{"id":20134,"date":"2012-01-14T10:30:16","date_gmt":"2012-01-14T09:30:16","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/01\/14\/zwei-planeten-und-vier-sonnen\/"},"modified":"2025-05-14T16:07:10","modified_gmt":"2025-05-14T14:07:10","slug":"zwei-planeten-und-vier-sonnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2012\/01\/14\/zwei-planeten-und-vier-sonnen\/","title":{"rendered":"Zwei Planeten und vier Sonnen"},"content":{"rendered":"<p>Kepler hat nochmal zugeschlagen. Nach dem <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2012\/01\/exoplaneten-fur-die-puppenstube-das-kleinste-planetensystem.php\">Mini-Sonnensystem<\/a> gab es in den letzten Tagen noch eine sehr sch\u00f6ne Meldung. William Welsh von der San Diego State University und seine Kollegen haben zwei ganz besondere Planetensysteme in den Kepler-Daten <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/nature\/journal\/vaop\/ncurrent\/full\/nature10768.html\">gefunden<\/a>. Die Planeten Kepler-34b und Kepler-35 umkreisen jeweils <i>zwei<\/i> Sterne.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nSo ein &#8222;Science-Fiction&#8220;-Planet hat schon im September f\u00fcr m\u00e4chtig Medienrummel gesorgt. Da gab das Kepler-Team <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2011\/09\/entdeckt-der-sciencefictionplanet-mit-den-zwei-sonnen.php\">die Entdeckung von Kepler-16b bekannt<\/a>. Es war der erste Planet in einem Doppelsternsystem, der sich um <i>beide<\/i> Sterne bewegt. Planeten in Doppel- oder Mehrfachsternsystemen <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/02\/planeten-und-doppelsterne.php\">kannten wir ja auch vorher<\/a> schon einige. Aber es handelte sich immer um Planeten vom S-Typ, bei dem sich der Planet nur um einen der beiden Sterne bewegt. Kepler-16b war der erste echte P-Typ-Planet, der sich um beide Sterne bewegte.<\/p>\n<form mt:asset-id=\"5439\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-13fa3257e77e34c4b22d7941980c5453-styp.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-13fa3257e77e34c4b22d7941980c5453-styp.jpg','popup','width=2598,height=1509,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-17d2fcab832dc29d0bceafd8fa706ab3-styp-thumb-500x290-1.jpg\" alt=\"i-17d2fcab832dc29d0bceafd8fa706ab3-styp-thumb-500x290.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<form mt:asset-id=\"5437\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-e32c0870807e0c32867d86728e759d7d-ptyp.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-e32c0870807e0c32867d86728e759d7d-ptyp.jpg','popup','width=2584,height=1506,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-5227a5500bbdc543ecfabde30560626d-ptyp-thumb-500x291-1.jpg\" alt=\"i-5227a5500bbdc543ecfabde30560626d-ptyp-thumb-500x291.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<p>Mit Kepler-34b und Kepler-35b hat man nun zwei weitere P-Typ-Planeten gefunden. Beide Planeten sind etwas kleiner als Jupiter (0,76 und 0,73 Jupiterradien). Ihre Masse betr\u00e4gt ein F\u00fcnftel bzw. ein Zehntel der Jupitermasse; es handelt sich also um sehr &#8222;fluffige&#8220; Planeten; Gasriesen mit geringer Dichte. So sieht das Kepler-34 System (die Sterne sind alle sonnen\u00e4hnlich) aus:<\/p>\n<form mt:asset-id=\"29013\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-dbbd04aa5457519bf3dfbe1669f076c0-kepler34.PNG\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-dbbd04aa5457519bf3dfbe1669f076c0-kepler34.PNG','popup','width=644,height=762,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-ccd1e8b7ad76fa608ce982a084695e6c-kepler34-thumb-500x591-1.png\" alt=\"i-ccd1e8b7ad76fa608ce982a084695e6c-kepler34-thumb-500x591.png\" \/><\/a><\/form>\n<div style=\"text-align: center;\"><em><small><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/nature\/journal\/vaop\/ncurrent\/full\/nature10768.html\">Bild: Welsh et al (2012)<\/a><\/small><\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Oben sieht man das System in der Draufsicht. Man erkennt recht gut, dass die Sterne sich auf einer exzentrischen Bahn umkreisen; der Planet ist etwa eine astronomische Einheit von den beiden Sternen entfernt. F\u00fcr meinen Geschmack sind die Planet und die Sterne mit ihrer exzentrischen Bahn dort etwas sehr nahe zusammen. Welsh und seine Kollegen meinten zwar im Artikel, dass sie die Stabilit\u00e4t der Bahn f\u00fcr 10 Millionen Jahren simuliert und \u00fcberpr\u00fcft h\u00e4tten. Aber das w\u00fcrde ich gern noch etwas genauer untersucht sehen. 10 Millionen Jahren sind nicht wirklich lang f\u00fcr ein Planetensystem. Da sollte man auf jeden Fall noch eine Gr\u00f6\u00dfenordnung l\u00e4nger simulieren &#8211; es w\u00fcrde mich nicht wundern, wenn da noch der eine oder andere dynamische Effekt auftaucht&#8230;<\/p>\n<p>Unten sieht man das System, wie es von der Erde aus gesehen wird. Der Planet kann vor beiden Sternen vor\u00fcberziehen und man hat auch beide Sorten von Transits beobachtet &#8211; und so den Planeten erst entdeckt.<\/p>\n<p>Kepler-35 sieht \u00e4hnlich aus; hier ist der Planet etwas n\u00e4her an den Sternen die sich auf einer weniger exzentrischen Bahn umkreisen:<\/p>\n<form mt:asset-id=\"29016\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-c75e16dfa1742cca51e7db52a9775b29-kepler35.PNG\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-c75e16dfa1742cca51e7db52a9775b29-kepler35.PNG','popup','width=655,height=741,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-753471ca3a8dee87827e54e1477e0840-kepler35-thumb-500x565-1.png\" alt=\"i-753471ca3a8dee87827e54e1477e0840-kepler35-thumb-500x565.png\" \/><\/a><\/form>\n<div style=\"text-align: center;\"><em><small><a href=\"https:\/\/www.nature.com\/nature\/journal\/vaop\/ncurrent\/full\/nature10768.html\">Bild: Welsh et al (2012)<\/a><\/small><\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Hier kann man von der Erde aus nur beobachten, wie der Planet vor einem der beiden Sterne vor\u00fcber zieht. Aber auch das reicht f\u00fcr eine Entdeckung. Welsh und seine Kollegen haben aber nicht nur zwei Planeten entdeckt und damit die Zahl der bekannten P-Typ-Planeten auf 3 erh\u00f6ht. Sie haben auch ein bisschen Statistik betrieben und versucht abzusch\u00e4tzen, wie h\u00e4ufig solche Planeten sind. Wie jetzt, Statistik mit drei Planeten?, fragt jetzt vielleicht der eine oder die andere. Bringt das was? Ja, nat\u00fcrlich bringt das was &#8211; vor allem, weil es nicht nur um die drei F\u00e4lle geht bei denen man was gefunden hat, sondern um <i>alle<\/i> F\u00e4lle, die man untersucht hat. Das waren in diesem Fall immerhin 750 Sterne! Man hat 750 Systeme untersucht und bei drei davon einen Planeten gefunden. Nat\u00fcrlich muss man ber\u00fccksichtigen, dass nicht jedes Planetensystem so orientiert sein wird, dass wir von der Erde aus Transits beobachten k\u00f6nnen. Und nicht jeder Planet wird eine so kurze Periode haben, damit man ihn in den 2 Jahren, die Kepler arbeitet, entdecken hat k\u00f6nnen. Aber wenn man das ber\u00fccksichtigt, dann ergibt sich (als untere Grenze), dass etwa 1 Prozent aller engen Doppelsternsysteme Planeten vom P-Typ hat. 1 Prozent ist wenig, aber es gibt viele Sterne und die Autoren kommen zu dem Schluss, dass es allein in unserer Milchstra\u00dfe ein paar Millionen solcher &#8222;Science-Fiction&#8220;-Planeten mit zwei Sonnen am Himmel geben muss. Leben ist auf solchen Gasriesen nicht m\u00f6glich; aber wer wei\u00df. Manche davon haben sicher Monde, manche davon befinden sich vielleicht genau im richtigen Abstand so dass die Temperatur auf den Monden richtig ist. Und vielleicht sitzen dort wirklich ein paar Aliens betrachten den doppelten Sonnenuntergang und l\u00e4stern \u00fcber die armen Typen auf anderen Planeten, die sich mit einer Sonne zufrieden geben m\u00fcssen&#8230;<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/vg02.met.vgwort.de\/na\/a974729ff4e6410d977baed26d516ad0\" width=\"1\" height=\"1\" alt=\"\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kepler hat nochmal zugeschlagen. Nach dem Mini-Sonnensystem gab es in den letzten Tagen noch eine sehr sch\u00f6ne Meldung. William Welsh von der San Diego State University und seine Kollegen haben zwei ganz besondere Planetensysteme in den Kepler-Daten gefunden. 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