{"id":19336,"date":"2010-05-07T12:10:43","date_gmt":"2010-05-07T10:10:43","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2010\/05\/07\/herschel-und-der-unmogliche-stern\/"},"modified":"2025-05-14T16:04:48","modified_gmt":"2025-05-14T14:04:48","slug":"herschel-und-der-unmogliche-stern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2010\/05\/07\/herschel-und-der-unmogliche-stern\/","title":{"rendered":"Herschel und der &#8222;unm\u00f6gliche&#8220; Stern"},"content":{"rendered":"<p>Vor knapp einem Jahr war <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/05\/live-herschelplanck-launchevent-am-esoc-darmstadt.php\">ich live dabei als das Weltraumteleskop Herschel ins All geschossen wurde<\/a>. Gestern hat die europ\u00e4ische Raumfahrtagentur ESA <a href=\"https:\/\/www.esa.int\/esaCP\/SEM7N7KPO8G_index_0.html\">Bilanz \u00fcber das erste Jahr von Herschel<\/a> gezogen. <\/p>\n<p>Herschel ist ein Infrarotteleskop &#8211; es beobachtet nicht im &#8222;normalen Licht&#8220;, dem Licht das wir mit unseren Augen sehen, sondern im l\u00e4ngerwelligen infraroten Teil des Spektrums (das, was wir als W\u00e4rme wahrnehmen). Damit eignet sich Herschel besonders gut, um die Entstehung der Sterne zu beobachten. Die findet n\u00e4mlich in gro\u00dfen Gas- und Staubwolken statt, die f\u00fcr das normale Licht undurchl\u00e4ssig sind &#8211; nicht aber f\u00fcr Infrarotstrahlung. Und in so einer Wolke hat Herschel einen ganz besonderen Stern gefunden.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<form mt:asset-id=\"16210\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-00972724da368f067b6c316af07aeeba-RCW120_v03.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-00972724da368f067b6c316af07aeeba-RCW120_v03.jpg','popup','width=2000,height=1997,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-ffaee54c036f8125e22b8706f08f977a-RCW120_v03-thumb-500x499-1.jpg\" alt=\"i-ffaee54c036f8125e22b8706f08f977a-RCW120_v03-thumb-500x499.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<div style=\"text-align: center;\"><em><small><a href=\"https:\/\/www.esa.int\/esaCP\/SEM9UCKPO8G_Germany_1.html\">Bild: ESA\/PACS\/SPIRE\/HOBYS Consortia<\/a><\/small><\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Das hier ist RCW 120 &#8211; eine <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/09\/nix-los-im-all-superblasen-in-der-milchstrasse.php\">&#8222;Blase&#8220;<\/a> in unserer Milchstrasse; 4300 Lichtjahre entfernt. Diese Blase ist entstanden, als ein Stern zur Supernova wurde. Die gro\u00dfe Explosion hat das Material in seiner Umgebung quasi weggeblasen. Den Stern, der im Zentrum der Blase liegt, kann man im Bild nicht sehen weil er im infraroten Bereich bei dem Herschel beobachtet schlecht sichtbar ist. Diese Blase dehnt sich im Laufe der Zeit immer weiter aus und dr\u00fcckt das Material an ihrem Rand immer weiter und dichter zusammen. So dicht, dass irgendwann daraus neue Sterne entstehen. <\/p>\n<p>Rechts von der Blase sieht man einen hellen Punkt. Das ist genauso ein Protostern, der gerade entsteht. Allerdings kein gew\u00f6hnlicher. Der junge Stern hat jetzt schon die acht- bis zehnfache Masse der Sonne! Und er wird noch gr\u00f6\u00dfer werden denn die Blase schiebt immer mehr Material auf ihn zu und je schwerer er wird, desto mehr Material kann er anziehen. In der Wolke sind noch etwa 2000 Sonnenmassen an Gas- und Staub vorhanden. Und auch wenn nicht alles auf den Stern f\u00e4llt, so kann er doch bis zu einer Gr\u00f6\u00dfe von 150 Sonnenmassen anwachsen!<\/p>\n<p>Wir <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/06\/nein-wir-sind-nicht-das-zentrum-des-universums.php\">kennen solche gro\u00dfen Sterne<\/a> &#8211; einige davon sind bis zu hundertmal schwerer als die Sonne. Aber so richtig verstehen tun wir sie noch nicht. Erstmal sind sie extrem kurzlebig. Je gr\u00f6\u00dfer sie sind, desto hei\u00dfer sind sie auch und desto schneller verbrennen sie ihr Material. Da, wo unsere kleine Sonne viele Milliarden Jahre lang lebt, stirbt so ein massiver Stern schon nach ein paar Millionen Jahren. Es ist also gar nicht so einfach, sie zu finden. <\/p>\n<p>Und wie gesagt: je gr\u00f6\u00dfer ein Stern ist, desto hei\u00dfer wird er. Und irgendwann gibt er so viel Strahlung ab, dass dadurch eigentlich das Material in der Umgebung weggeblasen wird (so wie es der Stern gemacht hat, der die Blase erzeugt). Wenn ein Stern also eine gewisse Massengrenze \u00fcberschreitet, dann sollte er auch nicht mehr gr\u00f6\u00dfer werden. Warum wir also doch immer wieder solche &#8222;Riesensterne&#8220; finden, ist r\u00e4tselhaft. Aber der neu entdeckte Protostern und die weiteren Untersuchungen von Herschel k\u00f6nnten helfen, dieses R\u00e4tsel endlich zu l\u00f6sen! Coole Sache!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor knapp einem Jahr war ich live dabei als das Weltraumteleskop Herschel ins All geschossen wurde. Gestern hat die europ\u00e4ische Raumfahrtagentur ESA Bilanz \u00fcber das erste Jahr von Herschel gezogen. 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