{"id":21034,"date":"2012-10-24T08:03:27","date_gmt":"2012-10-24T06:03:27","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/10\/24\/blinkende-aliens-neue-wege-auf-der-suche-nach-extraterrestrischen-zivilisationen\/"},"modified":"2025-05-14T16:11:26","modified_gmt":"2025-05-14T14:11:26","slug":"blinkende-aliens-neue-wege-auf-der-suche-nach-extraterrestrischen-zivilisationen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/10\/24\/blinkende-aliens-neue-wege-auf-der-suche-nach-extraterrestrischen-zivilisationen\/","title":{"rendered":"Blinkende Aliens: Neue Wege auf der Suche nach extraterrestrischen Zivilisationen"},"content":{"rendered":"<p>Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Astronomen ist davon \u00fcberzeugt, dass es auch anderswo im All Leben gibt. Das legt allein schon die <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/01\/die-milchstrasse-ist-voller-planeten.php\">gigantische Anzahl an Planeten<\/a> nahe, die vorhanden sind. Ob es aber auch h\u00f6her entwickeltes, intelligentes Leben gibt, ist eine andere Frage. Vermutlich, aber dar\u00fcber l\u00e4sst sich nur spekulieren. Und wenn es um die Frage geht, ob wir mit diesem hypothetischen Leben Kontakt aufnehmen k\u00f6nnen, dann stehen die Chancen noch schlechter (von irgendwelchen <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/08\/17\/uber-die-beinahe-unmogliche-interstellare-raumfahrt\/\">Reisen zu anderen Sternen<\/a> will ich gar nicht erst reden). Trotzdem gab es im Laufe der Zeit jede Menge Versuche, irgendwelche Signale von au\u00dferirdischen Wesen zu empfangen. Nicht nur im Rahmen im des bekannten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/SETI-Institut\">SETI-Projekts<\/a>. Man muss nicht immer mit gro\u00dfen Radio-Antennen nach Botschaften vom Himmel lauschen. Es gibt noch mehr Wege, um die Aliens zu finden.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p>Ein paar dieser anderen Methoden habe ich fr\u00fcher schon vorgestellt (z.B. <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/12\/08\/die-sonne-einpacken-auf-der-suche-nach-dysonspharen\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/04\/15\/die-suche-nach-dem-galaktischen-internet\/\">hier<\/a>, <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2011\/11\/03\/auf-der-suche-nach-ausserirdischer-lichtverschmutzung\/\">hier<\/a> oder <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2011\/04\/01\/wie-man-ausserirdische-beim-bergbau-beobachtet\/\">hier<\/a>. Radiosignale sind bei weitem nicht alles, nach dem man Ausschau halten kann. Wer wei\u00df, vielleicht kommunizieren die Aliens auf ganz andere Weise und benutzen daf\u00fcr keine Radiowellen, so wie wir? Was die Aliens aber auf jeden Fall machen werden, ist astronomische Forschung. Jede ausreichend fortgeschrittene Zivilisation (und nur bei denen besteht die Chance einer Entdeckung; irgendwelche Steinzeit-H\u00f6hlenaliens werden wir nicht finden k\u00f6nnen) muss irgendwann angefangen haben, sich mit den Sternen zu besch\u00e4ftigen. Und deswegen ist es nicht unvern\u00fcnftig, wenn wir davon ausgehen, dass auch die Aliens Ahnung von Spektroskopie haben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7467\" aria-describedby=\"caption-attachment-7467\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/10\/24\/blinkende-aliens-neue-wege-auf-der-suche-nach-extraterrestrischen-zivilisationen\/gbt\/\" rel=\"attachment wp-att-7467\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/GBT.png\" alt=\"\" title=\"GBT\" width=\"500\" height=\"562\" class=\"size-medium wp-image-7467\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7467\" class=\"wp-caption-text\">Die Suche nach Aliens braucht nicht unbedingt gigantische Ger\u00e4te wie das Green Bank Radioteleskop in den USA (Bild: gemeinfrei)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Astronomen k\u00f6nnen im Wesentlichen drei Dinge beobachten, wenn es um Sterne geht. Sie k\u00f6nnen nachsehen, wo das Licht her kommt, also die <i>Position<\/i> des Sterns bestimmen. Das nennt man <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Astrometrie\">Astrometrie<\/a>. Sie k\u00f6nnen die <i>Helligkeit<\/i> des Lichts bestimmen und ihre \u00c4nderung aufzeichnen. Das ist die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Photometrie#Astronomie\">Photometrie<\/a>. Und dann kann man noch die <i>Qualit\u00e4t<\/i> des Lichts bestimmen. Man kann das Licht in seine Bestandteile aufspalten und nachsehen, wie viel Licht einer bestimmten Farbe vorhanden ist. Wie gro\u00df ist der Anteil an rotem Licht, an blauem Licht, und so weiter &#8211; nat\u00fcrlich geht das auch mit den f\u00fcr unsere Augen nicht sichtbaren Wellenl\u00e4ngen. Dann erh\u00e4lt man ein Spektrum und die entsprechende Disziplin nennt man <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spektroskopie\">Spektroskopie<\/a>. Sie verr\u00e4t den Astronomen enorm viel \u00fcber die Sterne. Mit Spektroskopie kann man die Zusammensetzung eines Sterns bestimmen, man kann herausfinden, ob er Planeten hat, wie schwer der Stern ist oder wie schnell er sich bewegt. Und so weiter. Deswegen haben die Astronomen im Laufe der Jahrzehnte auch Unmengen an Spektren aufgenommen.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnen wir nutzen, meint Ermanno Bora von der Universit\u00e9 Laval in Kanada. Denn vielleicht versteckt sich in einem dieser Spektren ein Hinweis auf die Existenz von Aliens. Wie das genau funktionieren k\u00f6nnte, erkl\u00e4rt er in seinem Artikel <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/1210.5986\">&#8222;Searching for extraterrestrial intelligence signals in astronomical spectra, including existing data&#8220;<\/a>. Angenommen, da drau\u00dfen sind irgendwo Aliens. Und angenommen, sie w\u00fcssten \u00fcber Astronomie Bescheid und h\u00e4tten den Wunsch, ihre Existenz dem Rest des Universums mitzuteilen. Dann w\u00fcssten sie auch, dass andere Zivilisationen ebenfalls Astronomie betreiben m\u00fcssten und in ihren Datenbanken jede Menge Spektren aller m\u00f6glichen Sterne haben. Warum also nicht eine Botschaft in so einem Spektrum verstecken! Man m\u00fcsste nur das Spektrum so modulieren, dass ein Beobachter sofort merkt, dass hier irgendetwas nicht stimmt. Zum Beispiel, in dem man mit einem sehr starken Laser sehr starke Lichtimpulse aussendet. Wenn diese Lichtpulse entsprechend moduliert sind, dann pr\u00e4gen sie dem Spektrum ein Muster auf, dass einem intelligenten Beobachter definitiv auffallen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wie das aussehen k\u00f6nnte, hat Borra simuliert:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/10\/24\/blinkende-aliens-neue-wege-auf-der-suche-nach-extraterrestrischen-zivilisationen\/etspectrum\/\" rel=\"attachment wp-att-7459\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/etspectrum.jpg\" alt=\"\" title=\"etspectrum\" width=\"500\" height=\"348\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-7459\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das ist das Spektrum eines normalen Sterns (hier vom Spektraltyp F9). Auf der x-Achse ist die Wellenl\u00e4nge aufgetragen, auf der y-Achse die Intensit\u00e4t des Lichts. Bei bestimmten Wellenl\u00e4ngen erreicht uns mehr Licht, bei anderen weniger. Das meiste Licht erreicht uns bei etwa 5000 Angstr\u00f6m, also 500 Nanometer, so wie man es bei einem gelben Stern vom F-Typ erwarten w\u00fcrde. Wir sehen au\u00dferdem ein paar <a href=\"https:\/\/www.forschungs-blog.de\/licht-und-dunkelheit\/\">Spektrallinien<\/a>, also ganz konkrete Wellenl\u00e4ngen, bei denen uns deutlich weniger Licht erreicht und die uns sagen, woraus der Stern besteht. Da uns von diesem Stern aber nicht nur sein eigenes Licht, sondern auch das Licht des Alien-Lasers erreicht hat, sieht das Spektrum anders aus, als man es erwarten w\u00fcrde. Selbst ohne komplizierte Analyse erkennt man schon mit freiem Auge das regelm\u00e4\u00dfige Muster, dass sich \u00fcber das Spektrum des Sterns gelegt hat. Borra zeigt in seiner Arbeit, dass so etwas durchaus praktikabel w\u00e4re. Ein Laser wie der Helios-Laser des Lawrence Livermore National Laboratory in Kalifornien (10 KiloJoule Kohlendioxid-Laser) in Kombination mit einem 10-Meter-Teleskop w\u00e4re in der Lage, ein Signal zu senden, dass auch in 1000 Lichtjahre noch hell genug ist (20. <a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2010\/01\/26\/magnitude-und-modul-die-helligkeit-der-sterne\/\">Gr\u00f6\u00dfenklasse<\/a>), um mit Technik analog zu unseren Ger\u00e4ten zu sehen ist.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich braucht man immer noch viel Gl\u00fcck, um so ein Signal &#8211; sofern es denn vorhanden sein sollte &#8211; aufzuzeichnen und auch zu entdecken. Aber es braucht keine teuren Ger\u00e4te. Es reicht ein simples Computerprogramm oder einfach nur das menschliche Augen, um die Spektren in unseren Datenbanken nach solchen Modulationen zu durchsuchen. Die enthalten allerdings <i>sehr viele<\/i> Spektren. Der Beweis f\u00fcr die Existenz einer au\u00dferirdischen Zivilisation k\u00f6nnte also schon seit Jahren in unseren Archiven liegen&#8230;<br \/><a href=\"https:\/\/flattr.com\/thing\/956617\/Blinkende-Aliens-Neue-Wege-auf-der-Suche-nach-extraterrestrischen-Zivilisationen\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><br \/>\n<img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/api.flattr.com\/button\/flattr-badge-large.png\" alt=\"Flattr this\" title=\"Flattr this\" border=\"0\" \/><\/a><br \/>\n<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg01.met.vgwort.de\/na\/f75f0cc8d31647d79ee17df686e20789\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die \u00fcberwiegende Mehrheit der Astronomen ist davon \u00fcberzeugt, dass es auch anderswo im All Leben gibt. Das legt allein schon die gigantische Anzahl an Planeten nahe, die vorhanden sind. Ob es aber auch h\u00f6her entwickeltes, intelligentes Leben gibt, ist eine andere Frage. 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