{"id":20686,"date":"2012-07-03T12:00:52","date_gmt":"2012-07-03T10:00:52","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/07\/03\/eine-lehrerin-am-cern\/"},"modified":"2025-05-14T16:10:41","modified_gmt":"2025-05-14T14:10:41","slug":"eine-lehrerin-am-cern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/07\/03\/eine-lehrerin-am-cern\/","title":{"rendered":"Eine Lehrerin am CERN"},"content":{"rendered":"<p>Am europ\u00e4ischen Kernforschungszentrum CERN in Genf sollen ja morgen <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/07\/ist-das-higgs-teilchen-endlich-entdeckt-worden.php\">gro\u00dfe Dinge verk\u00fcndet<\/a> werden. Die Chancen, endlich das langgesuchte Higgs-Teilchen entdeckt zu haben, stehen gut. Den aktuellsten Ger\u00fcchten zu folge hat man tats\u00e4chlich <a href=\"www.nature.com\/news\/physicists-find-new-particle-but-is-it-the-higgs-1.10932\">ein neues Teilchen entdeckt<\/a>, auch wenn noch nicht wirklich klar ist, ob es das Higgs ist oder nicht. Es ist also eine spannende Zeit f\u00fcr einen Besuch bei CERN. Ich allerdings bin bei der <a href=\"www.lindau.nature.com\">Nobelpreistr\u00e4gertagung in Lindau<\/a>. Aber die Agenten von Astrodicticum Simplex sind \u00fcberall; auch am CERN \ud83d\ude09<\/p>\n<p>Bettina Ogbuagu-Poledna hat gemeinsam mit mir Astronomie studiert, ist aber mittlerweile Lehrerin f\u00fcr Mathematik und Physik geworden. In dieser Eigenschaft nimmt sie am <a href=\"https:\/\/teachers.web.cern.ch\/teachers\/HST2012atCERN.html\">CERN Programme for Physics High School Teachers<\/a> teil. Drei Wochen lang lernen Lehrerinnen und Lehrer aus der ganzen Welt alles \u00fcber Teilchenphysik und die neuesten Forschungsergebnisse. Eine tolle Sache &#8211;  Schulen und Universit\u00e4ten sollten viel h\u00e4ufiger zusammenarbeiten. Was genau Bettina w\u00e4hrend der drei Wochen am CERN erlebt, wird sie hier in einer Serie von Gastartikeln erz\u00e4hlen. Ich bin schon gespannt. Hier sind ihre Eindr\u00fccke vom ersten Tag.<\/p>\n<hr \/>\n<p><!--more--><br \/>\n<a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/09\/i-dbb14720798d3193101e4604a0c6b01c-DSC04312-31936.php\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-f8edd0c30e61413bbd43a2e37e9a4652-DSC04312-thumb-500x375-31936.jpg\" alt=\"i-f8edd0c30e61413bbd43a2e37e9a4652-DSC04312-thumb-500x375-31936.jpg\" \/><\/a><\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><em><small>Bettina Ogbuagu-Poledna und John Ellis<\/small><\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Ich sitze gerade in meinem Hotelzimmer am Gel\u00e4nde von CERN und habe heute<br \/>\neinen Vortrag von John Ellis \u00fcber Teilchenphysik geh\u00f6rt. H\u00e4tte jemand gesagt,<br \/>\ndass mir das passieren wird, h\u00e4tte ich es nicht geglaubt. Ich, eine Mathe- und<br \/>\nPhysiklehrerin aus Ober\u00f6sterreich. Wie es dazu kam und was ich beim CERN erlebe,<br \/>\nwerde ich gerne in Florians Blog berichten.<\/p>\n<p>Ich unterrichte seit vier Jahren Mathematik und Physik und habe seit diesem<br \/>\nJahr das Gl\u00fcck an einer HTL (h\u00f6heren technischen Lehranstalt) zu arbeiten. Die<br \/>\nSch\u00fclerInnen bekommen eine technische Zusatzausbildung und sind daher ziemlich<br \/>\nphysikinteressiert. Als ich Informationen \u00fcber CERN zusammenstellen wollte, um<br \/>\nmit meinen Sch\u00fclerInnen \u00fcber Teilchenphysik zu reden, entdeckte ich ein Programm<br \/>\nf\u00fcr PhysiklehrerInnen an h\u00f6heren Schulen, genannt \u201eHST &#8211; High School Teacher<br \/>\nProgram&#8220;.<\/p>\n<p>Jeder Lehrer, jede Lehrerin, die Sch\u00fclerInnen zwischen 14 und 18 unterrichtet,<br \/>\nkann an diesem Programm teilnehmen. Wenn das Herkunftsland auch noch ein<br \/>\nMitglied von CERN ist (also u.a. Deutschland, \u00d6sterreich und die Schweiz), dann<br \/>\nbezahlt CERN auch noch die Anreise (bis 500CHF) und die Unterkunft\/Verpflegung<br \/>\n(2000CHF). N\u00e4heres kann man auf der<a href=\"https:\/\/teachers.web.cern.ch\/ teachers\/HST2012atCERN.html\"> HST Homepage<\/a> nachlesen. Eine Voraussetzung ist allerdings, dass man die englische Sprache gut beherrscht, da alle Vortr\u00e4ge in Englisch sind.<\/p>\n<p>Als ich mit der Stra\u00dfenbahn zum CERN kam, musste ich zuerst am \u201eGuard&#8220; vorbei<br \/>\nund mich anmelden. Dieser schickte mich mit einer Karte zum Hostel. Der erste<br \/>\nEindruck war sehr ern\u00fcchternd, da die Geb\u00e4ude, an denen ich vorbei kam, sehr alt<br \/>\nund heruntergekommen aussehen. Da aber die ersten Geb\u00e4ude am Gel\u00e4nde von<br \/>\nCERN bereits in den 1950er Jahren gebaut wurden und manche davon teilweise<br \/>\nkaum verwendet werden, ist es nicht so verwunderlich. In den n\u00e4chsten Tagen<br \/>\nkam ich dort ohnehin nicht mehr vorbei. Mein erster Eindruck, dass es sich um eine<br \/>\neigene Stadt handelt, t\u00e4uschte nicht. Es gibt sogar eigene CERN-Fahrr\u00e4der und &#8211;<br \/>\nAutos!<\/p>\n<p>Am Ankunftstag hatten wir abends die \u201eWelcome Reception&#8220;. Da lernten wir gleich<br \/>\nunsere Kollegen kennen: 42 LehrerInnen aus den verschiedensten L\u00e4ndern der<br \/>\nWelt (Deutschland, England, Irland, Niederlande, Polen, Bulgarien, Rum\u00e4nien,<br \/>\nGriechenland, Serbien, Italien, Spanien, USA, Kanada, Ecuador, Japan, Thailand,<br \/>\nIsrael, Burundi, Uganda, Kamerun, Madagaskar und Ghana). Anschlie\u00dfend bekamen<br \/>\nwir noch eine kleine Tour von Mick Storr und Sasha Schmeling.<br \/>\nDas Programm unseres 3-w\u00f6chigen Programms kann man <a href=\"https:\/\/indico.cern.ch\/conferenceDisplay.py?confId=193928\">im Internet<br \/>\nnachlesen<\/a>. Die Programme der letzten Jahre \u00fcbrigens auch und jetzt kommt das tolle: alle Vortr\u00e4ge sind auch online!! Einfach <a href=\"https:\/\/education.web.cern.ch\/education\/\">mal reinschauen!<\/a><\/p>\n<p>Warum macht CERN sich die M\u00fche, diese Programme zu organisieren und<br \/>\nfinanzieren? Ganz einfach, es geht darum, die Leute f\u00fcr Physik zu interessieren und<br \/>\nsensibilisieren. Und dabei beginnt man am einfachsten bei den Sch\u00fclerInnen. Sie<br \/>\nsollen ermuntert werden, Physik zu studieren bzw. sich einfach nur etwas mehr f\u00fcr<br \/>\nPhysik zu interessieren. Nat\u00fcrlich ist das nicht ohne Eigennutzen: CERN braucht<br \/>\ngute Wissenschaftler und (zuk\u00fcnftige) Entscheidungstr\u00e4ger, die der Wissenschaft zu<br \/>\ngetan sind.<\/p>\n<p>Am ersten Tag durften wir bereits John Ellis kennenlernen. Er erz\u00e4hlte uns einiges<br \/>\n\u00fcber CERN und hielt eine kurze Einf\u00fchrung \u00fcber Teilchenphysik. In den n\u00e4chsten<br \/>\nTagen sollen wir auch noch Peter Higgs und Jack Steinberger kennen lernen. Wir sind hier alles sehr gespannt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am europ\u00e4ischen Kernforschungszentrum CERN in Genf sollen ja morgen gro\u00dfe Dinge verk\u00fcndet werden. Die Chancen, endlich das langgesuchte Higgs-Teilchen entdeckt zu haben, stehen gut. Den aktuellsten Ger\u00fcchten zu folge hat man tats\u00e4chlich ein neues Teilchen entdeckt, auch wenn noch nicht wirklich klar ist, ob es das Higgs ist oder nicht. 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