{"id":20749,"date":"2012-07-19T12:10:19","date_gmt":"2012-07-19T10:10:19","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/07\/19\/was-passiert-wenn-man-in-ein-schwarzes-loch-fallt\/"},"modified":"2025-05-14T16:10:44","modified_gmt":"2025-05-14T14:10:44","slug":"was-passiert-wenn-man-in-ein-schwarzes-loch-fallt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/07\/19\/was-passiert-wenn-man-in-ein-schwarzes-loch-fallt\/","title":{"rendered":"Was passiert, wenn man in ein schwarzes Loch f\u00e4llt?"},"content":{"rendered":"<p>Die Menschen werden noch f\u00fcr sehr, sehr lange Zeit nicht Gefahr laufen, jemals in (beziehungsweise auf) ein schwarzes Loch zu fallen. Daf\u00fcr sind diese Himmelsobjekte einfach zu weit entfernt. Schwarze L\u00f6cher sind ehemalige Sterne und genau wie diese sind sie einfach zu weit entfernt. Um ein schwarzes Loch zu erreichen und damit zusammensto\u00dfen zu k\u00f6nnen, muss man erst eine praktikable Methode der interstellaren Raumfahrt entwickeln und das wird noch f\u00fcr lange Zeit, wenn nicht sogar f\u00fcr immer, unm\u00f6glich sein. Wir m\u00fcssten uns also keine Gedanken machen, was mit uns passiert, wenn uns so ein Objekt begegnet (und nein, auch hier auf der Erde <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/08\/der-lhc-ist-nicht-gefahrlich-wirklich.php\">werden so schnell keine gef\u00e4hrlichen schwarzen L\u00f6cher produziert werden<\/a>. Aber schwarze L\u00f6cher sind nun einmal enorm faszinierend. Wie kaum ein anderes Himmelsobjekt regen sie die Fantasie der Menschen an (wenn auch oft <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2010\/01\/schwarze-locher-sind-keine-staubsauger.php\">auf die falsche Art und Weise<\/a>). Und wenn wir an L\u00f6cher denken, dann wollen wir nat\u00fcrlich wissen, was passiert, wenn wir reinfallen&#8230;<br \/>\n<!--more--><br \/>\nStephen Hawking hat dar\u00fcber in seinem ber\u00fchmten Buch <i>&#8222;Eine kurze Geschichte der Zeit&#8220;<\/i> geschrieben und das Konzept bekannt gemacht: Bei der Ann\u00e4herung an das Loch sorgt die starke Gravitationskraft daf\u00fcr, dass man &#8222;wie ein Spaghetti gestreckt&#8220; wird. Das liegt \u00fcbrigens nicht an der Gravitationskraft an sich, sondern an der Gezeitenkraft die sie hervorruft. In der N\u00e4he eines schwarzen Lochs wird die Gravitationskraft bei jeder weiteren Ann\u00e4herung so schnell so viel st\u00e4rker, dass an F\u00fc\u00dfen und Kopf unterschiedlich starke Kr\u00e4fte wirken und einen so auseinander ziehen &#8211; wie eine lange Nudel. <a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Spaghettification\">Spaghettifizierung<\/a> lautet daher auch der &#8222;Fachausdruck&#8220; f\u00fcr das Schicksal eines Menschen, der in ein schwarzes Loch f\u00e4llt.<\/p>\n<p>Das alles hat \u00fcbrigens nichts mit dem ber\u00fchmten &#8222;Ereignishorizont&#8220; zu tun. Das ist die Grenze, hinter der die Anziehungskraft des schwarzen Lochs so gro\u00df wird, dass nichts mehr entkommen kann. Dabei handelt es sich aber nur eine gedachte Grenze, kein konkretes physikalisches Objekt. Es kommt dabei auf die Perspektive an. Ein Beobachter von au\u00dferhalb kann nat\u00fcrlich <i>nicht<\/i> hinter den Ereignishorizont blicken. Von dort dringt ja nichts nach au\u00dfen. Die Person, die in das Loch f\u00e4llt dagegen, w\u00fcrde am Ereignishorizont nichts spezielles bemerken. Die Geschichte mit der Spaghettifizierung beginnt erst sp\u00e4ter, wenn man dem schwarzen Loch viel n\u00e4her ist.<\/p>\n<p>Zwei aktuelle <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/1207.3123\">wissenschaftliche<\/a> <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/1207.4090\">Arbeiten<\/a> kommen aber nun zu dem Schluss, dass das nicht stimmen kann. Der Ereignishorizont muss doch ein spezieller Ort sein. Ber\u00fccksichtigt man quantenmechanische Argumente, dann \u00e4hnelt er einer &#8222;Feuerwand&#8220; (&#8222;Firewall&#8220;), auf die man bei der Ann\u00e4herung an das schwarze Loch trifft. Lange bevor man Gefahr l\u00e4uft, spaghettifiziert zu werden, wird man also schon durch die Feuerwand terminiert&#8230;<\/p>\n<p>Tony Padilla von der Uni Nottingham erkl\u00e4rt die neuen Arbeiten in der aktuellen Folge von <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/user\/sixtysymbols\">Sixty Symbols<\/a>:<\/p>\n<p><center><iframe loading=\"lazy\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/XE5PNbsUERE\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/center><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg05.met.vgwort.de\/na\/33b3d075e1eb4fb29cb0ce781363155c\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Menschen werden noch f\u00fcr sehr, sehr lange Zeit nicht Gefahr laufen, jemals in (beziehungsweise auf) ein schwarzes Loch zu fallen. Daf\u00fcr sind diese Himmelsobjekte einfach zu weit entfernt. Schwarze L\u00f6cher sind ehemalige Sterne und genau wie diese sind sie einfach zu weit entfernt. 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