https:\/\/www.celestron.com\/c3\/images\/files\/downloads\/1193094723_nxsewcameracont.gif\">nur eine Seite des Teleskops gelagert<\/a>, das U ist zu einem J reduziert. Das ist weniger stabil, aber umso portabler und bei kleinen Cassegrains bis h\u00f6chstens 5 Zoll noch erlaubt. Ein Vorteil ist, dass man das Okular mit Umlenkspiegel in Zenitstellung bequemer erreichen kann als bei einer U-f\u00f6rmigen Gabel.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17498\" aria-describedby=\"caption-attachment-17498\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Dobson_class.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Dobson_class.jpg\" alt=\"Ein klassischer Dobson (Bild: ECeDee; CC-BY-SA 3.0)\" width=\"500\" height=\"666\" class=\"size-medium wp-image-17498\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17498\" class=\"wp-caption-text\">Ein klassischer Dobson (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Dobson_class.jpg\">Bild: ECeDee<\/a>; <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by-sa\/3.0\/deed.en\">CC-BY-SA 3.0<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Eine Variante der Gabelmontierung ist die <i>Dobsonmontierung<\/i>, die bei Newtons mit gro\u00dfem Hauptspiegel eingesetzt wird. Die Ur-Dobsonmontierung besteht aus einer Holzkiste, aus der seitlich an der Oberkante zwei Halbkreise ausgespart sind. In diese als Lager werden zwei passende Holzscheiben eingesetzt, die am Teleskop befestigt sind, so dass sie sich mit dem Teleskop verdrehen lassen, dies ist die H\u00f6henachse. Wie oben erw\u00e4hnt liegt der Schwerpunkt beim Newton oft tief und die Mitte der Scheiben befindet sich dicht \u00fcber dem Hauptspiegel, der somit durch die Kiste hindurch schwingen kann. Die Kiste ist \u00fcber eine Drehachse mit einem Bodenbrett verbunden, diese bildet die Stehachse. Damit beide Achsen sich gut ohne Haftreibung und Spiel bewegen lassen, gleiten <a href=\"https:\/\/www.stathis-firstlight.de\/atm\/bilder\/reise_archimedes_bremse.jpg\">Kunststoffstreifen (\u201eResopal&#8220;) auf Teflonpl\u00e4ttchen<\/a>: Resopal wird in Streifen um die Au\u00dfenkanten der Holzscheiben geleimt, so wie fl\u00e4chig auf der Unterseite der drehbaren Holzkiste aufgebracht, die Teflonpl\u00e4ttchen in den ausgesparten Halbreisen bzw. auf der Bodenplatte geschraubt, so dass sie \u00fcber den Kunststoff gleiten. Die Bewegung des Teleskops erfolgt ausschlie\u00dflich durch Anschieben mit dem Finger. Es muss gut ausbalanciert sein und ohne Kraft geschoben werden k\u00f6nnen, jedoch seine Position einmal ausgerichtet beibehalten, auch wenn schwerere und leichtere Okulare im Wechsel verwendet werden.<\/p>\n<p>Auf diese Weise lassen sich Newtons mit 40 cm \u00d6ffnung und mehr preisg\u00fcnstig und gewichtssparend montieren, insbesondere, wenn deren <a href=\"https:\/\/www.astrotreff.de\/upload\/norbert_loechel\/20130304\/IMG_5675%20Kopie.jpg\">Tubus nur aus einem Gitterger\u00fcst besteht<\/a>, das zerlegbar und damit auch in einem kleinen Auto transportierbar ist (Gitterrohr-Dobson). Sie sind die g\u00fcnstigste L\u00f6sung f\u00fcr unheilbar an \u00d6ffnungsfieber Erkrankte. Die Dobson-Montierung war urspr\u00fcnglich die Erfindung des Amateurastronoms John Dobson und wurde von vielen Selbstbau-Amateuren in zahlreichen Spielarten kopiert und verbessert. In j\u00fcngster Zeit werden jedoch zunehmend <a href=\"https:\/\/www.meade.com\/products\/telescopes\/lightbridge.html\">kommerzielle<\/a> <a href=\"https:\/\/www.skywatcherusa.com\/dobsonians.html\">Dobson-Teleskope<\/a> angeboten, mittlerweile sogar mit Computersteuerung. Es gibt die Variante \u201epush to&#8220;, bei denen man ein Himmelsobjekt an der Handsteuerung ausw\u00e4hlt und diese dem Benutzer dann anzeigt, in welcher Richtung und wie weit er das Teleskop manuell schieben muss, um das Objekt im Okular aufzufinden. Besser ist die Variante \u201ego to&#8220;, die das Teleskop mit ihren Motoren selbst auf das Zielobjekt bewegt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17499\" aria-describedby=\"caption-attachment-17499\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/922px-Maksutov-Cassegrain_Intes_M703_mounted.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/922px-Maksutov-Cassegrain_Intes_M703_mounted.jpg\" alt=\"Maksutov-Cassegrain auf Deutscher Montierung (Bild: Marie-Lan Nguyen (Jastrow), CC-BY 2.5)\" width=\"500\" height=\"555\" class=\"size-medium wp-image-17499\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17499\" class=\"wp-caption-text\">Maksutov-Cassegrain auf Deutscher Montierung (<a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Maksutov-Cassegrain_Intes_M703_mounted.jpg\">Bild: Marie-Lan Nguyen (Jastrow)<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.5\/deed.en\">CC-BY 2.5<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Klassiker unter den parallaktischen Montierungen ist schlie\u00dflich die <i>Deutsche Montierung<\/i>. Bei ihr sind die beiden Achsen (Stundenachse und Deklinationsachse) T-f\u00f6rmig verbunden. An einer Seite des T-Strichs (Deklinationsachse) h\u00e4ngt das Teleskop, an der Gegenseite ein Gegengewicht. Der senkrechte Strich des Ts ist die Stundenachse, die auf den Himmelspol ausgerichtet wird, und zwar mit dem T-Strich-Ende. Dazu l\u00e4sst sich die Neigung des Ts nach vorne oder hinten (also zum Betrachter hin oder weg) \u00e4ndern, indem das T auf einem azimutal schwenkbaren Fu\u00df sitzt, der dann festgezurrt bleibt. Das ganze Gestell wird dann auf ein Dreibein oder eine S\u00e4ule geschraubt.<\/p>\n<p>Diese Montierung ist die gebr\u00e4uchlichste f\u00fcr Linsenfernrohre, welche au\u00dfen an der Montierung eine 360\u00b0-Drehung vollf\u00fchren k\u00f6nnen, solange sie am nach oben weisenden Ende der Stundenachse h\u00e4ngen. Deswegen sollte die Montierung, sobald sie \u00fcber den S\u00fcdpunkt geschwenkt wird, \u201eumgeschlagen&#8220; werden, d.h. man dreht die Stundenachse um 180\u00b0, so dass Gegengewicht und Teleskop die Seiten tauschen (das geht besonders leicht, wenn das Teleskop zuvor parallel zur Stundenachse in Richtung Himmelspol gerichtet wird).<\/p>\n<p>Auch alle anderen Teleskoptypen k\u00f6nnen auf ihr montiert werden, wobei gro\u00dfe Newtons mit ihrem tief h\u00e4ngenden, wuchtigen Tubus gerne einmal an einem Stativbein anecken k\u00f6nnen, f\u00fcr sie sind S\u00e4ulen besser als Dreibeine. Wegen des Gegengewichts und dem zus\u00e4tzlich geneigten Aufbau der Deutschen Montierung ist sie recht schwer und vibrationsanf\u00e4llig. Sie ist jedoch im Gegensatz zur Gabelmontierung auch f\u00fcr lange Tuben geeignet. In der Stundenachse l\u00e4sst sich ein Polachsen-Sucherfernrohr unterbringen. Das Fernrohr l\u00e4sst sich leicht von der Montierung abnehmen und getrennt transportieren. Man kann Deutsche Montierungen einzeln kaufen, w\u00e4hrend Gabelmontierungen speziell an ein erworbenes Teleskop angepasst sein m\u00fcssen und daher im Lieferumfang enthalten sind. Wenn man sp\u00e4ter einmal andere Teleskope verwenden m\u00f6chte, braucht man also entweder f\u00fcr jedes eine eigene Montierung, oder eine Deutsche Montierung f\u00fcr alle &#8211; so fern sie das Gewicht aller tragen kann; man sollte \u00fcbrigens die angegebenen Tragf\u00e4higkeiten nicht voll ausreizen, sonst hat man ein wackeliges Teleskop mit schwankendem Bild, das man kaum scharf stellen kann und das beim kleinsten Windsto\u00df zittert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich werde oft um Rat gefragt, wenn es darum geht, ein passendes Teleskop zu kaufen. Leider kann ich da wenig weiterhelfen. Ich bin zwar Astronom, aber war selbst nie ein Hobby-Astronom und habe auch nie selbst ein Teleskop besessen. 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