{"id":21881,"date":"2014-07-01T07:09:56","date_gmt":"2014-07-01T05:09:56","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/07\/01\/was-ist-wissenschaftskommunikation\/"},"modified":"2025-05-14T16:14:46","modified_gmt":"2025-05-14T14:14:46","slug":"was-ist-wissenschaftskommunikation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/07\/01\/was-ist-wissenschaftskommunikation\/","title":{"rendered":"Was ist Wissenschaftskommunikation?"},"content":{"rendered":"<p>Seit mehr als sechs Jahren schreibe ich nun schon in meinem Blog \u00fcber Wissenschaft. Auch davor habe ich viele \u00f6ffentliche Vortr\u00e4ge im Rahmen meiner Arbeit als Wissenschaftler an diversen Universit\u00e4ten gehalten. Ich habe Artikel \u00fcber Wissenschaft f\u00fcr viele Zeitschriften geschrieben, Podcasts \u00fcber Wissenschaft gemacht und vier popul\u00e4rwissenschaftliche B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht. Bin ich deswegen ein &#8222;Wissenschaftskommunikator&#8220;? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Ich habe zwar immer wieder mal an Konferenzen \u00fcber Wissenschaftskommunikation teilgenommen und wurde auch des \u00f6fteren als &#8222;Wissenschaftskommunikator&#8220; bezeichnet. Aber irgendwie ist mir die Sache mit der &#8222;Wissenschaftskommunikation&#8220; bis heute ein R\u00e4tsel geblieben und ich habe immer noch das Gef\u00fchl, dass Wissenschaftskommunikation nicht unbedingt gleichbedeutend mit der Kommunikation von Wissenschaft ist&#8230;<\/p>\n<p>In den letzten Wochen ist das Thema &#8211; zumindest in der entsprechenden Filterblase &#8211; wieder sehr pr\u00e4sent gewesen. Es gab den <a href=\"https:\/\/www.wissenschaft-im-dialog.de\/wissenschaftskommunikation\/weiterentwicklung\/siggener-aufruf.html\">Siggener Aufruf<\/a> zur Gestaltung der Wissenschaftskommunikation; es gab den Bericht der Nationalen Akademie der Wissenschaft zur <a href=\"https:\/\/www.leopoldina.org\/de\/publikationen\/detailansicht\/?publication[publication]=580&#038;cHash=33ff5b101b17cb24425f2dd48cffffa0\">&#8222;Gestaltung der Kommunikation zwischen Wissenschaft, \u00d6ffentlichkeit und den Medien&#8220;<\/a> und jede Menge Kommentare und Stellungnahmen dazu von allen m\u00f6glichen Leuten (Markus hat <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/plazeboalarm\/index.php\/empfehlungen-fuer-eine-besser-wissenschafts-pr-allerorten\/\">nebenan eine lange Linkliste<\/a>). Und jetzt gerade findet ein Wissenschaftskommunikations-Workshop der Volkswagenstiftung mit dem Titel <a href=\"https:\/\/www.volkswagenstiftung.de\/nc\/veranstaltungen\/veranstdet\/article\/image-statt-inhalt-warum-wir-eine-bessere-wissenschaftskommunikation-brauchen.html\">&#8222;Image statt Inhalt?&#8220;<\/a> statt. <\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/onedoesnotsimply.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/onedoesnotsimply.jpg\" alt=\"onedoesnotsimply\" width=\"490\" height=\"288\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15359\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ich hatte eigentlich schon l\u00e4nger mal vor, meine Meinung zu dem ganzen Komplex der Wissenschaftskommunikation aufzuschreiben (obwohl ich das ja eigentlich <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/10\/30\/wissenschaftskommunikation-muss-sich-lohnen\/\">schon vor 2 Jahren mal gemacht habe<\/a>). Aber ich bin immer wieder daran gescheitert, dass ich die Wissenschaftskommunikation um die es bei all diesen Berichten und Konferenzen geht, nicht wirklich zu verstehen scheine. Das ist kein Wunder, denn ich bin kein professioneller Wissenschaftskommunikator. Ich war fr\u00fcher ein ganz normaler Wissenschaftler und habe irgendwann angefangen, \u00fcber Wissenschaft zu schreiben und in Blogs, Podcasts, Zeitungsartikeln und B\u00fcchern allen davon zu erz\u00e4hlen, die davon h\u00f6ren wollen. Ich lebe zwar mittlerweile davon, Wissenschaft zu vermitteln, aber ich bezweifle, ob mich das zu einem &#8222;Wissenschaftskommunikator&#8220; macht.<\/p>\n<p>Oder vielleicht doch &#8211; das ist es ja gerade. Ich habe immer noch nicht herausgefunden, ob es eine &#8222;offizielle&#8220; Definition dessen gibt, was Wissenschaftskommunikation bzw. eine Definition der die Mehrheit derjenigen, die sich selbst als Wissenschaftskommunikatoren bezeichnen, zustimmt. Also dachte ich mir, ich bin einfach mal ganz naiv und stelle die Frage in meinem Blog und schreibe meine Sicht der Dinge dazu auf. Und das ist tats\u00e4chlich nicht als Koketterie gemeint. Ich wei\u00df, dass sich sehr viele Expertinnen und Experten mit dem Thema besch\u00e4ftigen; Menschen die entsprechende Studien zur Wissenschaftskommunikation durchgef\u00fchrt haben; Leute die an den relevanten politischen Entscheidungen beteiligt waren und sind bzw. eben ganz allgemein das Thema Wissenschaftskommunikation quasi wissenschaftlich erforschen. Und ich wei\u00df auch, dass ich nicht zu diesen Experten geh\u00f6re und es deswegen nicht angebracht ist, so zu tun, als w\u00fcsste ich alles besser. Aber ich hoffe, vielleicht ein wenig dazu lernen zu k\u00f6nnen; ich hoffe auf ein paar interessante Kommentare und Diskussionen und ich hoffe, am Ende besser zu verstehen, worum es bei der Wissenschaftskommunikation wirklich geht.<\/p>\n<p>Der oben schon erw\u00e4hnte Workshop der Volkswagenstiftung ist zwar keine \u00f6ffentliche Veranstaltung und nur auf Einladung zug\u00e4nglich. Aber die Teilnehmerinnen und Teilnehmer twittern unter dem <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/wowk14?src=hash\">Hashtag #wowk14<\/a> \u00fcber das was dort passiert (hier gibt es <a href=\"https:\/\/storify.com\/Fischblog\/workshop-image-statt-inhalt-warum-wir-eine-bessere\">eine Zusammenfassung des ersten Tages<\/a>) und gestern hat Henning Krause eine dort verwendete Definition von &#8222;Wissenschaftskommunikation&#8220; verbreitet:<\/p>\n<p><center><\/p>\n<blockquote class=\"twitter-tweet\" lang=\"de\">\n<p>Dies ist \u00fcbrigens die von den <a href=\"https:\/\/twitter.com\/hashtag\/wowk14?src=hash\">#wowk14<\/a>-Organisatoren kommunizierte WissKomm-Definition. Was denkt ihr dazu? <a href=\"https:\/\/t.co\/Gg1Sqa9EOu\">pic.twitter.com\/Gg1Sqa9EOu<\/a><\/p>\n<p>&mdash; Henning Krause (@henningkrause) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/henningkrause\/statuses\/483615421221072896\">30. Juni 2014<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/center><\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Als &#8218;Wissenschaftskommunikation&#8216; wird im Kontext dieser Tagung die Kommunikation von Forscher(inne)n und Mitarbeiter(inne)n der Pressestellen von Hochschulen und au\u00dferuniversit\u00e4ren Forschungseinrichtungen in Richtung Medien(\u00f6ffentlichkeit) verstanden.&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist eine ziemlich klare Definition und eine, die wahrscheinlich nicht unbedingt bei allen auf Zustimmung sto\u00dfen wird. Laut dieser Definition besteht Wissenschaftskommunikation im wesentlichen aus der Arbeit der PR- und Pressemitarbeiter an Forschungseinrichtungen. Also die Leute, die Pressemitteilungen schreiben oder Ansprechpartner f\u00fcr Journalisten vermitteln. Das ist eine wichtige Arbeit, aber zumindest meiner Meinung nach mit Sicherheit nicht alles, was Wissenschaftskommunikation ausmacht (und diese Definition soll ja auch nur im &#8222;Kontext der Tagung&#8220; gelten). Denn Wissenschaftskommunikation ist definitiv mehr als nur &#8222;Werbung f\u00fcr Universit\u00e4ten&#8220; (wenn man die Arbeit der Pressestellen mal so plakativ zusammenfasst).<\/p>\n<p>Ich habe mir gestern ziemlich lange Gedanken dar\u00fcber gemacht, wie genau man Wissenschaftskommunikation von anderen, \u00e4hnlichen T\u00e4tigkeiten abgrenzen k\u00f6nnte. In die eine Richtung ist es ziemlich leicht &#8211; scheinbar. Da Wissenschaftskommunikation ja <i>Wissenschaft<\/i> kommuniziert, kann die zugrunde liegende wissenschaftliche Arbeit selbst nicht dazu geh\u00f6ren. Wissenschaftler sind also keine Wissenschaftskommunikatoren (zumindest solange sie sich wirklich nur auf die Forschung beschr\u00e4nken). Aber wo h\u00f6rt die wissenschaftliche Arbeit wirklich auf? Wenn ein Forscher an einer Uni eine Vorlesung vor den Studierenden h\u00e4lt; wenn eine Forscherin auf einer Fachkonferenz \u00fcber ihre Arbeit spricht: Ist das noch Wissenschaft oder schon Wissenschaftskommunikation? <\/p>\n<p>Es wird hier zwar Wissenschaft <i>kommuniziert<\/i>, aber meiner Meinung nach ist das alles immer noch selbst Teil der Wissenschaft. Ein Fachvortrag ist vergleichbar mit einer Ver\u00f6ffentlichung in einem Fachjournal und die Publikation von Ergebnissen ist auf jeden Fall ein integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit, egal ob schriftlich oder m\u00fcndlich. Bei der Lehre ist es nicht mehr ganz so klar, aber auch hier w\u00fcrde ich eher dazu tendieren, sie als Teil der Wissenschaft zu definieren; als etwas, das wie die Forschung selbst zu den Aufgaben eines jeden Wissenschaftlers geh\u00f6rt.<\/p>\n<p>Richtig kompliziert wird es, wenn es in die andere Richtung geht. In der Definition des Workshops der Volkswagenstiftung ist das ja ziemlich eindeutig definiert: Wissenschaftskommunikation findet zwischen den Forschern und den Medien statt (und zwar in genau dieser Richtung) und die Wissenschaftskommunikatoren sind diejenigen, die den Fluss der Informationen von den Wissenschaftlern zu den Medien organisieren bzw. steuern. Nach dieser Definition w\u00e4re also ein Wissenschaftsjournalist, der in einer Zeitung einen Artikel \u00fcber neue wissenschaftliche Ergebnisse schreibt, <i>kein<\/i> Wissenschaftskommunikator, sondern nur der Empf\u00e4nger von Wissenschaftskommunikation. Auch eine Forscherin, die &#8222;einfach so&#8220; \u00fcber ihre Arbeit in einem Blog schreibt, w\u00e4re keine Wissenschaftskommunikatorin, weil die laut der Definition nur von offiziellen Stellen durchgef\u00fchrt wird. Und ich w\u00e4re ebenfalls kein Wissenschaftskommunikator, weil ich auch nicht im Auftrag irgendwelcher Forschungseinrichtungen arbeite.<\/p>\n<p>Wie gesagt: Die Definition wurde nur f\u00fcr den Kontext der Tagung so gew\u00e4hlt. Ich vermute, dass viele der Beteiligten durchaus eine breitere Auffassung von Wissenschaftskommunikation haben. Aber wie weit geht sie? Wenn ich nochmal naiv sein wollte, w\u00fcrde ich sagen, dass Wissenschaftskommunikation immer dann statt findet, wenn Menschen \u00fcber Wissenschaft kommunizieren. Selbst dann, wenn keine PR-Leute von Pressestellen, Journalisten oder Wissenschaftler beteiligt sind. Wenn zwei Leute abends beim Bier zusammen sitzen und \u00fcber ein wissenschaftliches Thema plaudern, dann ist das in gewissen Sinne auch Wissenschaftskommunikation. <\/p>\n<p>Es wird hier zwar nicht Wissenschaft VON der Universit\u00e4t AN DIE \u00d6ffentlichkeit kommuniziert, aber daf\u00fcr kommuniziert die \u00d6ffentlichkeit \u00dcBER Wissenschaft und das ist ja durchaus nicht schlecht. Denn ich habe manchmal das Gef\u00fchl, dass bei all der Besch\u00e4ftigung mit der Theorie der Wissenschaftskommunikation oft vergessen wird, dass am Ende immer doch ein Ziel stehen sollte: N\u00e4mlich so vielen Leuten wie m\u00f6glich von Wissenschaft zu erz\u00e4hlen! Man kann bei der Suche nach Strategien zur Verbesserung der Wissenschaftskommunikation dar\u00fcber diskutieren, ob das besser in Zeitungen geschehen soll, ob Blogs unseri\u00f6s sind oder ob Wissenschaftler sich selbst an die \u00d6ffentlichkeit wenden oder das der Pressestelle der Universit\u00e4t \u00fcberlassen sollen. Man kann dar\u00fcber diskutieren ob Wissenschaftskommunikation lustig sein darf oder soll oder ob Dinge wie ein <a href=\"https:\/\/www.scienceslam.org\/science-slam.html\">Science Slam<\/a> oder <a href=\"https:\/\/sciencebusters.at\/\">Wissenschaftskabarett<\/a> Wissenschaftskommunikation sind oder &#8222;nur&#8220; Unterhaltung. Sind Blogger \u00fcberhaupt geeignet, Wissenschaft zu kommunizieren oder steht im Internet sowieso nur Unsinn (<a href=\"https:\/\/www.scilogs.de\/relativ-einfach\/bloggende-wissenschaftler-und-wissenschaftskommunikation\/\">Nein, definitiv nicht!<\/a>)? Aber am Ende will man doch eigentlich wirklich erreichen, dass die Leute abends beim Bier \u00fcber Wissenschaft reden!<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/fry.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/fry.jpg\" alt=\"fry\" width=\"490\" height=\"367\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15361\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das ist zumindest das Ziel, dass <i>ich<\/i> mir f\u00fcr &#8222;Wissenschaftskommunikation&#8220; w\u00fcnsche (und w\u00e4re, falls vorhanden, an anderen Meinungen interessiert). Ich mache meine Arbeit, weil ich Wissenschaft enorm faszinierend finde und weil ich m\u00f6glichst viele Menschen an dieser Faszination teil haben lassen will. Ich mache meine Arbeit, weil ich es <i>wichtig<\/i> finde, dass m\u00f6glichst viele Menschen \u00fcber Wissenschaft Bescheid wissen, denn eine gut informierte Gesellschaft trifft (hoffentlich!) bessere Entscheidungen &#8211; und wenn es um Entscheidungen zu Themen wie Gentechnik, Klimawandel, erneuerbare Energie, Stammzellenforschung, usw geht, dann sollte man schon ein wenig \u00fcber Wissenschaft Bescheid wissen. Ich mache meine Arbeit, weil Wissenschaft ein Teil unserer Gesellschaft ist, genau so wie Kunst, Politik oder Sport und angesichts der Bedeutung der wissenschaftlichen Erkenntnisse f\u00fcr unseren Alltag vielleicht sogar der wichtigste Teil. (Und nat\u00fcrlich mache ich meine Arbeit auch, weil ich damit Geld verdiene&#8230;)<\/p>\n<p>Man muss nicht Mitarbeiter irgendeiner offiziellen Stelle sein, um Wissenschaftskommunikation in <i>diesem<\/i> Sinne betreiben zu k\u00f6nnen und wenn man die Wissenschaftskommunikation in dieser weiten Definition betrachtet, dann ist es auch eigentlich nicht schwer, sie zu verst\u00e4rken. Man m\u00fcsste &#8222;nur&#8220; daf\u00fcr sorgen, dass es sich <i>lohnt<\/i> Wissenschaft zu kommunizieren, wie ich <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2014\/05\/13\/bloggen-als-wissenschaftler-am-besten-nicht-mal-in-der-freizeit\/\">hier ausf\u00fchrlich erkl\u00e4rt habe<\/a>. Es braucht ja unter anderem deswegen die ganzen Pressestellen und PR-Abteilungen, weil sich die Forscher selbst es nicht erlauben k\u00f6nnen, Zeit mit der \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu &#8222;verschwenden&#8220;. Wer ein Blog f\u00fchrt; zu oft mit Medien redet oder sich anderweitig engagiert, der bekommt irgendwann sicherlich ein vorwurfsvolles <i>&#8222;Sag mal, hast du denn da \u00fcberhaupt noch Zeit f\u00fcr die Forschung?&#8220;<\/i> zu h\u00f6ren. Warum hei\u00dft es dagegen nie <i>&#8222;Sag mal, hast du denn da \u00fcberhaupt noch Zeit f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeitsarbeit?&#8220;<\/i> wenn jemand nur im Labor steckt und ein wissenschaftliches Paper nach dem anderen ver\u00f6ffentlicht? <\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich sollten Forscherinnen und Forscher nicht dazu gezwungen werden, \u00d6ffentlichkeitsarbeit zu machen (Obwohl&#8230;?). Genau so wie die wissenschaftliche Arbeit selbst ist das etwas, was nicht jeder unbedingt beherrscht. Aber es sollte zumindest nicht <i>bestraft<\/i> werden, so wie das <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2014\/05\/13\/bloggen-als-wissenschaftler-am-besten-nicht-mal-in-der-freizeit\/\">heute oft der Fall ist<\/a>, weil bei der Beurteilung wissenschaftlicher Karrieren oft nur die Publikationsliste z\u00e4hlt und die Wissenschaftler sich Aktivit\u00e4ten die nicht in Fachpublikationen resultieren, nicht erlauben k\u00f6nnen. Aber wenn ein erfolgreicher popul\u00e4rwissenschaftlicher Vortrag, ein gutes Interview in einer wichtigen Fernsehsendung oder die Ver\u00f6ffentlichung eines popul\u00e4rwissenschaftliches Buchs den gleichen positiven Effekt h\u00e4tten, wie eine Fachpublikation in Nature oder Science, dann w\u00fcrden diejenigen unter den Wissenschaftlern, die einerseits Spa\u00df an der Wissenschaftskommunikation haben und andererseits dazu auch in der Lage sind, ganz von selbst mit der \u00d6ffentlichkeit reden und es w\u00fcrde mit Sicherheit wesentlich mehr und bessere Wissenschaftskommunikation stattfinden als heute.<\/p>\n<p>Die Kommunikation zwischen Wissenschaft und \u00d6ffentlichkeit ist aus meiner Sicht ein integraler Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit. Wissenschaftskommunikation ist genau so Wissenschaft wie die Forschung selbst und wenn man die entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen k\u00f6nnte, w\u00fcrden sich sicherlich jede Menge Wissenschaftler engagiert und begeistert an die \u00d6ffentlichkeit und die Medien wenden. <\/p>\n<p>Aber mir ist durchaus klar, dass das eine sehr spezielle Auffassung von &#8222;Wissenschaftskommunikation&#8220; ist die kaum etwas mit dem zu tun hat, was auf den diversen Wissenschaftskommunikationskonferenzen und -workshops diskutiert wird. Insofern bitte ich die mitlesenden Expertinnen und Experten mir nicht b\u00f6se zu sein, wenn ich hier vielleicht etwas themenfremd \u00fcber das Thema schreibe. Aber ich wollte die Gelegenheit nutzen, um hier einmal das aufzuschreiben, was ich momentan unter &#8222;Wissenschaftskommunikation&#8220; verstehe und hoffe, dass ich in einer sich eventuell entwickelnden Diskussion ein bisschen mehr \u00fcber das lerne, was andere damit verbinden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_15358\" aria-describedby=\"caption-attachment-15358\" style=\"width: 400px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/ff2b842d82afccd5444fd08f5959a6d3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/ff2b842d82afccd5444fd08f5959a6d3.jpg\" alt=\"Das denken sich jetzt wahrscheinlich viele Leute, die meinen Artikel gelesen haben...\" width=\"400\" height=\"400\" class=\"size-medium wp-image-15358\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-15358\" class=\"wp-caption-text\">Das denken jetzt wahrscheinlich viele Leute, die meinen Artikel gelesen haben \u00fcber mich&#8230;<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ob sich meine Arbeit unter &#8222;Wissenschaftkommunikation&#8220; einordnen l\u00e4sst oder nicht, weil ich weder aktiver Wissenschaftler noch PR-Mitarbeiter einer Forschungseinrichtung kann ich immer noch nicht beurteilen. Aber welches Etikett ich auf meine Arbeit klebe, ist ja auch nicht wirklich wichtig. Ich mache am besten einfach weiterhin das, was ich bisher gemacht habe &#8211; bis jetzt hat es ja nicht allzu schlecht funktioniert&#8230;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/cf94fb74c61c4b64ad689ccb693f663d\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit mehr als sechs Jahren schreibe ich nun schon in meinem Blog \u00fcber Wissenschaft. Auch davor habe ich viele \u00f6ffentliche Vortr\u00e4ge im Rahmen meiner Arbeit als Wissenschaftler an diversen Universit\u00e4ten gehalten. Ich habe Artikel \u00fcber Wissenschaft f\u00fcr viele Zeitschriften geschrieben, Podcasts \u00fcber Wissenschaft gemacht und vier popul\u00e4rwissenschaftliche B\u00fccher ver\u00f6ffentlicht. Bin ich deswegen ein &#8222;Wissenschaftskommunikator&#8220;? 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