{"id":22190,"date":"2014-09-29T07:30:50","date_gmt":"2014-09-29T05:30:50","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/09\/29\/trolle-zaehmen-leicht-gemacht\/"},"modified":"2025-05-14T16:15:23","modified_gmt":"2025-05-14T14:15:23","slug":"trolle-zaehmen-leicht-gemacht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/09\/29\/trolle-zaehmen-leicht-gemacht\/","title":{"rendered":"Trolle z\u00e4hmen leicht gemacht"},"content":{"rendered":"<p><i>Dieser Gastartikel ist ein Beitrag zum <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2014\/07\/31\/mitmachen-der-scienceblogs-blog-schreibwettbewerb\/\">ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb<\/a>. Alle eingereichten Beitr\u00e4ge werden im Lauf des Septembers hier im Blog vorgestellt. Danach werden sie von einer Jury bewertet. Aber auch alle Leserinnen und Leser k\u00f6nnen mitmachen. Wie ihr eure Wertung abgeben k\u00f6nnt, erfahrt ihr <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/?p=16197&#038;\">hier<\/a>.<\/i><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/sb-wettbewerb.png\" alt=\"sb-wettbewerb\" width=\"500\" height=\"172\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-15702\" \/><\/a><\/p>\n<p><i>Dieser Beitrag wurde von <b>Franziska Robertz<\/b> eingereicht.<\/i><br \/>\n&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<h1>Trolle z\u00e4hmen leicht gemacht<\/h1>\n<p>von Franziska Robertz<\/p>\n<figure id=\"attachment_16320\" aria-describedby=\"caption-attachment-16320\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Troll1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Troll1.jpg\" alt=\"Bild: davidd, CC-BY 2.0\" width=\"500\" height=\"749\" class=\"size-medium wp-image-16320\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-16320\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/puuikibeach\/2730530949\">Bild: davidd<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\/\">CC-BY 2.0<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Trolle sind seltsame Kreaturen. Sie \u00e4hneln \u00e4u\u00dferlich normalen menschlichen Wesen, doch wenn sie anfangen zu kommunizieren, dann entspinnt sich ihre dunkle Magie. Die heile Welt von Blogs und Foren wird durch eintreffende Trolle urpl\u00f6tzlich der Wirklichkeit entr\u00fcckt. Schnell breitet sich Furcht und Abscheu in den Herzen der dort Anwesenden aus. Jede Ordnung kommt zum Erliegen.<br \/>\nTrolle lieben diesen Moment, denn sie ern\u00e4hren sich von den daraus entstehenden Gef\u00fchlen. Sie weben Geschichten \u2013 und wenn ein naiver User diesen Geschichten Aufmerksamkeit schenkt, dann ist es um ihn geschehen. Die Augen der Trolle beginnen zu leuchten und ihr Herz rast vor Freude, denn nun k\u00f6nnen sie Emotionen aus dem armen Opfer herauspressen und sich daran laben. Und tief in ihrem Inneren wissen sie: dies ist ein guter Ort voller Trollnahrung \u2013 hierhin komme ich zur\u00fcck. Immer und immer wieder.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wissen Sie l\u00e4ngst, dass wir hier nicht \u00fcber die haarigen Gesellen sprechen, die unter Br\u00fccken schlafen und Tr\u00e4ume als Wegzoll fordern, nicht von grauenhaften H\u00f6hlentrollen in den Minen von Moria und auch nicht von kartoffelnasigen Wesen aus Norwegen, die Menschenkinder aus ihrem Bettchen stehlen, um stattdessen ihr eigenes hineinzulegen. Nein, das Exemplar, um das es uns hier geht ist weit gef\u00e4hrlicher. Es ist der gemeine Internet-Troll.<br \/>\nVon Anfang an war er da. Schon als die ersten internetbasierten Gemeinschaften in Form von Chats, Foren und Newsgroups die ersten Worte fanden, war auch der Troll anwesend. Und je weiter sich die Sozialen Medien wie Twitter, Facebook &#038; Co. und die damit einhergehende Gespr\u00e4chigkeit der Mitwirkenden vergr\u00f6\u00dferten, desto wohler f\u00fchlte sich der Troll. Mit jedem neuen Beitrag und jedem neuen Gespr\u00e4chsbeginn erschien ihm seine Nahrung sicherer. Jedes Gespr\u00e4ch, in das er sich einmischen konnte, und jede Aufmerksamkeit, die ihm dabei zuteil ward, waren potentielle Leckerbissen f\u00fcr ihn. Und doch: Trolle k\u00f6nnen auch selbst gejagt werden. Verwegene Wissenschaftler haben es sich auf die Fahnen geschrieben, diese Unget\u00fcme zu erforschen. Und je intensiver Trolle agieren, desto mehr kann die Wissenschaft \u00fcber ihre Verhaltensweisen und ihren Wohlf\u00fchlraum erfahren. Das Verhalten der Trolle wird so mit der Zeit einsch\u00e4tzbar, der Umgang mit ihnen leichter und im Idealfall k\u00f6nnen Wege er\u00f6ffnet werden, Internet-Trolle unsch\u00e4dlich zu machen.<\/p>\n<p><b>Was Trolle anlockt<\/b><\/p>\n<p>Der Internet-Troll lebt allgemein im Verborgenem, in den Wirren des Netzes. Hervorlocken kann man ihn durch endlos ausufernde Diskussionen, Verschw\u00f6rungstheorien oder das Publizieren extremer politischer bzw. gesellschaftlicher Meinungen. Dabei wartet er den f\u00fcr ihn g\u00fcnstigsten Zeitpunkt ab &#8211; bis seine Nahrung den Gipfel der Bek\u00f6mmlichkeit erreicht hat. Sobald er sp\u00fcrt, dass sich Meinungskontrahenten die Hand zu einem friedvollem Miteinander reichen wollen, wenn Administratoren das unaufgeregte Miteinander fast wieder hergestellt haben, dann kommt er aus seinem Versteck und f\u00fchrt alles bis dahin Gesagte auf den Gipfel des Abstrusen. Sein eskalierendes Verhalten bewirkt das Aufflammen einer noch hitzigeren Diskussion mit einem vermehrten Aufkommen unsachlicher Argumentation. Er bringt gerne extreme und spitze Bemerkungen oder neutralisiert gelungene Beitr\u00e4ge mit einem Verst\u00e4ndnislosigkeit vort\u00e4uschenden \u201eH\u00e4?\u201c. Ihm ist dabei jedes Mittel recht, so lange sich die Aufmerksamkeit von nun an auf ihn konzentriert. Linus Neumann, Michael Kreil und Erlehmann haben in ihren, auf der re:publica 2013 vorgetragenen, augenzwinkernden <a href=\"https:\/\/www.linus-neumann.de\/2013\/05\/08\/die-trolldrossel-erkenntnisse-der-empirischen-trollforschung\/\">Erkenntnissen der empirischen Trollforschung<\/a> festgestellt, dass es in einem trollbesetzten Kommentarthread keine Korrelation zwischen der Information des urspr\u00fcnglichen Artikels und den Kommentaren gibt. Kurzum: Das urspr\u00fcngliche Thema geht nach einem Troll\u00fcberfall komplett verloren. Und je mehr man dabei auf den Troll eingeht, desto informationsloser aber auch schimpfwortlastiger und wiederholender werden laut Neumann, Kreil und Erlehmann alle nachfolgenden Kommentare. Bei ihrem Vortrag handelt es sich um eine spannende und genussvoll anzusehende Sammlung von Erkenntnissen zu Trollen in einem spezifischen Forum. Es ist allerdings keine Studie, die wissenschaftlichen Anspr\u00fcchen insoweit gen\u00fcgen w\u00fcrde, dass sie auf die Massen der internetweit versteckten Trolle \u00fcbertragbar w\u00e4re. Jene verwegenen Trollj\u00e4ger sind unter den Wissenschaftlern leider noch selten, doch erste wissenschaftliche Forschungen und Erkenntnisse gibt es bereits.<\/p>\n<p><b>Was Trolle antreibt<\/b><\/p>\n<p>Die britische Linguistin <a href=\"https:\/\/www.degruyter.com\/view\/j\/jplr.2010.6.issue-2\/jplr.2010.011\/jplr.2010.011.xml\">Claire Hardaker<\/a> analysierte 2010 Usenet-Eintr\u00e4ge und fand als wichtigste Ziele der Trolle die Erzeugung von Aggression, Irref\u00fchrung, Verst\u00f6rung und den Erfolg ihrer Handlungen. Im selben Jahr f\u00fchrten <a href=\"https:\/\/jis.sagepub.com\/content\/36\/3\/357\">Pnina Shachaf und Noriko Hara<\/a> Interviews mit Wikipedia-Trollen durch und entdeckten als relevante Themen dieser Trolle unter anderem Langeweile, Rache, die Suche nach Aufmerksamkeit und Lustgewinn, der aus dem Trollen entsteht.<br \/>\n<a href=\"https:\/\/www.sciencedirect.com\/science\/article\/pii\/S0191886914000324\">Drei kanadische Psychologen<\/a> wollten es nun in diesem Jahr noch genauer wissen. Sie ver\u00f6ffentlichten die beiden bislang umfangreichsten Studien, f\u00fcr die sie insgesamt mehr als 1.200 Menschen zu ihrem Verhalten im Internet befragten. Sie definierten das Trollen dabei als \u201eirref\u00fchrendes, destruktives oder verst\u00f6rendes Verhalten, in einem sozialen Kontext im Internet, das ohne direkt ersichtliches Ziel auftritt\u201c. Die drei Forscher beschrieben, dass diese Trolle auffallend h\u00e4ufig unangenehme Pers\u00f6nlichkeitsmerkmale aufweisen: Sie stellen gerne pers\u00f6nliche Machtinteressen \u00fcber die des Gemeinwohls und zeigen eine \u00fcbersteigerte Selbstverliebtheit. Zudem weisen sie fehlendes Mitgef\u00fchl, eine geringe soziale Verantwortung und ein impulsives Verhalten auf, das daran interessiert ist, andere Menschen auszunutzen. Mit anderen Worten, Trolle zeigen eine N\u00e4he zu Pers\u00f6nlichkeitsz\u00fcgen wie Machiavellismus, Narzissmus und Psychopathie. Zu der so genannten \u201eDunklen Tetrade\u201c z\u00e4hlt jedoch noch ein weiterer Aspekt und dieser war in der Studie am deutlichsten ausgepr\u00e4gt &#8211; der Sadismus. Einige Trolle erleben n\u00e4mlich auch ein Gef\u00fchl der Befriedigung dadurch, dass sie andere Menschen dem\u00fctigen, unterdr\u00fccken oder ihnen Schmerzen zuf\u00fcgen.<br \/>\nDas Ergebnis dieser Studie k\u00f6nnte bedeuten, dass herk\u00f6mmliche Versuche, Trolle zu stoppen, allenfalls kurzfristig und lokal Wirkung zeigen werden. Denn eine in der Pers\u00f6nlichkeit verankerte sadistische Motivation wird kaum anhaltend auf Bestrafungen (wie etwa das befristete Ausschlie\u00dfen aus Foren o.\u00e4.) reagieren \u2013 es macht den Trollen einfach viel zu viel Spa\u00df, ihr Verhalten fortzusetzen. Zur Not wird einfach in einem neuen Forum getrollt.<\/p>\n<p>Doch in diesem Jahr gab es noch einen weiteren Lichtschimmer am Horizont der Trollologie. Jedenfalls im Umgang mit Jungtrollen. Eine 13-j\u00e4hrige (!) Nachwuchswissenschaftlerin hat j\u00fcngst ein kleines Programm erdacht und mit 300 Kindern und Jugendlichen getestet. Ihr Grundgedanke war so einfach, wie genial &#8211; das f\u00fcr ihren Versuch hergestellte Programm <a href=\"https:\/\/goo.gl\/oTBUvq\"><i>Rethink<\/i><\/a> reagierte auf vorbereitete verletzende Nachrichten f\u00fcr Soziale Netzwerke mit dem Hinweis \u201eDiese Nachricht k\u00f6nnte andere Menschen verletzen. M\u00f6chtest Du noch einmal dar\u00fcber nachdenken, ob du diese Nachricht wirklich posten willst?\u201c. Auch wenn es sich nur um einen kleinen Laborversuch handelte, der keinen ernsthaften wissenschaftlichen Anspr\u00fcchen gen\u00fcgt und allenfalls Hinweise f\u00fcr tiefergehende Forschung der Zukunft bieten kann, ist das Ergebnis faszinierend: W\u00e4hrend 71% der Befragten den Willen zeigten, verletzende Nachrichten zu ver\u00f6ffentlichen, nahmen 93% dieser Kinder und Jugendlichen von ihrer Absicht wieder Abstand, nachdem das Programm nachgefragt hatte, ob diese Botschaft wirklich gepostet werden sollte. Wenn es also gelingt, ein kontextsensitives Filtersystem f\u00fcr soziale Netzwerke zu entwickeln, das verletzende Nachrichten erkennt und hinterfragt, dann k\u00f6nnte m\u00f6glicherweise zumindest in Netzwerken von Kindern und Jugendlichen der Umgang ein wenig friedvoller gestaltet werden. Allerdings trifft dies vermutlich eher f\u00fcr Verhaltensweisen zu, die wir gemeinhin als Cybermobbing bezeichnen. Den Prototyp eines Trolls mit seiner N\u00e4he zu machiavellistischen, narzisstischen, psychopathischen und vor allem sadistischen Pers\u00f6nlichkeitsz\u00fcgen kann man auf diese Weise wohl nicht stoppen \u2013 er w\u00fcrde die Nachfrage des Programms m\u00f6glicherweise eher mit einem freudigen \u201eja, genau das m\u00f6chte ich tun\u201c quittieren. <\/p>\n<p><b>Wie wir Trolle wieder loswerden<\/b><\/p>\n<p>Was k\u00f6nnen wir nun tun, um vor Trollen Ruhe zu haben? Linus Neumann weist in dem bereits erw\u00e4hnten Vortrag auf seine Entwicklung einer \u201eTrolldrossel\u201c hin: Er fertigte eine Captcha-Funktion f\u00fcr das Kommentarfeld an, die bei vordefinierten trolltypischen Inhalten mit unl\u00f6sbaren Captcha-Aufgaben reagierte. Je mehr der Troll-Content den vordefinierten unerw\u00fcnschten Inhalten entsprach, mit desto h\u00f6herer Wahrscheinlichkeit waren die Captchas unl\u00f6sbar. Damit ist zwar ein einmaliger Aufwand f\u00fcr den Administrator beim Einbau der Funktion verbunden, aber der enorme Aufwand im Umgang mit Trollverhalten reduziert sich. Der Aufwand, mehrere Captchas zu l\u00f6sen, l\u00e4sst ungeduldige Trolle aus dem Forum verschwinden.<br \/>\nF\u00fcr das eigene Blog ist eine solche Captcha-Funktion sicher eine feine Idee, doch f\u00fcr umfassende Soziale Medien wie Facebook, Twitter &#038; Co. werden andere Reaktionsweisen ben\u00f6tigt. Als Admin eines Forums oder einer Facebook-Gruppe ist es noch vor dem Auftauchen von Trollen wichtig, klare Regeln f\u00fcr das Miteinander der jeweiligen Gruppe deutlich zu machen und diese auch konsequent umzusetzen. So sollte auch geregelt sein, wie mit Trollen umzugehen ist. Die g\u00e4ngigste Methode lautet meist, Trolle und anderweitige St\u00f6renfriede aus der Gruppe auszuschlie\u00dfen. Diese Herangehensweise f\u00fchrt allerdings nur dann nicht zu Protesten in der Gruppe, wenn von vorneherein klar ist, dass der Troll gegen die Forenregeln verst\u00f6\u00dft und daher die festgelegten Konsequenzen zu tragen hat. Der Ausschluss durch einen Admin ist dann sozusagen legitimiert.<br \/>\nEine Eigenheit der Trolle ist allerdings ihre Hartn\u00e4ckigkeit. Daher wird h\u00e4ufig beobachtet, dass sie sich fortlaufend mit neuem Benutzernamen anmelden. Langwierige Anmeldeformalit\u00e4ten k\u00f6nnten ein Weg sein, dem zu begegnen. Wenn es f\u00fcr den Troll zu aufw\u00e4ndig wird, kann er seine Lust verlieren und lieber ein Forum heimsuchen, bei dem ihm das Trollen leichter gemacht wird.<br \/>\nAls effektivste Technik der Trollz\u00e4hmung empfiehlt die bereits erw\u00e4hnte Linguistin Claire Hardaker aber, dass man Trolle erkennen, benennen und dann konsequent ignorieren sollte. Das dahinter stehende Motto \u201eDon\u00b4t feed the troll!\u201c ist nicht wirklich neu, aber so erfolgreich, dass es geradezu zu einem gefl\u00fcgelten Wort geworden. Wirft man Trollen keine \u201eH\u00e4ppchen\u201c hin, sondern ignoriert sie komplett und geht \u00fcberhaupt nicht auf ihre Kommentare ein, dann verleidet man ihnen das sadistische Verhalten \u2013 sie haben schlicht nicht mehr die M\u00f6glichkeit, Genuss durch die emotionalen und verletzten Reaktionen der herausgeforderten User zu empfinden. Ohne immer neue Genuss-H\u00e4ppchen hungert der Troll und sucht sich an anderen Orten leichtere Opfer.<\/p>\n<figure id=\"attachment_16321\" aria-describedby=\"caption-attachment-16321\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Troll2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/Troll2.jpg\" alt=\"Bild:  Jan Hammershaug, CC-BY 2.0\" width=\"500\" height=\"333\" class=\"size-medium wp-image-16321\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-16321\" class=\"wp-caption-text\"><a href=\"https:\/\/www.flickr.com\/photos\/hammershaug\/7578316830\">Bild:  Jan Hammershaug<\/a>, <a href=\"https:\/\/creativecommons.org\/licenses\/by\/2.0\/\">CC-BY 2.0<\/a><\/figcaption><\/figure>\n<p>Wer allerdings in eine intensive Diskussion eingebunden ist, wird pl\u00f6tzlich unter ihrer Br\u00fccke hervorkriechende Trolle m\u00f6glicherweise nicht sofort erkennen und ihnen durch un\u00fcberlegte Reaktionen vielleicht doch versehentlich Futter zuwerfen. Bei Diskussionen in der \u00d6ffentlichkeit des Internets mit Facebook &#038; Co. ist es daher auch ganz grunds\u00e4tzlich ratsam, stets darauf zu achten, was man selbst online schreibt. Gerade bei ausufernden Diskussionen muss stets damit gerechnet werden, dass Trolle in Reichweite sind und auf Reize warten. Nur wer in Diskussionen einen k\u00fchlen Kopf beh\u00e4lt und respektvoll mit den Diskussionspartnern umgeht, kann n\u00e4herschleichende Trolle rechtzeitig entdecken. Mithin geh\u00f6rt zum \u201eTrolle z\u00e4hmen leicht gemacht\u201c auch stets die eigene Aufrechterhaltung der Netiquette: Vor dem Posten von emotionalen Beitr\u00e4gen lohnt es sich immer, zwei zus\u00e4tzliche Sekunden den Inhalt der eigenen Nachricht zu hinterfragen. Im schlimmsten Fall k\u00f6nnte man Sie sonst noch selbst mit einem Troll verwechseln.  <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/915afd20e84c46e9afe9f4259391dc4a\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dieser Gastartikel ist ein Beitrag zum ScienceBlogs Blog-Schreibwettbewerb. Alle eingereichten Beitr\u00e4ge werden im Lauf des Septembers hier im Blog vorgestellt. Danach werden sie von einer Jury bewertet. Aber auch alle Leserinnen und Leser k\u00f6nnen mitmachen. Wie ihr eure Wertung abgeben k\u00f6nnt, erfahrt ihr hier. Dieser Beitrag wurde von Franziska Robertz eingereicht. &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; Trolle z\u00e4hmen leicht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":953,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[235,221,764],"tags":[2666,7266,14836],"class_list":["post-22190","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geistes-sozialwissenschaften","category-kultur","category-schreibwettbewerb","tag-blog-schreibwettbewerb","tag-internettroll","tag-troll"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22190","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=22190"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22190\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":22191,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/22190\/revisions\/22191"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/953"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22190"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22190"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=22190"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}