{"id":20524,"date":"2012-05-15T16:51:46","date_gmt":"2012-05-15T14:51:46","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/05\/15\/astrodicticum-simplex-tv-folge-2-asteroidenabwehr-rohversion\/"},"modified":"2025-05-14T16:07:44","modified_gmt":"2025-05-14T14:07:44","slug":"astrodicticum-simplex-tv-folge-2-asteroidenabwehr-rohversion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/05\/15\/astrodicticum-simplex-tv-folge-2-asteroidenabwehr-rohversion\/","title":{"rendered":"Astrodicticum Simplex TV &#8211; Folge 2: Asteroidenabwehr (Rohversion)"},"content":{"rendered":"<p>Ich bastele ja immer noch an meinem Videoblog. Die <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/04\/astrodicticum-simplex-tv-folge-1-wie-bewegen-sich-die-planeten-und-warum-gibt-es-keinen-planet-x.php\">erste Testfolge<\/a> hatte noch jede Menge technische M\u00e4ngel. Leser Thomas Vollmer war so nett, und hat sie <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/05\/astrodicticum-simplex-tv-folge-1-remix-jetzt-auch-mit-bildern.php\">ein wenig aufgemotzt<\/a>. Es ist nicht so einfach, die ganze Technik auf die Reihe zu bringen, aber ich probiere es weiter. Beim letzten Mal gab es ja vor allem ein Tonproblem (das ich nicht vorhersehen konnte, weil auf meinem Rechner der Ton laut und gut zu verstehen war). Ich habe es nun mit einem Mikrofon f\u00fcr den Ton versucht, aber es leider nicht geschafft, Ton und Bild in der Nachbearbeitung synchron zu bekommen (was vermutlich daran liegt, dass ich keine professionelle Software habe und mich damit auch noch nicht auskenne). Vorerst gibt es also nur wieder eine Version mit dem gleichen Ton wie beim letzten Mal. Ich selbst kann das Video gut h\u00f6ren; wenn es bei euch schlecht klingt, dann seid bitte nicht b\u00f6se. Auch dieses Problem wird irgendwann gel\u00f6st werden! Ich probiere beim n\u00e4chsten Mal vielleicht, das Video nicht \u00fcber meine Kamera sondern direkt mit der Webcam und Mikrofon am Computer aufzunehmen. Mal sehen ob das besser klappt. Ansonsten habe ich diesmal auch ein paar Requisiten benutzt und sitze nicht mehr nur einfach da und rede. Auch hier wird sich in Zukunft noch einiges tun &#8211; ich habe mich aber von Anfang an bewusst dagegen entschieden, die Videos mit Computergrafiken u.\u00e4. auszustatten. Davon habe ich (noch) zu wenig Ahnung und ich m\u00f6chte gar nicht erst den Eindruck aufkommen lassen, ich w\u00fcrde mit dem professionellen Wissenschaftsfernsehen und seinen professionellen Grafiken und Animationen konkurrieren wollen.<\/p>\n<p>Wie auch immer &#8211; hier ist jetzt jedenfalls Folge 2 des Astrodicticum-Simplex-Videoblogs. Noch in der Rohversion, solange, bis ich das Tonproblem in den Griff bekomen habe. Trotzdem viel Spa\u00df damit!<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<center><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/42197401\" width=\"500\" height=\"375\" frameborder=\"0\" webkitAllowFullScreen mozallowfullscreen allowFullScreen><\/iframe><\/center><\/p>\n<p>Wer das Video &#8211; so wie Thomas beim letzten Mal (seinen netten Vorspann habe ich diesmal gleich \u00fcbernommen) &#8211; &#8222;remixen&#8220; m\u00f6chte, der ist herzlich dazu eingeladen (Das Video ist unter CC-BY-SA 3.0 ver\u00f6ffentlicht). Und wer das Video nichtr anschauen m\u00f6chte, f\u00fcr den gibt es hier nochmal den Text dazu:<\/p>\n<p><b>Asteroidenabwehr:<\/b><\/p>\n<p>Es ist eines der beliebtesten Weltuntergangsszenarien: Ein Asteroid rast auf die Erde zu. Ein Einschlag steht bevor. Der Asteroid ist gro\u00df. So gro\u00df, dass es egal ist, WO auf der Erde er einschl\u00e4gt. Die Folgen werden auf jeden Fall global sein &#8211; und katastrophal.<\/p>\n<p>Asteroideneinschl\u00e4ge nehmen unter den Naturkatastrophen tats\u00e4chlich eine Sonderstellung ein. Sie sind sehr viel seltener als zum Beispiel Erdbeben, Vulkanausbr\u00fcche oder \u00dcberschwemmungen. Aber die Folgen k\u00f6nnen auch viel schlimmer sein. Ein Asteroideneinschlag ist die einzige Katastrophe, die die ganze Menschheit ausl\u00f6schen kann. Aber &#8211; und das ist ein wichtiges Aber! &#8211; Asteroideneinschl\u00e4ge sind die einzige Naturkatastrophe, die wir aktiv verhindern k\u00f6nnen. Wir k\u00f6nnen die Bewegung der Kontinentalplatten nicht anhalten und Erdbeben stoppen. Wir k\u00f6nnen die Lava nicht daran hindern, aus dem Vulkan zu flie\u00dfen. Aber wir k\u00f6nnen daf\u00fcr sorgen, dass ein Asteroid auf Kollisionskurs harmlos an der Erde vorbeifliegt.<\/p>\n<p>Die meisten werden das ja aus dem Kino kennen. Wenn dort in einem Science-Fiction Film der Weltuntergang bevorsteht, dann macht sich der Held sofort auf ins All. Sein Raumschiff ist mit Bomben beladen und die sollen den Asteroiden in die Luft sprengen. Das klappt am Ende nat\u00fcrlich auch und der b\u00f6se Himmelsk\u00f6rper wird pulverisiert. Aber funktioniert das wirklich so einfach? Funktioniert das \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>Nein. Asteroideneinschl\u00e4ge lassen sich verhindern. Aber nicht so. Ein Asteroid, der gro\u00df genug ist, um auf der Erde eine globale Katastrophe anzurichten, l\u00e4sst sich nicht so einfach zerst\u00f6ren; auch nicht mit einer Bombe. Und wenn man nicht genau wei\u00df, aus welchem Material der Asteroid besteht und sich sehr, sehr sicher sein kann, ihn wirklich komplett zu zerst\u00f6ren, dann sollte man von den Bomben die Finger lassen. Denn sonst hat man vielleicht am Ende nicht einen gro\u00dfen Asteroiden, der auf die Erde f\u00e4llt, sondern mehrere nicht ganz so gro\u00dfe Asteroiden, die immer noch alle mit der Erde kollidieren.<\/p>\n<p>Es bringt nichts, gef\u00e4hrliche Asteroiden zerst\u00f6ren zu wollen. Der Asteroid kann ja auch nichts daf\u00fcr; er kollidiert ja auch nicht absichtlich mit uns. Nein, wenn man einen Einschlag verhindern will, dann muss man daf\u00fcr sorgen, dass er nicht rechtzeitig zu seinem Rendezvous mit der Erde kommt. W\u00e4re der Asteroid nur ein bisschen langsamer oder ein bisschen schneller, dann w\u00fcrde er harmlos an uns vorbeifliegen und die Kollision verhindert. Und im Gegensatz zu Bombensprengung ist es durchaus m\u00f6glich, einen Asteroiden zu bremsen oder zu beschleunigen&#8230;<\/p>\n<p>Also. Nehmen wir an, wir entdecken einen Asteroid, der sich auf Kollisionskurs mit der Erde befindet. Was tun wir dann? Man k\u00f6nnte denken, dass es vielleicht sinvoll w\u00e4re, ein Raketentriebwerk am Asteroid zu befestigen. Damit k\u00f6nnte er dann beschleunigt oder gebremst werden. Das stimmt zwar, aber so ein Triebwerk ist gro\u00df und schwer und jede Menge Treibstoff braucht es au\u00dferdem. All das muss zum Asteroid transportiert werden und das ist aufwendig und teuer. Viel besser w\u00e4re ein &#8222;kinetischer Impakt&#8220;. Das klingt kompliziert, hei\u00dft aber nichts anderes als: Wir schmeissen einfach irgendwas auf den Asteroid! Das kann alles m\u00f6gliche sein. Ein Raumschiff zum Beispiel &#8211; das hoffentlich unbemannt ist. Oder einen kleinen Asteroiden, den man unterwegs aufsammelt. Sogar die Atombomben kann man auf diese Art entsorgen. Man muss nur darauf achten, dass sie den Asteroid dabei nicht in mehrere Teile zerbrechen. So einen kinetischen Impakt hat man sogar schon einmal ausprobiert. Am 4. Juli 2005 feuerte die Raumsonde &#8222;Deep Impact&#8220; einen 327 Kilogramm schweren Impaktor auf den Kometen Tempel 1. Das hat man gemacht, weil man mehr \u00fcber seinen inneren Aufbau herausfinden wollte. Beim Einschlag wurde jede Menge Material aus dem Inneren des Kometen ins All geschleudert, das man dann untersuchen wollte. Aber man hatte den Kometen dabei auch ganz minimal abgebremst und somit seine Bahn ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Es gibt noch andere Methoden. Man k\u00f6nnte ein Sonnensegel am Asteroiden anbringen. Im Gegensatz zu einem Raketentriebwerk ist das viel leichter und daher einfacher zu transportieren. Dann dr\u00fccken die von der Sonne abgestrahlten Photonen auf das Segel und das Sonnenlicht wirkt wie eine sanfte Brise, die die Bahn des Asteroiden dann ganz langsam \u00e4ndert. Oder man nutzt den Jarkowski-Effekt. Asteroiden rotieren vergleichsweise schnell um ihre eigene Achse; ein Tag dauert dort oft nur wenige Stunden. Die Tagseite ist warm, die Nachtseite kalt. Wenn es auf der aufgew\u00e4rmten Tagseite wieder Nacht wird, dann k\u00fchlt sie aus. Je w\u00e4rmer sie ist, desto mehr W\u00e4rme wird abgestrahlt. Die warme Seite strahlt also mehr Energie ab als die kalte. Dabi wirkt die abgestrahlte W\u00e4rme wie eine Art &#8222;R\u00fccksto\u00df&#8220;. Es entsteht eine Kraft, die den Asteroiden bremsen oder beschleunigen kann. Auch das hat man schon gemessen. Wenn man die Bahn eines Asteroiden berechnen will, dann muss man diesen Effekt ber\u00fccksichtigen, ansonsten stimmt die berechnete Position nicht mit der beobachteten \u00fcberein. Beim Asteroiden &#8222;Golewka&#8220; hat dieser Unterschied 3,7 Meter ausgemacht. Das mag nicht viel sein. Aber auch 3,7 Meter k\u00f6nnen einen Unterschied zwischen Katastrophe und Vorbeiflug machen. Bei der Asteroidenabwehr m\u00fcssen wir den Effekt nat\u00fcrlich gezielt einsetzen. Aber das k\u00f6nnte man erreichen, in dem man ihn einfach mit einer speziellen Farbe anmalt und so seine W\u00e4rmeabstrahlung beeinflusst.<\/p>\n<p>Solche Methoden funktionieren nat\u00fcrlich nur dann wirklich gut, wenn man ausreichend Zeit hat. Wenn man lang genug vorher anf\u00e4ngt, dann reichen schon sehr kleine Bahn\u00e4nderungen aus, um eine Kollision zu verhindern. Wenn es um Asteroidenabwehr geht, ist es daher am wichtigsten, den Himmel zu beobachten! Nur wenn man die gef\u00e4hrlichen Asteroiden rechtzeitig findet, kann man die n\u00f6tigen Schritte einleiten. Hier sind die Astronomen auf einem guten Weg. Von den wirklich gef\u00e4hrlichen Asteroiden haben wir schon mehr als 90 Prozent der gesch\u00e4tzen Gesamtpopulation gefunden. Wir kennen ihre Bahnen und wissen, dass sie uns in den n\u00e4chsten Jahrzehnten nicht gef\u00e4hrlich werden k\u00f6nnen. Die Teleskope sind mittlerweile gut genug, um auch die restlichen unbekannten gro\u00dfen und gef\u00e4hrlichen Asteroiden lange vor einer Kollision zu entdecken. Dann haben wir Zeit, etwas dagegen zu tun. Dann kann man auch meine Lieblingsmethode einsetzen. Die eignet sich zwar nicht wirklich f\u00fcr einen Hollywood-Action-Film. Aber sie ist sehr elegant. Wir nehmen ein gro\u00dfes Raumschiff, fliegen zum Asteroid und tun: Nichts!<\/p>\n<p>Wir verlassen uns einfach nur auf die Gravitationskraft. Die wirkt auch zwischen Raumschiff und Asteroid und wenn wir lange genug warten, dann kann diese Kraft die Bahn des Asteroiden ver\u00e4ndern. Wir k\u00f6nnen ihn einfach &#8222;abschleppen&#8220;.<\/p>\n<p>Asteroideneinschl\u00e4ge sind ganz reale Naturkatastrophen. Aber nichts, vor dem wir uns akut f\u00fcrchten m\u00fcssen. Wir stehen ihnen nicht hilflos gegen\u00fcber. <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/7df4e12167364d508106986b0d935fb3\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bastele ja immer noch an meinem Videoblog. Die erste Testfolge hatte noch jede Menge technische M\u00e4ngel. Leser Thomas Vollmer war so nett, und hat sie ein wenig aufgemotzt. Es ist nicht so einfach, die ganze Technik auf die Reihe zu bringen, aber ich probiere es weiter. 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