{"id":21379,"date":"2014-01-28T10:10:26","date_gmt":"2014-01-28T09:10:26","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/01\/28\/das-ultraviolette-auge-von-claude-monet\/"},"modified":"2025-05-14T16:13:49","modified_gmt":"2025-05-14T14:13:49","slug":"das-ultraviolette-auge-von-claude-monet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2014\/01\/28\/das-ultraviolette-auge-von-claude-monet\/","title":{"rendered":"Das ultraviolette Auge von Claude Monet"},"content":{"rendered":"<p>In meinen Artikeln habe ich immer wieder auf die besondere Art und Weise hin gewiesen, mit der Astronomen die Welt beobachten. Die Astronomie hat ihre gro\u00dfe Schw\u00e4che im Laufe der Zeit zu einer gro\u00dfen St\u00e4rke transformiert. Denn in der Astronomie hat man immer ein fundamentales Problems: Man kann die Studienobjekte nicht direkt untersuchen, sondern immer nur beobachten. Die Astronomen k\u00f6nnen nur schauen; ihnen bleibt nichts anderes als das Licht, dass sie von den fernen Sternen erreicht. Aus diesem Licht m\u00fcssen sie alles \u00fcber die fremden Himmelsk\u00f6rper lernen und um das zu schaffen, haben die Astronomen im Laufe der Zeit gelernt, immer besser zu sehen.<\/p>\n<p>Heute k\u00f6nnen wir die Sterne immer noch nicht direkt untersuchen. Aber wir k\u00f6nnen mehr und besser sehen als jemals zu vor. Das begann mit der Entwicklung des astronomischen Teleskops vor knapp 400 Jahren, dass unsere Augen gr\u00f6\u00dfer machte. Im 18. Jahrhundert entdeckten die Wissenschaftler dann aber, dass selbst die besten menschlichen Augen und die besten Teleskope nicht ausreichen, um alles zu sehen, was es zu sehen gibt. Denn es gibt Licht, das wir schlicht und einfach nicht sehen k\u00f6nnen. Zum Beispiel die Infrarotstrahlung, die nichts anderes ist als normales Licht, nur mit einer Wellenl\u00e4nge die ein bisschen zu gro\u00df ist um von unserem Auge registriert zu werden. Oder die Ultraviolett-Strahlung, die 1801 von Johann Wilhelm Ritter in Jena entdeckt wurde: Auch sie ist ganz normales Licht, nur diesmal mit einer zu kurzen Wellenl\u00e4nge. Im 19. und 20. Jahrhundert folgten weitere Entdeckungen. Man fand die Radiowellen, die Mikrowellen, die R\u00f6ntgenstrahlung und die Gammastrahlung und all das ist ganz normales Licht; immer handelt es sich um <i>elektromagnetische Strahlung<\/i> und wir Menschen k\u00f6nnen mit unseren Augen nur einen winzigen Ausschnitt davon wahrnehmen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_13635\" aria-describedby=\"caption-attachment-13635\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SunSDOfulldisk-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/SunSDOfulldisk-scaled.jpg\" alt=\"So sieht die Sonne im Ultraviolett-Licht aus. Bzw. so sieht sie NICHT aus, denn wir k\u00f6nnen UV-Licht ja nicht sehen. So sieht sie aus, wenn man die gemessene Intensit\u00e4t des von der Sonne abgestrahlten UV-Lichts in f\u00fcr uns sichtbaren Farben darstellt (Bild: NASA \/ Goddard \/ SDO AIA Team)\" width=\"500\" height=\"500\" class=\"size-medium wp-image-13635\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-13635\" class=\"wp-caption-text\">So sieht die Sonne im Ultraviolett-Licht aus. Bzw. so sieht sie NICHT aus, denn wir k\u00f6nnen UV-Licht ja nicht sehen. So sieht sie aus, wenn man die gemessene Intensit\u00e4t des von der Sonne abgestrahlten UV-Lichts in f\u00fcr uns sichtbaren Farben darstellt (Bild: NASA \/ Goddard \/ SDO AIA Team)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Naturgem\u00e4\u00df halten wir das, was wir mit unseren Sinnesorganen beobachten k\u00f6nnen f\u00fcr &#8222;DIE Realit\u00e4t&#8220;. Aber die Astronomie zeigt uns, dass es noch ganz andere Welten zu sehen gibt. Das Universum sieht im Infrarotlicht v\u00f6llig anders aus als im Radiolicht oder R\u00f6ntgenlicht und es ist doch immer das selbe Universum. <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2011\/10\/28\/die-vielen-augen-der-astronomen\/\">Die vielen Augen der Astronomie<\/a> haben unser Verst\u00e4ndnis der Welt komplett ver\u00e4ndert und uns sehr viele neue Dinge verstehen lassen, auch wenn wir immer noch nicht in der Lage sind, diese anderen Welten direkt sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Einer der das zumindest ein bisschen konnte war der franz\u00f6sische Maler Claude Monet. Aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden nahm er die Welt anders wahr als der Rest seiner Zeitgenossen und diese unterschiedliche Wahrnehmung l\u00e4sst sich auch an seinen Kunstwerken erkennen, wie <a href=\"https:\/\/youtu.be\/sZ8yMYvHc5E\">dieses Video<\/a> von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/user\/itsokaytobesmart?feature=watch\">It&#8217;s Okay To Be Smart<\/a> zeigt:<\/p>\n<p><center><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/sZ8yMYvHc5E\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/center><\/p>\n<p> \t<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/944c3f424cc743b9934edafa71511cd2\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In meinen Artikeln habe ich immer wieder auf die besondere Art und Weise hin gewiesen, mit der Astronomen die Welt beobachten. 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