{"id":22518,"date":"2014-12-11T08:30:46","date_gmt":"2014-12-11T07:30:46","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/12\/11\/das-groesste-teleskop-findet-den-leuchtschwaechsten-asteroid\/"},"modified":"2025-05-14T16:15:55","modified_gmt":"2025-05-14T14:15:55","slug":"das-groesste-teleskop-findet-den-leuchtschwaechsten-asteroid","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/12\/11\/das-groesste-teleskop-findet-den-leuchtschwaechsten-asteroid\/","title":{"rendered":"Das gr\u00f6\u00dfte Teleskop findet den leuchtschw\u00e4chsten Asteroid"},"content":{"rendered":"<p>Asteroiden sind schwer zu finden. Selbst die allergr\u00f6\u00dften von ihnen sind mit freiem Auge am Himmel nicht zu sehen und erscheinen im Teleskop nur als Lichtpunkte. Um sie von Sternen zu unterscheiden, muss man den Himmel mehrmals hintereinander beobachten und dann nachsehen, ob sich einer dieser Punkte in der Zwischenzeit bewegt hat. Und wenn man auf diesem Weg einen Asteroid identifiziert hat, dann kann es vorkommen, dass man ihn gleich wieder verliert. Existieren nur wenige Beobachtungen, l\u00e4sst sich die Bahn eines Asteroiden nur ungenau berechnen und dann verliert man ihn aus den Augen. Schon entdeckte Asteroiden erneut zu beobachten ist also mindestens so wichtig wie die Entdeckung selbst und das gilt ganz besonders f\u00fcr sehr kleine Himmelsk\u00f6rper. Eine besonders eindrucksvolle Wiederentdeckung eines extrem leuchtschwachen Asteroids ist k\u00fcrzlich Astronomen mit dem gr\u00f6\u00dften optischen Teleskop der Welt gelungen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Je kleiner ein Asteroid ist, desto schw\u00e4cher leuchtet er und desto schwerer ist er zu finden. Bei den gro\u00dfen Asteroiden ist <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2011\/10\/05\/wie-viele-erdnahe-asteroiden-gibt-es-wirklich\/\">haben wir die meisten schon entdeckt<\/a>; zumindest von denen, die sich in der N\u00e4he der Erde aufhalten. Wenn es um die kleineren Felsbrocken geht, ist unser Wissen aber noch sehr l\u00fcckenhaft. Das kann problematisch sein, wenn es um Zusammenst\u00f6\u00dfe geht. Dass solche Ereignisse immer wieder stattfinden haben wir ja <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2013\/02\/17\/der-meteor-uber-russland-eine-zusammenfassung\/\">erst letztes Jahr wieder recht eindrucksvoll gesehen<\/a> (\u00fcbrigens: Der k\u00fcrzlich entdeckte Asteroid <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=17363\">2014 UR116 ist keine Gefahr f\u00fcr die Erde<\/a>). Sollte irgendwann mal ein richtig gro\u00dfer Brocken auf uns zu kommen, dann werden wir dar\u00fcber mit ziemlicher Sicherheit schon Jahre oder Jahrzehnte zuvor Bescheid wissen und k\u00f6nnen entsprechende Ma\u00dfnahmen ergreifen. Aber kleine Asteroiden k\u00f6nnen unbemerkt bis zur Erde gelangen und wenn sie bei einer Kollision auch keine globale Katastrophe verursachen k\u00f6nnen sie durchaus lokale (Sach)Sch\u00e4den anrichten. Etwas Vorwarnzeit w\u00e4re da recht praktisch &#8211; aber dazu muss man eben wissen, wo die Asteroiden herumschwirren&#8230;<\/p>\n<figure id=\"attachment_17351\" aria-describedby=\"caption-attachment-17351\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/LargeBinoTelescope_NASA.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/LargeBinoTelescope_NASA.jpg\" alt=\"Das Large Binocular Telescope (Bild: NASA)\" width=\"500\" height=\"375\" class=\"size-medium wp-image-17351\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17351\" class=\"wp-caption-text\">Das Large Binocular Telescope (<a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/topics\/universe\/features\/lbti20101206-i.html\">Bild: NASA<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Wissenschaftler der Europ\u00e4ischen Weltraumagentur ESA haben gemeinsam mit Astronomen vom Large Binocular Telescope (LBT) in Arizona k\u00fcrzlich den kleinen Asteroid 2014 KC46 wieder entdeckt. Der Felsbrocken ist knapp 100 Meter gro\u00df und befindet sich derzeit auf H\u00f6he der Marsbahn. Er ist also klein und weit weg und daher enorm lichtschwach. Seine Helligkeit betr\u00e4gt nur 26,3 <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2010\/01\/26\/magnitude-und-modul-die-helligkeit-der-sterne\/\">Magnituden<\/a>. Mit unseren Augen k\u00f6nnen wir Objekte gerade noch sehen, die 6 Magnituden hell sind. Ein Teleskop auf der Erde kommt immerhin bis zur 27. Magnitude und das Hubble-Weltraumteleskop schafft etwa 30 Magnituden. Die Helligkeit des Asteroids liegt also wirklich an der Grenze dessen, was derzeit sichtbar ist. Er leuchtet 20 Magnituden (in der Astronomie wird die Helligkeit ein wenig seltsam gemessen: Je gr\u00f6\u00dfer die Zahl der Magnitude, desto lichtschw\u00e4cher das Objekt) schw\u00e4cher als Sterne die mit freiem Auge sichtbar sind. Umgerechnet bedeutet das, das uns vom Asteroid 100 Millionen Mal weniger Licht erreicht als von den schw\u00e4chsten frei\u00e4uig sichtbaren Sternen! Es braucht also wirklich ein gutes Teleskop, um solche Asteroiden zu finden und zum Gl\u00fcck ist das LBT ein ziemlich gutes. Seine beiden 8,4 Meter gro\u00dfen Teleskopspiegel k\u00f6nnen zusammen so viel Licht sammeln wie ein einzelner 11,8 Meter gro\u00dfer Spiegel!<\/p>\n<p>Aber selbst mit diesem Instrument ist 2014 KC46 nur ein kaum zu erkennender Punkt auf den Aufnahmen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_17350\" aria-describedby=\"caption-attachment-17350\" style=\"width: 632px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Asteroid_node_full_image_2.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Asteroid_node_full_image_2.gif\" alt=\"Bild: LBTO\/INAF\/ESA)\" width=\"632\" height=\"472\" class=\"size-full wp-image-17350\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17350\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/www.esa.int\/spaceinimages\/Images\/2014\/12\/Asteroid\">Bild: LBTO\/INAF\/ESA<\/a>)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Immerhin hat man nun genug Daten gesammelt um seine Bahn genau berechnen zu k\u00f6nnen. Es ist nun auch klar, dass hier in Zukunft keine Gefahr einer Kollision besteht, obwohl der Asteroid sowohl Mars, Erde als auch Venus immer wieder nahe kommt &#8211; und seine Bahn sogar bis zum fernen Jupiter reicht. <\/p>\n<figure id=\"attachment_17349\" aria-describedby=\"caption-attachment-17349\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2014kc46_orbit.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/2014kc46_orbit.png\" alt=\"Bild: ESA\" width=\"500\" height=\"438\" class=\"size-medium wp-image-17349\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-17349\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/blogs.esa.int\/rocketscience\/2014\/12\/02\/found-one-of-the-faintest-ever-asteroids\/\">Bild: ESA<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Die Wiederentdeckung dieses extrem leuchtschwachen Asteroids ist ein gro\u00dfer Erfolg. Aber nat\u00fcrlich sind da drau\u00dfen noch ein paar Millionen weitere kleine Asteroiden, die auf ihre Entdeckung warten. Ein Instrument wie das LBT kann aber nicht ausschlie\u00dflich zur Asteroidensuche eingesetzt werden. Beziehungsweise k\u00f6nnte man das nat\u00fcrlich schon tun &#8211; aber da werden all die anderen Kooperationspartner des LBT, die damit ihre eigenen Beobachtungsprojekte durchf\u00fchren wollen, wohl etwas dagegen haben. Wenn man die erdnahen Asteroiden wirklich im Blick haben und \u00fcberwachen will, dann wird man fr\u00fcher oder sp\u00e4ter nicht umhin kommen, ein eigens daf\u00fcr konstruiertes Weltraumteleskop einzusetzen. Aber ich bezweifle, ob sich daf\u00fcr Geld finden wird&#8230;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/a5cada5fc3d441b49548df2d8b90a7a0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Asteroiden sind schwer zu finden. 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