{"id":22047,"date":"2014-08-15T07:29:59","date_gmt":"2014-08-15T05:29:59","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/08\/15\/nicht-mehr-aktuelle-wissenschaft-die-erde-dehnt-sich-aus\/"},"modified":"2025-05-14T16:15:03","modified_gmt":"2025-05-14T14:15:03","slug":"nicht-mehr-aktuelle-wissenschaft-die-erde-dehnt-sich-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/08\/15\/nicht-mehr-aktuelle-wissenschaft-die-erde-dehnt-sich-aus\/","title":{"rendered":"Nicht mehr aktuelle Wissenschaft: Die Erde dehnt sich aus!"},"content":{"rendered":"<p>Die Erde dehnt sich aus!<\/p>\n<p>Die Erde war fr\u00fcher viel kleiner als heute. Der ganze Planet war von einer durchgehenden Landmasse bedeckt und es gab nirgendwo Ozeane. Dann begann die Erde langsam zu wachsen und der globale Kontinent brach auseinander. Die Erde wuchs weiter und die einzelnen Bruchst\u00fccke entfernten sich voneinander. Dazwischen bildeten sich die Meere, die wir heute sehen. Das klingt nach einer ziemlich seltsamen Theorie; nach einer Idee die von Esoterikern oder Pseudowissenschaftlern stammen k\u00f6nnte. Planeten wachsen und schrumpfen doch nicht so einfach! Aber so absurd die Idee einer expandierenden Erde auch klingt: Sie war bis vor gar nicht langer Zeit eine seri\u00f6se wissenschaftliche Hypothese.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler von heute haben mittlerweile ein recht gutes Verst\u00e4ndnis der geologischen Ph\u00e4nomene auf und unter der Erdoberfl\u00e4che. Wir wissen heute, dass sich die Kontinentalplatten \u00fcber die Erde bewegen und sich dabei zu immer wieder neuen Konfigurationen zusammenfinden. Heute gibt es viele einzelne, kleine Kontinente die durch Ozeane voneinander getrennt sind, vor ungef\u00e4hr 250 Millionen Jahren haben sie gemeinsam den Superkontinent Pang\u00e4a geformt und in ferner Zukunft werden sie erneut eine einzige gro\u00dfe Landmasse bilden. Bei ihrer Wanderung \u00fcber den Planeten erzeugen die beweglichen Kontinentalplatten Erdbeben, bilden Gebirge und neue Ozeane oder legen die Grundlage f\u00fcr gro\u00dfe Vulkanausbr\u00fcche. Die Theorie der Plattentektonik ist die Basis der modernen Geophysik, wird aber erst seit den 1960er Jahren allgemein akzeptiert.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/De_Wegener_Kontinente_018.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/De_Wegener_Kontinente_018.jpg\" alt=\"De_Wegener_Kontinente_018\" width=\"500\" height=\"842\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-15923\" \/><\/a><\/p>\n<p>Alfred Wegeners Idee der &#8222;Kontinentaldrift&#8220; existierte zwar auch schon vorher &#8211; er hatte sie 1915 in seinem Buch &#8222;Die Entstehung der Kontinente und Ozeane&#8220; ver\u00f6ffentlicht &#8211; aber da Wegener keinen Mechanismus angeben konnte, der f\u00fcr die Bewegung der Kontinente verantwortlich war, hatte die Hypothese Probleme sich durchzusetzen. Die Bewegung der Kontinente war nur eine von mehreren M\u00f6glichkeiten um die geologischen und biologischen Befunde der damaligen Zeit zu erkl\u00e4ren. Man wusste zum Beispiel schon seit l\u00e4ngerer Zeit, dass sich Tier und Pflanzenarten auf den durch die Ozeane getrennten Kontinenten stark \u00e4hnelten. Es musste also irgendwann in der Vergangenheit eine M\u00f6glichkeit des Austausch zwischen zum Beispiel zwischen Afrika und Australien oder S\u00fcdamerika und Afrika gegeben haben. Der Naturforscher Philip Lutley Sclater untersuchte im 19. Jahrhundert die Populationen von Lemuren in Madagaskar und Indien und stellte dabei fest, dass sie zu eng verwandt waren, um sich so weit voneinander entfernt unabh\u00e4ngig entwickelt zu haben. Als L\u00f6sung schlug Sclater die Existenz von Landbr\u00fccken vor, die fr\u00fcher die einzelnen Kontinente verbunden hatten aber irgendwann im Laufe der Zeit im Ozean versunken war. Der hypothetischen Verbindung zwischen Afrika und Asien gab Sclater den Namen &#8222;Lemuria&#8220; und diese angeblich versunkene Region wurde danach von anderen Forschern sogar als Ursprungsort der Menschheit deklariert.<\/p>\n<p>Lemuria war im 19. und dem fr\u00fchen 20. Jahrhundert eine genau so plausible Erkl\u00e4rung wie es die expandierende Erde war. Diese Hypothese wurde vom italienischen Geowissenschaftler Roberto Mantovani erstmals im Jahr 1889 publiziert. Er stellte sich die fr\u00fche Erde als viel kleineren Planeten vor, der von einer durchgehenden Kruste bedeckt war. Die W\u00e4rme von vulkanischer T\u00e4tigkeit im Untergrund sollte zur Ausdehnung der Erde f\u00fchren und die auseinanderbrechende Kruste im Laufe der Zeit langsam die Formen der Kontinente annehmen, die wir heute beobachten. Andere Wissenschaftler, zum Beispiel der irische Physiker John Joly, gingen von einem zyklischen Vorgang aus, bei dem die Erde abwechselnd expandiert und wieder schrumpft. Wieder andere spekulierten, ob die Bewegung der Erde durch den kosmischen \u00c4ther (von dessen Existenz man Anfang des 20. Jahrhunderts ebenfalls noch ausging) zu einer Massenzunahme f\u00fchren k\u00f6nnte. <\/p>\n<p>Endg\u00fcltig zu den Akten gelegt werden konnte die Theorie der expandieren Erde im Jahr 2011. Da nutzte man Satellitendaten um herauszufinden, ob sich der Radius der Erde im Laufe der Zeit  \u00e4ndert oder nicht und konnte keinerlei Zuwachs (oder Verringerung) erkennen. Unser Planet wird nicht gr\u00f6\u00dfer und die einzigen die heute noch immer von der wachsenden Erde erz\u00e4hlen sind tats\u00e4chlich die Pseudowissenschaftler. Da wird dann von hypothethischen &#8222;Skalarwellen&#8220; erz\u00e4hlt und &#8222;Neutrinopower&#8220; aus dem Weltall, die daf\u00fcr sorgt dass die Erde st\u00e4ndig gr\u00f6\u00dfer wird und es l\u00e4ge nur an einer weltweiten Verschw\u00f6rung von Wissenschaftlern und Politikern, dass wir nichts davon mitbekommen&#8230;<\/p>\n<p>Wir wissen heute mit Sicherheit, dass die Erde nicht expandiert und k\u00f6nnen die geophysikalischen Befunde mit der Theorie der Plattentektonik gut erkl\u00e4ren. Die Behauptung, dass die Erde sich ausdehnt, ist falsch. Aber nur weil uns etwas heute und mit heutigem Wissen l\u00e4cherlich vorkommt, hei\u00dft das nicht, dass das immer schon so gewesen sein muss. Vor ein paar Jahrzehnten war diese &#8222;l\u00e4cherliche&#8220; Behauptung eine seri\u00f6se wissenschaftliche Hypothese. Und mit Sicherheit werden die Wissenschaftler der Zukunft auch irgendwann auf unsere Gegenwart zur\u00fcck blicken und sich bei manchen Dingen fragen, wie wir nur auf so einen absurden Kram gekommen sind.  <\/p>\n<p><i>Diesen Text habe ich urspr\u00fcnglichen zu einem andern Zweck geschrieben f\u00fcr den er dann aber nicht eingesetzt wurde. Aber ich dachte mir, wenn Interesse besteht, k\u00f6nnte man daraus ja eine Serie zum Thema &#8222;Veraltete wissenschaftliche Theorien&#8220; machen&#8230;<\/i><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg09.met.vgwort.de\/na\/3fcb2243c19d49259145af766b68fad5\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Erde dehnt sich aus! Die Erde war fr\u00fcher viel kleiner als heute. Der ganze Planet war von einer durchgehenden Landmasse bedeckt und es gab nirgendwo Ozeane. Dann begann die Erde langsam zu wachsen und der globale Kontinent brach auseinander. 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