{"id":19048,"date":"2010-03-03T11:25:07","date_gmt":"2010-03-03T10:25:07","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2010\/03\/03\/noch-mehr-wasser-auf-dem-mond\/"},"modified":"2025-05-14T16:03:05","modified_gmt":"2025-05-14T14:03:05","slug":"noch-mehr-wasser-auf-dem-mond","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2010\/03\/03\/noch-mehr-wasser-auf-dem-mond\/","title":{"rendered":"Noch mehr Wasser auf dem Mond!"},"content":{"rendered":"<p>In letzter Zeit h\u00e4ufen sich ja die Meldungen, dass man Wasser am Mond gefunden hat. Im September hat man aus den Daten verschiedener Raumsonden auf die <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/09\/morgentau-am-mond.php\">Existenz von &#8222;Morgentau&#8220; auf dem Mond <\/a>schlie\u00dfen k\u00f6nnen und im Oktober hat der <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/planeten\/2009\/10\/der-mondeinschlag-von-lcross-kurze-zusammenfassung.php\">Einschlag der Sonde LCROSS am S\u00fcdpol des Mondes<\/a> Hinweise auf Wasser geliefert.<\/p>\n<p>Nun hat ein Radarger\u00e4t der NASA das auf dem <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2008\/10\/indien-macht-sich-auf-den-weg-zum-mond.php\">indischen  Satelliten Chandrayaan-1<\/a> montiert ist den Nordpol des Mondes untersucht und ist ebenfalls f\u00fcndig geworden.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Das kleine Instrument mit dem Namen <i>Mini-SAR<\/i> sendet Radiowellen aus und empf\u00e4ngt die Reflektionen von der Mondoberfl\u00e4che. Dabei wird besonders auf die <i>Polarisation<\/i> der Wellen geachtet.<\/p>\n<p>So eine elektromagnetische Welle kann ja auf verschiedene Art und Weise schwingen und anhand der verschiedenen Schwingungsarten unterscheidet man die Art der Polarisation. In folgendem Bild ist links zum Beispiel eine <i>linear polarisierte Welle<\/i> zu sehen und rechts eine <i>zirkular polarisierte Welle<\/i>. <\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"14569\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-897a5d594e065d9046b61bb92a8d3d02-polarisation.png\" alt=\"i-897a5d594e065d9046b61bb92a8d3d02-polarisation.png\" \/><\/form>\n<p>Die zirkular polarisierten Wellen k\u00f6nnen nun links- oder rechts-zirkular polarisiert sein &#8211; je nachdem wie herum sie schwingen. Mini-SAR schickt nur links-zirkular polarisierte Strahlung aus. Wenn diese Radiowellen auf eine normale Planetenoberfl\u00e4che treffen, dann wird bei der Reflektion die Richtung der Polarisierung umgedreht &#8211; das Ger\u00e4t empf\u00e4ngt dann also rechts-zirkular polarisierte Strahlung. Die NASA hat nun das <i>&#8222;Circular Polarization Ratio (CPR)&#8220;<\/i> bestimmt &#8211; also das Verh\u00e4ltnis von links zu rechts-zirkular polarisierter Strahlung die man empf\u00e4ngt. <\/p>\n<p>Normalerweise ist der CPR-Wert am Mond recht klein &#8211; es wird also haupts\u00e4chlich rechts-zirkular polarisierte Strahlung empfangen; so wie man es auch erwartet. Bei bestimmten Oberfl\u00e4chen wird die ausgesandte Polarisation allerdings nicht umgedreht; sie bleibt links-zirkular polarisiert. Das ist bei &#8222;frischen&#8220; Oberfl\u00e4chen der Fall; zum Beispiel bei jungen Kratern bei denen sich noch viele scharfe Gesteinsbrocken finden. Aber eben auch bei Oberfl\u00e4chen aus gefrorenem Wasser. Ein hoher CPR-Wert deutet auf solche Oberfl\u00e4chen hin und man am Nordpol des Mondes tats\u00e4chlich Stellen mit solchen hohen Werten gefunden (die roten und gr\u00fcnen Kreise):<\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"14570\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-89c4a39fdbd146e7a9a3cb9a057472a9-kratermond.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-89c4a39fdbd146e7a9a3cb9a057472a9-kratermond.jpg','popup','width=1346,height=1344,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-34ece37f4068af8bfdfd9fd2c0fe627e-kratermond-thumb-500x499-1.jpg\" alt=\"i-34ece37f4068af8bfdfd9fd2c0fe627e-kratermond-thumb-500x499.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<div style=\"text-align: center;\"><em><small><a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/mission_pages\/Mini-RF\/multimedia\/feature_ice_like_deposits.html\">Bild: NASA<\/a><\/small><\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Ein hoher CPR-Wert heisst aber noch lange nicht, dass es dort auch tats\u00e4chlich Wasser gibt. Dazu muss man noch mehr Informationen ber\u00fccksichtigen. Wenn die links-zirkular polarisierte Strahlung von einem jungen Krater herr\u00fchrt, dann erwartet man, dass der CPR-Wert innerhalb und au\u00dferhalb des Kraters mehr oder weniger gleich ist. So wie bei diesem 14 Kilometer gro\u00dfen Krater:<\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"14573\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-371696563d89e3fd0437742e15a704d0-431342main_Fresh crater CPR.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-371696563d89e3fd0437742e15a704d0-431342main_Fresh crater CPR.jpg','popup','width=1747,height=1167,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-2f260f8dcbea10f604479b8d2ede0d1c-431342main_Fresh-crater-CPR-thumb-500x334-1.jpg\" alt=\"i-2f260f8dcbea10f604479b8d2ede0d1c-431342main_Fresh crater CPR-thumb-500x334.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<div style=\"text-align: center;\"><em><small><a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/mission_pages\/Mini-RF\/multimedia\/feature_ice_like_deposits.html\">Bild: NASA<\/a><\/small><\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Die Bilder zeigen, wie der Krater im links-zirkular polarisierten Licht aussieht (links); wie gro\u00df der CPR-Wert an verschiedenen Stellen ist (Mitte) und wie er inner- und au\u00dferhalb des Kraters aussieht (rechts). Man sieht deutlich, dass die gr\u00fcne und rote Kurve sich nicht gro\u00df unterscheiden. Es handelt sich also h\u00f6chstwahrscheinlich um einen jungen Krater; ohne Eis. Solche Krater sind im \u00dcbersichtsbild oben rot gekennzeichnet.<\/p>\n<p>Ganz anders sieht das beim <i>Rozhdestvensky-Krater<\/i> aus:<\/p>\n<form contenteditable=\"false\" mt:asset-id=\"14576\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-5f887a4dc44a06a67dd804c026036da2-431362main_ice filled crater CPR.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-5f887a4dc44a06a67dd804c026036da2-431362main_ice filled crater CPR.jpg','popup','width=1693,height=1338,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-5d9e531db67b682b145098d84a8707ae-431362main_ice-filled-crater-CPR-thumb-500x395-1.jpg\" alt=\"i-5d9e531db67b682b145098d84a8707ae-431362main_ice filled crater CPR-thumb-500x395.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<div style=\"text-align: center;\"><em><small><a href=\"https:\/\/www.nasa.gov\/mission_pages\/Mini-RF\/multimedia\/feature_ice_like_deposits.html\">Bild: NASA<\/a><\/small><\/em><\/div>\n<p><\/p>\n<p>Hier ist der CPR-Wert <i>innen<\/i> (rote Kurve) sehr hoch; au\u00dfen (gr\u00fcne Kurve) aber sehr niedrig. Der Krater selbst ist also &#8222;normal&#8220; &#8211; aber in ihm drinnen ist etwas, dass hohe CPR-Werte erzeugt. Au\u00dferdem handelt es sich hier um einen Krater, dessen inneres permanent im Schatten liegt. Der Schlu\u00df liegt also nahe, dass man es hier mit einem Krater zu tun hat, der mit Wassereis aufgef\u00fcllt ist! Und das muss einigerma\u00dfen rein und mindestens einige Meter dick sein, um so ein Radarecho zu erzeugen!<\/p>\n<p>Man hat noch mehr solcher Krater gefunden und sch\u00e4tzt die gesamte Menge an Wassereis in den Kratern auf 600 Millionen Tonnen! Das ist schon ganz ordentlich &#8211; und zusammen mit den fr\u00fcher angestellten Messungen scheint es am Mond also reichlich Wasser zu geben. Wenn die Menschen sich also doch noch mal entschlie\u00dfen sollten, zum Mond zu fliegen und dort zu bleiben, werden sie sich um das Wasser keine Sorgen machen m\u00fcssen&#8230;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In letzter Zeit h\u00e4ufen sich ja die Meldungen, dass man Wasser am Mond gefunden hat. Im September hat man aus den Daten verschiedener Raumsonden auf die Existenz von &#8222;Morgentau&#8220; auf dem Mond schlie\u00dfen k\u00f6nnen und im Oktober hat der Einschlag der Sonde LCROSS am S\u00fcdpol des Mondes Hinweise auf Wasser geliefert. 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