{"id":20630,"date":"2012-06-14T18:00:46","date_gmt":"2012-06-14T16:00:46","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/06\/14\/astrodicticum-simplex-tv-folge-3-die-vielen-augen-der-astronomen\/"},"modified":"2025-05-14T16:07:53","modified_gmt":"2025-05-14T14:07:53","slug":"astrodicticum-simplex-tv-folge-3-die-vielen-augen-der-astronomen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/06\/14\/astrodicticum-simplex-tv-folge-3-die-vielen-augen-der-astronomen\/","title":{"rendered":"Astrodicticum Simplex TV &#8211; Folge 3: Die vielen Augen der Astronomen"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/04\/astrodicticum-simplex-tv-folge-1-wie-bewegen-sich-die-planeten-und-warum-gibt-es-keinen-planet-x.php\">Folge 1<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/05\/astrodicticum-simplex-tv-folge-2-asteroidenabwehr-rohversion.php\">Folge 2<\/a> meines Videoblog-Experiments litten unter technischen Problemen. Es gab vor allem Tonprobleme. Darum bin ich f\u00fcr Folge 3 von meiner Digitalkamera zur Webcam meines Netbooks gewechselt und habe ein Mikrofon benutzt. Vielleicht ist das Ergebnis diesmal besser h\u00f6rbar. Technisch perfekt ist das Video nat\u00fcrlich immer noch nicht. Ich denke, ich werde das Experiment mit dem Videoblog vorerst beenden beziehungsweise pausieren. Ich dachte, es w\u00e4re eine interessante Idee, ein paar sch\u00f6ne Geschichten auch vor der Kamera zu erz\u00e4hlen und nicht immer nur im Blog aufzuschreiben. Aber so lange die Videos die ich produzieren kann, so primitiv und technisch unzul\u00e4nglich sind, bringt das nichts. Ich werde mir weiterhin \u00fcber die M\u00f6glichkeiten eines Videoblogs Gedanken machen; ich werde weiter Ideen sammeln und wenn ich irgendwann mal genug Geld haben sollte um mir eine vern\u00fcnftige technische Ausr\u00fcstung zulegen zu k\u00f6nnen, dann werde ich einen neuen Versuch starten. Mal sehen, vielleicht schaue ich in der Zwischenzeit mal, was man mit Podcasts so alles anstellen kann&#8230;<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAber ein Video gibt es ja noch. In Folge 3 habe ich mich mit einem Thema besch\u00e4ftigt, das auch im Blog <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2011\/10\/die-vielen-augen-der-astronomen.php\">schon aufgetaucht ist<\/a>: Den vielen Augen der Astronomen. Aber anstatt nur dar\u00fcber zu schreiben, konnte ich im Video auch ein kleines Experiment machen \ud83d\ude09<\/p>\n<p><center><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/44045648?title=0&amp;byline=0&amp;portrait=0&amp;color=ffffff\" width=\"500\" height=\"375\" frameborder=\"0\" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen><\/iframe><br \/>\n<\/center><\/p>\n<p>Ok &#8211; das war vorerst die letzte Folge von &#8222;Astrodicticum Simplex TV&#8220; (Sie wird \u00fcbrigens noch deprimierender wenn man sich den <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/germany\/videos\/esocast44a\/\">aktuellen ESOcast<\/a> ansieht. Der behandelt genau das gleiche Thema &#8211; es ist nur wesentlich besser umgesetzt). Aber ich verspreche: Das war noch nicht alles! Es wird irgendwann wieder weitergehen!<\/p>\n<hr \/>\n<p>Hier gibt es noch den Text zum Video:<\/p>\n<p>Menschen beobachten den Himmel schon seit Jahrtausenden. Und w\u00e4hrend der meisten Zeit standen ihnen daf\u00fcr nur ihre Augen zur Verf\u00fcgung. Nat\u00fcrlich gab es auch fr\u00fcher schon Hilfsmittel bei der astronomischen Beobachtung. Die Menschen bauten gro\u00dfe Anlagen aus Holz oder Stein. Stonehenge oder die Kreisanlage von Goseck hat man nicht nur aus religi\u00f6sen Gr\u00fcnden gebaut. Sie waren nicht nur Kultpl\u00e4tze sondern auch Sternwarten und die Steine beziehungsweise Holzpf\u00e4hle markierten wichtige Punkte und Sichtlinien die den fr\u00fchen Astronomen bei ihren Beobachtungen halfen.<\/p>\n<p>Etwas handlicher als die tonnenschweren Steine von Stonehenge waren Instrumente wie die die Himmelsscheibe von Nebra. Aber es waren nur Hilfsmittel. Das einzige OPTISCHE Instrument, das den Menschen jahrtausendelang zur Verf\u00fcgung stand, war das Auge. Im Alltag leistet es gro\u00dfartige Arbeit. Wir Menschen haben zwar bei weitem nicht die besten Augen aller Lebewesen. Aber wir k\u00f6nnen damit eigentlich recht zufrieden sein. Als astronomisches Instrument sind sie aber eher mangelhaft. Die \u00d6ffnung durch die Licht auf unsere Sehnerven fallen kann &#8211; die Pupille &#8211; ist nur ein paar Millimeter gro\u00df. Damit k\u00f6nnen wir nur vergleichsweise wenig Licht sammeln. Schwache Lichtquellen sehen wir damit nicht.<\/p>\n<p>Es war also ein enormer Fortschritt, als im 17. Jahrundert das erste Teleskop erfunden wurde. Jetzt hatte man ein optisches Instrument mit ein paar Zentimetern \u00d6ffnung! Hundert Mal mehr als das Auge. Entsprechend mehr Licht konnte man auch sammeln. Denn bei den Teleskopen in der Astronomie geht es nicht darum, die Dinge zu vergr\u00f6\u00dfern! Die Sterne und Galaxien sind viel zu weit entfernt. Egal wie stark ein Teleskop vergr\u00f6\u00dfern kann, sie werden immer nur Lichtpunkte bleiben. Es geht darum, Licht zu sammeln. Je mehr Licht man hat, desto schwachere Objekte kann man sehen.<\/p>\n<p>Als Galileo Galilei Anfang des 17. Jahrhunderst das erste Mal ein Teleskop zum Himmel richtete, sah er Sterne, die noch nie vorher jemand gesehen hatte! Er sah, dass dort am Himmel noch VIEL mehr war, als man bisher dachte. Viele seiner Zeitgenossen waren deswegen auch lange skeptisch. Sie hielten das Teleskop nicht f\u00fcr ein verl\u00e4\u00dfliches Instrument. Es zeigte Dinge, die man mit den Augen nicht sehen konnte. Woher sollte man wissen, ob sie wirklich da waren? Vielleicht war alles auch nur ein optischer Trick?<\/p>\n<p>Langsam gew\u00f6hnten sich die Menschen aber an die Teleskope. Und je gr\u00f6\u00dfer sie wurden, desto mehr sahen sie. Mittlerweile haben wir Teleskope, deren Spiegel 10 Meter durchmessen und noch gr\u00f6\u00dfere sind in Planung. Mit diesen k\u00fcnstlichen Augen k\u00f6nnen wir weiter und mehr sehen, als je zuvor. Aber wir sehen bei weitem noch nicht alles!<\/p>\n<p>Das Licht, das durch unsere Pupille auf den Sehnerv f\u00e4llt; das Licht, das die normalen Teleskope f\u00fcr uns sammeln, ist nur ein winziger Teil dessen, was es dort drau\u00dfen zu sehen gibt. Um alles zu sehen brauchen wir nicht nur gr\u00f6\u00dfere Augen sondern auch ANDERE Augen.<\/p>\n<p>Ein Stern wie die Sonne strahlt nicht nur sichtbares Licht ab. Wenn die Sonne scheint, dann wird es warm. Auch W\u00e4rme ist &#8222;Licht&#8220;. Genauso wie das normale Licht ist auch W\u00e4rme nichts anderes als elektromagnetische Strahlung. Unsere Augen sind eben nur nicht in der Lage, diese Strahlung zu sehen. Andere Lebewesen &#8211; zum Beispiel manche Schlangen &#8211; k\u00f6nnen das aber. Und wir Menschen k\u00f6nnen uns Augen bauen, die W\u00e4rmestrahlung sehen k\u00f6nnen. Genauso wie es Teleskope f\u00fcr normales Licht gibt, k\u00f6nnen wir auch Teleskope f\u00fcr das &#8222;W\u00e4rmelicht&#8220; bauen. Man sagt aber eigentlich &#8222;Infrarotstrahlung&#8220; dazu&#8230;<\/p>\n<p>Mit solchen Augen k\u00f6nnen wir nicht nur einfach mehr sehen. Wir k\u00f6nnen auch Dinge sehen, die sonst unsichtbar f\u00fcr uns w\u00e4ren. F\u00fcr das normale Licht sind viele Objekte undurchsichtig. Staub zum Beispiel. Es w\u00e4re praktisch, wenn er durchsichtig w\u00e4re, dann m\u00fcssten wir nicht so oft staub wischen. Aber leider ist er es nicht. Wenn der Fernsehappart von einer Staubschicht bedeckt ist, m\u00fcssen wir sie abwischen, sonst sehen wir nichts mehr. Genauso ist es auch in der Astronomie. Auch im All gibt es riesige Staubwolken die uns den Blick auf das versperren, was dahinter ist. Die k\u00f6nnen wir aber leider nicht so einfach wegwischen. Aber wir k\u00f6nnen andere Augen benutzen!<\/p>\n<p>Staub mag f\u00fcr normales Licht undurchsichtig sein. Aber f\u00fcr die Infrarotstrahlung gilt das nicht. F\u00fcr das infrarote Licht ist der Staub genauso durchsichtig wie ein St\u00fcck Glas f\u00fcr das normale Licht. Das l\u00e4sst sich mit diesem Experiment gut zeigen.<\/p>\n<p>[Das Experiment sollte man sich ansehen. Als Text macht es nicht wirklich viel Sinn]<\/p>\n<p>Mit Infrarotteleskopen k\u00f6nnen wir auf die gleiche Art und Weise den kosmischen Staub durchdringen und sehen was dahinter liegt. Die Astronomen haben aber noch viel mehr Augen. Es gibt nicht nur Licht und W\u00e4rme. Das elektromagentische Spektrum ist noch viel gr\u00f6\u00dfer. Es gibt ultraviolettes Licht. R\u00f6ntgenstrahlung. Gammastrahlung. Die Mikrowellen im Mikrowellenherd in der K\u00fcche sind nichts anderes als Licht, das wir nicht sehen k\u00f6nnen. Genauso wie die Radiowellen, mit denen wir unseren Lieblingssender empfangen.<\/p>\n<p>Sterne strahlen im kompletten elektromagentischen Spektrum. Mit unseren Augen k\u00f6nnen wir nur einen winzigen Teil davon sehen. Gl\u00fccklicherweise haben wir gelernt, wie wir viele verschiedene k\u00fcnstliche Augen bauen k\u00f6nnen. Denn um alles zu sehen, was das Weltall f\u00fcr uns zu bieten hat, brauchen wir alle Augen, die wir kriegen k\u00f6nnen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/5884130ae50745dab50fde33d453c010\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Folge 1 und Folge 2 meines Videoblog-Experiments litten unter technischen Problemen. Es gab vor allem Tonprobleme. Darum bin ich f\u00fcr Folge 3 von meiner Digitalkamera zur Webcam meines Netbooks gewechselt und habe ein Mikrofon benutzt. Vielleicht ist das Ergebnis diesmal besser h\u00f6rbar. Technisch perfekt ist das Video nat\u00fcrlich immer noch nicht. 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