{"id":18934,"date":"2010-02-06T18:35:12","date_gmt":"2010-02-06T17:35:12","guid":{"rendered":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2010\/02\/06\/wissenschaftler-sollen-bucher-schreiben\/"},"modified":"2025-05-14T16:02:52","modified_gmt":"2025-05-14T14:02:52","slug":"wissenschaftler-sollen-bucher-schreiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/index.php\/2010\/02\/06\/wissenschaftler-sollen-bucher-schreiben\/","title":{"rendered":"Wissenschaftler sollen B\u00fccher schreiben!"},"content":{"rendered":"<form mt:asset-id=\"13862\" class=\"mt-enclosure mt-enclosure-image\" style=\"display: inline;\"><a href=\"https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-9683b0d166c9d470c41be80206cebbee-Book_06403_20040730154204.jpg\" onclick=\"window.open('https:\/\/scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/wp-content\/blogs.dir\/28\/files\/2012\/07\/i-9683b0d166c9d470c41be80206cebbee-Book_06403_20040730154204.jpg','popup','width=2048,height=1536,scrollbars=no,resizable=no,toolbar=no,directories=no,location=no,menubar=no,status=no,left=0,top=0'); return false\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/astrodicticum-simplex.ulrich.digital\/wp-content\/uploads\/2025\/05\/i-f2d9941ee59b6ae42bbd2e4a0197fb2b-Book_06403_20040730154204-thumb-200x150-1.jpg\" alt=\"i-f2d9941ee59b6ae42bbd2e4a0197fb2b-Book_06403_20040730154204-thumb-200x150.jpg\" \/><\/a><\/form>\n<p>Wenn ein Wissenschaftler etwas herausgefunden hat, dann m\u00fcssen die Resultate auch vern\u00fcnftig publiziert werden. Ohne die Ver\u00f6ffentlichung in einer <a href=\"https:\/\/www.scienceblogs.de\/astrodicticum-simplex\/2009\/02\/wie-bewertet-man-wissenschaftlichen-erfolg.php\">peer-reviewten<\/a> Zeitschrift sind die Ergebnisse f\u00fcr die wissenschaftliche Community eigentlich kaum brauchbar. <\/p>\n<p>Das bedeutet aber nicht, dass andere Arten der Ver\u00f6ffentlichung sinnlos sind und dass sich Wissenschaftler nur auf Fachartikel konzentieren sollen. Ich habe in meinem Blog ja immer wieder meiner Meinung Ausdruck verliegen, dass die Arbeit eines Wissenschaftlers nicht nur aus Forschung sondern auch zu gleichen Teilen aus Lehre und \u00d6ffentlichkeitsarbeit bestehen sollte. Und dazu geh\u00f6rt es auch, Forschungsergebnisse in allgemeinverst\u00e4ndlicher Form zu ver\u00f6ffentlichen bzw. Unterlagen f\u00fcr die Lehre zu verfassen <\/p>\n<p>Das meint auch ein k\u00fcrzlich erschienenes <a href=\"https:\/\/www.nature.com\/nature\/journal\/v463\/n7281\/full\/463588a.html\">Editorial der Zeitschrift <i>Nature<\/i><\/a>.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nUnter dem Titel <i>&#8222;Back to books &#8211; Researchers should be recognized for writing books to convey and develop science.&#8220;<\/i> probiert Nature die Wissenschaftler davon zu \u00fcberzeugen, dass es eine gute Idee ist, B\u00fccher zu schreiben.<\/p>\n<p>Gerade in Zeiten von kurzen Blogeintr\u00e4gen, Twitter und Ebooks sollten sich die Forscher auf die speziellen Vorteile besinnen, die ein Buch bietet:<\/p>\n<blockquote><p><i>&#8222;Unlike a tweet, blog or research paper, a good book offers space to breathe, to contemplate complex ideas and to convey a mode of thinking.&#8220;<\/i><\/p><\/blockquote>\n<p>Aber die wenigsten Wissenschaftler machen sich diese M\u00fche; die meisten bleiben dabei, ihre Arbeit ausschlie\u00dflich in Fachzeitschriften zu publizieren und h\u00f6chstens ab und zu eine Pressemeldung f\u00fcr die \u00d6ffentlichkeit zu verfassen. Um das zu \u00e4ndern, will <i>Nature<\/i> eine w\u00f6chentliche Serie mit Berichten \u00fcber erfolgreiche Lehr- und Sachbuchautoren starten.<\/p>\n<p>Das ist ja prinzipiell eine gute Idee. Aber so einfach ist die Sache wohl auch wieder nicht. Nat\u00fcrlich hat nicht jeder Forscher die F\u00e4higkeiten die n\u00f6tig sind, um gute B\u00fccher zu verfassen. Aber viele h\u00e4tten sie und ver\u00f6ffentlichen trotzdem nichts. Und die werden sich auch nicht durch ein paar Nature-Artikel umstimmen lassen.<\/p>\n<p>Denn ein Buch zu verfassen braucht viel Zeit. Und ein Sachbuch ist f\u00fcr die Bewertung einer naturwissenschaftlichen Karriere im Allgemeinen von eher geringer Bedeutung. Hier z\u00e4hlen weiterhin Forschungsartikel am meisten. <\/p>\n<p>Ich habe mich schon \u00f6fter dar\u00fcber aufgeregt, dass es bei Projektantr\u00e4gen, Stellenbesetzungen, etc gr\u00f6\u00dftenteils egal ist, ob ein Wissenschaftler gute oder schlechte Lehre macht; ob er sich in Sachen \u00d6ffentlichkeitsarbeit engagiert oder nicht. Da z\u00e4hlt erstmal nur die Forschung und der Rest bringt h\u00f6chstens einen kleinen Bonus. Aber wenn die Forschungsleistungen gut sind, dann interessiert sich im Allgemeinen niemand f\u00fcr die Leistungen in Lehre und \u00d6ffentlichkeitsarbeit. <\/p>\n<p>Wissenschaftler sehen also meistens keinen Anla\u00df, ihre Zeit mit dem Verfassen von B\u00fcchern zu verschwenden. Alles was auf Kosten der Zeit f\u00fcr die Forschung geht, ist schlecht f\u00fcr die Karriere. Und solange das so ist, kann man sich noch so sehr bem\u00fchen Wissenschaftler zum Verfassen von B\u00fcchern zu bringen: es wird nichts nutzen!<\/p>\n<p>Man m\u00fcsste hier bei der Bildungspolitik und Forschungsf\u00f6rderung ansetzen und die Bwertungskritierien so ver\u00e4ndern, dass Engagement bei \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Lehre f\u00fcr die wissenschaftliche Karriere genau so hoch bewertet wird wie Forschung. Dann werden diejenigen unter den Wissenschaftler, die B\u00fccher schreiben k\u00f6nnen, dass viel eher tun als jetzt!<\/p>\n<p>Soweit sieht das Problem aus wissenschaftlicher Sicht aus. Aus meiner Sicht zumindest &#8211; vielleicht sehen es Kollegen aus anderen Disziplinen ja anders (damit meine explizit die Naturwissenschaften; dass anderswo B\u00fccher viel mehr Bedeutungen haben ist mir bewu\u00dft).<\/p>\n<p>Aber wenn man ein Buch publizieren will, dann braucht es ja nicht nur einen, der es schreibt &#8211; man braucht auch einen Verlag, der es ver\u00f6ffentlicht! Und in der Hinsicht kann ich die Sache schwer einsch\u00e4tzen: wie schwer ist es, heutzutage ein Sachbuch in Deutschland zu ver\u00f6ffentlichen? Gibt es einen Mangel an kompetenten Autoren oder pr\u00fcgeln sich die schreibenden Wissenschaftler um die wenigen Ver\u00f6ffentlichungsm\u00f6glichkeiten? Welche Themen kann man unterbringen und welche nicht? <\/p>\n<p>Vielleicht hat ja von den mitlesenden Kollegen schonmal jemand ein Buch ver\u00f6ffentlicht oder hat sonstwie Ahnung vom Verlagswesen und kann die Fragen beantworten? Das w\u00fcrde mich wirklich interessieren. <\/p>\n<p>Und eine Frage h\u00e4tte ich noch: wenn ihr ein Buch schreiben w\u00fcrdet &#8211; wovon w\u00fcrde es handeln?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn ein Wissenschaftler etwas herausgefunden hat, dann m\u00fcssen die Resultate auch vern\u00fcnftig publiziert werden. Ohne die Ver\u00f6ffentlichung in einer peer-reviewten Zeitschrift sind die Ergebnisse f\u00fcr die wissenschaftliche Community eigentlich kaum brauchbar. Das bedeutet aber nicht, dass andere Arten der Ver\u00f6ffentlichung sinnlos sind und dass sich Wissenschaftler nur auf Fachartikel konzentieren sollen. 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