{"id":19322,"date":"2010-05-05T13:25:45","date_gmt":"2010-05-05T11:25:45","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2010\/05\/05\/mein-gott-es-ist-voller-galaxien\/"},"modified":"2025-05-14T16:04:46","modified_gmt":"2025-05-14T14:04:46","slug":"mein-gott-es-ist-voller-galaxien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2010\/05\/05\/mein-gott-es-ist-voller-galaxien\/","title":{"rendered":"Mein Gott &#8211; es ist voller Galaxien!"},"content":{"rendered":"<p>Wenn man ein Teleskop auf einen beliebigen Teil des Himmels richtet und dann <i>richtig<\/i> lange belichtet: was wird man sehen? Klar, ein paar Sterne sind auf jeden Fall dabei. Aber der Gro\u00dfteil der Objekte die man sieht, werden Galaxien sein. Das sieht man auf einer <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/news\/eso1019\/\">heute ver\u00f6ffentlichten Aufnahme<\/a> der europ\u00e4ischen S\u00fcdsternwarte ESO sehr sch\u00f6n.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<form mt:asset-id=\"16152\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-58588d5551fa9f31e54ea4604c8ff7e0-abell315.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-58588d5551fa9f31e54ea4604c8ff7e0-abell315.jpg','popup','width=1280,height=1270,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-4b02748e2ba6cb03adbfbb4b96123b14-abell315-thumb-500x496-1.jpg\" alt=\"i-4b02748e2ba6cb03adbfbb4b96123b14-abell315-thumb-500x496.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<p><a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/images\/eso1019a\/\"><\/p>\n<div style=\"text-align: center;\"><em><small>Bild: ESO\/J. Dietrich<\/small><\/em><\/div>\n<p><\/a><\/p>\n<p>Klickt das Bild an um eine gro\u00dfe Version zu sehen oder ladet euch die <a href=\"https:\/\/www.eso.org\/public\/archives\/images\/original\/eso1019a.tif\">hier<\/a> die 100 MB gro\u00dfe Originalversion runter. <\/p>\n<p>So gut wie alles, was man auf diesem Bild sieht, sind Galaxien! Ein paar Vordergrundsterne sind auch dabei; man erkennt sie an den kreuzf\u00f6rmigen Strahlen &#8211; und sogar ein paar Asteroiden sind w\u00e4hrend der Belichtungszeit von \u00fcber einer Stunde durchs Bild geflogen (das sind die blauen, roten oder gr\u00fcnen Striche (Quizfrage: warum sind die Asteroiden hier so bunt?).<\/p>\n<p>Aber der Rest sind Galaxien. Sie geh\u00f6ren zum Galaxienhaufen <i>Abell 315<\/i>; man erkennt in in der Mitte des Bildes &#8211; dort wo sich die gelblichen Galaxien h\u00e4ufen. Solche Galaxienhaufen geh\u00f6ren zu den gr\u00f6\u00dften Strukturen des Universums und sind \u00e4u\u00dfest interessant. Man kann hier nicht nur jede Menge Galaxien auf einmal studieren und untersuchen, wie sie miteinander wechselwirken. Sie <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/09\/neues-aus-der-forschung-kollidierende-galaxienhaufen-und-dunkle-materie.php\">eignen sich auch hervorragend<\/a> f\u00fcr die Analyse der sonst unsichtbaren dunklen Materie. <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/12\/neptun-vulkan-und-die-dunkle-materie.php\">Dunkle Materie<\/a> ist, wie der Name ja schon sagt, dunkle. Das bedeutet, dass es sich um Materie handelt, die die elektromagnetische Kraft nicht sp\u00fcrt. Licht ist aber nunmal Teil des elektromagnetischen Spektrums und wenn etwas nicht elektromagnetisch wechselwirkt, dann ist es unsichtbar. Unsichtbar heisst aber nicht, dass man es nicht detektieren kann. Denn die dunkle Materie unterliegt sehr wohl einer anderen Kraft: der Gravitation. Wenn wir also beobachten, dass irgendwo etwas gravitativ wechselwirkt obwohl es &#8222;unsichtbar&#8220; ist, dann wissen wir, dass es sich um dunkle Materie handelt.<\/p>\n<p>Eine Art der gravitativen Wechselwirkung sind Gravitationslinsen. Seit Albert Einstein wissen wir, dass Masse den Raum kr\u00fcmmt und sich Lichtstrahlen immer entlang des gekr\u00fcmmten Raums bewegen. Und so wie man mit optischen Linsen Lichtstrahlen manipulieren kann um z.B. eine Linse zu erzeugen, geht das auch mit Masse. Massive Objekte k\u00f6nnen den Raum so verbiegen, dass die Lichtstrahlen abgelenkt werden und wir anstatt einem normalen Bild einer Galaxie ein verzerrtes, gest\u00f6rtes Bild erhalten. Aus diesen Bildern kann dann berechnen, wieviel Masse vorhanden sein muss. <\/p>\n<p>Genau das hat man auch bei Abell 315 gemacht. Dort wurden an die zehntausend Galaxien auf Gravitationslinseneffekte untersucht um dann daraus die tats\u00e4chlich Gesamtmasse (also die sichtbare und die dunkle Materie zusammen) <a href=\"https:\/\/arxiv.org\/abs\/0903.3599\">zu berechnen<\/a> &#8211; der ganze Haufen ist einige hundertausend Milliarden mal schwerer als unsere Sonne &#8211; und nur ein kleiner Teil (etwa 10 Prozent) davon ist sichtbar&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn man ein Teleskop auf einen beliebigen Teil des Himmels richtet und dann richtig lange belichtet: was wird man sehen? Klar, ein paar Sterne sind auf jeden Fall dabei. Aber der Gro\u00dfteil der Objekte die man sieht, werden Galaxien sein. 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